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ELANE (JORAN/ SKALDIR/ NICO)

HALLO UND DANKE FÜR DAS INTERVIEW. VOR ZEHN JAHREN HABT IHR DAS ERSTE DEMO-TAPE VORGESTELLT. WO WIRD DENN DIESES JAHR DIE PARTY GEFEIERT? Joran: Zuhause vorm PC. Leider wohnen wir alle zu weit auseinander. Releasepartys wird es trotzdem geben. WIE SEID IHR ZUR MUSIK GEKOMMEN? GAB ES EINE MUSIKALISCHE AUSBILDUNG? Joran: Mir wurde die Musik quasi in die Wiege gelegt: viele meiner Vorfahren waren sehr musikalisch. Aber das allein zählt nicht. Du musst einen gewissen Funken oder ein ganzes Feuer in dir tragen, um etwas so weit zu verwirklichen und auch nie aufhören zu können. Skaldir: Ich hatte früher einige Jahre Orgel- und Keyboardunterricht. Alle anderen Instrumente habe ich mir dann selber beigebracht. Ich hatte nie viel Spaß am üben, auch wenn es nicht unwichtig ist. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich lieber selbst etwas komponiere als Stücke von anderen einzuüben. Letztes Jahr habe ich angefangen, mir ein paar Gesangsstunden geben zu lassen, und es war eine sehr gute Entscheidung. An Punkten, an denen ich selbst nie weiterkam, konnte ich mich so verbessern. An dieser Stelle: Danke Susanna! 🙂 Nico: Ich bin Autodidakt, was Musik angeht. WIE SIEHT ES MIT EUREN FAMILIEN AUS? STEHEN ALLE CLANS HINTER EUCH ODER GAB ES EINE BESONDERE FÖRDERUNG? ODER MUSSTE SICH GAR JEMAND GEGEN DIE ABLEHNUNG DER SEINIGEN DURCHSETZEN? Joran: Eher Letzteres, einfach weil es total unüblich war. 😉 Inzwischen finden es natürlich alle ganz toll und sie unterstützen uns, wo sie nur können.;-) Skaldir: Meine Eltern haben mich immer unterstützt, auch wenn es für sie bestimmt nicht ganz einfach war, da in unserer Familie nur mein Bruder und ich wirklich musikalisch sind. Nico: Meine Familie steht voll und ganz dahinter, was ich sehr schätze. Denn Musik zu machen, bedeutet mitunter viel Zeit alleine in dunklen, kalten Kellern zu verbringen. GIBT ES EIGENTLICH NOCH GRÜNDUNGSMITGLIEDER BEI EUCH? WER GEHÖRT DENN ZUM URGESTEIN? Joran: Skaldir und ich. Skaldir: Genau, wir haben Elane zu zweit im September 2001 gegründet. Später kamen Katrin (bis 2009), Nico und Simon dazu. IHR SEID ALLE MIT DEM TEXTEN UND KOMPONIEREN/ ARRANGIEREN ENG VERBUNDEN. JEDER HAT SEINEN ANTEIL DARAN. WAS MACHT DENN MEHR SPASS? Joran: Beides macht mir viel Spaß aber wenn ich wählen müsste, würde ich mich für Komponieren/ Arrangieren entscheiden. Skaldir: Für mich ist das Texten eher eine Höllenqual, daher bin ich froh dass meine Mitmusiker das so gut können. Nico: Für mich ist beides eine untrennbare Einheit. Ich kann schwer komponieren, ohne schon einen Text im Ohr zu haben und umgekehrt. WIE KAM ES ZU DER ZUSAMMENARBEIT MIT KAI MEYER? WER VON EUCH IST DENN DER GRÖSSTE FAN? WAS SIND EURE LIEBLINGSWERKE? Nico: Wir haben 2006 live auf den Fantasy Days auf der Burg Satzvey gespielt. Inmitten eines Songs bemerkte ich ein bekanntes Gesicht im Publikum, war mir jedoch unsicher, ob es wirklich Kai Meyer war. Ich kannte sein Gesicht aus den Romanumschlägen. Ich war neugierig und fragte in einer Liedpause über das Mikro: „Entschuldigen Sie, sind Sie Kai Meyer?“ Kai schmunzelte und nickte. Kais Bücher sind einfach toll, ich war schon Fan, bevor es ELANE überhaupt gab. Joran: Ich denke, jeder ist auf seine andere Art Fan von Kais Büchern. Besser oder größer gibt’s da genau so wenig, wie es bessere oder schlechtere Musik gibt. 