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KONTRAST

AUCH WENN DER NAME „KONTRAST“ SCHON PROGRAMM IST, WÄRE ES SEHR LIEB VON EUCH, WENN IHR EUCH KURZ EINMAL VORSTELLEN KÖNNTET, EBEN WER WOFÜR DIE FÄDEN IN DER HAND HAT. Roberto: Mein Name ist Roberto. Ich bin der Formulator, d.h. Sänger und Texter der meisten Songs von Kontrast. Dirk komponiert die Musik, Falko optimiert unsere Stücke klanglich und technisch. Lexi: Ich bin das vierte Rad am Wagen. Bei Kontrast übernehme ich inzwischen mehr oder weniger die Rolle eines klassischen Produzenten. Das heißt, ich versuche Konzepte und Themen zu finden sowie Ideen beizusteuern. Vor allem aber konzentriere ich mich darauf, die Grundgerüste, die Dirk und Roberto erschaffen, zu sichten und mit allen zusammen eine Richtung festzulegen, wie wir den jeweiligen Song ausformulieren. Man könnte diesen Vorgang auch „Demos pimpen“ nennen. Mit Falko und Roberto teile ich mir hernach auch den Job des Abmischens. Nicht zuletzt kümmere ich mich um sämtliche optischen Aspekte von Kontrast – von der Bühnenshow bis zur Internetpräsenz www.einheitsschritt.de incl. der Technik dahinter. GEHEN WIR DOCH GLEICH EINMAL EIN STÜCK ZURÜCK IN DER ZEIT. WIE HABT IHR EUCH EIGENTLICH KENNEN GELERNT UND WIE KAM ES ZUR GRÜNDUNG VON KONTRAST (BZW. ZUNÄCHST ISECS)? Roberto: Ich stand Ende der 80er Jahre während meiner Schulzeit in Norddeutschland mit meiner Vorliebe für elektronische Musik ziemlich alleine da. Da kam plötzlich Dirk in meine Klasse, der sich gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder aus der damals noch existenten DDR in den Westen abgesetzt hatte. Dirk hatte einen ähnlichen Musikgeschmack wie ich, wir tauschten Kassetten und CDs aus. Irgendwann fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, auf Musik, die er mit seinem Commodore C64 programmiert hatte, zu singen. Das war die Geburtsstunde von ISECS. Falko: Ich habe bei der Bundeswehr 1995 etwas laut EBM gehört, was Dirk auf den Plan rief. Nach Diskussionen über die elektronische Musik kamen wir dann zu der Erkenntnis, dass ISECS damals noch ein instrumentenloses Projekt war – ich hatte das Equipment. Kurz darauf haben wir uns an einem Wochenende zusammengetan und den „Einheitsschritt“ in der allseits bekannten Version produziert. 1999 haben wir unseren Namen dann in Kontrast geändert, da wir nur noch deutschsprachige Songs aufgenommen haben. Lexi: Mein Weg zu Kontrast ist ein ziemlich obskurer: Ecki Stieg – Vater der legendären „Grenzwellen“ und ein gemeinsamer Freund – fragte mich eines schönen Tages, ob ich denn den Roberto kennen würde. Der wäre großer Kraftwerk-Fan und wir würden uns bestimmt gut verstehen. Über das Internet habe ich diesen ominösen Roberto dann tatsächlich einmal kennen gelernt und direkt im Anschluss mit ihm endlose E-Mails über Musik ausgetauscht. Da ich seinerzeit noch eine Musiksendung im Magdeburger Uniradio hatte, schickte Roberto mir auch bald eine CD mit Kontrast-Songs und der Randnotiz, dass die Band live natürlich noch viel geiler wäre. Etwas nassforsch forderte ich darauf hin den Beweis ein und wurde prompt auf eine Mini-Tour