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DISTURBED (DAN DONEGAN)

„Als wir in Kuwait waren, um für die Truppen zu spielen, sahen wir da „Babyface-Kids“, die gerade 18 oder 19 Jahre alt sind. Die setzen dort ihr Leben aufs Spiel, weil ihnen das befohlen wurde. Sie lieben ihr Land, genauso wie wir. Wir waren immer gegen die Gründe, die sie dort hingebracht hat, aber wir wollten sie nicht vergessen. Wir supporten die Truppen, nicht den Krieg.“ HAMBURG REEPERBAHN… DAS DOCKS MAL WIEDER. SO OFT WIE IN DEN LETZTEN WOCHEN WAR ICH HIER IN 12 JAHREN HAMBURG NICHT. NA MAL SEHEN, WAS HIER PASSIERT, WENN DIE PACHT 2010 AUSLÄUFT. KIEZ-PATE LITTMAN HAT ES NACH (AUCH PERSÖNLICHEN) ANDROHUNGEN JA ABGELEHNT, DEN LADEN ZU ÜBERNEHMEN. EIN NEUBAU SOLLTE HER, ABER DER KIEZ WÜRDE EINEN WEITEREN CLUB VERLIEREN UND DAMIT WAREN VIELE NICHT EINVERSTANDEN. VERSTÄNDLICH. ABER ICH SCHWEIFE AB, BEFINDE MICH SCHON AM HINTEREINGANG ZUR PRINZENBAR UND WERDE ICH VON EINEM FREUNDLICHEN SECURITY-MITARBEITER DARAUF HINGEWIESEN, DASS DIE BAND GERADE SOUNDCHECK MACHT. VOR EINIGEN MINUTEN HÄTTE ICH MICH NOCH MIT DER BAND FOTOGRAFIEREN LASSEN KÖNNEN, FALLS ICH DENN EIN FAN WÄRE. SEHR FREUNDLICHE, AUFGESCHLOSSENE UND UNEITLE MENSCHEN WÄREN DAS, WEISS DIESER ZU BERICHTEN. UND NACHDEM ICH MICH MIT DAN DONEGAN, GITARRIST UND HAUPTSONGWRITER DER US-CHARTSTÜRMER ZUM ENTSPANNT FREUNDLICHEN GESPRÄCH TRAF, KANN ICH DEM NUR ZUSTIMMEN. DAS IST DAS EINZIGE MAL, DASS IHR ZWEI KONZERTE AM GLEICHEN ORT GEBT… Ja, ich glaube schon… IST DAS EIN GUTES GEFÜHL, ODER IST ES EIN AUFTRITT WIE JEDER ANDERE? Es ist cool, denn Du musst wissen, dass ich Hamburg über alles liebe! Dies ist eine meiner Lieblingsstädte und ich freue mich immer, hierher zu kommen. Dies gibt uns natürlich einen Extratag, um zu bleiben… Letzte Nacht haben wir hier herumgehangen und ein wenig Party gemacht, mussten uns keine Gedanken über die Abfahrt machen. Wir sind aufgewacht und waren bereit für die nächste Show. Von dieser Seite her gesehen ist das natürlich gut (lacht). WAS HABT IHR DENN SO GETRIEBEN? Oh, wir waren in einigen Läden auf dem Kiez. Erst waren wir mit dem Label und SHINEDOWN unterwegs, die so eine kleine Record Release Feier hatten. Ich glaube „Headbangers Ballroom“ hieß der Laden, in dem wir waren. Dann sind wir wieder in dieser Gegend gelandet, kann mich aber nicht an einen Namen erinnern. Wir waren in einer kleinen Bar, in der wir das letzte Mal auch schon waren. Die spielen da Rock im Hintergrund und wir haben „Foosball“ gespielt. („und viel getrunken“ wird im Hintergrund genuschelt). IST NACH DEUTSCHLAND ZU GEHEN, SO WIE ZU EUREN WURZELN ZURÜCKZUKEHREN? SCHLIESSLICH SEID IHR HIER IMMER NOCH NICHT SO POPULÄR WIE IN EURER HEIMAT, OBWOHL ES IMMER MEHR ZUSCHAUER WERDEN… Ja, es fühlt sich definitiv wie ein Neuanfang an. Wir spielen in kleineren Clubs, als wir es eigentlich gewöhnt sind, denn in Amerika sind wir wirklich durch die Decke gegangen. Aber es macht natürlich auch Spaß, denn es lässt uns hungrig bleiben, uns weiter hart arbeiten. Wir wissen, dass wir vor vielen neuen Fans auftreten, denn jedes Mal, wenn wir hier wieder