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DAS ICH (BRUNO KRAMM/ STEFAN ACKERMANN)

NACH IHREM GIG IM HERFORDER „X“ NAHMEN SICH DIE BEIDEN MASTERMINDS VON DAS ICH EINIGE MINUTEN ZEIT MEINE FRAGEN ZU BEANTWORTEN. WIE WAR DER TOURAUFTAKT IN LEIPZIG? Bruno: Super, super. Richtig geil. Bis darauf, dass etwas weggekommen ist, aber sonst war es richtig geil.(grinst) Naja, Schwamm drüber. Rostock gestern war auch geil. AUF DEN FESTIVALS HABT IHR MEIST BEI TAGESLICHT GESPIELT, PASST DAS DENN ÜBERHAUPT ZU EURER DÜSTEREN MUSIK? Stefan: Eigentlich schon. Nun ja, da ist immer ziemlich hell……… Bruno unterbricht Stefan: Naj a, stimmt da ist Tageslicht. Aber weißt du, wenn man davon ausgeht: dann dürfte es eigentlich gar keine Gothic-Festivals geben (grinst wieder) Stefan: Oder die müssten erst nachts gegen 24 Uhr beginnen, das kann man sich leider nicht aussuchen. LETZTE WOCHE ERSCHIEN „KANNIBALE“, DIE VORABSINGLE DES IM NÄCHSTEN JAHR ERSCHEINENDEN ALBUMS „RITUAL“. GLÜCKWUNSCH, DER TRACK IST AUF PLATZ 4 DER DAC EINGESTIEGEN. Bruno: Danke! WAS ERWARTET DEN FAN VON „RITUAL“? Bruno: Dazu wollen wir noch gar nicht soviel sagen, weil wir noch mittendrin sind in den Arbeiten. Es wird sich ein bisschen verzögern, da wir ja jetzt auch erst mal auf Russland-Tour gehen. Deshalb haben wir aus der Single auch eine EP gemacht und die maximal ausgenutzt und ordentlich was drauf gepackt, damit die Leute auch wirklich was davon haben. Für wenig Geld, weil es für den Single-Preis rausgekommen ist. Die Leute können erwarten, dass es auf alle Fälle mal wieder ein tanzbares „Das Ich“ wird nach unseren letzten Experimenten, die wir so gemacht haben. Inhaltlich wollen wir noch nicht viel verraten, außer dass es um viele menschliche Rituale geht, die einem im Alltag manchmal ganz normal vorkommen. Aber in einem anderen Licht dann fast schon steinzeitlich anmuten. Und der Kannibale ist eines davon. Also diese Kannibalen-Geschichte hat ja ganz viele Ebenen, wo es auch um archaische Momente geht. Und auch generell – wie du vielleicht mit bekommen hast – diese Tierschutzgeschichte, die uns auch sehr wichtig ist. JA, DA GEHE ICH GLEICH NOCH DRAUF EIN. WURDEN DENN NEUE STÜCKE HEUTE ABEND SCHON PERFORMT? Bruno: Eines haben wir außer „Der Kannibale“ noch gespielt… Stefan: ….“Sing mir ein Lied“ ALSO, EINE ART „PROBEHÖREN“ FÜR DIE FANS“? Bruno: Ja genau. Da ist dann auch gleich mal was schief gelaufen bei dem Lied (lacht). DIE TOUR LÄUFT JA BIS JAHRESENDE UND FAST GANZ EUROPA KOMMT MAL WIEDER IN DEN GENUSS VON EUREN SHOWS. ÄNDERT IHR IM AUSLAND EINIGE SONGS UND SPIELT SIE IN ENGLISCH ODER ZIEHT IHR DAS VOLLE PROGRAMM IN DEUTSCH DURCH? Stefan: Wir singen schon auf deutsch. Obwohl wir manche Textzielen z.B. „Gottes Tod“ auch in einzelne Landessprachen übersetzen lassen, und singen das halt Bruno: Ja, doch. Demnächst Finnland (sagt was auf finnisch oder so ähnlich)… Stefan: … manchmal ist es ein bisschen schwierig, die Textzeile unterzubringen…. Bruno: … wenn es zum Beispiel auf chinesisch ist (jetzt sagt er etwas auf chinesisch, dass womöglich Gottes Tod heißen soll) DA IHR JA SCHON EIN PAAR