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MESHUGGAH (JENS KIDMAN)

HEY, WIE GEHT’S? Alles ok. MHM, NICHT GUT DRAUF? Doch, ich war die letzten Tage nur etwas kränklich und daher bin ich etwas gerädert. ABER DIE GIGS LIEFEN BISLANG PROBLEMLOS? Ja, die Gigs waren richtig gut. IHR WART JA LANGE NICHT MEHR HIER UND DANN GLEICH BEIM R.A.R./R.I.P.-FESTIVAL. Das war schon abgefahren. Wir waren ja schon lange nicht mehr in Europa unterwegs, und gerade in Deutschland sicherlich schon gut 9 Jahre nicht mehr. Wir wussten gar nicht, was wir uns erwarten konnten. Aber wir wurden echt positiv überrascht. Die Resonanz beim Festival, aber auch bei den anderen Gigs war echt klasse. Das tut gut. WIE WAREN DIE REAKTIONEN BEIM FESTIVAL. DA WARD IHR VIELEN SICHERLICH RELATIV UNBEKANNT. Das war eh seltsam. Beim Rock im Park haben wir ja sogar auf der Hauptbühne gespielt, das aber schon um 15:30 am Nachmittag, oder so. So früh ist das schon sehr schwierig. Doch es waren schon einige Leute da, und die gingen auch richtig gut mit. Beim Rock am Ring konnten wir abends so gegen 22:00 spielen. Da waren dann locker 20.000 Leute und das war echt großartig! Aber wie eben schon gesagt: Eine wirklich bessere Resonanz als wir erwartet haben und erwarten konnten. OK, DA WIR LEIDER NICHT VIEL ZEIT HABEN, REDEN WIR GLEICH ÜBER’S ALBUM. IHR HABT DIESEN GROSSEN SONG IN 13 TEILE UNTERTEILT. GAB ES DAFÜR EINEN SPEZIELLEN GRUND, ODER SOLL ES DEM HÖRER NUR ETWAS EINFACHER GEMACHT WERDEN? Erst mal wussten wir noch nicht, wie das ganze laufen sollte, als wir mit dem Album begannen. Die einzige Sache, die feststand, war, dass es ein großer Song werden sollte. Wir hatten keine Vorstellung, wie lang der gehen sollte und alles. Wir schrieben einfach drauf los und wollten sehen, was dabei entsteht. Wir würden es ja fühlen, wenn das ganze komplett sein würde. Die Unterteilung hatte eigentlichen keinen bestimmten Grund. Das Album soll auch nur als ganzes gesehen werden und nicht als ein Konzept mit 13 Kapiteln, oder so. Na ja, aber so können die Fans halt schnell zu ihrer Lieblings-Passage, wenn sie wollen. DENNOCH HABEN DIE EINZELNEN TEILE UNTERSCHIEDLICHE SPIELZEITEN VON EINER MINUTE BIS ZU 13 MINUTEN… Diese Einteilung haben wir dann nach den Lyrics gemacht, weil diese an den Stellen halt eine Wendung erfahren. So hatte die Einteilung dann doch etwas sinnvolles. WIE HABT IHR DAS AUFGENOMMEN? IN EINEM TAKE ODER VIELE KLEINE? Das war wie ein großes Puzzle. Wir haben 5 Tage die Woche im Studio gearbeitet und sind dann am Wochenende immer nach Hause. So ging es über eine lange Zeit. Im Studio haben wir dann einige Teile aufgenommen. Mal längere mal kürzere. Dann hatten wir eine ganze Reihe an Takes, die wir zusammenfügen mussten. Einige ältere Passagen passten dann nicht zu den aktuellen Sachen, und so mussten wir dann Übergänge zwischen den einzelnen Teilen finden und aufnehmen. Wir haben also viele einzelnen Stückchen aufgenommen und diese dann am Computer zusammengesetzt. Die Drums wurden übrigens auch am Computer programmiert. So ließ es sich doch einfacher arbeiten. ES MUSS DOCH SCHWIERIG SEIN SO EIN KOMLEXES PUZZLE FERTIGZUSTELLEN… Das war es wirklich. Das ist aber ähnlich wie beim „normalen“ Songwriting. Du hast Tage, da strömen die Ideen nur so