eingeladen… Eine Woche später fing ich dann an, die Band-Homepage komplett zu überarbeiten. Und in einem ernsten Anfall von Selbstüberschätzung begann ich irgendwann auch bei der Musik mitzureden. WELCHE BANDS MÖGT IHR PRIVAT UND VERABREITET IHR DIESE AUCH IN EUREM SOUND? Dirk: Einflüsse von Kraftwerk, OMD, Depeche Mode, Alphaville und New Order spiegeln sich sowohl in den Kompositionen als auch in der Verwendung bestimmter Sounds wider. Kontrast standen schon immer für eher minimalistisch strukturierte Songs, bei denen ganz klar die Melodien im Vordergrund stehen. Manchmal ist weniger mehr und man kann eben mit einer einzigen kleinen Melodie mehr ausdrücken als mit einem bombastischen, überladenen Arrangement. Die klaren einfachen Melodien von Kraftwerk findet man bei uns z.B. in dem Song „Lichtbildkunst“ wieder. Wer bei „80er Jahre“ genauer hinhört, wird den einen oder anderen Sound unserer Helden aus den 80ern entdecken. Das live improvisierte Instrumental „Moogland“ steht wiederum in der Tradition der Anfangstage der elektronischen Musik in Deutschland, als Bands wie z.B. Tangerine Dream mit rhythmischen Synthesizersequenzen und breiten Klangteppichen eher unkonventionelle, vom Strophen-Refrain-Schema abweichende, experimentelle Musik gemacht haben. Mit dem letzten Track unseres Albums namens „Im Ätherwellenstudio“ versuchen wir als Hommage genau den Bands die Ehre zu erweisen, die sich eben nicht an Konventionen und Massengeschmack halten und einfach ihr eigenes musikalisches Ding durchziehen und ihr Leben der Musik widmen. Falko: Ich höre gerne Deine Lakaien, And One, Leaether Strip, :wumpscut: und Ähnliches. Lexi: Ich teile mit meinen Kollegen die Vorliebe für elektronische Musik. Ewige, unerreichte Helden sind und bleiben natürlich Kraftwerk. Aktuell begeistern mich Künstler wie The Knife und Trentemoller. Covenant und Ernst Horn (Deine Lakaien, Helium Vola) habe ich ebenso vor langem tief in mein Herz geschlossen und lasse sie da wohl auch nicht mehr raus… Das hat aber eher einen indirekten Einfluss auf die Produktionen von Kontrast. Wir stehen nicht jeden Tag auf und sagen, lass uns mal wieder Kraftwerk nachäffen. Viel wichtiger ist, dass jeder Song exakt so klingt, wie die Komposition und der Text es verlangen. Das schließt nicht aus, dass wir in einem thematischen Song wie „80er Jahre“ musikalische Zitate verarbeiten. Es lässt sich mit Sicherheit nicht verleugnen, dass wir unsere musikalischen Vorlieben mit Kontrast ausleben. DER RELEASE EURES AKTUELLEN ALBUMS „VISION UND TRADITION“ LIEGT NUN SCHON EINIGE ZEIT ZURÜCK. WIE WAREN DIE REAKTIONEN AUF DIE NEUE SCHEIBE? Lexi: Wir sind mit den Reaktionen der Fans äußerst zufrieden. In diversen E-Mails haben wir ein Feedback bekommen, das uns gezeigt hat, dass unsere Ideen auch angekommen sind. Überrascht haben uns aber zwei Dinge: 1.) Die verdammt guten Platzierungen in den Deutschen Alternative Charts (DAC) und den German Electronic Webcharts (GEWC). Yay! 