MALE IN AMERIKA WARD, WIE KANN MAN SICH DAS PUBLIKUM DORT VORSTELLEN? Bruno: Das ist jetzt schon wieder lange her. Wir waren zuletzt in Südamerika, USA ist schon wieder länger her, da ist das Publikum mittlerweile nicht so viel anders als hier. Bedingt durch die globale Komponente, alles ist gleichzeitig überall verfügbar. Dadurch sind die Unterschiede nicht mehr so groß. Man merkt eigentlich nur Unterschiede zu Südamerika, weil dort das euphorischste Publikum ist. UND IN RUSSLAND ODER ISRAEL? Bruno: Russland ist auch ein großartiges Publikum, deswegen sind auch jetzt seit langem mal wieder in Russland unterwegs, das wird großartig. In Israel war es auch toll… Eigentlich ist es überall schön, deswegen sind wir ja soviel im Ausland unterwegs WART IHR DORT DER WEGBEREITER FÜR TOKIO HOTEL?:-) DANN GEBÜHRT EUCH DOCH DAS GANZE LOB 😉 Bruno lacht Stefan: Ach Gott! Bruno: Geil… Na ja, die sind zwar deutschsprachig sehr erfolgreich im Ausland. Aber ich denke, die sind nicht wegen ihrer Texte oder Songs erfolgreich, sondern vor allem weil sie sehr süß ausschauen (lacht)

FRISURENTECHNISCH KÖNNTET IHR BEIDE DOCH MITHALTEN!!! Stefan und Bruno lachen sich weg WIE HABT IHR „RITUAL“ EINGESPIELT. BEDIENST DU DIE INSTRUMENTE SELBST ODER SETZT IHR VERMEHRT AUF SOFTWARE? Bruno: Wieder mehr auf Hardware. Ich bin momentan dabei, wieder komplett auf Hardware umzustellen, weil es einfach mehr Spaß macht. FÜR DIE TEXTE WIRD SICHERLICH WIEDER STEFAN VERANTWORTLICH SEIN. WAS FÜR THEMEN WERDEN AUFGEGRIFFEN? SELBSTERLEBTES ODER BEOBACHTUNGEN? Stefan: Alles, was man so sieht – okay, alles geht natürlich nicht. Aber vieles von dem, was man so sieht oder was man auch mit dem Wort „Ritual“ verbindet. Sei es, dass jemand nach Hause kommt, sich seine Pantoffeln anzieht und vor die Glotze haut. Oder auch Leute, die es gewöhnt sind, sich vor einer Discoveranstaltung noch mal eben zwei, drei Bands anzuschauen und dann Party machen. Oder es kann auch ein Ritual sein, jeden Tag seinen Einkauf zu erledigen oder einmal die Woche. Wie auch immer. Bruno: Dann gibt es noch die Rituale, die, wenn du sie dir näher anschaust, ganz schön erschreckend sind. Gerade Rituale, die alle in der Kirche zelebriert werden, da gibt es eine Menge von kruden und seltsamen Ritualen. Stefan: Ja, genau. Über alles, was einem da einfällt kann ich da gar nicht schreiben – das würde die Kapazitäten übersteigen (lacht). Aber es geht von ein bis zwei Songs über die menschliche Basis, ein bis zwei Songs gehen ins Religiöse. Es wird schon jeder Song ein Thema abdecken. Bruno: Aber die Songs sind jetzt auch noch gar nicht wirklich fertig, deswegen können wir noch nicht 100prozentig sagen, was alles kommt. Lasst Euch überraschen! GIBT ES WIEDER EIN DUETT WIE AUF DER „CABARET“ (MARIANNE ISER)? WUNSCHPARTNER/IN? Bruno: Geplant sind schon verschiedene Gastsänger, aber die sind auch noch geheim. WAS FÜR FORMATE WIRD ES GEBEN? (CD, VINYL, DOWNLOAD) Bruno: Naja, Download gibt es ja immer als aller erstes – illegalerweise! NA, ICH MEINE SCHON FORMATE, DIE KOMMERZIELL VON EUCH GEPLANT SIND. Bruno: Ja, da sind schon diverse Sachen