😉 Mich persönlich sprechen die sehr fantastischen Romane an. Z. B. „Das Wolkenvolk“ oder „Die Sturmkönige“. Aber auch düstere Romane wie „Die Alchimistin“ haben mich sehr gefesselt. Allerdings könnte mich das weniger musikalisch inspirieren. UM IN DIESEM ZUSAMMENHANG DAS THEMA TEXTEN UND KOMPONIEREN NOCHMAL AUFZUGREIFEN. WIE GESTALTET SICH DENN DAS INSPIRIEREN? SEIT IHR DA STRIKT NACH EINEM SCHEMA VORGEGANGEN? AUS DEM UND DEM KAPITEL KANN MAN EINEN TEXT MACHEN UND DANN DIE MUSIK DAZU ODER UMGEKEHRT? Joran: Genau. Man muss sich nur zusammenreißen, damit man nicht am Ende komplett ALLES vertont (bei der „Loreley“ ist das fast passiert). Man versetzt sich grundsätzlich in eine Szene hinein, die gefällt, und lässt sich von ihrer Stimmung inspirieren. BEI DER ANZAHL BÜCHER, DIE KAI MEYER GESCHRIEBEN HAT, WÄRE NOCH EINE GROSSE ANZAHL WEITERER ALBEN DENKBAR. WOLLT IHR DIE BEFRUCHTENDE SCHIENE VERLÄNGERN ODER GIBT ES VIELLEICHT SCHON DIE IDEE FÜR EIN GÄNZLICH ANDERES PROJEKT? Joran: Wir hatten schon für „Arcane“ mehr Songs als drauf passten und noch viele weitere Ideen. Darum werden wir noch ein weiteres von Kai Meyer inspiriertes Album dran hängen. Skaldir: Ursprünglich sollte sich die Zusammenarbeit nur auf ein Album belaufen, aber da wir plötzlich fürchterlich viele Songideen hatten, haben wir Kai gefragt, ob er sich auch ein zweites Album vorstellen könne. Ich glaube, es hat ihn gefreut. BESONDERS DIE ORIENTALISCHEN TRACKS AUF „ARCANE“ ERINNERTEN MICH AN LOREENA MCKENNITT. WAS HALTET IHR VON DER MUSIK DER KANADIERIN? Nico: Loreena ist toll! Joran: Seit jeher ein beeindruckendes „Vorbild“. Ihre wunderschöne Musik hat mein Leben sehr geprägt, und ich hatte vor einigen Jahren sogar das Vergnügen sie treffen zu dürfen. 🙂 Skaldir: Ich glaube sagen zu können, dass alle Bandmitglieder etwas mit ihrer Musik anfangen können. Persönlich mag ich zwar nicht alles, aber vieles ist sehr schön und inspirierend. WELCHE HÖHEPUNKTE STEHEN DIESES JAHR IN EUREM TERMINKALENDER? Joran: Ich versuche jeden Tag wie ein Fest zu feiern. Von daher sollte wohl jeder Tag angekreuzt sein. 😉 Viele Projekte sind in Planung, und ich lasse mich überraschen, wohin der Weg mich führt. Das geht am Besten. Nico: Ich freue mich auf Kai Meyers dritten Arkadien-Band, der 2011 erscheinen wird. Skaldir: Ich hab keinen Terminkalender. 😉 EURE ARRANGEMENTS SIND JA BEKANNTERMASSEN EINE GEKONNTE MISCHUNG AUS ELEKTRONISCHEN UND NATÜRLICHEN INSTRUMENTEN. SPIELT IHR TROTZDEM AUCH UNPLUGGED, AKUSTISCH? ODER WIE SCHANDMAUL SAGEN: IN DER STRASSENVERSION AUF MÄRKTEN? Joran: Manchmal machen wir das. Akustische Konzerte sind ja doch immer ein besonderes Erlebnis. Trotzdem ziehe ich die „plugged“ Konzerte vor, eben weil man die Albenversionen authentischer darbieten kann. Skaldir: Wir sind aber trotzdem alles andere als die typischen Spielmannsleut’. Wir haben ja musikalisch unsere eigene Nische, und diese setzt eine etwas andere Instrumentierung voraus. Nico: Und wir wählen diese Instrumentierungen im Studio ja ganz bewusst, weil wir unsere Songs so am allerliebsten mögen. Jede Veränderung daran ist für mich immer ein Kompromiss. Dennoch: Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und in intimer Runde ein akustisches Konzert zu spielen, auch das hat seinen Reiz, keine Frage! WARUM DIESES MUSIKALISCHE GENRE MITTELALTER/ FANTASY/ AMBIENT/ WELTMUSIK? WARUM KEINE POP-MUSIK, SO LENA-LIKE? Joran: Einfach deshalb, weil ich die Musik mache, die ich liebe. Es ist für mich das Gewand, das am feinfühligsten ist. „Unsere“ Lena mag ich übrigens überhaupt nicht. Skaldir: Lena macht wahrscheinlich auch, was ihr gefällt, und das ist ja nicht verkehrt. Man sollte immer dem nachgehen, was einem auf natürliche Weise