🙂 2.) Die Kritik einiger Rezensenten, die Songs der zweiten Albumhälfte seien zu ruhig. Dabei halten wir gerade die ruhigeren Stücke für unsere stärkeren. Wir dachten sogar, „Vision und Tradition“ wäre eine typische Kritikerplatte. Dass man einen Vorwurf daraus konstruieren könnte, dass nicht jeder Track zu jedem Thema im Einheitsbeat hämmert, bis die Gedärme platzen – damit haben wir nicht gerechnet. AN DIESER STELLE NOCH MAL GLÜCKWUNSCH ZUM NEUEN ALBUM VON MENIER SEITE. SEID IHR ZUFRIEDEN MIT EUREM WERK ODER WÜRDET IHR NACH EINIGEN WOCHEN ABSTAND ZUM RELEASE GERNE WIEDER ETWAS RÜCKGÄNGIG MACHEN? Falko: Nein. Lexi: Bis auf eine Ausnahme würde ich lediglich bei zwei, drei Songs noch kleine technische Korrekturen an der Abmischung vornehmen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass wir a) unbelehrbar und b) mit unserer Musik immer noch zufrieden sind. 😉 WIE SEID IHR AUF DEN TITEL GEKOMMEN UND WAS BEDEUTET ER FÜR EUCH? Lexi: Wir hatten, ehrlich gesagt, eine ganze Reihe von Albumtiteln zur Auswahl. Da wir am Ende der Produktion ein bisschen den Überblick verloren hatten, stellten wir diese einfach der Plattenfirma vor. Die entschied sich spontan für „Vision und Tradition“. Erst später merkten wir, dass dieser Titel wie eine Art unsichtbares Leitmotiv über der textlichen wie musikalischen Arbeit an der Platte gestanden haben muss: Es geht um Menschen mit einer Vision von einer neuen Gesellschaftsform („Vision und Tradition“, „Deutsches Land“), von Wissenschaft und Technik („Der Prophet“), von Klängen und Musik („Im Ätherwellenstudio“, „Moogland“), von erfüllter Liebe („Kosmonautenmelodie“) oder vom kommerziellen „Durchbruch“ bis hin zu wahrhaft „geisterhaften“ Visionen („Dunkle Gestalten“, „Nebelschwaden“). Zum anderen haben wir den Umgang mit Tradition und Vergangenheit beleuchtet: das Hinterfragen von Erinnerungen, Nostalgie, traditionellen Werten und erstarrten Riten (siehe und höre „80er Jahre“, „Lichtbildkunst“, „Was ist das Ziel?“, „Für immer vorbei“, „Vision und Tradition“, „Deutsches Land“). Nicht zuletzt ist der Titelsong für 3/4 von uns der stärkste Track des Albums. WIE LANGE HABT IHR AM NEUEN ALBUM GESCHRAUBT? Lexi: Alles in allem haben wir dazu gute 4 Jahre gebraucht, was aber auch daran lag, dass es in dieser Zeit für jeden von uns einschneidende Erlebnisse und Veränderungen im Privatleben gegeben hat. AUF „VISION UND TRADIOTION“ MACHEN SICH VIELE VERSCHIEDENE STILWECHSEL BEMERKBAR. WAS STECKT HINTER DIESEM KONZEPT? Falko: Auch deswegen heißen wir Kontrast! Dirk: Vielleicht gibt es gar kein prinzipielles Konzept. Es ist vielmehr so, dass wir uns auf einer langen musikalischen Reise befinden, deren Ziel es ist, den grundlegenden Sound von Kontrast zu erforschen und letztendlich auch zu definieren. Dieses Ziel ist erreicht, wenn man uns eben nicht in musikalische Schubladen stecken kann, sondern Kontrast sowohl textlich als auch musikalisch wirklich für Kontrast stehen. Diese Phase des Experimentierens spiegelt sich natürlich auch bei einigen Songs des neuen Albums wider. Neben diesem experimentellen Aspekt haben aber auch Entstehungsorte bzw. Entstehungsphasen großen Einfluss auf die Songs gehabt. So sind die etwas düsteren, melancholischen Tracks in fast schon gespenstischer Atmosphäre in kalten Winternächten