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DIE APOKALYPTISCHEN REITER (VOLK-MAN)

ALS ERSTES DANKE, DASS DU DIR DIE ZEIT FÜR DAS GESPRÄCH NIMMST. DER TOURAUFTAKT IST BISHER GUT GELAUFEN? Ja, ist alles gut gelaufen. Ist die dritte Show heut, wir waren schon in Prag und Schweinfurt und die Tour läuft. Die ersten Anfangsprobleme, was immer so ist, haben wir alles gefixt und jetzt, denke ich mal, die Bands sind alle nett, alle sind gut drauf und wir freuen uns auf einen schönen Monat. ANFANGSPROBLEME? Ja, was heißt Probleme. Wir hatten halt am Anfang Stau auf der Autobahn und diverse Polizei hat uns angehalten und den Bus kontrolliert und da sind wir ein bisschen zu spät in Prag angekommen. Wir mussten dann relativ schnell aufbauen. Dadurch hatten nicht alle Bands genug Zeit zum Soundcheck und es war halt alles ganz schön chaotisch. Dann war der Club in der Innenstadt. Da konntest du mit dem Bus nicht reinfahren. Wir mussten den ganzen Trailer umleiten. Aber so ein chaotischer Anfang ist echt normal, bis sich alles so eingespielt hat. FÜR DEN TOURAUFTAKT IN PRAG GAB ES BESTIMMTE GRÜNDE? Der eigentliche Grund war, dass die Tschechen bei uns relativ spät angefragt haben, wo die Tour eigentlich schon stand, und sie hätten jetzt nur den letzten oder den ersten Tag kriegen können, da dazwischen schon alles dicht war und da meinten sie: „Lasst doch bei uns anfangen“ und das war auch eine ganz gute Entscheidung für uns. OK. NUN ZUM NEUEN ALBUM. IHR WART JA WIEDER BEI VINZENT SORG IN DEN PRINZIPAL STUDIOS… Ja, zum zweiten Mal… WARD IHR SEHR ZUFRIEDEN? Ja, das war das erste Studio, wo wir dachten, hier wollen wir das nächste Album wieder aufnehmen. Die ganzen Bedingungen sind toll, es ist ziemlich abseits gelegen, total in der Pampa. Du hast ein wunderschönes altes Gebäude, ein Haus, was voller Technik steht und die Räumlichkeiten gut klingen. Und auch persönlich, auf der menschlichen Ebene – Vinzent ist so alt wie wir ungefähr – er hat gut erfasst, dass die Reiter was anderes wollen, als was er sonst macht. Diesmal hat er uns auch sehr viel Input gegeben. Daher stand das Ergebnis für uns auch gar nicht in Frage. Wir wussten, wenn wir dahin gehen, dass wir einen super Sound kriegen. Wir haben richtig darauf hingearbeitet. Der Vinzent war auch, als wir die Songs geschrieben haben, zwei Mal in Weimar und hat mit uns schon mal rohe Aufnahmen gemacht. Er wusste also was ihn erwartet und hat sich Gedanken machen können wie die Songs aufgenommen werden können. Und daher war es ein ganz entspanntes Arbeiten. UND WIE LANG HABT IHR AN DEN SONGS GEARBEITET? Geschrieben haben wir die Songs mit Unterbrechungen eineinhalb Jahre. Wir hatten zwischendrin ja die DVD gemacht. Das hat zwar nicht so viel Zeit gekostet aber so vom Frühjahr 2007 bis jetzt zum Albumrelease ist der kreative Zeitraum gewesen. BEI DEN AKTUELLEN SONGS FÄLLT JA AUF, DASS IHR KOMPLETT WEG SEIT VON EUREM FRÜHEREN GESANGSSTIL UND HIN ZU SAUBEREN VERSTÄNDLICHEM GESANG. Das ist einfach ein Stilmittel. Bei uns kann man nie sagen, dass das für immer so sein wird. Aber wir fanden es für dieses Album unheimlich wichtig, das so zu machen. Es ist halt bei den Reitern immer das Gefühl, was transportiert werden soll. Und ich denke, da passen im Moment so extreme Gesänge nicht dazu. Aber wir sind live nicht limitiert auf die neue Scheibe. Wir decken da eigentlich, wie man heute hören wird, auch ältere Sachen ab. Für uns