Spaß macht, finde ich. Leute wie Roy Black sind ja wirklich daran kaputt gegangen, dass sie in einem Stil gefangen waren, den sie gar nicht mochten. Nico: Der Begriff „Pop“ sagt es ja schon: Es ist populäre Musik. Und populär ist, was den meisten gefällt. Wenn sich der Geschmack der Masse verändert, dann ändert sich auch das, was man unter Pop-Musik versteht. „Pop“-Bands sind also einem ständigen Wandel unterzogen, der von außen an sie heran tritt, den sie nur zu einem gewissen Teil kontrollieren können. Nur wenige sind echte Trendsetter. Die meisten Pop-Genre-Bands folgen den Trends. Ich hingegen mag es, frei zu sein, in dem, was ich mache. INWIEWEIT IST EURE MUSIK EINE ART „OASE DER RUHE“ VERGLICHEN MIT DER IMMER HEKTISCHER WERDENDEN WELT. WOLLT IHR DIESER BEWUSST EUREN SINNLICHEN KLANGKOSMOS ENTGEGEN SETZEN? Joran: Ich empfinde ELANEs Musik nicht als ruhig. Nun kann man sich ja vorstellen, wie ruhig ich lebe. 😉 Aber natürlich versucht man Lichter in die heutige Welt zu bringen, ganz klar. Es ist selten, dass man noch Kunst findet, die wirklich aus Herzblut entstanden ist. IHR STAMMT AUS DEM SAUERLAND, DIESE MENSCHEN WERDEN NORMALERWEISE ALS ERDVERWACHSEN UND EHER VERSCHLOSSEN CHARAKTERISIERT, SEHT IHR EUCH SELBST AUCH SO? GIBT ES DORT ÜBERHAUPT EINE ART „SZENE“ FÜR MUSIK DER EURIGEN? KÖNNTE MAN SAGEN, DASS EUCH DIE NATUR DORT ENTSPRECHEND GEFORMT UND INSPIRIERT HAT? Joran: Man sagt, die Sauerländer sind etwas verschlossen, aber WENN man sie erstmal für sich gewonnen hat, können sie Freunde fürs Leben sein. Und genau so ist es mit der Musik. Wir finden dort immer mehr Fans, die wirklich 1000%ig hinter uns stehen. Ich glaube schon, dass so eine mystische Umgebung passend zu unserer Musik ist. Und ja, die Natur dort hat mich sehr geprägt. WIE WICHTIG SIND EUCH DIE STUDIOALBEN IM VERGLEICH ZU LIVEKONZERTEN? Joran: Mir persönlich sind sie sehr wichtig. Am liebsten würde ich nie aufhören damit. Livekonzerte und der direkte Kontakt zu den Fans sind auch unbeschreiblich, aber das ist immer mit geballtem Stress verbunden. Skaldir: Die Studioarbeit steht für mich schon im Vordergrund. IHR SEID SCHON MIT SO UNTERSCHIEDLICHEN WIE BEKANNTEN BANDS WIE DORNENREICH, QNTAL ODER IN THE NURSERY AUFGETRETEN. WER HAT EUCH AM MEISTEN BEEINDRUCKT, GIBT ES IRGENDWELCHE BESONDEREN ANEKDOTEN UND MIT WEM – TOT ODER LEBENDIG – WÜRDET IHR GERNE MAL GEMEINSAM MUSIZIEREN? Joran: Mit Dornenreich oder Qntal könnte ich mir schon mal wieder etwas vorstellen. Skaldir: Persönlich fand ich die Begegnung mit Dornenreich am faszinierendsten. Gerade bei Evíga ist diese riesige Leidenschaft, Kunst zu schaffen, immer allgegenwärtig. Ich mag eine gewisse Ernsthaftigkeit gegenüber der Musik, weil ich das selbst auch so empfinde. Nico: Mit hat die große Professionalität von Qntal überaus gut gefallen. Obendrein sehr sympathische Zeitgenossen! Ich persönlich würde sehr gern mit Brendan Perry zusammen arbeiten. ABSCHLIESSEND NOCH EINIGE WORT AN DIE FANS? Joran: Danke für das schöne Interview und an die Fans: Danke für eure Unterstützung!! Skaldir: Ich nutze die Gelegenheit und danke Dir, lieber Detlef, für ein paar erfrischende Fragen. Nico: Vielen Dank für Euer Interesse. Ich hoffe, dass diejenigen unter Euch, die Kai Meyers Bücher bislang noch nicht kennen, über unsere Musik den Zugang finden und sich ebenso von Kais Geschichten begeistern lassen wie wir. Und natürlich auch umgekehrt! 🙂 NOCH MAL DANKE UND VIEL ERFOLG! MÖGEN RECHT VIELE FANS ERKENNEN, WAS SIE AN EUCH HABEN. Danke, Detlef!!!

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