an der Nordsee entstanden. Ein Stück wie „Dunkle Gestalten“ kann man dagegen nur machen, wenn man zuvor wirklich eine Kiste Oettinger Bier geleert hat. Letztendlich ist es für uns wichtig, dass wir uns weiterentwickeln und wirklich das machen, wozu wir Lust haben. Es wäre ein Einfaches gewesen, 10 Lieder a la „Einheitsschritt“ zu basteln und vielleicht wären wir damit noch erfolgreicher geworden – aber das wären wirklich 3 Schritte vor und 4 zurück gewesen. Lexi: Im Gegensatz zum Vorgänger-Album „Industrie<>Romantik“ gab es für „Vision und Tradition“ keinen konzeptionellen Überbau. Wir haben einfach drauf los musiziert und getextet. Ein Schlüsselerlebnis diesbezüglich war die schon erwähnte gemeinsame Nordsee-Session. Da sind viele Dinge mit uns passiert, die wir nicht erwartet hätten. Wir hören privat viel Musik aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Es wäre für uns selbst also viel zu langweilig, Songs immer nur nach einem Rezept (wie z.B. dem leidlich bekannten Szeneclubhit-Schema) zu stricken. Mit neu hinzu gekommenen technischen Möglichkeiten und einem stärkeren künstlerischen Selbstbewusstsein sind wir diesmal also um einiges freier an die Arbeit heran gegangen. Wir haben darauf vertraut, dass trotzdem immer ein Kontrast-Stück dabei herauskommt. Ich muss sagen, dass uns das einen riesigen Spaß gemacht hat, den man auf dem Album auch hören kann („Dunkle Gestalten“). EURE TEXTE SIND STETS SCHWARZHUMORISCH, SARKASTISCH EBEN. WIE KOMMT IHR AUF DIESE UND WAS WOLLT IHR DAMIT BEZWECKEN? Lexi: Ich liebe es, wenn Kunst Rätsel aufgibt und zum Nachdenken anregt. Dieses Spiel mit der Ironie versetzt uns in eine wunderbare Position: Haben wir den Text und die Musik in diesem oder jenem Song nun ernst gemeint oder nicht? Manchmal bedarf es nur eines Halbsatzes, um den Sinn eines ganzen Textes ins (vermeintlich) Ironische kippen und den Hörer zweifeln zu lassen (siehe/ höre „Kosmonautenmelodie“). Diese Ambivalenz ist etwas Wunderbares! Sie entlockt den Themen eine zweite Ebene, die dem Hörer sonst möglicherweise nicht auffallen würde. Roberto: Es ist wirklich immer wieder interessant zu erfahren, wie unterschiedlich manche Hörer unsere Songs und deren Inhalte aufnehmen. Gerade zu „Einheitsschritt“ haben wir die verschiedensten Statements zu hören bekommen – von absoluter Begeisterung bis hin zur größtmöglichen Verachtung und der Frage, was wir uns denn einbilden würden, die Schwarze Szene so zu verunglimpfen. Ich finde nach wie vor, dass Ironie ein sehr passendes Stilmittel ist, um auf Dinge aufmerksam zu machen, über die man sich geärgert hat. Das ist deutlich eleganter, als einfach auf dem herumzuhacken, was einem nicht passt. Mir ist eine vernichtende Kritik auch tausendmal lieber als gar keine, denn eine solche Reaktion zeigt, dass es Leute gibt, die sich tatsächlich inhaltlich mit den Texten auseinandergesetzt haben. Ansonsten könnte ich ja auch gleich ein Telefonbuch vorlesen. UND WIE ENTSTEHT DAS ZUSAMMENSPIEL ZWISCHEN LYRICS UND MUSIK? Dirk: Während in der Vergangenheit zum großen Teil Musik und Texte unabhängig voneinander entstanden sind, hat sich beim