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MOVIES WITH HEROES (JEFF/KEITH)

EIN INTERVIEW MIT JEFF (BASSIST AND VOCALS) UND KEITH (SÄNGER) VON DEN MOVIES WITH HEROES – RUND UM STADIONROCKTRÄUME, POLITISCHE MESSAGES, TOURLEBEN AUF DEUTSCHEN AUTOBAHNEN UND AUßERGEWÖHNLICHEN TALENTEN. NACHDEM DIE JUNGS DEN SOUNDCHECK VOLLENDET HATTEN KAMEN WIR GLEICH MAL AUF DAS HARTE TOURLEBEN ZU SPRECHEN… ICH HABE GEHÖRT, IHR WART FÜNF LANGE JAHRE AUF TOUR? Jeff: Bis letzten Sommer haben Keith und ich nur in den USA getourt, letzten Juli waren wir dann das erste Mal in Europa und auch hier in Deutschland. GIBT’S DENN EIN PAAR „ERINNERUNGSWÜRDIGE“ GESCHICHTEN AUS EUREM TOURLEBEN? Jeff: Wir hatten viele „Abenteuer“, als wir das erste mal hier in Europa waren, alles ist neu und interessant. Auf der Autobahn kamen wir einmal an einem umgestürzten Geflügeltransporter vorbei. Ich habe mich dann dazu entschlossen, einige der Vögel zurück in Sicherheit zu bringen. Plötzlich fingen alle an zu schreien und ich wunderte mich, bis ich mich umdrehte und etliche Autos auf mich zurasen sah. So wäre ich fast auf einer deutschen Autobahn gekillt worden, im Versuch ein paar Tauben zu retten. Keith: Ich habe einige, nein eigentlich gar keine Erinnerungen an kroatischen Schnaps. Jeff: Wir waren in Italien zur Zeit der Flussball-WM, auf riesigen Leinwänden wurden dort die Spiele übertragen. Als Italien gewonnen hatte, flogen plötzlich Stühle und alles mögliche herum. ES KOMMT GERADE DIE INFO, DASS IHRE SPIELZEIT NUR EINE HALBE STUNDE BETRAGEN WIRD… WIE EBEN ERFAHREN, BETRÄGT EURE BÜHNENZEIT NUR EINE HALBE STUNDE, KURZE ZEIT, UM EUCH HIER IN DEUTSCHLAND ZU PRÄSENTIEREN. KOMMT IHR DAMIT ZURECHT? Keith: Es ist kein Problem für uns, wir sind es gewohnt mit dieser Spielzeit auszukommen und auch in den USA ist es oft der Fall, dass man auf Clubtour ist und dort 5-6 Bands an einem Abend spielen. Man kann sich dann die Zeit und Kondition auch gut einteilen. DANN LASST UNS MAL, MIT EIN PAAR ALLGEMEINEN FRAGEN WEITERMACHEN. Z.B. WIE IHR EUCH EIGENTLICH KENNENGELERNT UND GETROFFEN HABT? Jeff: Keith und ich sind schon seit einigen Jahren in Bands, getroffen haben wir uns auf der Highschool. Wir kennen uns also schon sehr lange und wir beiden sind es auch, die das Songwriting machen. Der Drummer und die Gitarristen die uns hier begleiten, sind Freunde aus den USA. ICH HABE GEHÖRT, DASS DIE BAND IM LAUFE DER JAHRE GEWACHSEN IST? Jeff: Oh ja, wir haben immer wieder neue Leute an der Gitarre und dem Schlagzeuger. Ich und Keith sind die beiden festen Bestandteile der Band – der Rest besteht aus Musikern, welche wir gerade finden. AUFGRUND DER LAUTSTÄRKE DES BARBETRIEBS IM HINTERGRUND, GENEHMIGEN WIR UNS ERSTMAL EIN BIER, BEVOR WIR AUF DIE CD „NOTHING HERE IS PERFECT“ ZU SPRECHEN KOMMEN. HABT IHR BEREITS ERSTE REAKTIONEN ZU EUREM NEUEN ALBUM ERHALTEN? Keith: Oh ja, speziell aus Italien. Während unserer Tour dort mit lokalen Bands, haben wir sehr gute Reviews zu lesen bekommen. Die Meinungen hier aus Deutschland sind eher geteilt. JA, EINIGE URTEILE LAUTETEN, DASS EUER SOUND ZU „GEFÄLLIG“ SEIN WÜRDE?! Keith: Es ist unser erstes Album, für welches wir hart gearbeitet haben. Wir haben das gemacht, was möglich war, sind ins Studio gegangen und haben das Album eingespielt. Einige mögen es – andere weniger. Vielleicht sorgen wir das nächste Mal für einen etwas „raueren“ Sound.TO PERFORM WITH IHR WERDET JA AUCH GERNE IN DIE „EMO“-ROCK-SCHUBLADE GESTECKT. (JEFF – KURZ IN GELÄCHTER AUSGEBROCHEN – ERHEITERT SICH ÜBER DEN UMFANG DIESER SCHUBLADE) WERDET IHR DEN GERNE MIT SOGENANNTEN EMO-BANDS WIE JIMMY EAT WORLD, DASHBOARD CONFESSIONALS ETC. VERGLICHEN? Jeff: JIMMY EAT WORLD gehören zu meinen Lieblingsbands. Aber ich denke, dass keine sogenannte Emo-Band wirklich Emo-Band genannt werden möchte. So, immer wenn eine Band behauptet, Sie spielen Emo – dann sind Sie auch eine Emo-Band. Persönlich mag ich bzw. vergleiche ich uns aber mit anderen Bands, z.B. U2, COLDPLAY und einer meiner persönlichen Lieblingsbands DRIVE BY TRUCKER. Ich jedenfalls denke, dass Leute die „Emorock“ mögen, auch uns mögen werden. WO WIR GERADE VON U2 REDEN, EUER ALBUM GEHT JA SEHR IN RICHTUNG STADIONROCK. IST DIES EUER ZIEL? Keith: Ja klar, wir wollen gigantisch sein. Das ist es, was uns vom Emo abhebt. Mein Traum ist es, gigantische und auch lebendige Musik zu machen. Emo ist ja eher für die ruhigeren Momente. In Emo gibt’s Bands wie THURSDAY aber auch die DASHBOARD CONFESSIONALS; wie will man die beiden vergleichen. Ich kann es nicht verhindern, wenn uns jemand in diese Schublade stecken möchte. U2 haben mich aber definitiv beeinflusst. Als ich klein war, habe ich „Bad Heavy metal“ gehört und dann kam „Joshua Tree“. An Bono orientiert sich auch mein Gesang. ICH PERSÖNLICH FINDE, DASS SICH DEINE STIMME NACH ROBERT SMITH VON THE CURE ANHÖRT? Keith (kurz schmunzelnd): OH ja, das höre ich immer wieder. Eigentlich interessant, da ich selbst keine THE CURE-CD besitze, bis auf ein Best-of. Es ist wohl einfach so… Jeff: Weißt du eigentlich, dass viele Emo-Bands Fans von THE CURE sind? Die meisten Emobands stehen auf Robert Smith. ICH DENKE, DAß MIT THE CURE UND IHNEN VORAN JOY DIVISION DAS GANZE WOHL SEINEN ANFANG GENOMMEN HAT ? (KEITH UND JEFF NICKEN KURZ ZUSTIMMEND.) SO LASST UNS ZURÜCKKOMMEN AUF EUER ALBUM. DIE DARAUF ENTHALTENEN TRACKS, SIND DAS NEUE TRACKS ODER TITEL, DIE IHR AUS DEN LETZTEN FÜNF JAHREN ZUSAMMENGESTELLT HABT? Keith: Die Tracks darauf sind aktuell, auch wenn das