aus dir heraus, und dann passiert tagelang überhaupt nichts. So wollten die Teile oft einfach nicht zusammenpassen, und manchmal lief es alles schon fast erschreckend glatt. Wir hatten da gut 2 Stunden an Musik aufgenommen und mussten daraus dann die passenden Teile finden, die zusammen dann ein stimmiges Ganzes bilden würden. WAS PASSIERT MIT SACHEN, DIE ÜBRIG GEBLIEBEN SIND? Die sind noch irgendwo auf einem Rechner. Vielleicht bringen wir das irgendwann mal in anderen Songs unter. „CATCH 33“ IST DOCH SEHR VIELSEITIG. VON KRACHENDEN PARTS BIS HIN ZU RUHIGEN PASSAGEN DURCHLEBT MAN ALLES. WAS HAT EUCH BEIM SONGWRITING BEEINFLUSST? Mhm, eigentlich nur wir selbst. Wir werden eigentlich nie von einem anderen Song oder einer Band beeinflusst. Marten und Fredrik kommen mit einem Riff an, und wenn es sich gut anfühlt, lassen wir uns einfach treiben. Da gib es keinen Ansatz, wie „jetzt muss es schnell oder ruhig werden“. Wir lassen den Sound einfach auf uns wirken, und der Rest entsteht von selbst. Wir als Band befinden uns sozusagen in einer großen Blase und geben uns gegenseitig die Anstöße und Ideen zu unseren Songs. Ich meine, man bekommt Inspirationen von überall. Bücher, Magazin, Live-Bands, TV und alles. Aber beeinflusst werden wir da nicht unbedingt. Inspiration und Einfluss sind doch unterschiedliche Dinge. Das ist auch wichtig, um die Integrität von MESHUGGAH zu bewahren. Wir werden immer wie MESHUGGAH klingen und doch immer einen Schritt weiter gehen. Der rote Faden muss immer erkennbar bleiben. GAB ES EIN THEMA, DAS IHR IN DEN LYRICS ZUM ALBUM BEHANDELN WOLLTET? Die Lyrics entstanden mit der Musik im Studio. Sie handelt über verschiedene Sachen im Alltag, die uns zwar als normal erscheinen, aber eigentlich nicht wirklich Sinn machen. Paradoxien wo man hinschaut. Aber die Hörer sollen sich ihr eigenes Bild machen. Die Texte sollen nur dazu anstoßen, dass man sich mal umschaut und mal genauer hinsieht, was um einen herum so passiert. Wir wollen niemanden eine Ansicht aufdrücken. Was immer die Leute denken, ist ok für uns. Was immer einer oder Hunderte über die Texte denken, ist richtig. HABEN SICH DIE MUSIK UND DIE TEXTE EVTL. GEGENSEITIG BEEINFLUSST? Nein, würde ich nicht sagen. Die Texte und die Riffs entstanden so ziemlich zeitgleich. Wir haben dann nur versucht die richtigen Passagen mit den richtigen Vocals zusammenzufügen. Wir haben sogar einige Lyrics gekürzt, damit sie sich besser in den gesamten Sound einfügen. Manchmal passen zu viele Worte einfach nicht zu der Musik. Die Hauptsache ist, dass das Gesamte gut klingt und nicht, dass man alle Wörter unterbringt. Man muss einfach das große Ganze sehen. Da müssen dann halt auch mal einige kleinere Teile dran glauben. WAS KÖNNEN WIR NUN LIVE ERLEBEN? SICHERLICH NICHT DIE KOMPLETTE NEUE SCHEIBE. Wir hatten eigentlich nie daran gedacht zu diesem Album zu touren. Wie sollte das auch gehen? Aber irgendwie kam uns der Gedanke, dass es eine Herausforderung und vor allem ein Spaß sein könnte, einige Parts auch live zu spielen. Aber es ist gar nicht so einfach einen Teil herauszupicken. Manche Parts sind ja sehr hart, andere mehr Ambient-lastig. Und einiges würde live einfach nicht funktionieren. So spielen wir einen Teil, der ca. 13 Minuten geht und bislang