spielen, wird die Besuchermasse immer größer, die Fans immer intensiver. Die Aufregung und die Intensität der Fans lässt uns immer wieder in diesen Teil der Welt reisen, denn sie wissen es wirklich zu schätzen, dass wir hierher kommen, um für sie zu spielen. Wir können zu den Fans hier eine besondere Verbindung spüren. Ich meine, ich möchte unsere amerikanischen Fans nicht beleidigen, ich liebe Amerika und wir haben viele Fans dort, aber es scheint mir eher so, dass Musik den Menschen hier viel mehr bedeutet. Die US-Fans sind tolle Fans, aber sie sind etwas zu sehr verwöhnt, weil sie die meisten Bands fast immer sehen können. Wenn die Leute wissen, dass ihre Lieblingsband aus Amerika sich die Zeit nimmt und sich auf den Weg hierher macht, um hier für sie zu spielen… dann geben sie auf den Konzerten alles, um sicherzustellen, dass die Band auch wieder kommt. Und das gibt uns den Grund wiederzukommen, verstehst Du? ALSO MÖGT IHR DIE KLEINEN CLUBS GENAUSO WIE DIE GROSSEN STAGES? Sicherlich, aber es ist immer schön eine Mixtur aus Beidem zu haben. Versteh mich nicht falsch, aber als wir hier herkamen und bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ gespielt haben… und in die Gesichter von 80.000 Leuten gucken konnten… Es gibt kein gewaltigeres Gefühl! Aber zurück in den Clubs und dem etwas intimeren Feeling kannst Du eine bessere persönliche Verbindung zu den Kids aufbauen. Bei Festivals gibt es die großen Barrikaden, die Security… und Du bist soweit weg von den Fans. Auch wenn es toll ist, zu sehen, wie viele Menschen im Publikum sind. In den Clubs kannst Du sie berühren, es ist einfach intimer. WIE HABT IHR ES GESCHAFFT, EURE EIGENE NISCHE ZU ERSCHAFFEN UND ERFOLGREICH VOM ABFAHRENDEN NU-METAL ZUG ZU SPRINGEN? Wir haben nie groß darüber nachgedacht, was wir eigentlich machen. Wir wollten nie unbedingt irgendeiner Szene oder Trends angehören. Deswegen hatten Kritiker es immer schwer, uns ein Label zu verpassen. Wir kamen nun mal gerade auf die Bildfläche, als diese Nu-Metal-Bands alle sehr populär waren und wir wurden unter diese Kategorie einsortiert. Wir haben es nie richtig verstanden und uns auch nicht als Teil dieser Szene verstanden. Es war natürlich toll, dass wir auf dieser Welle mitsurfen konnten, um unseren Namen bekannt zu machen. Wir sind von den Bands geprägt, mit denen wir aufgewachsen sind, klassische Metal-Bands wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST, METALLICA, PANTERA… BLACK SABBATH. Von denen haben wir unsere Inspirationen bekommen und unseren eigenen Stil daraus kreiert, der sich ganz natürlich entwickelt hat. Wir haben Glück gehabt, unseren eigenen Sound zu finden, einen Sound mit dem sich andere Leute identifizieren können. Wenn die Leute ein Riff von uns hören, oder Davids Vocals vernehmen, wissen sie: Das ist DISTURBED. Und das war das Wichtigste: Als wir nach einem Sänger suchten, war uns klar, dass wir jemanden brauchten, der seine „eigene“ Stimme hat, der nicht versuchte, wie jemand anderes zu klingen. Leider versuchen das viele Sänger: Es ist nichts Verkehrtes daran, sich Einflüsse zu entleihen, um sie mit deinem eigenen Ding