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DIE HAPPY (MARTA)

HALLO MARTA, HIER IST DIE CHRIS VOM TERRORVERLAG. WIE GEHT’S DIR? IHR SEID NOCH IN KÖLN, ODER? Genau… SPÜRT MAN NOCH WAS VOM PAPST-BOOM? Nein (lacht). DIE HABEN IHN JA GEFEIERT WIE EINEN POPSTAR, KANNST DU DA WAS MIT ANFANGEN? Ach, (überlegt) ich finde es nicht schlecht. Er gibt ja Menschen Hoffnung. Ich bin jetzt nicht unbedingt die 100% Gläubige. Ich fand es total witzig, dass er ein Poster in der BRAVO hatte. VORWEG NOCH MAL EINE NACHFRAGE NACH THORSTEN, EUREM GITARRISTEN, DEM IST JA LETZTE WOCHE BEINAHE SEINE GITARRE IM SCHWEIZER HOCHWASSER WEGGESOFFEN. ABER AM WOCHENENDE WART IHR ZUM GLÜCK WIEDER KOMPLETT. IST DENN SEIN HAB UND GUT SOWEIT UNVERSEHRT GEBLIEBEN? Ja, es ist zum Glück alles heile geblieben. Also in seiner Wohnung ist das Wasser nicht richtig hochgestiegen. Alles ist wieder gut, das Wasser ist wieder gesunken und er war dann auch sehr froh. EURE NEUE CD„BITTER TO BETTER“ KOMMT GENAU HEUTE AUF DEN MARKT. BIST DU AN SOLCH EINEM TAG BESONDERS NERVÖS ODER AUFGEREGT? Natürlich. Sind wir alle. Natürlich sind wir gespannt auf die Reaktion der Leute, was die sagen, wenn sie die komplette Platte gehört haben. Morgen werden wir auch wissen, ob sie sich gut verkauft. Was natürlich auch wichtig ist, für gewisse Radiosender usw. Natürlich ist es auch schön zu wissen, wenn das gut läuft. Mal gucken….wir sind nervös…alle. DIE ERSTE SINGLE „BIG BIG TROUBLE“ WAR LETZTE WOCHE AUF PLATZ 41. SEID IHR DAMIT ZUFRIEDEN? Das war die bestplatzierte Single die wir hatten. Dadurch, dass wir keine Singleband sind, fand ich das eigentlich gut. Die Single ist jetzt auch nur mit 2 Wochen Vorlauf rausgekommen. Und wie gesagt, wir sind eher eine Albumband, und die harten Fans die kaufen erst die Platte. WAS HÄLST DU VON PLATZ1 IM MOMENT? TOKIO HOTEL? Ich habe sie gestern zum ersten Mal gesehen. Ich hatte gehört, dass es sie geben soll, hab’s dann gesehen und bin dann dem Irrtum verfallen, dass der Sänger ein Mädchen ist. ICH AUCH, ICH DACHTE CHRISTINA STÜRMER HÄTTE EINE NEUE FRISUR… DIE SIND JA NOCH SEHR JUNG… Das habe ich gestern auch gehört. 15…16….aber besser so eine Band auf 1 als Schnappi oder so ähnlich. AUF JEDEN FALL. IM VIDEO VON „BIG BIG TROUBLE“ SIEHT MAN WIE LEATHERFACE EUCH MIT DER KETTENSÄGE ANS LEDER WILL. WAR DAS EURE IDEE MIT DEM HORRORFILM-FEELING? Nein, das war die Idee vom Regisseur. Das ist Jörn Heitmann, der macht z.B. die ganzen RAMMSTEIN –Videos. Der steht glaub ich auf so düstere Geschichten, und wir fanden das toll, denn das war so der rote Faden zu unserem zweiten Video, wo ich meinen Ex-Freund zu Fondue verarbeite. (lacht) Das hat uns gefallen… ALSO SCHAUT IHR EUCH AUCH PRIVAT GERNE MAL EINEN HORRORSTREIFEN AN? Ja. HAST DU SCHON „SIN CITY“ GESEHEN? Nein, noch nicht. Dafür habe ich in letzter Zeit viel zu viel Promo. Die Rumreiserei, da bin ich abends froh, wenn ich ins Bett fallen darf. DIE ENGLISCHE VERSION IST JA SCHON AUF DEM MARKT. KRIEGT MAN SCHON ALS DVD. Die schaue ich mir auf jeden Fall an. ALSO ICH FAND IN IHN GUT, MAN HÖRT IRGENDWANN AUF ZU ZÄHLEN, SO DIE TOTEN… WENN MAN ÄLTERE INTERVIEWS MIT DIR LIEST, DANN HAST DU – ZU RECHT – IMMER