neuen Album gezeigt, dass es durchaus fruchtbar sein kann, wenn alle „Parteien“ schon bei der Entstehung eng zusammenarbeiten. So hat beispielsweise das musikalische Demo mit dem Arbeitstitel „Lichtbildkunst“ Roberto dazu inspiriert, einen Text rund um die Fotografie zu schreiben. Andersherum war es klar, dass ein Songtext über die 80er Jahre auch musikalisch im 80er-Jahre-Stil untermauert werden muss. Es gibt natürlich auch klassisch eingespielte, archetypische Kontrast-Songs wie „Der Prophet“, bei denen Text und Musik völlig unabhängig voneinander entstanden sind, die aber durch die einzigartige Chemie innerhalb der Band einfach zu diesem unserer Meinung nach grandiosen Ergebnis geführt haben. Roberto: Oftmals reicht mir in der Tat ein einziges Wort, um das herum ich einen kompletten Text bauen kann. „Der Temponaut“ auf der Bonus-EP, die sich jeder Käufer unseres aktuellen Albums kostenlos auf unserer Homepage www.einheitsschritt.de herunterladen kann, ist auch so ein Fall. Bei anderen Songs (wie z.B. dem Titelstück „Vision und Tradition“) lag meine Arbeit eher darin, die wirklich großartigen Ideen meiner Mitstreiter zu ordnen und in ein singbares Schema zu bringen. EIN BESONDERER HINKUCKER STELLEN AUCH DIE PRESSEFOTOS UND DAS BOOKLET DAR. WAS WOLLT IHR DAMIT ZUM AUSDRUCK BRINGEN? Lexi: Das Motiv geht auf einen Text unserer alten Plattenfirma zurück, die Kontrast einmal sinngemäß so umschrieb, dass wir zum einen die Szene sezieren und zum anderen tief in Liebesbeziehungen hinein schauen. Das haben wir bildlich umgesetzt: Wir sezieren eine äußerst ansehnliche Gothic-Lady und schauen tief in ihr Innerstes. (Welcher Mann wollte nicht schon immer mal erforschen, wie so eine Frau tickt? 😉 Außerdem strotzt das Bild nur so vor Kontrast-typischer Ironie. Denn so plakativ wie in der schwarzen Szene Titten auf Plattenhüllen und Pressefotos eingesetzt werden, findet man es eigentlich nur noch in der BILD-Zeitung (mit dem Unterschied, dass es da mehr als nur schwarze und rote Farbe gibt und einem das Ganze nicht als Kunst verkauft wird). STEHT DAS COVER IN EINER BEZIEHUNG ZUM TITEL? Lexi: Das Cover charakterisiert – wie schon beschrieben – erst einmal uns. Wir sind die Szeneforscher aus dem (Klang-)Labor. Das ist die Vision, die wir zu verwirklichen suchen. Zum anderen haben wir mit dem Motiv ja das klassische Gemälde „Die Anatomie des Dr. Tulp“ von Rembrandt nachgestellt. Das steht stellvertretend für die Tradition, auf die wir uns berufen – ein Analogon zu unseren musikalischen „Vorfahren“ wie z.B. Kraftwerk oder Klaus Schulze. WIE SCHAUT ES IM BEREICH DER AUFTRITTE AUS. IHR WART BEREITS VORBAND FÜR FUNKER VOGT, KIRLIAN CAMERA, CLAN OF XYMOX ODER AUCH JOACHIM WITT, UM NUR EINIGE EINMAL HERAUS ZU GREIFEN. WIE KAM ES ZU DIESEN KONTAKTEN? KENNT MAN SICH PRIVAT? Lexi: Die Antwort ist so einfach wie langweilig: Diese gemeinsamen Auftritte ergaben sich meist mittelbar über Kontakte zu Plattenfirmen, Veranstaltern und Booking-Agenturen. Kontrast ist eine weitgehend autark arbeitende Einheit aus vier Individuen. Dauerhafte Kontakte zu anderen Musikern gibt es kaum oder nur sehr wenige. UND