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GROSSSTADTGEFLÜSTER (JEN/ RAPHAEL)

WIE SCHON IM HERBST LETZTEN JAHRES ROCKTEN GROSSSTADTGEFLÜSTER AM 21.12.2007 DIE KREFELDER KULTURFABRIK. ANSCHLIESSEND HATTE ICH NACH EINER STUNDE MERCHANDISING, DIE ICH AUCH ZUR ERHOLUNG BRAUCHTE, DAS VERGNÜGEN, JEN UND RAPHAEL BEI KAFFEE BZW. JÄGERMEISTER INTERVIEWEN ZU KÖNNEN, WÄHREND CHRIS IRGENDWIE IRGENDWO VERSCHWUNDEN WAR. SEID IHR ZUFRIEDEN? Raphael: Ja! Ist das schon die erste Frage? IST EIN GANZ SOFTER EINSTIEG, MERKSTE? FANGEN WIR MIT STANDARDSACHEN AN: EURE TEXTE HANDELN VON SEX – VORWIEGEND. WIRD DAS JEMALS LANGWEILIG FÜR EUCH? Jen: Moooment, wir reden auch über Steuererklärung! Raphael: Nee, wir haben ja auf dem ersten Album vor allen Dingen das Thema Sex in vielen Songs, aber mein Gefühl ist, dass das gar nicht stimmt. Auf dem neuen Album, das es ja noch gar nicht gibt, ist das eher weniger. ICH DENK GERADE AN DIE SACHEN BEI MYSPACE, DIE IHR DA HOCHGELADEN HABT. DIE SACHEN, DIE NICHT AUF DEM NEUEN ALBUM SIND – SEX! Raphael: Nee! PIMMEL! Jen: Ein Pimmel hat ja nicht unbedingt was mit Sex zu tun, das hat ja auch was mit Status zu tun. Raphael: Es hat eine kulturelle Unternote. ERKLÄR MIR DIE KULTURELLE UNTERNOTE! Jen: Es geht ja in erster Linie um Status und so weiter. Das ist irgendwie jemand, wo immer alles irgendwie stimmen muss und trallala. Und es ist ja so die Theorie, dass da jemand steht, der irgendwas kompensieren muss mit diesem ganzen Ah-das-ist-perfekt-Zeug. Und der Pimmel ist sozusagen die poetische Metapher. Raphael: Auf jeden Fall bin ich froh, dass Du das so sagst „Es geht um Sex vor allen Dingen“, weil es ganz auch schon ganz viele Interviews, wo die Leute gesagt haben „Ihr redet ja ständig über Liebe.“ Und ich habe mal das Wort „Liebe“ auf dem ersten Album gezählt, das ist irgendwie… ich glaube in 2 Songs kommt Liebe vor, eigentlich ist das echt wenig vertreten. Und Sex ist natürlich auch viel wichtiger und auch ein bisschen mehr, aber ich würde sagen, eigentlich ist.. ab jetzt, ab dem Status Quo, bringen wir weniger Sex. Jen: Ich glaube, wir haben einfach eine direkte Sprache und dadurch wird das eben ganz oft… So auf den ersten Blick hat es natürlich ganz viel mit Sex zu tun, ich glaube aber vor allen Dingen mit Körperlichkeit und mit Intensität und solchen Sachen. Mir ist es aber auch lieber, wenn man sagt es hat mehr mit Sex als mit Liebe zu tun. Nicht weil ich Liebe nicht mag – ich liebe Liebe, Liebe ist toll, aber das ist so ein abgegrabschtes Wort. Es geht viel um Zwischenmenschlichkeit bei uns, das stimmt, nach wie vor. Also sowohl auf dem alten als auch auf dem neuen Album. ABER IHR MACHT DAS NICHT UM ZU PROVOZIEREN? DENN JETZT GERADE BOOMT JA DIESE SEX-SONG-INDUSTRIE. Jen: Ja, ne? ZUM BEISPIEL SCOOTER! Jen: Jaaaaaa, Moment! Aber SCOOTER, die Arschkacker, die haben das gleiche Tempo und so wie wir – ich glaube ja, die haben geklaut! Nein, mal im Ernst, wenn wir provozieren wollten, würden wir wahrscheinlich so was sagen wie „Heil Hitler“ oder so. Das ist glaube ich gar keine Provokation mehr, wenn man über Sex redet. Wir nehmen einfach ne direkte Sprache und die ist alltagstauglich. IHR REDET ALSO AUCH PRIVAT SO? Jen: Ficken ficken? Raphael: Ich meine, welcher Mensch redet nicht privat übers Ficken? Ist doch albern! NAJA KLAR, ABER JEDER HAT DA NE ANDERE WORTWAHL. Jen: Nee, das stimmt. Also wir haben da ne direkte Sprache und natürlich macht provozieren an ner bestimmten Stelle auch Spaß, aber es geht uns nicht primär darum. Raphael: Es gibt da draußen im weltweiten Netz so viele Bands, die alleine auf Provokation