VIEL WERT AUF DEINE PRIVATSPHÄRE GELEGT. JETZT KOKETTIERST DU ABER SELBST EIN BISSCHEN DAMIT, DENN IN DER LETZTEN EINSTELLUNG DES VIDEOS SIEHT MAN DICH JA ZUSAMMEN MIT SASCHA. IST DAS SO DIE FLUCHT NACH VORN? Nein, ich halte weiterhin meine Privatsphäre sehr unter Verschluss. Natürlich war das klar, nach dem Video, dass mich Leute fragen werden. Mittlerweile wissen es auch zumindest alle unsere Fans, dass wir zusammen sind. Wenn so eine Frage aufkommt, dann habe ich kein Problem damit. Aber über mehr möchte ich da nicht reden. Wir haben da jemanden gesucht für die Auflösung des Videos, kamen dann auf Sascha, und ich war sehr überrascht, weil meine Jungs von der Band haben das mehr oder weniger entschieden. Die haben gesagt: „Ach bitte, frag doch Sascha. Denn lieber nehmen wir jemanden, den wir kennen und den wir sehr lieb haben, als irgendeinen Schauspieler, den wir noch nie vorher persönlich kennen gelernt haben.“ Und da Sascha die sowieso auch gerne auf die Schippe nimmt, und sowieso den ganzen Tag in der Maske rumgesprungen ist… Also es wurde ihm angeboten, dass er nur die Schluss-Szene mitspielt, er hat trotzdem alles mitgemacht, weil, wie gesagt, er nimmt sich gerne auf die Schippe, und er war einfach der richtige für die Rolle. JA, ICH HABE IHN MAL BEI BULLI HERBIG GESEHEN, DA WAR ER SICH AUCH FÜR KEINEN SPASS ZU SCHADE, DIE BEIDEN WAREN EIN GUTES DUO. DU OHRFEIGST IHN, GLAUB ICH, IN DIESER SZENE, ODER? IST DIR DAS SCHWER GEFALLEN, SO VOR LAUFENDER KAMERA? Es ist mir schwer gefallen wegen des Schmerzes. Ich haue Menschen normalerweise nicht. Ich hatte Angst, dass ich ihm wehtue. Das war ein bisschen komisch. Aber er hat gesagt, durch die Maske spürt er nicht sehr viel und da war ich dann wieder beruhigt. ABER DU HAST JETZT HOFFENTLICH KEINE ANGST, DASS ES SO WEITERLÄUFT BEI EUCH WIE BEI JENNIFER LOPEZ, DIE JA AUCH MAL EIN VIDEO ZUSAMMEN MIT BEN AFFLECK GEMACHT HAT…? Nö, auf keinen Fall. Dann würde ich auch die Journalisten prügeln. Ich glaube auch nicht, dass wir so interessant sind. Ich glaube, es kommt auch drauf an, wie man sich der Presse gegenüber gibt. Wir sind kaum öffentlich zu sehen, und so wollen wir das auch beibehalten. Bei Jennifer Lopez war das ein bisschen auch der Plan. STICHWORT JLO, DIE ZIEHT JA MIT EINEM GANZEN TROSS DURCH DIE GEGEND, ODER AUCH CHRISTINA AGUILERA, DIE HABEN IHRE VISAGISTIN, HAIRSTYLISTEN, PERSONAL TRAINER, MASSEUR USW. SCHLEPPT IHR AUCH SCHON LEUTE MIT EUCH RUM? Wir schleppen nur ein paar Techniker mit uns rum. ABER KEINEN, DER DIR VORHER NOCH SCHÖN DEN NACKEN MASSIERT? Nein, leider nicht. (schmollt) Das muss ich von meinem hart verdienten Geld selber bezahlen. UND WENN MAN SO VIEL UNTERWEGS IST, DA MUSS MAN SICH HIER UND DA MAL FLEXIBEL ZEIGEN, ODER KENNST DU MITTLERWEILE IN JEDER STADT EINEN ARZT, EINE FRISÖR, EIN GUTES KINO, NE NETTE KNEIPE USW.? Ich keine mich nicht so perfekt aus. Aber ein bisschen in jeder Stadt. Natürlich hat man so Anlaufstätten und Hotels wie z.B. jetzt in Köln, wo ich wirklich weiß, da ist eine gute Masseurin, da schmeckt der Salat, den man sich aufs Zimmer bringen lassen kann sehr lecker usw. Das hat man dann irgendwann drauf. IHR SEIT JA ALLEIN SCHON DER