zu vermischen, aber stelle bitte sicher, dass das meiste „Du selbst“ bist. Zu viele Sänger kommen auf die Bühne, die ihren Vorbildern nacheifern wollen, aber nichts von sich mit einbringen. David hat offensichtlich eine eigene Stimme, es war „seine“ Stimme, die er zu dem Zeitpunkt immer noch weiterentwickelte. Er wusste noch nicht genau, wo er hinwollte, aber wir wussten sofort, dass er wie kein anderer klang. Natürlich hörst Du auf einigen Tracks gewisse Inspirationen, aber es ist immer seine Stimme. DAS PROBLEM IST JA AUCH: HEUTZUTAGE GIBT ES KAUM NOCH „SÄNGER“. IN ALLEN BANDS WIRD GESCHRIEEN… „Right!“ SOLCHE LEUTE WIE COREY TAYLOR ODER EBEN DAVID DRAIMAN GIBT ES KAUM NOCH… Einige dieser Bands mag ich natürlich, aber es ist schwer, eine eigene Identität zu haben, wenn in allen Bands ähnlich viel geschrieen wird. Es ist vielleicht cool und aggressiv und die Besucher werden in Wallung versetzt, aber historisch gesehen: An wie viele Bands aus dieser Richtung wird man sich in 10, 15 Jahren erinnern? Wenn Du Dich an einen Song erinnern willst, kommt Dir als erstes der Moshpit in den Sinn. Nicht die Melodie, das Lied oder die Stimme. WANN DANN NOCH DIE EWIG GLEICHEN PRO-TOOLS-GITARREN-SOUNDS DAZUKOMMEN… MAN KANN DIE BANDS MANCHMAL WIRKLICH NICHT UNTERSCHEIDEN… Ja. Ja. Hör auf (lacht). Mehr kann man dazu nicht sagen… „INDESTRUCTIBLE“ IST IN MEINEN AUGEN GITARRENBETONTER AUSGEFALLEN. WAR DAS DEIN WUNSCH ALS GITARRIST UND SONGWRITER, ODER HAT SICH DIE BAND GEMEINSAM DAZU ENTSCHLOSSEN? Alle unsere Songs sind immer aus einem Gitarrenriff entstanden, die Gitarre legt das Gerüst auf dem der Rest aufbaut. Dann kommt Mike und arbeitet an den Beats. Das vermittelt uns eine grobe Idee, ob die Ideen für uns funktionieren. Von da an improvisieren wir und geben die Sachen dann David um sie auszuprobieren. Weißt Du, so haben wir schon immer funktioniert. Natürlich ermutigen und pushen mich die Jungs, denn sie wissen, zu was ich fähig bin. Sie haben mir immer Vertrauen geschenkt, wir schenken uns eigentlich immer gegenseitig das notwendige Vertrauen, um uns gegenseitig weiter anzuspornen. Es ist gut, dieses Support-Team hinter Dir zu wissen. Ich spiele mit den anderen ein Lied, das mag ich. Ich mag es nicht, hinfort getragen zu werden, es geht nicht darum, besonders hervor zu scheinen. Wir brauchen uns gegeneinander, um mit der bestmöglichen Musik aufzutrumpfen, die wir gemeinsam in der Lage sind, zu spielen. Nicht jeder für sich alleine. Weißt Du, wir denken wirklich nicht allzu viel über so etwas nach. Wir machen das, was sich gut anfühlt, was uns bewegt und uns eine Gänsehaut beschert. Das ist alles, was wir machen können. WIE HABT IHR ES GESCHAFFT, DAS BANDGEFÜGE INTAKT ZU HALTEN, WÄHREND ES IM METAL-BEREICH EIGENTLICH GANG UND GÄBE IST, MITGLIEDER AUSZUWECHSELN? Wir sind wirklich gute Freunde, wir respektieren uns gegenseitig. Selbst wenn wir uns streiten und rummosern, dauert es meistens nicht lange, bis wieder alles im Lack ist. Alle haben einen Sinn für Humor, wir können uns gegenseitig aufziehen und die Knöpfe des Anderen drücken, wissen aber wann es zu weit geht und man einen Bogen