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DIE HAPPY (RALPH/JÜRGEN)

AM 13.12.2006 HATTE ICH BEIM GIG IN HANNOVER DIE GELEGENHEIT MIT RALPH UND JÜRGEN VON DIE HAPPY ÜBER DIE „NO NUTS NO GLORY TOUR“, DIE WM, DAS JAHR 2006 UND ZUKÜNFTIGES ZU QUATSCHEN. WIE WAR DIE ERSTE TOURWOCHE? Ralph: Es sind eigentlich schon zwei Wochen rum. Wir hatten bisher 8 Gigs. Wir waren zuerst in der Schweiz, dort haben wir 4 Shows gespielt. Dann haben wir in Deutschland die ersten vier Shows absolviert. Es hat bisher großen Spaß gemacht. Wir mögen das Set, das wir spielen und uns gefällt es, die neuen Songs live zu spielen. Die Resonanz des Publikums war bisher auch hervorragend. DIE SUPPORTBAND, ITCHY POOPZKID, IST GENIAL WIE JÜRGEN UND RALPH BETONEN. SIE SPIELEN AN JEDEM TOURTAG EIN TISCHKICKERTURNIER GEGENEINANDER UND BIS ZUM KONZERT IN HANNOVER HATTEN DIE HAPPY ALLE SPIELE GEWONNEN. ANMERKUNG DER REDAKTION: AN DIESEM TAG VERLOREN SIE ALLERDINGS DAS ERSTE TISCHKICKERTURNIER GEGEN IHREN SUPPORT, WIE DAS PUBLIKUM SPÄTER WÄHREND DES KONZERTES ERFAHREN SOLLTE. WAS WAREN DIE BISHERIGEN HIGHLIGHTS DER 8 KONZERTE UND WIE GUT WAREN SIE BESUCHT? Ralph: Für mich war bisher Berlin das definitive Highlight, weil wir alle vor gut einem Jahr nach Berlin gezogen sind und das jetzt quasi unsere neue Heimat ist. In der Heimat zu spielen ist immer was ganz Besonderes, es sind dann auch immer viele Freunde da. Es waren circa 800 Fans da. AUF WELCHE STÄDTE FREUT IHR EUCH NOCH BESONDERS? Ralph: Ich freue mich besonders auf Ulm, unsere alte Heimat. Ebenfalls bin ich schon sehr gespannt auf Stuttgart und Hamburg. Jürgen: Es sind natürlich die größeren Clubs, in denen wir spielen, auf die man sich besonders freut, weil da auch mehr Leute kommen. WIE SAH DIE TOURVORBEREITUNG AUS? Ralph: Wir haben uns zwei Wochen im Proberaum eingeschlossen und haben geübt. Dann haben wir einen Nightliner und eine Crew gebucht und haben noch mal zwei Tage in einem Club mit Bühne geprobt und dann ging es los. WER ENTSCHEIDET WELCHE SONGS IN DIE SETLIST KOMMEN? Ralph: Ich (lacht) Jürgen: Nix ich. Nein, wir sind eine basisdemokratische Band, jeder hat seine Stimme und da wird dann abgestimmt. Manchmal muss man den einen oder anderen auch von irgendwas überzeugen, aber bei dem Thema haben wir uns nicht den Kopf eingeschlagen. Ralph: Es war natürlich klar, das wir auch viele neue Sachen versuchen unterzubringen, weil wir da auf kaum ein Stück verzichten wollten, weil wir unheimlich Bock auf die neuen Songs haben. Die Schwierigkeit bestand dann darin, die ganzen alten Lieder unterzubringen, wo wir dachten, da warten die Leute vorfreudig drauf. Diese dann noch zu integrieren, ohne dass das Programm zu lang wird, das war am kompliziertesten. Nach 5 Platten ist das Ganze dann nicht mehr so einfach, sich für irgendwelche Stücke zu entscheiden. Wir haben folglich ein Medley aus ein paar Stücken gemacht, das alle mal so angespielt werden. Ich glaube, es ist ein ganz gutes Programm geworden. MIT DEM ALBUM „NO NUTS NO GLORY“ HABT IHR NEUE WEGE BESCHRITTEN, WIE SAHEN DIE NEUEN WEGE FÜR EUCH AUS? Ralph: In der Vorbereitung war die Vorgabe, wie wir klingen wollen, wie wir sein wollen, wie der Sound sein soll ganz klar so, dass wir noch mehr so sein wollen, wie wir live sind, was wir live machen und was wir live mögen. Wir sind eben eine Liveband, das auf eine Platte zu bringen, war unser Ziel. Dann haben wir bei der ersten Songwritingsession auch gemerkt, dass es Stücke gibt, die man geschrieben hat, bei denen es besser ging und andere, bei denen es eben weniger gut ging. Deshalb hat sich die Musik zwangsläufig auch verändert. Sprich: Wir waren zwei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern und haben dort die erste Songwritingsession gehabt. Aus diesen Songs, die da entstanden sind, ist eigentlich fast nix auf dem neuen Album, bis auf einen Titel. Bei dem waren wir uns alle einig, dass