QUANTITÄT WEGEN EINE DER LIVE-BANDS DEUTSCHLANDS. IST DAS SO EIN BISSCHEN WIE EINE DROGE? HAT DIR DAS GEFEHLT, IN DER ZEIT, ALS IHR DIE PLATTE VORBEREITET HABT? Auf jeden Fall. Ich meine, wir haben dann eine sehr gute Aussicht gehabt, denn wir haben die Platte aufgenommen, kurz vor der Sommersaison und dann wussten wir, dass wir bald wieder auf der Bühne stehen. Aber das komische ist, wir spielen ja dann noch nicht die Lieder von einer unveröffentlichten Platte. Und dann bekommt man natürlich Lust, auch die neuen Lieder zu spielen. Aber man macht das dann auch erst mal nicht, wie gesagt, das ist nicht so gut und wir sind jetzt natürlich hungrig auf unsere neue Tour, wo wir komplett alles neue spielen können. UND SPÜRT MAN DAS DANN IN DEN KNOCHEN, WENN MAN NACH EIN PAAR WOCHEN PAUSE DANN WIEDER DEN ERSTEN GIG SPIELT? Ja, sagen wir mal so nach den ersten 2, 3 Mal, da tun dann schon die Muskeln in den Beinen weh und im Nacken… DU BIST JA AUF DER BÜHNE AUCH IMMER SEHR STARK PHYSISCH UNTERWEGS… BIST DU NACHHER EHER AUSGEPOWERT ODER AUFGEKRATZT? Nach einer kompletten Tour bin ich immer total fit. Ich bin dann zwar einen Tag fertig, aber dann könnte ich schon wieder um die ganze Welt springen. UND SO DIREKT NACH EINEM KONZERT? Nach dem Konzert brauche ich erst mal so ein bisschen. Wobei dann bin ich meistens wieder fit. Aber da ich auf der Tour sehr auf mich aufpassen muss, weil ich keine Lust habe, irgendwie krank zu werden, deshalb sollte ich auch nicht so viel Party machen und nicht unbedingt so viel rauchen, deshalb gehe ich lieber früher ins Bett. Auf Tour bin ich langweilig… WENN MAN SO DIE KOMPLETTE REPUBLIK GEROCKT HAT, KANN MAN DANN ETWAS VON DEN SPRICHWÄRTLICHEN MENTALITÄTSUNTERSCHIEDEN FESTELLEN ZWISCHEN VERSCHIEDENEN REGIONEN? UNS OSTWESTFALEN SAGT MAN JA NACH, SEHR STOISCH UND SCHWER AUS DER RESERVE ZU LOCKEN ZU SEIN… KANN MAN SAGEN, JETZT WAREN WIR DOCH HEUTE GENAUSO DRAUF WIE GESTERN, ABER HEUTE GING ES HIER NICHT SO AB? MERKT MAN DA UNTERSCHIEDE? Unterschiede merkt man irgendwie schon. Aber nicht unbedingt von Region zu Region. Wobei ich sagen muss, dass z.B. in den ländlicheren Bereichen die Leute eher dankbarer sind. Dafür sind in größeren Städten die Leute eher sehr verwöhnt. Also ob wir in Hamburg oder Berlin ein Konzert spielen, da geht das genauso gut. Aber vor allen Dingen in den Anfängen merkte man das, das wenn man zum ersten Mal in eine große Stadt kommt, dass die Leute verwöhnt sind, weil jeden Tag irgendeine Band dort spielt. Aber wenn man schon ein bisschen seine Fans hat und sich etabliert hat, dann ist das fast überall gleich. ICH MÖCHTE NOCH MAL ZURÜCKKOMMEN AUF EURE AKUTELLE CD. IHR HABT EUCH JA DIESMAL UNTERSTÜTZUNG BEIM SONGWRITING GEHOLT. GIBT ES DANN AUCH DIE SITUATION, DASS DU SAGST, DAS KRIEG ICH NICHT MIT EIGENEN EMOTIONEN GEFÜLLT. DAS KLAPPT NICHT? Meinst Du als Auslöser, warum wir mit anderen Leuten gearbeitet haben? NEIN, ANDERSHERUM. WENN DA JETZT VORSCHLÄGE KOMMEN, DASS DU DANN SAGST, DASS KANN ICH VON MIR AUS NICHT FÜLLEN, DA KOMME ICH NICHT MIT ZURECHT. Also da muss ich erst mal sagen, wir haben mit Songwritern schon auf der letzten Platte gearbeitet. Das waren von uns ausgesuchte Leute