setzen und das langweilt auch nach ner Zeit. Ich kann nicht abstreiten, dass wir auch provokante Dinge ab und zu bringen. Aber ich würde mich falsch beurteilt fühlen, wenn man uns darauf beschränkt, dass wir provozieren wollen. Jen: Nee, das wollen wir nicht, tatsächlich. GUT. KÖNNT IHR ROMANTISCH? Jen: Voll! Hab ich doch vorhin gesagt. Das kam aber von ihr (…) bis zum Mond und zurück! ABER IHR HABT NICHT VOR, DASS IN EURE MUSIK ZU PROJIZIEREN? Jen: Wir können auch romantisch! Wir haben auf dem alten Album emotionale Songs, siehe „Fehler“ oder „Melancholie“ und auch auf dem neuen Album werden Sachen da sein. Weil was wir auf jedem Fall machen: Wir machen uns nackig. Wir haben nichts zu verstecken und wollen das auch nicht und daher: Romantik hat, glaube ich, auch was mit ner gewissen Offenheit zu tun und mit Wärme. Ich habe auf keinen Fall Angst davor, mich emotional auch mal nackig zu machen an einigen Stellen und die Jungs sind da genauso. Raphael: Ja! WOBEI IHR SEID IM GRUNDE RECHT UNTERSCHIEDLICH, ODER? DAS STEHT JA AUCH AUF EURER MYSPACE-SEITE, DA WIRD JA BETONT, DASS DU RAPHI DER STILLE UND…. Raphael: Die Leute erleben uns ja vor allem live so und da sind wir alle drei irgendwie so Rampensäue. Ich bin auf der Bühne definitiv lauter als sonst und… vergiss doch mal diese alten Plattenfirmen-Texte! ICH WEISS JA NICHT, WER DIE GESCHRIEBEN HAT… Jen: Nee, wir sind schon auf jeden Fall unterschiedlich und das ist ja auch schön, weil das ergänzt sich und baut sich untereinander auf und das bringt auch Konflikte irgendwie und die bringen einen ja auch weiter und blah-schwätz-esoterik-fasel, aber an der Stelle, wo es sich reibt, kommt auf jeden Fall Energie zustande und es ist schon so, wenn man mal im Alltag guckt, mal unabhängig von der Bühne und von der Musik, bin ich wahrscheinlich auf jeden Fall der lauteste Part von uns. Raphael holt mich dann gerne mal auf den Boden zurück und Chris strukturiert gern mal und das fehlt uns beiden dann wieder. Wir sind auf jeden Fall drei Leute, die sich total gut ergänzen an der Stelle und auch reiben und auch voran bringen. Raphael: Bei ner schlechten Nachricht zum Beispiel: Da ist sie diejenige die sagt: „Meine Güte, alles bricht zusammen!“. Ich bin derjenige der sagt: „Wie geil! Da müssen wir was draus machen!“ und Chris sagt: „Joa, das ist halt so.“ OKAY..STRUKTUR… HOMEPAGE. ICH HABE HEUTE NOCH MAL DRAUF GEGUCKT, DIE IST NICHT SO RICHTIG AKTUELL, ODER? Jen: Och neee. Raphael: Nee, auf keinen Fall! IHR LEGT SCHON MEHR WERT AUF DIE MYSPACE-GESCHICHTE ODER? Jen: Ja, weil die machen wir halt! Raphael: Wir haben nicht genug Zeit, um Musik zu machen, noch Brötchen zu verdienen und uns um die Homepage UND um Myspace zu kümmern. Deshalb kümmern wir uns um Myspace. Auf der Homepage stellen wir ab und zu, alle drei Monate, was wirklich Wichtiges drauf, aber beurteil uns bitte nicht nach der Homepage, die pflegen wir im Moment nicht. Wir wollen das ändern mit dem neuen Album. Jen: Es wird einen neuen Look für die Homepage geben. Was wir aber auf jeden Fall machen, auch bei der alten Homepage, das ist das Gästebuch regelmäßig checken. Wie genießen es, das zu lesen und versuchen auch den Kontakt zu den Leuten aufrecht zu erhalten und aufzunehmen. Aber wie gesagt: Das wird sich mit dem neuen Look auch alles so ein bisschen ändern, wenn sich da mehr aktuelleres Zeug drauf befindet. ES GAB EIN MÄDCHEN. DIE HAT NE FANPGE FÜR EUCH ERSTELLT. Beide: Steffi! RICHTIG! WAS IST AUS DIESER FANPAGE GEWORDEN, DIE GIBT ES NICHT MEHR, ODER? Jen: Steffi ist inkonsequent! … Nein… Raphael: Erst mal alles gute an Steffi, denn