war es jedoch wichtig, dass das Album an sich geschlossen und überzeugend wirkt und nicht wie eine bunte Zusammenstellung wie in Soundtracks. In der Vergangenheit, so was das unser Gefühl, ist es einfach zu sehr hoch und runter gegangen. Wir wollten es diesmal eher kompakt haben und mit einer eindeutigen Aussage. ALSO NICHT SOLCHE, ICH SAGE MAL, AUSFLÜCHTE WIE MIT „LIEBE“ VOM LETZTEN ALBUM IM VERHÄLTNIS ZU… …Ja, die Lieder und Alben stehen ja auch immer für eine gewisse Zeit. Wir sind ja alle sehr oft unterwegs in der Welt, reisen gern und werden dadurch natürlich beeinflusst und mitunter hat man einfach so krasse verrückte Ideen, die auf den ersten Blick erst gar nicht zusammenpassen und dann ist es immer die Frage: Tut man alle Ideen, die man hat gleich auf ein Album, oder lässt man, wie dieses Mal, das Album an sich wirken. Dieses Mal haben wir noch 3 Songs aufgenommen und haben sie nicht auf das Album getan, weil wir nicht das Gefühl hatten, dass das Album dadurch stärker geworden wäre, sondern sie hätten die Leute wahrscheinlich nur verwirrt und das hätte vom eigentlichen Album nur abgelenkt. Daher ist es diesmal für Reiterverhältnisse ein fast schon straightes und kompaktes Album. WIE SIND DA DIE BISHERIGEN FANREAKTIONEN AUSGEFALLEN? Die überwiegenden Reaktionen sind sehr gut. Aber wenn man sieben Alben macht, hat man auch Leute, die sagen, Euer viertes Album hat mir besser gefallen, oder Euer Zweites oder Euer Sechstes. Und das sollte man auch jedem zugestehen. Ich bin jetzt auch kein Fan davon, immer in diesen Superlativen zu sein – das ist das „allerallerbeste Album, das wir je gemacht haben“ (setzte diese Aussage in symbolische Gänsefüßchen, Anm. d. Red.). Natürlich bin ich total happy mit dem Album. Ich bin superstolz, dass es so klingt, wie es klingt. Aber wir haben halt auch vor 3 Jahren schon tolle Alben gemacht und ich möchte die deswegen jetzt nicht heruntersetzen. Ich denke, es zeigt einfach eine andere Facette von uns und es berichtet aus einem anderen Teil unseres Lebens. Denn wir haben in den letzten zwei Jahren andere Dinge erlebt als vor vier Jahren zum Beispiel. Und da wir immer sehr bestrebt sind an den Lebensarten sehr nah dran zu sein, ändert sich das einfach auch. BEI DEN TEXTEN SIND MIR DABEI SONGS WIE „NACH DER EBBE“ AUFGEFALLEN. WAS HAT EUCH SPEZIELL FÜR DIESEN SONG INSPIRIERT? Das ist jetzt eine schwierige Frage für mich, da ich den Text nicht selbst geschrieben habe. Wir haben uns natürlich unterhalten über die Texte und das über allen Songs von LICHT stehende Thema ist halt Hoffnung. Und Hoffnung ist für uns da halt der zentrale Aspekt im gesamten Album und wir meinen das Licht ja auch nicht im physikalischen Sinne, dass es hell leuchtet, sondern das Licht, was in dir selbst steckt, was du einfach nach außen strahlen lassen sollst und dadurch auch deine Umgebung mit erhellst und das liegt uns hier halt am Herzen. In dem Zusammenhang ist die „Ebbe“ halt ein sehr passender Song. Schließlich hat jeder schon erlebt, dass Dinge nicht so laufen, wie man sie sich erhofft, aber halt nicht aufzugeben, sondern zu wissen, dass danach noch etwas kommt und darauf zu vertrauen. WAR IN DEM ZUSAMMENHANG DER SARKASMUS MANCHER SONGS AUCH SO „GEPLANT“? Wir sind jetzt nicht so die Band, die gleich mit den Fingern auf Punkte zeigt und sagt: „Wir finden das total scheiße, dass das so und so läuft“, sondern wir versuchen uns halt zwischen den Zeilen