und in einen haben wir uns dann sehr verliebt (Sie spricht hier wohl von Peter Kvint A.d.R.) und haben dann ganz am Anfang unseres Songwritings, bevor wir überhaupt angefangen haben Lieder zu schrieben fürs neue Album, das ist schon eineinhalb Jahre her, da sind wir schon zu ihm geflogen, um uns zu treffen. Mit Ideen von uns und wollten mit ihm schreiben. Also ohne, ob das Lied auf die Platte kommt oder nicht. Es kommt ja auch nicht immer alles auf die Platte. Wir haben auch wirklich viel geschrieben. Es ist ja auch nicht so, dass die Leute kommen, ein Lied bringen und sagen: Friß oder stirb. Das wurde ja aus unseren Liedern vorbereitet. Wir fanden das das letzte Mal schon sehr gut, denn wir sind ja schon sehr eingefahren, in dem was wir machen. Wir haben gemerkt, dass bei manchen Liedern, die wir dann mitgebracht haben, dass uns der Songwriter ein weiteres Fensterchen geöffnet hat. Also die Lieder waren fast fertig, oder zur Hälfte oder nur ein Refrain oder nur eine Strophe und das da plötzlich so ein neuer Input war. Wir würden nicht das ganze Album mit ihm schreiben. Aber es hat Spaß gemacht. Wir haben einige Lieder mit ihm geschrieben und fanden das super, und die hören sich ganz anders an und das ist immer etwas sehr Spezielles. JETZT NUR SO EINE KLEINIGKEIT AM RANDE: AUF DER CD GIBT ES EIN STÜCK „LOVE TO HATE YOU“, DAS HIESS AUF MEINEM PROMOTAPE NOCH „HATE TO LOVE YOU“. BEIDE ZEILEN KOMMEN JA IM STÜCK VOR, HABEN ABER EINE UNTERSCHIEDLICHE AUSSAGE, WARUM HABT IHR EUCH DA UMENTSCHIEDEN? ES WIRD ALSO BIS ZULETZT NOCH AN KLEINGKEITEN GEARBEITET, ODER? Also, da muss ich sagen, das war jetzt ein Fehler der Plattenfirma, dass die das falsch draufgedruckt haben. Und alle die da drauf geschaut haben, haben gesagt: Nein, nein, nein, das Lied heißt „Love to hate you“, nicht „Hate to love you“ Obwohl die Aussagen ja beide eigentlich gleich sind, wenn man das so nimmt. Das geht da um eine Beziehung und diese Hassliebe, die es dabei gibt. OBWOHL „LOVE TO HATE YOU“ HAT JA VIELLEICHT WAS MIT RACHE ZU TUN, ABER „HATE TO LOVE YOU“ IST JA MEHR AUF EINEN SELBST BEZOGEN. DAS HAT JA EHER WAS DEVOTES. Ich sage mal so: Ich habe einen Freund, mit dem ich so diese Hassliebe habe. Ich liebe den, aber der geht mir so oft auf die Nerven, so dass eben beide Begriffe richtig stimmen. Ich liebe, Dich zu hassen, heißt, dass ich ihn eigentlich nicht sehr verletzen kann, weil wir uns schon sehr lange und sehr gut kennen. Andererseits macht es auch Spaß, genervt mit ihm zu sein. Und andersherum wiederum: Manchmal, wenn er mich verletzt, hasse ich, ihn zu lieben, weil es mich so berührt. DAS KANN ICH JETZT GUT NACHVOLLZIEHEN. DA HABE ICH JETZT AUCH JEMANDEN IM HINTERKOPF. Das ist auch manchmal bei der Band so. Dass wir uns oft so nahe stehen, dass wir uns auch oft auf die Nerven gehen, dass es einem dann leid tut, man kann niemandem so richtig böse sein, weil ich sie eigentlich liebe. AN DER PRODUKTION HAT ES AUCH VERÄNDERUNGEN GEGEBEN, KANN MAN DA SO SAGEN: WENIGER IST OFT MEHR? Ganz genau. Das war der neue Weg, den wir einschlagen wollten. Das war sehr bewusst. Es war aber nicht so, dass wir jetzt keine Lust mehr auf den alten Produzenten gehabt hätten. Wir