WIE IST ES FÜR EUCH NACH JAHRELANGER ERFAHRUNG HEUTE AUF DER BÜHNE ZU STEHEN? Falko: Für mich ist es jedes Mal wieder ein Erlebnis. Jeder Auftritt birgt eine Art von Nervenkitzel. Zum Glück wird’s aber mit dem Lampenfieber weniger. Lexi: Seine eigene Musik oder Stimme mächtig und laut durch den Raum segeln zu hören, ist immer geil! Wir stecken viel Liebe zum Detail in unsere Auftritte und versuchen immer wieder, Überraschungen und verrückte Aktionen in unsere Shows einzubauen. Somit ist jeder Auftritt ein Höhepunkt für uns. HAT SICH DAS PUBLIKUM VERÄNDERT? Lexi: Zumindest live hat sich das Publikum kaum verändert. Es sieht nur etwas durchgestylter aus als früher. UND WAS MEINT IHR, HAT SICH SZENETECHNISCH ETWAS GEÄNDERT? WAS HALTET IHR PERSÖNLICH VON DER „AKTUELLEN“ GOTHIC SZENE. FÜHLT IHR EUCH DORT HEIMISCH? Lexi: Emotional fühlen wir uns durchaus noch heimisch in der Szene, musikalisch fühlen wir uns jedoch leider schon seit Längerem ziemlich gelangweilt. Man findet kaum noch Frisches, Überraschendes oder Eigenständiges. Die drei Sounds und den einen Rhythmus der gängigen Clubhits kennt man nach kurzer Zeit … Dabei haben wir uns anno dazumal doch in diese Szene verliebt, weil sie vielen ungewöhnlichen und ungemein spannenden Künstlern eine Plattform bot, die es sonst nirgendwo gab. Machen wir uns nichts vor: Die Szene ist ein Business-Modell geworden mit festen Spielregeln und genau definierten Ansprechhaltungen für ein bereitwillig konsumierendes Publikum. Dem versuchen wir spielerisch entgegen zu wirken, wo es nur geht. Falko: Für meinen Teil ist es eher so, dass ich zwar die Musik sehr liebe, aber ansonsten ein „normales“ Leben führe und eher nicht zur Szene gehöre. Ich fühle mich aber ansonsten bei den Konzerten und Partys in der Szene sehr wohl. GIBT ES IN EUREM BISHERIGEN BANDBESTEHEN BESONDERE HÖHE- UND TIEFPUNKTE? Falko: Höhepunkte: Viele begeisterte Konzertbesucher. Tiefpunkte: Keine Konzertbesucher. Roberto: In der Tat haben wir diesbezüglich schon eine Menge erlebt. Großartigen Auftritten wie z.B. in Leipzig im ausverkauften „Werk II“ standen Abende gegenüber, an denen wir beispielsweise im legendären Großkorbetha nur für den Veranstalter, seine Freundin, die Thekendame und die Reinigungsfachkraft gespielt haben. DAS JAHR IST NOCH GANZ FRISCH. WIE SCHAUT ES 2009 UM KONTRAST AUS? WORAUF DÜRFEN SICH DIE FANS ALS NÄCHSTES FREUEN? VIELLEICHT SCHRAUBT IHR JA AUCH SCHON WIEDER AN NEUEM MATERIAL? Lexi: Momentan bürsten und feilen wir an der Live-Präsentation unserer aktuellen CD und arbeiten an Remixes für andere Bands. Neues Material kommt aber bestimmt! Wer diesbezüglich immer auf dem Laufenden bleiben will, der sollte regelmäßig auf unserer Homepage www.einheitsschritt.de vorbeibrausen. Dort gewähren wir jeden Monat Einblicke in unsere Arbeit mit einem kostenlosen Song zum legalen Download. VIELEN DANK FÜR DAS INTERVIEW UND WEITERHIN VIEL ERFOLG! DIE LETZTEN WORTE ÜBERLASSE ICH NUN EUCH… Lexi: Wir bedanken uns für Deinen tollen Support und die Möglichkeit, ungehemmt Eure Seiten zuschwallen zu dürfen! 😉

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