auszudrücken und mit einem gewissen Augenzwinkern. Wobei man sich natürlich bewusst sein muss, dass man als Künstler die Möglichkeit hat, Leute zum Nachdenken anzuregen. Andererseits ist man natürlich genauso verdammt, alles was auf der Welt passiert auch irgendwo hinnehmen zu müssen, weil man an diesen großen Stellrädern auch gar nicht drehen kann. Aber wir haben die Möglichkeit, unsere Meinung Kund zu tun und unsere Fans selber zum kreativen und nachdenklichen Umgang mit Themen wie Ressourcen, was ja ein ganz aktuelles Thema ist, anzuregen, wo mein einfach sagt: „Lass uns mal drüber nachdenken, wie soll es denn in 50 oder 100 Jahren weitergehen auf der Erde?“ Das sind ganz zentrale Themen für uns. UM BEI DEN SONGS ZU BLEIBEN. GAB ES DENN ZU „ADRENALIN“ SCHON REAKTIONEN? MAN KÖNNTE JA FESTSTELLEN, DASS ER AN EINEN SONG EINER ANDEREN DEUTSCHEN BAND ERINNERT, DIE AUCH DAS THEMA AUFGREIFT IN EINEM ÄHNLICHEN STIL MIT DEMSELBEN TITEL Wusst ich gar nicht – wer denn? EISBRECHER – VOM ALBUM „ANTIKÖRPER“ Ja, dieser Vergleich kommt und der Song polarisiert auch unheimlich. Und erstaunlicherweise funktioniert er live auch so unglaublich gigantisch gut. Es ist echt einer DER Live-Songs, wie sich jetzt schon auf der kurzen Zeit der Tour herausstellt. Bei dem Song ist echt die Hölle los. Gerade weil er so ein bisschen polarisiert, ist es schwierig daran vorbeizuhören. Ich will mir den Schuh auch gar nicht ausziehen – es klingt vielleicht schon ein bisschen so wie RAMMSTEIN. Jedoch war das kein Versuch, sie zu kopieren. Wir versuchen einfach auf eine sehr reduzierte Art das Thema zu vermitteln, was passiert, wenn dir Adrenalin durch den Körper schießt. Fuchs zum Beispiel ist ein total leidenschaftlicher Kletterer und klettert teilweise auch ohne Sicherung sehr krasse Geschichten und er hat halt geschrieben, dass es so einen Moment gab, wo es knapp gewesen ist und wo er spürte wie sein ganzer Körper voller Adrenalin gewesen ist. Das war dann für ihn der Auslöser, diesen Song zu schreiben. Für mich ist so, ich interpretiere ihn als Musiker, als Bandkollege aber halt als jemand, der den Text nicht selbst geschrieben hat und auch mit dem Hintergrundwissen dieser Geschichte. Also ich möchte ihn erst mal einfach vom Körpergefühl interpretieren wollen. Und ob da eine Band war, die so etwas in der Art aus irgendwelchen Beweggründen auch immer auch schon mal gemacht, ist mir in dem Moment auch ziemlich egal. Ich glaube, keine Band hat das Recht, etwas zu machen und zu sagen, das Thema darf jetzt keiner mehr nutzen. Es gab z.B. auch schon Vergleiche, dass Einige sagten, es hat so ein RAGE AGAINST THE MACHINE-Vibe, weil es ist so eine kontrollierte Aggression, die dann doch mal ausbricht und wir stehen da drauf, auch so etwas mal auszuprobieren. Das ist dann halt so ein Song, der dann ein Experiment ist, der sicherlich etwas losgelöst auf der Platte lebt, aber sie nicht bestimmt, sie aber facettenreicher macht. Und wenn ich sehe, wie viele Reaktionen auf den Song kommen, ist das schon so ein Ding, wo man sagt, man muss einfach eine Meinung dazu haben. Und das ist schon mal nicht schlecht. WIE STEHT IHR DENN ALLGEMEIN ZUR DEUTSCHEN METAL-KULTUR. HABT IHR VIEL KONTAKT ZU ANDEREN BANDS? Ja klar, wir sind ja schon seit über 10 Jahren unterwegs und haben die meiste Zeit hier in Deutschland getourt, haben mit super vielen Bands Shows gehabt, Wochenendtouren gespielt und kennen daher die deutsche