um die Person machen sollte. Wir haben schon immer hart gearbeitet und waren immer motiviert, selbst bevor wir überhaupt einen Vertrag hatten. Nichts war einfach für uns, wir wussten, dass wir Mauern einreißen mussten, um irgendetwas zu erreichen, es gab ja keine Szene für uns, es gab kein Freifahrtticket. Es ging immer darum: Wie sehr wollen wir das? Wie sehr wollen wir diese Art von Lifestyle? Wie sehr wollen wir unsere Musik als Fulltime-Job? Also waren wir sehr konzentriert und entschlossen bei der Sache. Wir alle teilen diese Arbeitsmoral. Wir sind nicht die typische stereotype Rockband, auch wenn wir auch unsere Party-Zeiten haben, und glaube mir, ich war oft Teil einer guten Party-Zeit, aber uns geht es auch um Professionalität. Wir müssen sicherstellen, dass wir auch in Zukunft das machen können, was wir am liebsten machen. LIEST DU DENN ÜBERHAUPT NOCH REVIEWS ODER KÖNNTE DIR NICHTS EGALER SEIN? Manchmal schaue ich sie mir schon an, aber kümmern tut es mich nicht. Vielleicht habe ich ein dickeres Fell als andere Leute, aber ich lass das nicht an mich heran. Es ist egal, wer Du bist, schlechte Reviews wird es immer geben. „I really dont care“. Guck Dir die Anfangstage von METALLICA oder BLACK SABBATH an, den größten Bands überhaupt, die sind zu Anfang teilweise auch nicht mit offenen Armen empfangen worden. DIE ERSTE SABBATH-SCHEIBE WÜRDE WIE DRECK KLINGEN, IST DAMALS BEHAUPTET WORDEN… Ja, aber schau Dir diese Bands heute an. Die ganzen Classics, die ich vorher erwähnte, haben teilweise Karrieren von über 20, 30 Jahren hingelegt, die haben eine riesige Fanbase. Und was uns die Kritiker nicht nehmen können, sind unsere Fans. Sie können über uns sagen, was sie wollen, sie müssen uns nicht mögen, es ist mir egal. Wenn Du unsere Band hasst, dann hasse uns. Das ist Deine Wahl. Aber was die Kritiker nicht verheimlichen können ist, dass unsere Fanbase immer größer wird, wir immer größere Säle spielen, die Kids unsere Lieder mitsingen. Das können sie nicht abstreiten, das ist einfach Realität. Das ist mein Weg, den Kritikern einen zurückzugeben: Du kannst über uns sagen, was Du willst, aber Du kannst nicht die Fakten verändern. ALS EIN ALTER GENESIS-FAN, MUSS ICH DOCH NOCH MAL FRAGEN, WER DIE IDEE ZU DEM COVER VON „LAND OF CONFUSION“ HATTE? Damals hatten wir fast das ganze Material für „Ten Thousand Fists“ fertig, warteten auf unseren Produzenten, damit wir mit den Aufnahmen beginnen konnten. Wir hatten also ein wenig Leerlauf und ich sah das originale Video vor einiger Zeit, was auf den ersten Blick ja recht goofy ist, mit den ganzen Puppen, Reagan und so weiter. Dann begann ich über den Sinn des Liedes, die Lyrics nachzudenken und dachte, wie gut diese eigentlich sind. Heute passt es noch immer in unsere Zeit und lyrisch auch gut zu unseren Themen. Ich wollte noch etwas, dass uns herausfordert, ich mag es herausgefordert zu werden, deswegen suchten wir ja schon „Shout“ von den TEARS FOR FEARS heraus. Mit „Land of Confusion“ suchten wir uns einen Song, der so nicht von uns erwartet wurde. Diesen unseren eigenen Stempel aufzudrücken, einen DISTURBED Song daraus zu machen, das