dass sie das gemacht hat, ist ganz toll, aber warum wir uns so wenig um diese Fanpage gekümmert haben, liegt daran, dass es uns zu dem Zeitpunkt, wo sie damit losgelegt hat, überhaupt nicht sinnvoll erschien, dass es eine Fanpage gibt. Denn wir hatten eine Deutschland-Tour gespielt und in jeder Stadt 15 Leute und es gab de facto keine „Fans“. Also: warum sollte es eine Fanpage geben? `Ne Fanpage hat kulturell auch immer so eine Anmutung von irgendeiner großen Band, wo Leute da sind, die wirklich alles wissen wollen: Wann man einkaufen geht, wann man Pause macht und wie man so ist und so. Und das zu dem Zeitpunkt wo sie erstellt wurde – und auch jetzt noch -… wir möchten im Moment eigentlich nur Musik machen, und dass es so viele Leute wie möglich hören natürlich. Ich glaube nicht, dass irgendjemand Wert drauf legt, dass wir irgendwie privaten Scheiß preisgeben. Jen: Wir genießen es auch total, den privaten Kontakt zu den Leuten zu halten. Und ne Fanpage hat auch was von Distanz und die halte ich nach wie vor nicht für richtig. Und das hat Steffi glaube ich auch richtig erkannt, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist und dass wir das hoffentlich so lange wie möglich hinaus zögern können, dass es der richtige Zeitpunkt wird. Denn so toll ich das finde, wenn es Leute gibt, die so was machen und die sagen „Ich engagier mich da für jemanden.“ – Es ist ein Aufbau von Distanz, was ich so lange wie möglich hinauszögern möchte. So lange es möglich ist, zu den Leuten persönlich Kontakt aufzunehmen, möchte ich das auch tun. Und im Moment geht es auch noch und es hält sich noch in Grenzen, insofern dass ich sage, an einigen Stellen schaffe ich es einfach nicht mehr oder wir schaffen’s nicht mehr. So gut es geht, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben… Denn wir machen Musik und wir sind keine Götter. Wir wollen ein Miteinander machen und kein Wir-sind-oben-und-ihr-seid-unten. MAN SIEHT’S. IHR GEHT NACH DEM KONZERT VON DER BÜHNE UND ERSTMAL IN DIE MENGE, UM MIT DEM MENSCHEN ZU SPRECHEN. SO HABE ICH EUCH SCHON LETZTES JAHR HIER ERLEBT. Jen: Das ist auch total wichtig! Weil was soll‘n der Scheiß? Also wenn wir Musik machen, die die Leute irgendwie auf nen Schrein stellen, was haben wir davon? Wir haben doch nichts davon, So ein Konzert macht ja auch nur dann Spaß, wenn es ein Miteinander gibt. IHR KÖNNT DANN 30 EURO FÜR DIE TICKETS NEHMEN! Jen: Na Super! Wir nehmen ja sowieso nichts für die Tickets, das ist der Veranstalter. Raphael: Also ich muss jetzt mal sagen: ICH hätte da nichts gegen… Jen: 30 Euro für Tickets? Hmm, da haben wir wie gesagt nichts mit zu tun, das sind die Veranstalter. Wir möchten irgendwie, dass Leute kommen und dass die Spaß haben und wenn die bereit sind, viel Geld dafür zu bezahlen, bekommen die vielleicht ne geile Pyrotechnik-Show oder so was, das ist natürlich auch schön, aber mir geht’s in erster Linie darum, miteinander zu schaffen. Und was soll ich auf ner Bühne, wenn ich da unten irgendwie Leute hab, die dastehen und mit dem Kopf nicken? So ein Kack! Raphael: Genau! Nächste Frage… NEUES ALBUM: ROCKIGER ALS VORHER? HEUTE WIRKTE DAS SO. ODER IST DAS NUR SO NE LIVE-GESCHICHTE? Ich glaube, was auf dem ersten Album hoffentlich hörbar ist: Dass wir beim ersten Werk ein Album gemacht haben, das wir total mochten, wo wir aber schon nach 6 Songs ohne Namen und ohne Live-Auftritt diesen Plattenvertrag gekriegt haben. Das heißt, die ganze Identifikationsphase ist mit ner Plattenfirma geschehen. Und das ist in die Hose gegangen, wir haben das Album gegen die Wand gefahren, also in der Plattenfirmenzeit