er funktioniert und auch live die meiste Power hat, wenn wir ihn zu viert spielen. Diesen Song haben wir dann in die Probesongwritingsession mit nach Berlin genommen und da sind dann auch die anderen Stücke so rausgebrutzelt, weil jeder auch eine klarere musikalische Vorstellung hatte. Deshalb ist es jetzt auch recht einfach, die Songs von der Platte auf die Livebühne zu bringen, das war jetzt beim Proben überhaupt nicht das Problem. Früher musste man sich noch Gedanken machen, wissen welche Programmings man macht, welche Gitarrenspur man spielt, sich fragen, ob man noch eine zweite Gitarre braucht, oder so die ganzen Sachen. Das war bei diesem Album alles kein Problem, weil es in der einfachen Art, wie wir live spielen, auch eingespielt wurde. Das war auch unsere größte Vorgabe, die wir hatten, wir wollen so live klingen wie möglich. DIE SONGS, DIE JETZT HINTEN RÜBER GEFALLEN SIND, SIND DIE FÜR IMMER IN DER SCHUBLADE ODER GIBT ES DIE NOCH MAL IRGENDWANN IN EINER VERÄNDERTEN FORM ZU HÖREN? Ralph: Die sind auf jeden Fall in keinem Mülleimer, sie sind auf irgendeiner Festplatte gespeichert. Wir wissen selber noch nicht, was mit ihnen passiert. Wir müssen einfach mal schauen, was nächstes Jahr passiert, wenn es ein bisschen ruhiger wird. Mal abwarten, wenn die Tour vorbei ist, ob dann mit den Songs noch was passiert oder nicht. UM WAS FÜR EINE ART ALBUM HANDELT ES SICH EURER MEINUNG NACH BEI „NO NUTS NO GLORY“? Ralph: Ich würde sagen es ist ein sehr straightes, ehrliches Rockalbum. WIE SAHEN DIE ARBEITEN AM ALBUM ANSONSTEN AUS? Ralph: Grün. Ich kann mich daran erinnern, dass die Songwritingphase im Frühjahr war, wo wir dann auch gedacht haben „Fuck, so geiles Wetter, wir wollen kicken“. Dann haben wir doch die ganzen Instrumente geholt und sind in Berlin in irgendeinen Park gegangen und haben dort versucht zu schreiben. Am Schluss sind dann Jürgen und ich mit einem Ballspiel um einen Baum herumgerannt und haben Fußball gespielt. Ansonsten sahen sie weiß aus, weil unser Proberaum weiß ist und wir relativ viel Zeit im Proberaum verbracht haben. Jürgen: Aber die Arbeiten sahen auch blau aus, weil wir ein bisschen verkatert waren. WIE BEWERTET IHR DAS JAHR 2006 AUS EURER SICHT? Ralph: 2006 war für uns ein sehr intensives Jahr, es war sehr arbeits- und erlebnisreich. Nicht zuletzt, weil wir eben eine Platte geschrieben und aufgenommen haben. Wir sind jetzt auf Tour und im Februar waren wir auch schon auf Tour. Wir hatten also kaum eine Pause und dann kam noch dazu, dass die WM im eigenen Land war. Was uns alle sehr euphorisiert und begeistert hat. Wir waren da parallel zu unseren Plattenaufnahmen mit Herz und Seele dabei. Für das Schwedenspiel, das Achtelfinalspiel, waren wir nachmittags alle im Studio um mitzufiebern. Da wir abends noch eine Show hatten, haben wir uns extra dafür eine Chartermaschine genommen und sind von Tempelhof nach dem Spiel direkt nach Erfurt geflogen, um dann die Show zu spielen. IHR SEID DIESES JAHR SEHR VIEL GETOURT, WIE SCHAFFT IHR DAS PSYCHISCH UND KÖRPERLICH? Jürgen: Schau uns an, wir schaffen das net mehr lang (er lacht). Die Tour noch und dann ist Sense, die Augenringe werden immer tiefer. Wir versuchen uns körperlich, geistig frisch zu halten, was bei uns aber auch beinhaltet, das wir gerne feiern gehen. Das bringt einem auch ein Stück Lebensgefühl zurück, wenn man das voll und ganz genießt und das auch auslebt. Ralph: Das gefällt mir, wir halten uns körperlich und geistig fit, indem wir feiern gehen (er lacht). Wir haben auch während dieser Tour wieder eine Aktion, die heißt “Sport ist Mord“. Mit dieser Aktion fordern wir Fans von uns dazu auf, in der Stadt, wo wir spielen, mit uns in den sportlichen Wettstreit zu treten. Da wurden vor der Tour Mails an Marta geschrieben, „wir fordern euch raus in Sachen Fußball, Badminton, Bowling“ und da gibt es jetzt wieder ein paar Sachen, wo man sich auch