Undergroundszene sehr gut, haben daher auch viele Bands, mit denen wir sehr gut befreundet sind und kommen ja auch selber aus dem Underground. Und wenn ich auch unsere vielen ausländischen Freunde höre, die sagen: „Es wär das Größte für uns in Deutschland aufzutreten. Ihr habt hier so viele Fans“. Es ist einfach der drittgrößte Markt der Welt nach Japan und den USA. Hier will jeder spielen und wenn man die Österreicher und Schweizer dazurechnet, gibt es 100 Millionen Menschen, die hier erreicht werden können auf einem relativ kleinen Gebiet. Man kann es logistisch gut bewerkstelligen. Wenn man hingegen eine Tour in Amerika macht muss man unheimliche Distanzen auf sich nehmen. Ich denke schon, diese Deutsche Metal-Kultur, angefangen von DESTRUCTION, KREATOR auch RUNNING WILD, HELLOWEEN ist ein Trademark in der ganzen Welt, da kann sich jeder mit einordnen. DU DIESE GRÖSSEN ANSPRICHST: GIBT ES BANDS, MIT DENEN IHR GERNE MAL AUFTRETEN WOLLT? UNABHÄNGIG DAVON OB ES DIE BAND AKTUELL NOCH GIBT? Das ist ganz schwierig. Da bin ich nicht so der, der die ganze Zeit darüber nachgrübelt. Aber klar, wenn du jetzt zum Beispiel SLAYER oder so etwas hättest – sicher! Das wäre ne tolle Geschichte. Aber ich würde auch gern was völlig Konträres, was total genrefremdes machen um die Leute mit der Musik die wir machen, vor den Kopf zu stoßen und zu sagen „Was ist das?“ Da würde ich mich gar nicht einschränken wollen. GEHEN WIR MAL ZUM ARTWORK DES ALBUMS ÜBER. WENN MAN SICH DIE RÜCKSEITE DES BOOKLETS ANSCHAUT, SIEHT MAN EINE FACKEL. IN WIEWEIT HAT EUCH DA ZUM BEISPIEL DIE PIONIER-FACKEL BEEINFLUSST? (lacht) Ich weiß nicht, wir haben unserem ganzen Look – allein das Bandlogo ist schon ziemlich stachelig – das ist ja auch so ein Vektorstil, eher modern, nicht so verschnörkelt wie es im Metal typisch ist. Da haben wir unserem Designer einfach gesagt, wir wollen etwas eher schlichtes Klassisches, was trotz alledem eine gewisse Kraft auch hat. Er kam dann mit dem Vorschlag an und wir fanden den alle toll. und ja, es erinnert ein bisschen daran, könnte auch eine kommunistische Fackel sein. MAL ABSEITS VOM ALBUM. 2002 WAR JA PITRONE ALS GITARRIST ZU EUCH GEKOMMEN. NUN IST ER AUSGESCHIEDEN. IHR HABT EUCH ZIEMLICH BEDECKT GEHALTEN, WARUM ER GEGANGEN IST ODER „GEGANGEN WURDE“. KANNST DU DA ETWAS DAZU SAGEN? Letztendlich kann man es auf zwei Sachen reduzieren. Wir waren erstens mit seiner Einstellung zur Band nicht ganz so zufrieden, was das Engagement für die neuen Songs anging und ich glaube von seiner Seite aus gab es wohl schon musikalische Differenzen, was die Ausrichtung der neuen Platte anging. Er konnte sich dafür nicht so richtig begeistern, in der Richtung kreativ zu sein und das hat er uns selber auch gesagt. Das ist dann für uns als Band schwierig, weil von einem Gitarristen, den wir in der Band haben, erwarten wir, dass er zu hundert Prozent dahinter steht und uns auch Ideen liefert, denn wir können die ihm nicht liefern. Deshalb gab es da eine Art kreativen Stillstand. Es war auch eine schwierige Entscheidung für uns, weil wir mit ihm sehr schöne Erlebnisse hatten und auch gut zusammengepasst haben. Doch letztendlich haben wir uns für die Band entschieden, weil die Stimmung innerhalb auch schlecht gewesen ist. Wir hatten das Gefühl, das neue Album geht so ein bisschen kaputt daran, weil nicht das hineingesteckt wird, was hätte hineingesteckt werden müssen. Deswegen haben wir uns