hat sich das Album definitiv viel weniger verkauft als jetzt ohne Plattenfirma, wir sind dann ganz schnell gedropt worden und haben seit dem alles alleine gemacht, haben auch das neue Album alleine gemacht. Jen: Das erste Album haben wir auch alleine geschrieben, das neue haben wir nun auch komplett alleine produziert. Raphael: Das stimmt. Dieses Ganze… Man geht in die Plattenfirma „Ey, wie findet ihr dieses Demo“ – „Ja, das ist schon ganz gut, aber ihr müsst hier noch mal ein bisschen kürzen und hier noch mal ein bisschen was spannendes reinbringen“, das ist jetzt alles nicht passiert und ich wünsche quasi jeder Band, dass diese Selbstverständlichkeit, einfach zu machen, worauf man Bock hat, dass das einfach totales Gesetz ist und das man da überhaupt gar keine Kompromisse macht. Und dadurch, dass wir beim ersten Album, als wir viel zu schnell in die Situation gekommen sind, dass wir Kompromisse machen mussten quasi… denn die Alternative wäre gewesen, den Plattenvertrag zu verlieren… Jen: Naja, was heißt Plattenvertrag verlieren, das Album wäre nicht raus gekommen, weil wir die Songs nicht hätten raus bringen dürfen… Raphael: Ja, und deshalb… Wir haben da an 1,2 Stellen „Ja“ gesagt, wo ich jetzt sage „Ich hätte da lieber nicht ja gesagt.“ Und das war beim zweiten Album eben alles nicht der Fall. Diese Radikalität ist extrem einfach gefallen. Wir hatten gar keine andere Chance als das zu machen, worauf wir Bock hatten. Jen: Beim neuen Album fallen so Businesswörter wie „Radiotauglichkeit“ oder so was völlig raus. Die sind rausgestrichen, das ist ein Vokabular, das kennen wir gar nicht mehr, weil es in erster Linie darum ging, eine Handschrift zu entwickeln und uns zu finden. ich hoffe, wir werden das bei den nächsten Veröffentlichungen noch weiter ausbauen können. Wir haben damals gesagt, als die Plattenfirma sagte „Und tschüss – zu wenig verkauft!!“, „Erstmal ausatmen und jetzt einsperren.“ Und wir haben zum Glück ein Team um uns herum, das aus Management und Booking-Agentur besteht, wo die Leute das toleriert haben. Die gesagt haben: „Okay, wir bleiben dabei und machen das mit“. Wir haben uns einfach ein Jahr weg gesperrt und gesagt, wir müssen uns erst mal selber finden und schauen, wo lang wir wollen und wer wir sind. Ohne eben diese ganzen Sachen wie Radiotauglichkeit und Singlelänge und MTV und VIVA und blah-schwätz-fasel. Das sind so Sachen, die mögen ja ganz toll sein, aber die sollten nicht primär im Vordergrund stehen. Das wurde uns in der Entwicklung des ersten Albums ein bisschen genommen, wobei ich nicht sagen möchte, dass ich das erste Album doof finde oder dass das nicht wir sind – das SIND wir, definitiv! Raphael: Aber ein Teil der Songs ist kompromittiert. Jen: Genau, es gibt Kompromisse auf dieser Platte, die wird’s auf der neuen Platte nicht geben. Das ist definitiv! EUER HIT 2007? Raphael: Gab viele schöne Songs… Jen: Wahrscheinlich der Hit, also wenn man von so nem „Hit“ spricht, dann ist das wahrscheinlich „Remmi Demmi“. Raphael: Wobei das ja schon fast 2006 war. Jen: Jaja, also Übergang 2006/ 2007 würde ich sagen „Remmi Demmi“. Ansonsten großes Kino waren Bands wie GOOSE oder SIMIAN MOBILE DISCO. Raphael: Oder die neue JUSTICE! Jen: JUSTICE, auch ganz groß, ja. Aber eher so Alben, ne? Raphael: Aber „Remmi Demmi“ ist echt ein Phänomen! Jen: „Remmi Demmi“ ist ein Hit, das ist ein Jahrhundert-Hit! Raphael: „Remmi Demmi“ ist auch ne Art… Das ist SO generationstreffend, der… mir fällt kein zweiter Song ein, der sowohl Punk- als auch Metal- also auch Elektro- als auch irgendwie einfach Radiopublikum so angesprochen