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CROSSCUT (FRANK)

HI! WIE GEHT’S EUCH? WO SEID IHR GERADE? Hallo! Der FranK von CrosscuT hier. Wo ich bin? Zuhause auf der Couch, mit dem Laptop auf den Knien! hehe… „DIRECTOR’S CUT“ KOMMT AM 29.11 RAUS. DIES MUSS GERADE EINE SPANNENDE UND NERVÖSE ZEIT FÜR EUCH SEIN, ODER – DAS WARTEN AUF DEN VERÖFFENTLICHUNGSTERMIN? Absolut! Man ist echt voller Vorfreude und ist extrem gespannt auf die nächsten Reaktionen, vor allem auf die der Fans! DIE DEVISE FÜRS NEUE ALBUM SCHIEN JA ZU SEIN, NOCH MAL AN HÄRTE ZUZULEGEN. WIE KAM ES DAZU? Wir haben während der letzten Tour gemerkt, dass wir live hauptsächlich die harten Songs spielen. Daher haben wir uns gedacht, warum nicht auch auf der Platte. Gesagt, getan! Auch der Sound der Platte ist diesmal aggressiver, quasi passend zu den Songs. TEILE DES MATERIALS WERDEN DIE KONZERTGÄNGER SCHON VON EUREN AUFTRITTEN KENNEN. WIE VIELE DER SONGS SIND DENN JETZT KOMPLETT „NEU“? UND: HABT IHR AUCH SONGS VERWORFEN, WEIL SIE LIVE NICHT RICHTIG ZÜNDETEN? Jetzt am Wochenende spielen wir im Komplex in Schüttorf. Dort werden wir sechs neue Songs spielen. Bei der kommenden Tour werden es wahrscheinlich noch mehr sein. Auch bereits während der Studiozeit haben wir bei Konzerten neue Songs gespielt. Und die kamen auch bisher sehr gut an! Klar merkt man auch, dass es manchmal Songs gibt, die nicht funktionieren. Das kann dann aber auch am Konzert selber liegen. Letztlich ist es schon so, dass manche Songs besser ins Live-Set passen als andere. Und dementsprechend entwickeln wir die Setlist. WIE WAR ES IN DEN WOODHOUSE STUDIOS? WENN MAN SICH DIE STUDIOBERICHTE SO DURCHLIEST, BEKOMMT MAN DEN EINDRUCK EINER SEHR FAMILIÄREN ATMOSPHÄRE. WIE HABT IHR DAS SELBST EMPFUNDEN? Die Atmosphäre war echt sehr gut und die Zusammenarbeit mit Siggi Bemm äußerst produktiv! Zwar kannten wir Siggi vorher nicht persönlich, hatten aber schon viel von ihm gehört. Er hat auch ziemlich schnell unsere Stärken und Schwächen erkannt und, was noch viel wichtiger ist, er wusste damit zu arbeiten! Von daher machten wir uns kaum Sorgen, auch nicht um den Sound der Platte. Und „Director’s Cut“ knallt auch ohne Ende! DIE EINBEZIEHUNG VON MUSIKERN AUSSERHALB DER BAND HABT IHR JA BEREITS IN DER VERGANGENHEIT PRAKTIZIERT. DIESMAL SCHEINT DAS ABER VIEL SPONTANER GELAUFEN ZU SEIN. DAS MUSS FÜR EUCH DOCH SEHR INSPIRIEREND GEWESEN SEIN, DASS MAN IM STUDIO UM EINEN HERUM STÄNDIG KOLLEGEN HAT, DIE EINEM HELFEN UND INTERESSANTE BEITRÄGE MACHEN KÖNNEN… Auf jeden Fall. Wir machen sehr gerne Kooperationen, wobei es bei „God given time“ mit der Frontdame von FIDGET und bei der letzten Platte „noneSIZEfitsALL“ noch etwas geplanter war. Da lief es auch so ab, dass die Gastsänger, wie z.B. Mille von KREATOR oder Braz von 4lYN ihren eigenen Text geschrieben haben. Das ist insofern wichtig, als dass man wirklich den Charakter des jeweiligen Gastsängers im jeweiligen CrosscuT – Song erkennt. Angefangen bei der Wortwahl bis hin zur Umsetzung und Performance ist der eigene Stil des Gastsängers beibehalten. Daher ist unserer Meinung nach auch die Kooperation äußerst gelungen und authentisch! EINE AUSFÜHRLICHE PASSAGE WIDMET IHR IN EUREM STUDIOTAGEBUCH DER UMSETZUNG VON ZWEI TEXTZEILEN IN „MAKE ME