entschieden uns von ihm zu trennen. UND WIE SEID IHR DANN ZU LADY CAT-MAN GEKOMMEN? Eigentlich eine ganz interessante Geschichte: Wir hatten auf der „Riders On The Storm“ einen Sessiongitarristen, der die Akustikgitarre eingespielt hatte, und er ist wiederum ein guter Freund von der Lady Cat-Man. Wir sehen ihn ziemlich häufig. Er bekam das auch mit, dass wir so ein bisschen unzufrieden sind und wir uns vielleicht von Pitrone trennen wollen und uns jemand Anderes suchen, hatten aber noch niemanden. Und er sagte dann: „Hey, ich kenn in Weimar ne Gitarristin. Sie steht auf SLAYER und spielt in einer Musikschule, ist Metal-Fan. Probiert die doch mal aus.“ Das haben wir dann einfach gemacht! Das war eine sehr bewegte, hektische Zeit. Wir sagten, wir setzen alles auf eine Karte und lassen uns das einfach versuchen. …UND DAS HAT AUCH GUT FUNKTIONIERT BISHER? Ja! Das hat super funktioniert. Sie hat sich innerhalb von 2 Monaten die gesamten Songs von uns reingezogen, das Album mit uns im Studio eingespielt, jetzt die Sommer-Open Airs, die nicht immer einfach gewesen sind, weil es für sie eine gewaltige Umstellung gewesen ist von früher kleinen Bühnen jetzt auf der großen Bühne zu stehen, der gewaltige Druck von den Fans, teilweise Enttäuschung, dass Pitrone nicht mehr dabei ist, sie als Frau, die auf der Bühne steht und Gitarre spielt, macht’s natürlich angreifbar. Aber sie beißt sich durch, würde ich denken. Ich meine, wir sind natürlich kritisch. Klar, sie muss halt „ihren Mann stehen“ in der Band und muss zeigen, dass sie damit umgehen kann. Und wir sehen das halt für dieses Jahr erst mal so: Das ist ihr Jahr und wir wollen ihr die Chance geben, sich zu bewähren und das Feedback ist bis jetzt sehr gut. Dabei muss ich den Fans immer sehr dankbar sein, dass sie uns eben nicht Gästebücher voll knallen mit irgendwelchen dummen Sprüchen. Man kennt das ja von anderen Bands, ARCH ENEMY zum Beispiel. Heavy Metal ist halt eine Männer-Domäne, muss man schon sagen, und wenn da mal eine Frau auftaucht, die keine Sängerin ist oder Bassistin, sondern das heiligste Instrument spielt – die Gitarre – dann wird natürlich schon genauer hingeguckt. Aber wir sagen: Wir sind die Reiter, wir dürfen das, wir machen das, wir haben da Bock drauf und wir machen das echt nicht daran fest! UND WO SEHT IHR EUCH EIGENTLICH IN, SAGEN WIR, 5 JAHREN? Das ist schwierig zu sagen. Ich hoffe natürlich, dass wir es auch weiterhin schaffen, viele Leute zu den Konzerten zu kriegen, dass wir weiter touren können und dass wir weiter Platten machen können. Ich möchte aber nicht sagen, ich will dann nur noch eine bestimmte Größe von Hallen spielen oder so. Es ist einfach, wenn der Spaß erhalten bleibt und man dann noch seine Miete (lacht) davon bezahlen kann, dann ist das schon ein sehr großes Geschenk, was man bekommt und wofür wir sehr dankbar sind. BEIM PARTY.SAN HABT IHR JA EIN KONZERT GEGEBEN, WAS JA AUSSCHLIESSLICH OLDSCHOOL-SONGS BEINHALTET HAT. WAR DAS EINE EINMALIGE SACHE? Ja, zumindest in dieser Form war es eine einmalige Sache. Weil wir sonst auch der DVD den Reiz nehmen. Natürlich haben wir auch einige alte Songs im heutigen Programm, aber eher viele neue Sachen und eine große Bandbreite. Von allen Alben werden Songs gespielt. Möglicherweise ist das in 5 Jahren noch mal ein Thema für eine „Spezialgeschichte“, aber das weiß ich nicht, und momentan war es halt genau die Punktlandung für diese DVD. Es war