hat. Jen: Die Jungs sind einfach geradeaus und die machen irgendwie ihren Shit und es ist super, dass sie das auch weiterhin so durchziehen. Und das sind nette Typen und das isses auch! Die sind einfach geradeaus. Das ist der Punkt, wo ich hoffe, dass ich da irgendwann auch hin komme, dass ich so richtig freigeistig geradeaus bin. Und ich glaube, dass wir auf der nächsten Platte… Raphael: Du bist doch schon so! Jen: Ja, ich bin schon geradeaus, aber manchmal denke ich… Raphael: Jen macht sich gerade kleiner als sie eh schon ist. Obwohl sie sehr, sehr klein ist. Jen: Ja, ich bin schon wahnsinnig klein. Ich bin 1,59m groß. Raphael: Ich bin 1,82m groß! Und Chris ist… irgendwas dazwischen. Jen: Guck mal, deshalb trag ich ja immer diese Dinger nach dem Konzert, damit die Leute Fotos machen können (JEN SPRICHT HIER ÜBER SILBERNE HIGH HEELS – ANM. D.RED.) DU HAST ABER GENAU DIE RICHTIGE GRÖSSE, UM ZU FOTOGRAFIEREN, WÄHREND MAN RAPHI AUF DER BÜHNE FAST IMMER NUR VON UNTEN BEKOMMT. Raphael: Ich will mal ganz kurz die Stelle nutzen, wo gerade keine Frage passiert um.. ähm… Terrorverlag! Eure erste Album-Kritik war von allen Kritiken, die wir bekommen haben mit Abstand die wärmste und wohligste und die, die uns am meisten Spaß gemacht hat. Da haben wir uns so verstanden gefühlt. Jen: Das war echt zu ner Zeit, wo wir wie gesagt echt in dieser Plattenfirma waren und wo alles irgendwie so gegen die Wand gefahren wurde und wo wir das Gefühl hatten, wir wurden nicht verstanden. Auch nicht an den richtigen Stellen promoted und ähnliches. Und diese Terrorverlags-Geschichte hat uns echt so ein bisschen die Seele gestreichelt, das war wirklich.. ja, wir haben uns verstanden gefühlt. Das klingt jetzt ein bisschen schleimig, aber… ICH HAB DAS NICHT GESCHRIEBEN, IHR KÖNNT EUCH ALSO AUSTOBEN. DAS WIRD JA JETZT WEITERGELEITET. Jen: Nee, das war wirklich definitiv so, da wurden keine Pressetexte groß zitiert oder einfach nur übernommen oder irgendwie so SonyBMG-Geschwafel irgendwie gemacht, sondern da hat wirklich jemand die Platte gehört und er hat etwas dazu gesagt mit allem Positiven und Negativen, was dazu gesagt werden musste und das war so richtig… hm… da hat jemand hingehört! Und da hat jemand hingehört, ohne dass er dafür vielleicht 500 Euro bekommt (DIE „ER“ ABER DURCHAUS ANGENOMMEN HÄTTE, ANM. DES SCHREIBERS;-), dafür, dass er hinhört, sondern weil er einfach gerne hinhört. Das war so… DANKE! Danke, da ist doch noch jemand, der das macht auch ohne diesen ganzen Scheiß. Raphael: Es ist so schwierig, Musik zu machen als Band und sich in dem Moment, wo die Platte raus kommt, allem unterordnen zu müssen irgendwie, dann so die ganzen Indie-Magazine zu haben, die einen alle nicht rezensieren, weil man irgendwie vielleicht bei der falschen Plattenfirma gelandet ist und da ist so viel Politik im Spiel. Das nervt so, weil man einfach nur Musik machen wollte und dann spielt das alles eine Rolle. Und das nervt so! Dann ist es total geil, wenn man auf einmal das Gefühl hat: Da hat jemand ohne Politik rezensiert, einfach, weil er Bock drauf hatte. GUT, ICH ENTLASSE EUCH DAMIT, IHR HABT NOCH ZU TUN. ICH DANKE EUCH, ES WAR EIN SUPER KONZERT UND ICH HOFFE, WIR SEHEN UNS WIEDER. VIELLEICHT OBERHAUSEN. Jen: Ja, komm vorbei. Wir sind jetzt übrigens ein Trio, auch wenn der Dritte jetzt hier nicht bei ist. Wir sind jetzt offiziell ein Trio. Das ist wichtig, wir sind offiziell ein Trio. OKAY, ICH WERD DAS… NUN HABT IHR DAS JA AUCH EH DREIMAL GESAGT. Jen: Wir sind jetzt offiziell ein Trio! Raphael: Dankeschön! ICH DANKE!

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