auch live funktioniert. Aber vielleicht machen wir das ganze Album auch mal live klar. ALSO GIBT ES DIE IDEE, DAS ALBUM MAL KOMPLETT AUFZUFÜHREN? Das wäre natürlich ein Traum. Und ein großer Aufwand. Erstmal müssten wir schauen, ob wir das ganze Material auch in einem drauf kriegen. Dann bräuchten wir auch die ganzen Samples und Effekte, ohne die es nicht geht. Das wäre sicherlich mal eine gelungene und „kurze“ Zugabe zu einem Konzert, haha! IHR HABT HEUTE SCARVE ALS SUPPORT DABEI… Ja, die sind sehr cool. Wir haben die selbst eingeladen. Unsere Booker hatten uns verschiedene Vorschläge gemacht, aber keine davon wollten wir so wirklich dabei haben. Wir kennen die Jungs von SCARVE und haben einfach gefragt ob sie Bock hätten. Klar, sie hatten, und nun sind sie hier! Wir wollten eine Band dabei haben, die wir selbst cool finden und nicht irgendwen. WIE SIEHT DIE ZUKUNFT BEI EUCH AUS? MEHR ODER ANDERE EXPERIMENTE ODER EHER „NORMALE“ SONGS? Dieses Experiment schwirrte uns ja schon seit Jahren im Kopf herum, und nun konnten wir es endlich realisieren. Daher gehen wir nun zu eher normalen Songstrukturen, also in unserem Sinne natürlich, zurück. Songs, die einfach mehr Live-kompatibler sind und damit auch einen echten Grund darstellen wieder auf Tour zu gehen. ICH HABE KÜRZLICH MIT DEVIN VON STRAPPING GESPROCHEN. ER IST SEHR VON EUCH BEEINDRUCKT UND WENN ER EINEN TOUR-WUNSCH FREI HÄTTE, WÜRDE ER GERNE WIEDER MIT EUCH LOSZIEHEN. IST SO EINE AUSSAGE VON EINEM SOLCHEM GENIE WICHTIG FÜR EUCH? Wir haben die Jungs erst gerade beim Waldrock getroffen. Wir kennen uns sehr gut und haben vor einigen Jahren mit ihnen in den USA getourt. Das war echt cool und es wäre sicherlich mehr als cool, wenn wir das wiederholen könnten! IHR WERDET IN DER PRESSE GERNE ALS ABGEFAHRENE UND LEICHT VERRÜCKTE BAND BEZEICHNET. WIE FÜHLT IHR EUCH DABEI? Wir sind nicht verrückt, ganz und gar nicht, hehe. Aber die Mags versuchen immer gerne ihre Stories so aufzupushen. Wir sind einfach nur eine Truppe, die Musik macht, die sie gerne selbst hört. So einfach ist das. Mehr ist das gar nicht. Wir sind sonst ganz normale Typen! WAS STEHT ALS NÄCHSTES BEI EUCH AUF DEM PLAN? Erstmal hatten wir gar nicht geplant so viel live zu spielen. Das Album ist dafür ja nicht so gemacht. Wir haben nun noch 3 Gigs vor uns und gehen dann nach Hause. Den Sommer über wollen wir unser Studio renovieren und erneuern. Das wird eine ganze Weile dauern. Und dann beginnen wir hoffentlich an neuen Songs zu arbeiten. Im Herbst gehen wir vielleicht auch eine US-Tour, aber das werden wir noch sehen. UND WAS MACHT IHR ALS ERSTES, WENN IHR HEIM KOMMT? ERSTMAL AUSSCHLAFEN? Zuerst mal meine Freundin aufsuchen, hahaha! Aber vor allem erstmal einige Tage frei machen. Dann geht’s halt ans Renovieren. Meine Freundin und ich wollen aber noch mit dem Motorrad für 2 Wochen in den Norden von Schweden fahren und dort in unserer Heimatstadt unsere Freunde und Familien besuchen. Das wird sicher cool. Und halt am Studio arbeiten. Da freuen wir uns alle schon drauf. DANN WÜNSCHE ICH UNS ALLEN EINE COOLE SHOW Ja, das wünsche ich auch. Unser Drummer war nämlich mit Fieber unterwegs zuletzt. So bringen wir das hoffentlich alles gut über die Bühne!

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