geplant, Sonderformate, etc. Da möchte ich jetzt aber auch noch nicht zuviel verraten. Nicht, dass jemand anders da auf die Idee kommt in der Zwischenzeit. Aber wir haben da schon ein paar schöne Sachen in petto. Stefan: Bei „Das Ich“ ist es halt immer wieder so, dass viele Sachen auch gern imitiert werden – wenn man neue Ideen immer vorn vornherein sagt, hat man schnell Nachahmer. Bruno: Ich setze mich lange vor einem Release auch immer hin und suche nach neuen Formaten, neuen Möglichkeiten, wie man was unterbringen kann. Ja und heutzutage passiert es halt schnell, dass Leute was kopieren. MANN KANN EUCH JA SCHON FAST ZUM 20TEN GRATULIEREN. HABT IHR DAMALS GEDACHT, DASS AUS DEM HOBBY ZU MUSIZIEREN MEHR WERDEN WÜRDE? Stefan: Nein, damit konnte man ja auch nicht rechnen. Wir machen einfach gern zusammen Musik. Und das, was Bruno macht ist für mich immer noch das faszinierendste, auch wenn ich mich so umschaue, was andere machen. Es gibt selten etwas, was mich persönlich anspricht. Ich bewege mich sehr gerne und wenn ich heutzutage in die Disco gehe, stehe ich meistens still, obwohl ich gerne tanze, mich bewege. Das ist bei Bruno anders. Und ich habe es bei Bruno noch nie erlebt, das sich alles gleich anhört oder gleich klingt, wie bei anderen Bands. Er kommt immer wieder mit was neuem. Bruno: Na wir wollten und wollen uns ja auch immer weiterentwickeln, immer wieder Neues ausprobieren. Das ist unsere Prämisse, da es uns ja auch sonst langweilig werden würde. ICH HABE EUCH SEIT EUREN ANFÄNGEN BEOBACHTET, VON SELBSTVERTRIEBENEN KASSETTEN BIS HEUTE… Stefan: Mensch, bist Du alt geworden! (grinst) DANKE!… WAR DAS DER GRUNDSTEIN ZUR GRÜNDUNG VON DANSE MACABRE? Bruno: Na ja, der Grundstein das war am Anfang überhaupt nicht klar. Das war von uns eigentlich nur der Versuch, eine Plattenfirma zu finden, die auf uns aufmerksam wurde. Damals gab es in erster Linie nur Industrie-Plattenfirmen bzw. die großen Plattenfirmen. Da hatten wir eine Abfuhr nach der anderen kassiert und da haben wir aus der Not eine Tugend gemacht. Mit dem alten Kassettenlabel das hat sich dann verautomatisiert, weil dann auch immer mehr Bands an meine Tür klopften, die auch was machen wollten. Und irgendwann wurde klar, dass daraus ein Label gewachsen war. Und dieses Label hat auch viel Transformation hinter sich. 1994 ist es erst mal in die Pleite reingerutscht, war dann ein paar Jahre weg und jetzt ist momentan mit einem neuen, aktiven und virulenten Team am Start und hat jetzt wieder neue Strukturen. Und zur Zeit sind wir wieder mit 4 Sachen ganz hoch drin in den DAC. Es läuft gut. IHR SEID JA SELBST LANGE IM MUSIKBIZZ UND SEID BESTIMMT FÜR VIELE BANDS ODER PROJEKTE VORBILDER. WAS WAREN EURE VORBILDER SEINERZEIT? Bruno: Wir hatten nicht wirklich Vorbilder, die Zeit war ja auch ne ganz andere. Es gab natürlich Bands, die du gehört hast und wo du gesagt hast: „Die gefallen mir.