wollten lieber mal was Neues ausprobieren. Nach 3 Platten… Und das ist uns auch ziemlich gelungen. Ich bin darüber sehr glücklich – mit dem „Endprodukt“. JA, ICH HABE DAS „ENDPRODUKT“ DANN AUCH NOCH MAL IN RICHTIGER FORM GEKRIEGT, HABE MAL SO DURCH’S BOOKLET GEBLÄTTERT, DABEI IST MIR AUFGEFALLEN, DASS ES WESENTLICH WENIGER FOTOS GIBT. IST DA IRGENDEINE ABSICHT HINTER? Nö… VOR ALLEN DINGEN AUCH EIN WENIG ANDERS VOM IMAGE, WENN MAN AUF DER „SUPERSONIC SPEED“ SCHAUT, DA BIST DU NOCH SO ALS ROCKRÖHRE ABGEBILDET, AUF DER „BEAUTIFUL MORNING“ ZEIGST DU EIN BISSCHEN HAUT, ALLES SO IN ROT, DANN BEI „WEIGHT OF THE CIRCUMSTANCES“ DA WART IHR ALLE SO ETWAS SPORTLICH, NATÜRLICH UND JETZT GEHT ES WIEDER MEHR IN RICHTUNG ROCKIG… Ja, das ist auch gut so. Wir wollten auch nicht unbedingt sehr posen auf den Fotos… NEE, DAS SIEHT AUCH SEHR ENTSPANNT AUS. DAS WAR BEIM VIDEODREH? Ja, genau. Da war beim Videodreh. Fürs Cover war es ein richtiges Shooting. JETZT GEHT IHR AUF TOUR MIT REVOLVERHELD. HABT IHR EINFLUSS DARAUF, WER EUCH SUPPORTEN DARF? Ja. Wir kriegen da eine Vorauswahl. Das sind Anfragen von Plattenfirmen, die gerne hätten, dass ihre Bands mit uns auf Tour gehen. Wir hören uns das dann alles an und entscheiden uns dann. Aber das ist dann unsere Entscheidung. Wie gesagt, es gibt eine Vorauswahl und Revolverheld fanden wir da irgendwie am passendsten. Man muss auch gucken, was das eigene Publikum gerne hören würde. Wir haben bisher immer selbst die Bands ausgesucht. Letztes Jahr hatten wir ja eine Band aus England, die fanden wir klasse, unser Publikum leider nicht so. JULIA KAMEN ABER AUS DER SCHWEIZ, ODER? Nee, aus Österreich. Das waren die aber nicht. Das waren die von der Tour davor. SERAFIN aus England. Wir fanden die ganz abgefahren und wollten die dabei haben. KANNST DU DICH NOCH AN DAS ERSTE MAL ERINNERN, ALS DAS PUBLIKUM EURE SONGS ALLEINE WEITERGESUNGEN HAT? Ja! WAS WAR DAS FÜR’N TITEL? Das war „Supersonic Speed“, unsere erste Single. Das ist natürlich der Wahnsinn. Als die Platte dann einige Monate später rauskam, da haben dann alle schon mitgesungen. Das ist auch immer noch der Wahnsinn. Ich muss auch sagen, wir haben auch immer noch Konzerte in anderen Ländern, da wird nicht so viel mitgesungen, also nicht bei so vielen Titeln wie in Deutschland. Aber das ist dann trotzdem ganz schön. Wir haben ja auch hier gestern, nein vorgestern zwei Konzerte gehabt. Und das macht wirklich Spaß, vor allen Dingen Köln war super…Ringfest… HABEN DIE PUBLIKUMSREAKTIONEN WÄHREND DER TOUR Z.B. EINFLUSS AUF DIE AUSWAHL DER NÄCHSTEN SINGLE? Das ist eigentlich mehr oder weniger schon entschieden. Das weiß man irgendwie schon im Voraus. Wenn man so viel geschrieben hat, man entwickelt irgendwann ein Gefühl dafür und sagt: Wow, wir haben gerade eine Single geschrieben. UND VERRÄTST DU ES SCHON? Nee. OKAY. FANNÄHE IST EUCH EXTREM WICHTIG. DAS SIEHT MAN, IHR HABT EINEN FAN EINGELADEN ZU EUREM VIDEODREH. HABT AUF EURER HOMEPAGE SACHEN GEMACHT WIE DEN FUSSBALLTIPP, UND IM MOMENT LÄUFT DER WETTBEWERB FÜR EUER BAND-T-SHIRT. ZIEHT IHR DA ALS BAND VIEL AUS DEM FEEDBACK? Ja, das ist uns schon sehr wichtig. Die Fans sind die, die uns am Leben halten. Die kaufen unsere Platten, die gehen zu unseren Konzerten. Die mögen unsere Musik und dann undankbar zu sein, dass wäre nicht gerade nett. Also das ist auch das, was ich erwarten würde. …also ich bin jetzt zu alt dafür, um eine Band irgendwie… also ich würde jetzt nicht bei INCUBUS ein T-Shirt mitmalen. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass ich selber Musik mache, dass man dann einen etwas anderen Eindruck bekommt. Ich hätte jetzt auch nicht die Zeit dafür. Aber ich kann mich erinnern, ich war mit Elf ein riesiger EUROPE-Fan und habe da mal eine Postkarte hingeschrieben, dass ich in deren Fanclub reinwill, was ich mir damals gar nicht leisten konnte, dass ging auch sowieso nicht aus Tschechien – aus einem kommunistischen Land – Geld zu überweisen, aber ich habe mich total gefreut, als ein Brief gekommen ist. Obwohl der Brief natürlich nicht von den Jungs selber war, die waren ja Superstars, aber ich habe mich sehr gefreut, dass ich eine Antwort bekommen habe. Und sogar bei so einer großen Band, die das nicht mehr nötig hatten, mir Post zu schicken. Das fand ich super, und das möchten wir auch unseren Fans bieten. Wir haben auch sehr oft irgendwelche Fanclubtreffen, wo sich unser Fanclub sehr viel Zeit nimmt und alles organisiert und so. Das macht dann Spaß. Und ich muss auch sagen, die meisten Fans sind auch immer sehr lieb. Leider gibt es ein paar, die es dann manchmal schlecht machen, die dann bis in den Bus steigen und sagen: Gib mir jetzt Dein verschwitztes T-Shirt, sonst bin ich sauer. Wo ich dann irgendwo mal denke: Oh, mein Gott! Nichts wie raus… ABER SO MIT STALKERN HAST DU NOCH KEIN PROBLEM GEHABT? Mit was? MIT LEUTEN, DIE DIR IRGENDWO AUFLAUERN? Nein, das nicht so. Da würde ich glatt durchdrehen. Also Fan-Sein ist sehr schön, aber es ist schon wichtig, dass ein Künstler auch ein bisschen Freiheit und… PRIVATSPHÄRE HAT UND DAS ZU RESPEKTIEREN… Genau. Privatsphäre ist jedem sehr wichtig. Die Leute wissen das nicht, weil sie selber noch nie in so einer Situation waren. (Nun geht Martas Handy und wir unterbrechen unser Gespräch. Nach einem Moment geht es weiter…) ZWISCHENDURCH HAST DU DANN JA DIESE BUNDESVISION-SONGCONTEST–SACHE MIT APOCALYPTICA GEMACHT. WIE IST ES ZU DIESER ZUSAMMENARBEIT GEKOMMEN? Also das war an für sich schon sehr langjährig, also was heißt langjährig. Wir haben uns nie persönlich kennen gelernt. Aber bei der vorletzten Platte von denen, da hatten sie mich schon gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mitzusingen. Das hat dann aus vielen Gründen nicht geklappt. Aber die haben dann gesagt, macht nichts, wir fragen Dich noch mal bei unserer nächsten Platte. Und dann dachte ich schon damals: Ja, ja. Das wird nie was wahrscheinlich und fand es ein bisschen schade und habe es irgendwann auch vergessen und plötzlich kamen sie wieder. Und das hat mich sehr gefreut, weil ich das nicht mehr erwartet hätte. Die hatten wirklich mich im Kopf gehabt und wollten das machen, und wir haben uns nicht mal persönlich gekannt. Wir haben uns sozusagen das erste Mal erst beim Videodreh kennen gelernt. Die hatten mir das Lied per E-Mail geschickt. Ich hatte das Lied getextet. Ich habe es