körperlich fit macht. WELCHE ZIELE HABT IHR DENN FÜR 2007? Ralph: Gute Frage: Ich glaube wir lassen uns da erst mal treiben, der zweite Teil der „No Nuts No Glory Tour“ wird im März stattfinden, nachdem wir im Urlaub waren und uns ausgiebig erholt haben. Und dann mal schauen, da gibt es noch keine konkreteren Pläne. WELCHE VISION HABT IHR ALS BAND NOCH UND WO WÜRDET IHR GERNE NOCH MAL LIVE SPIELEN? Jürgen: Wir wollen auf jeden Fall mal die Welt erobern und in Berlin mal die Wuhlheide bespielen. Ralph: Da gibt es als Band eigentlich keine Grenzen. Wenn ich jetzt sage, ich möchte nie Wembley-Stadion spielen, wäre ich ja eigentlich bescheuert. Klar will man das, die Frage ist nur immer, träumen oder realistisch sein. Man arbeitet Schritt für Schritt an den nächst höheren Zielen und träumen tut jeder von uns WORAUF KÖNNTET IHR VON HEUTE AUF MORGEN VERZICHTEN? Jürgen: Auf keinen Fall auf so einen Tischkicker. Ralph: Da gibt es viel und auch wenig. Wenn man seinen Koffer für die Tour packt, denkt man sich auch, was nehme ich jetzt mit, was habe ich zuhause, auf was kann ich verzichten. Das Ende vom Lied ist, dass man mit relativ viel Gepäck anreist. Auf der anderen Seite habe ich vor kurzem mal mein Handy verloren. Es war irgendwie zwei Tage weg und das ging auch. Es ist immer nur die Frage, ob man es will oder nicht. Ich glaube, man kann im Leben auf relativ viel verzichten und man kommt trotzdem durch. WELCHE ALLTAGSTÄTIGKEIT IST FÜR EUCH PURE ZEITVERSCHWENDUNG? Jürgen: Interviews Ralph: Soundcheck – (beide lachen) Jürgen: Das ist so eigentlich das Wichtigste und Quizsendungen gucken auf DSF. Ralph: Was ich definitiv für reine Zeitverschwendung halte, sind Computerspiele. Da habe ich nichts mit zu tun, das geht mir nicht in den Kopf. Ich finde es okay, wenn das jemand macht, aber mir geht es nicht in den Kopf. WELCHEN STELLENWERT IN EURER KARRIERE HAT „NO NUTS NO GLORY“, WAS DENKT IHR? Ralph: Das zuletzt geschriebene Album hat eigentlich immer den höchsten Stellenwert, weil es die aktuellste Momentaufnahme ist von dem, was man gerade macht. MARTA IST JA IM FEBRUAR SCHON WIEDER IM TV ZU SEHEN BEI STEFAN RAAB MIT OOOMPH!, BEDEUTUNG HAT INZWISCHEN STEFAN RAABS SONGCONTEST? Ralph: Der Wettbewerb hat für uns als Band nicht den riesigen Stellenwert, weil da meines Wissens nur Deutsche Bands spielen, die auch auf Deutsch singen. Da zählen wir uns nicht zu. Wenn Marta eine Anfrage bekommt wie vor zwei Jahren von APOCALYPTICA oder wie jetzt von OOOMPH!, das sind beides befreundete Bands, dann muss letztendlich Marta entscheiden, ob sie da Bock drauf hat. Sie hat da Lust drauf, sie hat auch Lust deutsch zu texten, jetzt nicht bei Die Happy, aber in diesem Fall. Dann haben wir den Song von OOMPH! geschickt bekommen, da es ist natürlich als Band gut ist zu wissen, was die Sängerin macht. Wir fanden den Song „Träumst Du“ immer schon gut, wir mögen die Jungs von OOMPH!. Jürgen: Es gibt auf jeden Fall wieder eine geile Party. Wir werden da sein und unsere Marta unterstützen mit Tat und Rat. Vom Stellenwert ist es einfach eine gute, geile Party. AM 24. UND 25. HABT IHR EINE KURZE TOURPAUSE, KANN MAN DA ÜBERHAUPT ABSCHALTEN UND WEIHNACHTEN FEIERN? Ralph: Es ist schon immer ein Riesen Kontrastprogramm, aus dem Tourleben zurück ins Familienleben zu kommen. Die Eltern respektieren in meinem Fall zwar das, was man macht, verstehen tun sie es aber doch nicht. Können sie auch nicht, denn sie haben nie so einen Tourtag erlebt und wissen nicht, wie das Leben im Nightliner ist. Deshalb prallen da Welten aufeinander. Ich bin, ich hoffe meine Mutter liest das nicht, nach zwei Tagen wieder froh, wenn ich auf Tour bin. Obwohl es immer sehr schön ist, aber wie gesagt der Kontrast, der ist schon manchmal richtig heftig. WER WIRD DIESES JAHR DEUTSCHER FUSSBALLMEISTER? Jürgen: Es kann nur den FC Bayern geben.

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