“ Es war eher eine Inspiration, nicht wirklich Vorbilder. Das ist ja heute ganz anders. Heute wird formatbezogen Musik gemacht. Damals war es allen wichtig, was zu machen, was es noch nicht gab. Der große Drang, neue Dinge zu tun. Heutzutage ist in erster Linie der Drang da, Dinge so zu imitieren, dass sie im gleichen Flow sind, damit der DJ sagt: „Ich könnt’s ja doch mal unterbringen“. Da kommen sich die Sachen immer näher und sind austauschbar geworden, weil es eben in erster Linie für DJs produziert wird. Stefan: Dazu würde ich gern anmerken: Uns hat gestern ein Fan im Vorbeigehen gesagt: Ihr seit wirklich wahrhaftig. So was in der Richtung und da ist mir ein spontaner Einfall gekommen. Wenn du dir wirklich mal anschaust, was in der Gothic-Szene alles so an Bands entstanden ist. Als wir angefangen haben, da ist Gothic nicht so das große Thema gewesen. Wir haben da versucht, etwas neues zu machen. Was die beiden mir sagen wollten, ist: Wenn du als Band in eine Stilrichtung einsteigst, musst du etwas eigenes machen und dir selbst treu bleiben und weiter wachsen. Andere sind dabei auf der Strecke geblieben. RELATIVES MENSCHSEIN, ENDRAUM ZUM BEISPIEL? Bruno: Ja, Ja aber das ist eine ganz andere Geschichte. WIE KOMMT MAN IM KATHOLISCHEN BAYERN DAZU, SOLCH EINE MUSIK MIT STÜCKEN WIE Z. B. „GOTTES TOD“, “ DES SATANS NEUE KLEIDER“ , „KAIN UND ABEL“ ODER „DIE PROPHETEN“ AUS DEN ANFANGSTAGEN ZU SCHREIBEN? Bruno: Ja gerade deswegen! WAR DAS EINE ART GEGENREAKTION? Bruno: Ja, sicher. Man darf nicht vergessen, dass in dieser Szene – auch gerade in den Anfangszeiten – diese Punkattitüde geherrscht hat, anzuecken. Die „normale“ Gesellschaft wachzurütteln und eine Antiposition darzustellen. Das fiel einem damals in Bayern besonders leicht. Mittlerweile ist Bayern ja auch nicht mehr so reaktionär, wie man an der letzten Wahl sieht. Langsam ändert sich sogar Bayern. BAYERN MÜNCHEN HAT HEUTE AUCH WIEDER NICHT GEWONNEN. Bruno: Tja, das ist schön (lacht) WIE SEHT IHR DIE ZUKUNFT DES MUSIKMARKTES? Bruno: Schwierig. Ich würde das so einschätzen, dass nur Bands bleiben, die sich wirklich reinhängen und auch mal was Neues machen. Und dass die Leute verloren gehen, die permanent nur Kopieren oder auch nur mal ne Band machen wollen. Die jetzt aber nicht wirklich ein Bedürfnis haben, sich ausdrücken zu wollen. Die werden hoffentlich verschwinden und dadurch wird wieder mehr Platz gewonnen, neue Wege der Musik zu entdecken, eine Musik, die Assoziationen wachruft und nicht so ein formatiertes Zeugs ist. Das ist meine Hoffnung und ich denke, insofern wird Musik auch nie sterben. Musik ist immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Stefan: Die Musik hat einen Wert, wenn die Botschaft rüberkommt. SETZT SICH DANN QUALITÄT DURCH? Bruno: Ich denke schon. IST ES VON VORTEIL, WENN MAN EIN LABEL SELBST BETREIBT? Bruno: Ja, das hat schon Vorteile. Man kann selbst mehr bestimmen und ist nicht so ausgeliefert. Heutzutage hat jeder durch Internet die Möglichkeit, sich selbst zu labeln und unendlich zu kommunizieren Ich habe ja selbst einige Sub-Labels bei mir unter Vertrag, die eben auch ihre Musik selbst veröffentlichen. Stefan: Ich muss sagen, ich habe mit der Labelarbeit wenig zu tun gehabt, ich habe bei uns am Anfang mitgemacht. BRUNO, DU WIRST IN VIELEN CLUBS, SO WIE AUCH HIER IM X, AB UND AN