eingesungen, und erst beim Videodreh haben wir uns dann privat irgendwie kennen gelernt. UND WIE WAREN DIE SO DRAUF? Die sind super-super süß. HABT IHR AUCH MAL ZUSAMMEN WAS GETRUNKEN? Ja, wir haben auch ein bisschen zusammen Party gemacht, aber viel Zeit hatten wir nicht zusammen, weil bei TV-Total musste ich danach sofort weg. Und die mussten auch zu einem Konzert, die waren gerade auf Tour mit RAMMSTEIN. Und da kamen sie nur für unser Lied so wirklich kurz vor knapp ins Hotel, wo sie tot umgefallen sind. Wo wir uns ein wenig länger gesehen haben, dass war dann beim Bundesvision Songcontest selber. Danach halt und währenddessen, und da waren sie halt wie so große Brüder, find ich. Ich weiß noch, ich habe irgendwo einen Fussel gehabt, und da haben sie mich erst mal komplett abgefusselt (lacht). HAT ES EINEN UNTERSCHIED FÜR DICH GEMACHT, MAL AUF DEUTSCH ZU SINGEN? Natürlich, aber es macht irgendwie Spaß, muss ich ehrlich zugeben. Also ich würde jetzt nicht ein DIE HAPPY-Album auf Deutsch machen, das auf keinen Fall, wir sind keine Band, die jetzt plötzlich auf Deutsch singt oder so, aber es hat wirklich Spaß gemacht in dieser Sprache zu singen. Da habe ich noch einen ganz spezielleren Akzent, wenn ich singe. Was mich aber auch nicht stört. Ich fand es cool, mal in dieser Sprache zu singen. UND WIE IST DIR DAS SO MIT RAAB IN ERINNERUNG? ES WAREN JA DOCH SEHR UNTERSCHIEDLICHE STILRICHTUNGEN AM START. Mh, ich muss sagen, ich habe leider nicht viele Leute kennen gelernt, denn es war soviel Anspannung da, und ich saß mit zwei anderen Teilnehmern so ein bisschen weiter weg von den anderen, was so ein bisschen unglücklich war. Es war aber schon eine neue Erfahrung für mich. Ich war noch nie bei so einem Fernseh-Ding mit so vielen Popkünstlern. Ich kenne das von den Rockfestivals, so wie alle aufeinander zugehen und alle zusammen trinken und da waren so viele, die sind mit ihren Managern rumgelaufen…ich weiß nicht, das war nicht unbedingt das meine, weil ich das nicht gewöhnt bin, weil ich das nicht kenne und ich war auch noch sehr nervös vor dem Auftritt. Sehr, sehr nervös, weil auf Deutsch und live gesungen und im Fernsehen live übertragen wurde usw. DAS IST DANN DOCH NOCH MAL WAS ANDERES, ALS AUF DER BÜHNE ZU STEHEN? Mh, vor allen Dingen mit einer fremden Band! Wo man nicht so weiß…das war ja erst das erste Mal, nee, das zweite Mal, dass ich es live gesungen habe. Einmal bei TV-Total und dann beim Wettbewerb, deswegen war es dann so uahhhh! UND DER STEFAN RAAB, IST DER DANN AUCH NACH DREHSCHLUSS NOCH SO DRAUF, WIE MAN IHN JETZT SO ALS FERNSEHZUSCHAUER KENNT? Ja, ich habe ihn natürlich nicht so sehr kennen gelernt. Also ich habe ihn natürlich schon kennen gelernt, aber da waren jetzt so viele Leute, das man kaum zu was gekommen ist, also sich zu unterhalten. Ich fand es nur nett, dass er zu mir kam und sagte, dass er das erstaunlich fand, dass wir fünfte geworden sind. Da hatte er gratuliert. Weil wir eher so Außenseiter waren, sag ich mal. Das fand ich nett, dass er das gesagt hat. AM ANFANG EURER KARRIERE SEIT IHR JA EXTREM OFT IN EINEM ATEMZUG MIT DEN GUANO APES GENANNT WORDEN. NUN, DA ES DIE APES NICHT MEHR GIBT, GIBT ES DA IRGENDWO