YOUR ENEMY“. WANN ENTSTEHEN DIESE ARRANGEMENTIDEEN – ERST IM STUDIO ODER BEREITS BEIM KOMPONIEREN? Also die Überlegung, zwei Textzeilen bei „make me your enemy“ (der jetzt übrigens „end of spiral“ heißt) von einer Dame singen zu lassen, geisterte schon während der Komposition in meinem Kopf rum. Allerdings wurde da noch nicht an die Umsetzung gedacht. Zunächst hatten wir überlegt, mit Gesangseffekten zu arbeiten. Dass jetzt gerade die Sandra Schleret von DEVANGEL auch in den Woodhouse Studios eingesungen hat und wir sie u.a. für „end of spiral“ gewinnen konnten, war ein angenehmer und äußerst passender Zufall! IM GLEICHEN ZUSAMMENHANG: SEHT IHR DAS STUDIO DEMNACH WENIGER ALS EINE LÄSTIGE PFLICHT DENN ALS EINE ART WEITERES BANDMITGLIED AN? ZUMINDEST SCHEINT IHR GEPFLEGTEN WERT SELBST AUF AUGENSCHEINLICH KLEINE DETAILS ZU LEGEN. Das ist das sprichwörtliche „Salz in der Suppe“, die Feinheiten meine ich. Die Studiozeit an sich ist schon sehr anstrengend. Allerdings ist es oberklasse, wenn man merkt, wie Songs noch im Studio „reifen“! Je mehr eingespielt wird, umso mehr steigt die Laune! Wenn dann noch spontane Aktionen passieren – und die sind uns bisher immer passiert – und die auch noch sehr gut sind, macht es doppelt Spaß! Alles in allem haben wir die Studiozeit aller drei Alben als sehr positiv empfunden! IHR WART AUF „DIRECTOR’S CUT“ DEM EXPERIMENT NICHT ABGENEIGT. MAL ANGENOMMEN, IHR HÄTTET MEHR ZEIT IM STUDIO BUCHEN KÖNNEN – HÄTTE SICH DIE SCHEIBE DANN ANDERS ANGEHÖRT? Das lässt sich schwer einschätzen. Wenn wir das Gefühl gehabt hätten, dass noch was fehlt, hätten wir dementsprechend noch weiter aufgenommen. Manchmal kann man auch sehr viel kaputt machen, wenn man zu lange an einem Song rumdoktert. WIE HÄLT DIE STIMME EIGENTLICH DIE DAUERBELASTUNG WÄHREND DER AUFNAHMEN ÜBERHAUPT DURCH? GIBT ES IN DIESER ZEIT VOR DEM INS BETT GEHEN KONSEQUENT NUR EINEN LÖFFEL HONIG? Eher nen Schluck Whisky! haha…. also es war schon so, dass die Stimmbänder ordentlich in Anspruch genommen wurden. Aber da muss man durch. Dumm war es nur, als wir die Aufnahmen deswegen einmal unterbrechen mussten. Vor allem, weil es der letzte Song war! EINE FRAGE AN TIMO: ICH HATTE BEIM HÖREN DEN UNGEWÖHNLICHEN EINDRUCK, DASS DU DICH IN DEN GESANGS-PASSAGEN BEINAHE WOHLER FÜHLST, ALS BEI DEN SHOUTS – ODER LIEGE ICH DA VERKEHRT? ICH MEINTE, DA ÜBRIGENS AN MANCHEN STELLEN ETWAS ROLAND ORZABAL (TEARS FOR FEARS) RAUSZUHÖREN – EINE BELEIDIGUNG FÜR DICH? Mich reizt das Experimentieren mit den verschiedensten Stimmlagen und Möglichkeiten, die mir gegeben sind, und auf dieser Platte hatte ich mehr als je zuvor die Möglichkeiten dazu. Deshalb ist von extremsten Schrei-Attacken, bis aber auch zu den leise gehauchten Gesangspassagen alles abgedeckt. Wo ich mich wohler fühle, kann ich aber gar nicht wirklich sagen, ist halt eine sehr emotionale Sache, liegt viel daran, wie man sich in einen Song reinsteigert. Ihr müsst unbedingt die Dongs live erleben, gibt ne neue Perspektive… und danke fürs Kompliment. Finde TEARS FOR FEARS recht klasse, aber kann nicht sagen, dass mich Rolands Gesang irgendwie im Stil beeinflusst hat, wenn dann ist das wohl unterbewusst passiert. „ZONE OF THE SPHINX“ FUNKTIONIERT MIT AKUSTISCHEN GITARREN GANZ GRANDIOS! WIE KAM ES