war unser Ziel. Das Lied hat tolle Synkopen, wir wollten ein heavy Riff und Double-Bass darauf legen und wussten, dass wir das abziehen konnten. Ich glaube David, war zu Beginn ein wenig skeptisch. Es ist schwer jemanden zu überzeugen, ohne einfach damit zu beginnen. Das war hier der Fall: als die Musik stand, konnten wir David überzeugen, dass er dem Song seinen Stempel verpassen konnte. WO WIR SCHON VON „LAND OF CONFUSION“, DEM THEMA KRIEG IM ALLGEMEINEN SPRECHEN: KANNST DU NACHVOLLZIEHEN, DASS EUROPÄISCHE FANS EIN PROBLEM DAMIT HABEN, WENN IHR AUF DEM COVER VOM „REVOLVER“ AUF EINEM PANZER POSIERT, IHR LACHEND IM IRAK SCHWERE GEWEHRE IN EUREN HÄNDEN HALTET? (sucht seine Worte) Nun, wir haben nie einen Hehl aus unseren Support für unsere Truppen gemacht. Und haben gleichermaßen gesagt, dass wir nicht den Krieg unterstützen, zu einer Zeit, als die meisten Amerikaner dies noch taten. Trotz all der fadenscheinigen Begründungen, mit der unsere Leute dahin geschickt worden. Es gab keinen Beweis für nukleare Waffen. Aber trotz all dieser Dinge, es sind junge Menschen, die da hingeschickt werden, die ihren Job machen müssen, die das machen müssen, was ihnen gesagt wird. Ob wir darüber einstimmen oder nicht: Wir müssen diese Kids unterstützen. Als wir in Kuwait waren um für die Truppen zu spielen, sahen wir da „Babyface-Kids“, die gerade 18 oder 19 Jahre alt sind. Die setzen dort ihr Leben aufs Spiel, weil ihnen das befohlen wurde. Sie lieben ihr Land, genauso wie wir. Wir waren immer gegen die Gründe, die sie dort hingebracht hat, aber wir wollten sie nicht vergessen. Wir supporten die Truppen, nicht den Krieg. Es wird immer Missverständnisse geben, gab es immer. Wegen unseren Lyrics, wegen David, der sehr starke Positionen vertritt, der gerne mal etwas sagt, was die Leute in Frage stellen. Und dazu haben sie das Recht, aber wir haben auch ein Recht, auf unsere eigene Meinung. Unsere Musik und Davids Lyrics sind eine Art Therapie für uns, damit können wir das verarbeiten, was uns bewegt. UND NUN ZU ETWAS VÖLLIG ANDEREN: IHR GEBT VIELE TRACKS ZUM BEISPIEL FÜR VIDEOSPIELE FREI. IST DAS EINER DER ZUKÜNFTIGEN WEGE, UM MIT EURER MUSIK GELD ZU VERDIENEN? Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung, zumindest was das Monetäre betrifft. Auf jeden Fall kannst Du Deine Musik einer komplett neuen Gruppe nahe bringen. Und für eine Band wie DRAGONFORCE hat es ja offensichtlich funktioniert. Bei uns ist das nicht anders. Wenn jemand noch nie etwas von uns gehört hat, er noch zu jung ist, nie auf einem Konzert war und uns dann bei einem Videospiel hört, wird er vielleicht angefixt und kauft sich das Album… Aber hoffentlich wird er sich eine richtige Gitarre besorgen und lernen, wie man ein richtiges Instrument spielt. Das wäre das, was ich am liebsten sehen würde. Ich bin nun mal selber Musiker und würde es toll finden, andere dazu zu bewegen können, selbst ein Instrument zu lernen. Vielleicht wird es in einer zukünftigen Version von „Guitar Hero“ oder „Rock Band“ noch realistischer sein, sodass man die Grundzüge einer richtigen Gitarre viel besser beherrschen könnte. Ich hab das Spiel gespielt „and i suck at it!