auch für uns eine Art Abschied, der auch mit der DVD dokumentiert wird, wie sich die Band gefunden hat. Und gerade wenn man jetzt als junger Mensch eine Platte wie LICHT entdeckt, würde man nicht vermuten, dass wir auch so Alben gemacht haben wie SOFT & STRONGER oder ALLEGRO BARBARO, die soundmäßig schon ganz anders sind. Wir wollten eigentlich nur zeigen, wie groß die Bandbreite der Band ist. DAS HEISST, ES WIRD AUCH KEINE NEUEINSPIELUNGEN GEBEN VON SOFT & STRONGER ODER ALLEGRO BARBARO. Oh ne! Von Neueinspielungen bin ich gar kein Fan, weil den Charme der alten Aufnahmen kannst du nicht reproduzieren, selbst wenn es möglicherweise fetter klingt. Aber ich finde, da ist so eine Live-Aufnahme doch eher authentisch. Wir haben das ja auch auf Live-doppel-CD herausgebracht und viele Songs sind auch dabei die man auf den alten Alben sicherlich auch in schlechterem Sound hat. Aber mit Fangeräuschen ist es etwas Anderes. LASS UNS NOCH MAL DAS THEMA WECHSELN. IM VORFELD HATTEN WIR MITEINANDER GESCHRIEBEN… Ja… …UND DA HATTEN WIR DAS THEMA „RAUBKOPIEN“. IN WIEWEIT SEIT IHR BEI LICHT DAVON BETROFFEN. KÖNNT IHR DAS ZAHLENMÄSSIG ABSCHÄTZEN? Nö, ich weiß nicht, wie vielen Bands es ähnlich geht. Aber wir haben es auch mit der neuen Platte geschafft – wir haben die höchste Chart-Position unserer Bandgeschichte mit dem neuen Album gehabt. Das heißt, ich weiß nicht, wie sehr es und direkt betrifft. Die Leute werden sich immer, wenn die Möglichkeit besteht, sich die Alben besorgen. Die wirtschaftliche Situation im Moment ist, wie sie ist. Da kann man nicht drum herum reden. Und die Technik offeriert natürlich viele Möglichkeiten. Das Problem was wir sicherlich haben ist, dass wir einfach ein eher altes Vertriebsnetz haben und alte „Denke“ im Kopf, wie Musik vermarktet und verkauft wird und die Technik die alten Strukturen überholt hat. Und wen ich da an Frankreich denke, was es da seit 2 Monaten gibt, so eine Flatrate für Musik, wo quasi alle Labels dabei sind, wo man für 9,95 eben ein Abonnement hat, mit dem man herunterladen kann, was man will – aber legal – und dass das dann halt 5 Mio. Leute sind, kommt dennoch genug Geld rein, dass an die Künstler verteilt wird. Also vielleicht ist das die Zukunft… ABER SO EINE PLATTE IN DEN HÄNDEN ZU HALTEN IST DOCH AUCH WAS TOLLES… Also für eine Generation wie mich ist das absolut wichtig, die Platte in der Hand zu halten! Aber wenn ich meinen Neffen angucke. Er ist 12, er trägt sein iPod stolz vor mir her und sagt: „CD? Ich? Nö? Das reicht mir. Ich hab mein Coverflow – das reicht mir völlig aus.“ Ich glaube, das ist ein echter Generationsunterschied, genau wie ich mich noch für Schallplatten erwärmen kann und andere nicht. WAS SOLL ICH NOCH SAGEN. ICH DANKE DIR FÜR DAS TOLLE GESPRÄCH. WÜNSCHE EUCH VIEL ERFOLG MIT DEM ALBUM, VIEL SPASS BEI DER TOUR UND DIE LETZTEN WORTE GEHÖREN DIR. Ja, Dankeschön. Vielen Dank für das Interview und alle Leser, die bis hierhin jetzt durchgehalten haben (lacht) seien an dieser Stelle auch recht herzlich gegrüßt. Ja, wir freuen uns natürlich, dass das neue Album jetzt endlich draußen ist. Ihr könnt live auf Reitermania.de den Tourbericht verfolgen, falls ihr interessiert seid. Wir haben fast jeden Tag neue Einträge und neue Fotos online und falls man sich dieses Jahr nicht noch einmal sieht – ein frohes Fest und einen guten Rutsch. (lacht). EBENSO – DANKE DIR.

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