ALS DJ GEBUCHT. WAS IST Z. ZEIT AUF DEINER PLAYLIST? Bruno: Da muss ich mal unsere eigene Sachen promoten, dazu zählt das fantastische Album von THE BEAUTY OF GEMINA, die ein unglaublich gutes zweites Album abgeliefert haben. Die schaffen es, die Tradition des Cold Wave mit modernen elektronischen Sounds, ohne anbiedernd zu klingen, zu was Neuem zu vermengen. Im elektronischen Bereich, ganz ehrlich, ist es mittlerweile so, gerade elektronische Titel zu nehmen und die so zu mischen, mit dem Sampler noch ein bisschen auf der Bühne zu arbeiten, dass du gar nicht mehr sagen kannst, welcher Song das überhaupt ist. Was meine persönlich Playlist betrifft sind ältere Sachen momentan wieder interessant. UND ALL TIME FAVORITES? Bruno: Natürlich Klassiker, nach wie vor, z. B. SISTERS OF MERCY „Dominion“ oder „100 Years“ von THE CURE. Solche Sachen eben, die du natürlich erst zu fortgeschrittener Stunde einsetzen kannst, wenn das Publikum schon so angetrunken ist. WIE BEKOMMST DU ALLES UNTER EINEM HUT? LABEL, BAND, ZEITSCHRIFT (NEGATIEF)… Bruno: Frag mal meine Freundin, die kann es dir sagen. ….UND NICHT ZU VERGESSEN EUER STUDIO? Bruno: Ja, wie gesagt, frag meine Freundin. Ne, es ist zur Zeit echt schlimm, aber es macht alles Spaß. Label machen ist interessant, Magazin machen ist interessant. Wir bekommen dort furchtbar viel Feedback. So viel Abonnenten, die Clubs reagieren großartig darauf. Wenn du soviel Feedback bekommst, dann hängst du dich da rein, weil es soviel Spaß macht. Die Studioarbeit habe ich ein bisschen eingeschränkt, ich produziere nicht mehr so viele Bands. Es gab eine Zeit, wo ich permanent produziert habe und mit der Zeit selber die Lust verloren habe, selber zu musizieren. Weil du eben durch den Dauerinput keine Musik mehr in dir gehört hast. LIVE KEYBORDER MARTY STÖSST ZUM INTERVIEW DAZU. IMMER NOCH BLUTVERSCHMIERT VOM GIG. STELL UNS MAL DEN METZGER VOR? Bruno: Ha, der Metzger heißt Marty. Marty: Hallo ich bin der Marty! SEIT WANN BIST DU BEI DAS ICH DABEI? Marty: So seit Bochum Total 2007, ungefähr anderthalb Jahre und ich bin der Metzger und ganz offiziell und blutig. Es macht viel Spaß mit den beiden großartigen Musikern auf der Bühne zu stehen. Es ist mir eine Ehre. Bruno und Stefan: He? (und lachen) Marty: Na komm, ihr seid schon nicht schlecht. Nicht gerade MADONNA, aber schon fast. Es macht einen Haufen Spaß ist aber anstrengend und schön zugleich. Ist auch ne schöne Band. ER ERINNERT MICH AN DEN EINEN KEYBOARDER VON PTYL. Bruno: Moment mal, welchen denn? Der immer am Boden lag? Das war unser ehemaliger Live Keyborder Kain Gabriel Simon. Der war auch Gastkeyboarder bei PTYL, ja. Stefan: Der erinnert dich an Marty, versteh ich jetzt nicht. Bruno: Ja, sind beide sehr männlich. BEIDE SIND BLUTVERSCHMIERT AN DEN KEYS, DAS MEINTE ICH. AUF „KANNIBALE“ GIBT ES KNAPP EIN HALBES DUTZEND REMIXE VON ANDEREN BANDS Z.B. PATENBRIGADE: WOLF UND BEATI MORTUI. IHR SETZT SCHON SEIT JAHREN AUF REMIXE ODER REMIXT ANDERE KÜNSTLER. ES IST INTERESSANT ZU HÖREN WAS ANDERE DARAUS MACHEN. BEVOR IHR DEN AUFTRAG RAUSGEBT, HABT IHR DA SCHON EIN UNGEFÄHRES ERGEBNISS