ZU DEM SONG UND: IST DA VIELLEICHT IN ZUKUNFT MEHR GEPLANT? Eigentlich war der Song ausschließlich mit Akustikgitarre geplant. Im Studio haben wir dann aber doch im Refrain und Mittelteil eine verzerrte Klampfe ergänzt. Auch auf den letzten Alben habe ich schon mit der Akustikgitarre gearbeitet. Letztlich ist es die Idee bzw. das Riff, das entscheidet, ob ne Akustikklampfe passt oder nicht. Von daher wird es da sicherlich noch mehr geben. Es ist immer eine angenehme Abwechslung! DIE ELEKTRONIKPARTS HÖREN SICH SEHR RAFFINIERT UND STIMMIG AN. WER VON EUCH HAT DIE UMGESETZT? WIEVIEL BLEIBT DAVON LIVE ÜBRIG? Die Elektroparts hat unser Schlagzeuger Holger mit Siggi umgesetzt. D.h., die Idee mit den Beats war schon vorher da. Sie haben sich nur zusammen hingesetzt und den passendsten Beat/ Sound rausgesucht. Live spielt Holger die entsprechenden Parts auf sogenannten Elektropads. Es geht live also nix verloren!:-) WOHNT IHR EIGENTLICH NOCH IN MÜNSTER? WIE SEHT IHR DIE STADT UND IHRE „SZENE“? OBWOHL MAN SIE SICHERLICH NICHT ALS „ROCK-CITY“ BEZEICHNEN KANN, SCHEINT ES DOCH KEIN GANZ SO ÜBLES PFLASTER FÜR HÄRTERE BANDS ZU SEIN… Ein Teil von uns wohnt in Münster bzw. Münsterland. Der Rest von uns ist übers Ruhrgebiet verteilt. Sowohl Münster als auch das Ruhrgebiet haben eine sehr gute „Szene“ und großartige Bands! Zahlenmäßig werden es im Ruhrgebiet allein schon aufgrund der Größe ein paar mehr sein. Allerdings hat Münster auch einiges zu bieten. Man denke allein an die H-BLOCKX! Ein Teil der DONOTS wohnt auch dort… IN INTERVIEWS WEIST IHR GERNE DARAUF HIN, DASS IHR AUCH MUSIK HÖRT, DIE NICHT IN EUREN STIL EINFLIESSEN. WELCHE? KYLIE UND SO? Na ja, Kylie vielleicht nicht unbedingt! Aber das Spektrum reicht schon ziemlich weit. Quasi von THE CURE bis SLAYER und von Hip Hop bis hin zu den BEATSTEAKS oder LOST PROPHETS. EURE SEITE IST SCHÖN GEMACHT UND DANK DES TAGEBUCHS AUCH ZIEMLICH AKTUELL. WIE WICHTIG IST EUCH GENERELL DAS INTERNET? Sehr wichtig! Das Internet hat sich im Laufe der letzten Jahre dermaßen stark in alle Richtungen entwickelt, dass es äußerst fatal wäre, dieses Medium nicht zu nutzen. Man siehe allein schon, wie viele Internet-Music-Mags es gibt. Das ist echt großartig, zumal die Leute bzw. die Surfer ziemlich interessiert zu sein scheinen. Zur Zeit wird unsere Homepage auch überarbeitet. Im Laufe der nächsten Woche wird sie – quasi pünktlich zum Release unseres neuen Albums „Director’s Cut“ am 29.11.2004 – online gesetzt. Also besucht uns:! www.crosscut.tv IHR HABT GESCHLAGENE NEUN JAHRE AUF EINEN PLATTENVERTRAG WARTEN MÜSSEN. HAT EUCH DAS IN BEZUG AUF ERWARTUNGEN UND DRUCK LOCKERER GEMACHT? Lockerer vielleicht nicht unbedingt. Wir nehmen die Sache schon sehr ernst. Allerdings haben vor allem Holger und ich ein ziemlich „dickes Fell“ und ein enormes Durchhaltevermögen im Laufe der Jahre bekommen. Allein schon durch ständige Formationswechsel, die wir mitgemacht haben. Trotzdem haben wir nie daran gedacht aufzuhören. Von daher geht man mit der ein oder anderen Situation schon etwas gelassener um. Und selbst wenn irgendwann mal kein Plattenvertrag mehr bestehen sollte, machen wir trotzdem weiter. Einmal Musiker, immer Musiker! VIELEN DANK! Wir danken!

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