“ Ich habe das lange ausprobiert und musste zugeben: „Thats fuckin hard!“ Die Firmen sollten das im Hinterkopf behalten und das Ganze realistisch angehen, das würde die Kids in die richtige Richtung lenken. Ich weiß, dass sie im Geschäft sind, um Spiele zu verkaufen, aber die Kids zu ermuntern, wäre nicht das Schlechteste. Das würde ich zu schätzen wissen, dann würde aus Spiel „Ernst“ werden. WAS HAT DICH DENN BEWOGEN, DIE GITARRE IN DIE HAND ZU NEHMEN? Auf Konzerte zu gehen und meine Lieblingsbands auf der Bühne zu sehen, zu merken wie kraftvoll und bewegend vier, fünf Leute auf einer Bühne sein können… und um ficken zu können (lacht). All diese Mädchen, die die Band nach dem Auftritt sehen wollten. Die meisten Musiker denken so, egal was sie erzählen. Es ist ein guter Weg, um an eine Menge gut aussehender Mädchen zu kommen. Das wird dann Dein Territorium… es sollte doch um „Sex, Drugs and RocknRoll“ gehen, oder? OK, ES FOLGEN MEINE UNAUSWEICHLICHEN LIEBLINGSFRAGEN, DA MÜSSEN DIE MEISTEN DURCH… SCARLETT JOHANSSON ODER NATALIE PORTMAN? „I like em both, actually“, aber ich würde mich für Scarlett Johansson entscheiden… BATMAN ODER SPIDERMAN? (überlegt) “That’s a good one, that’s a tough one…“. Ich glaube Spiderman, weil ich den erst vor zwei Wochen gesehen habe. Eigentlich ist das eher ein unentschieden. AL BUNDY ODER TONY SOPRANO? Tony Soprano (lacht dreckig), „´cause he is bad-ass! Tough guy!” SIMON AND GARFUNKEL ODER HEAVEN AND HELL? Heaven and Hell? Black Sabbath!? Da fragst Du noch? JOHNNY CASH ODER BRUCE SPRINGSTEEN? Johnny Cash! Da kenne ich eine gute Geschichte, ich versuche sie kurz zu halten. David hat mal mit einem Promoter im Mittleren Westen der Staaten gesprochen und erzählte nebenbei, wie sehr er JOHNNY CASH respektieren würde. Der Promoter kannte JOHNNY CASH, und als CASH im Sterben lag, unterschrieb er noch eine Autogrammkarte für David, auf der stand: „Keep the Metal alive!“. Das war ein, oder zwei Wochen, bevor er starb. So ein cooles Geschenk, ich war ziemlich eifersüchtig auf David. „JOHNNY CASH, for sure!“ DIE SIEBZIGER ODER DIE ACHTZIGER? Die Siebziger hatten die besseren Rock-Bands, also musikalisch betrachtet die Seventies. Aber wenn es um „sluttier Girls“ und Action geht, dann die Achtziger. Die Hairspray Bands haben das erst möglich gemacht, dafür muss ich ihnen ein wenig Respekt zollen. Aber auch als Gitarrist gesehen, gab es in den Achtzigern eine menge Gitarristen, die mich inspiriert haben. George Lynch von DOKKEN, Warren D. Martini von RATT, solche Leute waren gute Shredder. Das war nun mal die Zeit, in der ich begann, Gitarre zu spielen. JÄGERMEISTER ODER WHISKEY? „Jägermeister, by far!“ Für die meisten von uns ist ein Ritual, vor jedem Auftritt einen zu kippen. Jägermeister war der Sponsor vom OZZFEST, da gab es das jeden Tag, war frei verfügbar, jetzt ist es zur unserer Routine geworden. Und: Es heilt Dich von jeder möglichen Krankheit! Natürlich nicht, wenn Du zuviel trinkst. Wenn Du die richtige Menge trinkst, wird jede nahende Erkältung eliminiert.

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