IM KOPF UND WERDET DANN DOCH BEI EINIGEN ÜBERRASCHT? Bruno: Ne, du weißt nie, was ein Künstler daraus macht. Da gibt es verschieden Ansätze. Manche Künstler nutzen so einen Remix ganz bewusst als Befreiungsschlag von ihren eigenen Sachen, um mal neue Sachen auszuprobieren. Andere Künstler machen genau das Schema F, genau, was sie immer machen. Manche Künstler kommen mit dem Material nicht klar oder verstehen den Song von der Struktur her nicht und verhunzen den dann. Andere entwickeln aus einem Song plötzlich Strukturen, die du nie erwartest hättest. Das ist immer wie Lotterie. Wie hatten einmal ein Remixalbum gemacht, RE Laborat nannte es sich. Da waren Remixe von WUMPSCUT und DEINE LAKAIEN und so weiter drauf. FUNKER VOGT zum Beispiel haben mich umgeblasen, wo ich dachte: Meine Güte, was haben denn die daraus gemacht, die haben normalerweise einen anderen Sound. Die haben sich richtig ausgelebt. Der Remix von WUMPSCUT, vom Rudy war extrem seltsam. Wir haben etwas tanzbares erwartet und er hat ein Ambientlastiges Stück gemacht. VNV NATION hat aus „Destillat“ eine einigermaßen tanzbare Nummer gebastelt. Also insofern ist das immer wieder interessant. Es kommen aber auch immer Remixe, die ein bisschen in die Hose gehen, die werden aber meistens nicht veröffentlicht. NEBEN DER MUSIK AUF DER AUSKOPPLUNG GIBT ES AUCH EINEN PETA FILM „MEET YOUR MEAT“. WAS HAT ES DAMIT AUF SICH? Bruno: Das war uns schon immer sehr, sehr wichtig, also Vegetarier sind wir ja schon seit ewigen Zeiten. Ich bin es geworden durch einen Zivildienstleistenden Kollegen damals, der militanter Vegetarier war und mich schnell überzeugt hatte und entsprechend kam ich denn nach Hause und habe meine ganze Familie zu Vegetariern gemacht. Stefan musste ich nicht groß überzeugen. Wir haben uns recht bald auseinander gesetzt mit der Philosophie, die geprägt war von der Befreiung der Tiere und ähnliches. Hatten aber ein Stückchen weit, mit der Zeit, für uns ausgemacht, dass wir Vegetarismus eher als persönliche Sache sehen. Ich finde, es ist nicht wirklich nur ne persönliche Sache. Es ist ganz, ganz wichtig, bei den Menschen das Bewusstsein zu schärfen, dass das, was sie jeden Tag auf dem Teller haben und in sich rein stopfen, industriell geschlachtete Wesen mit Gefühlen und Bewusstsein sind, die wie in einem KZ abgemetzelt werden. Das schockierendste ist im Moment: Du läufst so durch die Welt und siehst ein Metzgergeschäft und du weißt, dass dort auf dem Hinterhof, und das ist noch die humanste Variante, Tiere getötet werden. Vorne hat er ein schönes Schild mit einer Sau, mit Gabel und Messer im Kopf. Es ist absolut perfide. Kinder bekommen, damit sie Wurst essen sollen, Wurst mit Gesichtern gekauft und ähnliches. Anstelle zu zeigen, wir können uns auch ohne Fleisch ernähren! Wir können es! Man sieht es mir doch gut an, dass ich unter keinen Mangel leide. Und insofern ist es, denke ich, ganz, ganz wichtig das Bewusstsein dahingehend zu schärfen, das Leute vielleicht auch gerade durch den Film mal begreifen: Moment Mal, ich könnte mein Leben auch ändern. Das sind nur kleine Impulse, die tun keinem