SO EIN „HEY, WIR HABEN SIE ÜBERLEBT“-GEFÜHL? Ach nö, nicht unbedingt. Ich meine, ich fand nie, dass wir uns geähnelt haben. Natürlich klar, Rockmusik und ein Mädchen… sonst fand ich das eigentlich nie so und war dann… ich finde es nur schade, dass sich so eine geile Band aufgelöst hat. Muss ich ehrlich sagen. Ich finde es schade, dass die das nicht hingekriegt haben, aber das ist deren Problem. Wir machen weiter. Wir haben immer unsere anderen Pläne gehabt, bei uns geht es weiter… HABT IHR EUCH MAL KENNEN GELERNT? Ja, ja vor allen Dingen die Jungs. Also Sandra kenne ich nicht, also wir haben uns mal kennen gelernt, aber dabei ist es dann auch geblieben, aber die Jungs kenne ich alle drei, und die sind alle super nett. DIE MACHEN JA JETZT AUCH ALLEINE WEITER…. Genau… VIELE LEUTE SO ANFANG 30 LEBEN JA LANGSAM EIN LEBEN IN EINER GEWISSEN ROUTINE. 9-5 JOB, EIGENHEIM, FAMILIE… GIBT ES IRGENDETWAS UM DAS DU SIE BENEIDEN KÖNNTEST? Ja, auf jeden Fall, das sind so Sachen wie jeden Mittwoch treffen mit den Freundinnen oder Freunden irgendwo, jeden Donnerstag Stepp-Aerobic oder so, dass ist etwas, was mir manchmal fehlt, diese…? ROUTINE? Ja, Routine. Das ich einfach einen Tag ausmachen kann, wöchentlich, wo ich mich mit meinen besten Freunden treffen kann. Und das ist dann oft so, dass ich viel zu viel unterwegs bin, und ich dann irgendwann keine Einladungen mehr kriege zu Partys, weil die sowieso wissen, dass Du nicht kommst. Und da ist man dann traurig und fühlt sich dann so ein bisschen vereinsamt. Obwohl das jetzt nicht so bei mir ist, ich habe ja in jeder Stadt wirklich Freunde und sowieso ständig Leute um mich rum. Aber die Routine fehlt halt manchmal… DANN IST FÜR DICH HANDY UND E-MAIL NOCH WICHTIGER ALS FÜR JEDEN NORMALO… Auf jeden Fall. Ich bin ein Internet-Junkie…(lacht) IMMER WENN IHR UNTERWEGS SEIT, MUSS ALSO ERST MAL EIN INTERNETANSCHLUSS GESUCHT WERDEN? JA! SIND DENN ALLE CLUBS MITTLERWEILE AUCH SOWEIT? Leider nicht, aber es wird immer besser. So, Du musst entschuldigen, ich habe in 3 Minuten ein weiteres Interview. Wenn Du noch was Wichtiges hast… NEE, NUR EINE LETZTE FRAGE: ICH HABE NOCH MEINEN PRESSEAUFKLEBER AUS BOCHUM, FÜR’S 10-JÄHRIGE BANDJUBILÄUM, DA HABE ICH EUCH DAS LETZTE MAL LIVE GESEHEN UND DA STEHT SO NETT UNTEN DRAUF: „WEARING THIS BADGE MAKES ME FEEL SO FUCKING IMPORTANT“ SIND JOURNALISTEN ALLE PROFILNEUROTIKER? Nein, das kam von einer ganz anderen Idee. Wir hatten T-Shirts, wo draufstand: Wearing this T-Shirt makes me so fucking important. Und weil der Ralph, unser Bassist, das ganze Design für uns macht, hat der das einfach dafür übernommen. Ich kann mich erinnern, die allerersten Presseausweise die wir hatten, also am Anfang unserer Bandgeschichte, da stand so etwas Ähnliches: Ich bin wichtig. Da ist dann auch der rote Faden dadurch. Aber das war jetzt keine Beleidigung, oder so. Also das kam halt von dem T-Shirt. ICH FAND ES AUCH EHER WITZIG. JA, DANN WÜNSCHE ICH EUCH VIEL ERFOLG MIT DER NEUEN CD UND ALLES GUTE FÜR EURE TOUR. WIR WERDEN WOHL AUS DORTMUND ODER HANNOVER BERICHTEN.UND DIR HERZLICHEN DANK FÜR DEINE ZEIT. Ich bedanke mich auch. Mach’s gut.

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