weh. Es gibt auch noch andere Aspekte, warum Vegetarismus? Der Aspekt, der uns persönlich sehr wichtig ist, ist das Bewusstsein, dass das Tier eine lebende Kreatur ist, die leiden kann. Es gibt auch genug ökologische Aspekte, die brauchen wir jetzt nicht alle breittreten. Die sind uns aber auch wichtig. Der Kontakt zu PETA war schon lange da. Wir hatten das PETA Logo ja schon immer auf unseren CDs. Als wir die Single „Kannibale“ hatten, die in diesem Aspekt passt, weil wir eben auch Fleisch fressen, Tiere fressen. Kannibalismus nicht an Artgenossen der gleichen Spezies. sondern an anderen Spezies auch bewusstseinsempfindende Spezies. Da war schnell diese Idee geboren der leidenden Kreatur, dem Stefan als Mensch, der wie ein Tier über den Schoß vom Schlachter liegt, das geschlachtet wird. Im Hintergrund die Gesellschaft, die treu nach oben betet und so tut als wäre nichts. Da ist PETA schnell drauf eingestiegen. ICH HAB EUCH BEIDE BEI PETA NICHT UNTER DEN SEXIEST VEGETARIAN GEFUNDEN. HABEN DIE EUCH VERGESSEN? Bruno: Da gibt es vielleicht noch hübschere… ha ha DAS GLAUB ICH NICHT. NA GUT THOMAS D. IST AUF PLATZ 1, AUF 2 IST DIRK BACH. IHR PASST DOCH DAZWISCHEN. Bruno: Ja, da müssen wir mal schauen… Stefan: Ich hätte noch ganz kurz ein Wort zum Vegetarismus. Wenn man mal aufmerksam im Internet recherchiert, dann liest man, dass es Kulturen gibt, die haben Jahrtausende lang vegetarisch gelebt. Auch Jesus hat, glaub ich, nie gesagt, man müsse Fleisch essen, sondern er hat nur von Gott den Auftrag bekommen, zu sagen: „Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der ist in mir und ich in ihm.“ Das soll aber nicht heißen, dass man es wörtlich nehmen soll, sondern es ging um ihn und was er macht. Und dann zu dieser Massenproduktion. Früher gab es keine Möglichkeiten, jeden Tag Fleisch zu essen. Da hat man alle zwei Wochen oder einmal im Monat Fleisch bekommen. Es ist also nicht unnormal, sich vegetarisch zu ernähren. Es ist so eingetrichtert worden von der Industrie, wir müssen Fleisch essen. Von den Vitaminen her und den Nährstoffen. Bruno: Auch von dem gesundheitlichen Aspekt, welche Gifte du in deinen Körper schaufelst mit Fleisch. Es ist ja nicht nur das Fleisch. Die ganzen Umweltgifte, denen wir ausgesetzt sind. Und die ganzen Hormone und wer weiß, was sonst noch an Medikamenten den Tieren verabreicht werden, welche wiederum die Menschen aufnehmen. DANN KENNT IHR BESTIMMT AUCH DAS VIDEO „DISCO LIES“ VON MOBY? Beide: Nein DAS SOLLTET IHR EUCH MAL ANSCHAUEN, DENN DAS BEHANDELT AUCH DIESES THEMA. Bruno: Oh, ja, das schau ich mir mal an. NOCH EIN WORT ZU VORBANDS VON HEUTE. Bruno: Ja, die erste war INLINE SEX TERROR, die zurzeit auch sehr gut in den DAC platziert sind, eine griechische Elektroband. Und dann BEATI MORTUI aus Finnland, die auch eine neue Spielart Elektro mit weiblichem Gesang machen. DIE LETZTEN WORTE GEHÖREN EUCH. WAS IHR DEN LEUTEN SCHON IMMER MAL SAGEN WOLLTET. Bruno: Was wollen wir den Leuten sagen… Stefan: Wir sagen Dankeschön und wir machen weiter, solange ihr uns hören wollt.

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