Album bereits vor längerer Zeit in den USA erschienen ist. Sie stammen aber so ziemlich aus derselben Zeit. Wir haben bereits einige EPs veröffentlicht, diese wurden aber nur in den USA veröffentlicht. Momentan sind wir auch schon dabei, neue Songs zu schreiben. (KURZE UNTERBRECHUNG DURCH DIE ANDEREN BANDMITGLIEDER, DIE SICH ÜBER DIE HIESIGE BIERAUSWAHL WUNDERN.) IN EINIGEN TRACKS EURES ALBUMS, Z.B. „WAKE UP“ NEHMT IHR STELLUNG ZU POLITISCHEN THEMEN. IST ES EUER ANLIEGEN IN DIESER THEMATIK „WACHZURÜTTELN“? (KEITH ZEIGT NUR KURZ AUF SEIN „NOT MY PRESIDENT“ T-SHIRT MIT MR. BUSHS KONTERFEI – NACH ALLGEMEINEM GELÄCHTER DANN SEIN STATEMENT) Wir fühlen uns schon dazu verpflichtet, unsere politische Meinung wiederzugeben. Wir wollen aber nicht mit politischen Bands wie es z.B. RAGE AGAINST THE MACHINE waren, identifiziert werden. Die meisten unserer Songs entstehen beim Arbeiten mit der Band, da sind schon unterschiedliche Themen dabei – u.a. eben auch das ich sauer bin, weil unser Präsident ein Idiot ist. Ich möchte Musik machen, die für uns Sinn macht und nicht nur kanalisiert, wenn ich mich über die Politik aufrege. Ich möchte da schon die ganze Songbandbreite abdecken, da ist schon für jeden was dabei, z.B. wenn ich Schluss mache mit meinem Freund/ Freundin etc. IN „NOTHING“ IST DIE REDE VON EINER „TRUMP CARD“ WAS MEINST DU DAMIT? (JEFF ZUNÄCHST VERWUNDERT OB DER FRAGE, ÜBERLEGT ERSTMAL EINIGE ZEIT, BEVOR ER DAZU EINE ANTWORT GIBT) Als ich den Song geschrieben habe, durchlebte ich eine sehr harte Zeit mit vielen Problemen. Und ich hatte immer diesen Gedanken an diese „Bomb that will drop“, die Trumpfkarte, die ich ausspielen möchte, um dies zu beenden. VORHER HABT IHR VON EUREN TRÄUMEN GESPROCHEN, LEBT IHR MOMENTAN EUREN TRAUM? Keith: Ja es ist schon unser Traum. Finanziell wollen wir noch etwas stabiler werden. Jack White sagte mal in einem Interview, es gäbe keinen Unterschied, ob man für 100 oder 1000 Leute spielt. Ich denke, jeder, der so etwas behauptet, lügt. Natürlich möchte man, dass die eigene Musik von mehr und mehr Leuten gehört wird, dass ist doch auch der Grund, warum man sie überhaupt veröffentlicht. Momentan haben wir das Gefühl, dass unser Traum Wirklichkeit geworden ist, da es unser eigenes, lebendiges Werk ist. KURZ DISKUTIEREN WIR ÜBER DIE UNDERGROUND-SZENE UND DEN SCHNELLEN „SELL-OUT“ SCHLACHTRUF. WOBEI WIR AUCH AUF DIE THE KILLERS ZU SPRECHEN KOMMEN. Keith: Niemand kann sich doch wirklich erklären, wie THE KILLERS so groß werden konnten. Sie haben diese dramatische Soundwall, die Sie liefern und füllen damit ganze Stadien. Das möchten wir auch … (kurzes Schmunzeln) WAS HALTET IHR VON DER MUSIKSZENE IM INTERNET. WIR HABEN UNS JA BEREITS BEI MYSPACE EIN WENIG DARÜBER UNTERHALTEN – KÖNNT IHR DAZU NOCH MEHR SAGEN? Jeff: Speziell MySpace ist doch ein großartiges Ding – ich kann mich mit jedem überall auf der Welt unterhalten und dort meine Musik vorstellen. Es ist einfach erstaunlich, dass ich so meine Musik präsentieren kann und mit anderen Bands in Kontakt treten kann. Mit Bands, die ich so wohl niemals kennen gelernt hätte. MIT WELCHER BAND WÜRDET IHR DENN GERNE MAL DIE BÜHNE TEILEN? Jeff: Ich denke, U2 ist mit Sicherheit eine Band, für die wir sehr gerne mal eröffnen würden. Das wäre schon ein Meilenstein. Natürlich wären auch THE KILLERS nicht schlecht. WAS SIND DENN EIGENTLICH EURE MOVIES WITH HEROES? Keith: Oh, unser Bandname hat eigentlich nichts mit speziellen Filmen zu tun. Als wir den Bandnamen gesucht hatten, hatten wir nur Songs. Und da hatten wir einen Song über einen normalen Typen in einer „normalen“ Beziehung – der aber wusste, dass es das beste sein würde, wenn er diese Beziehung beenden würde. Wir sind durch unsere Songliste gegangen und da war dieser Song und sein Name war „Movies with heroes“. HABT IHR DENN NOCH ANDERE TALENTE, NEBEN DER MUSIK? Keith: Oh ja, ich habe zwei linke Hände und ein besonderes Talent darin, mir Verletzungen zuzuziehen. So habe ich auch gemerkt, das Musikmachen wohl das ist, was ich machen muss. Jeff: Ich kann Luftblasen auf meiner Zunge entstehen lassen. WAS WÄRE FÜR EUCH DAS GRÖSSTE KOMPLIMENT NACH EINEM AUFTRITT? Keith: Natürlich finden wir es toll, wenn jemand sagt , dass wir einen Klasse Auftritt gemacht haben. Aber für mich zählt mehr, wenn jemand sagen würde, dass er eine Bindung emotionaler Natur zu unseren Songs aufbauen konnte. Jeff: Für mich ist es wichtig, dass uns die Leute nicht anstarren und denken „Was macht ihr denn da?“ (nach herzhaftem Gelächter geht’s weiter) Deswegen sind wir auch hier, wir wollen bekannter werden und das erreichen wir mit unseren Auftritten. SO VIELEN DANK FÜR DAS INTERVIEW UND NOCH VIEL SPASS AUF DER BÜHNE. Jeff: Vielen Dank. Es freut uns immer wieder, wenn man uns die Chance gibt, sich auch so präsentieren zu dürfen. Ich möchte nicht der einzige Idiot sein, der das tut – wobei ich dich jetzt keinen Idiot nennen möchte. (Gelächter bricht los) DA WIR ANSCHLIESSEND NOCH EIN WENIG ZEIT HATTEN, ERZÄHLTE MIR JEFF NOCH VON SEINEN NÄCHTLICHEN DISCOBEKANNTSCHAFTEN IN BERLIN, WELCHE IHNEN ERST DIE VERÖFFENTLICHUNG DES ALBUMS IN EUROPA ERMÖGLICHT HABEN. VERWUNDERT DARÜBER, DASS RAMMSTEIN IN DEN USA RIESIGEN ERFOLG HABEN, OBWOHL SIE KEINER VERSTEHT – ENTSCHWINDET ER AUF DIE BÜHNE. DAS ANSCHLIESSENDE HALBSTÜNDIGE KONZERT, WELCHES ABWECHSLUNGSREICH DAS KÖNNEN DER BAND AUFZEIGT, WIRD GEKRÖNT VON EINEM AUSGELASSEN KEITH, DER SICH GESTENREICH UND UNGLAUBLICH CHARISMATISCH IN SZENE SETZT, FAST SO WIE EINST BONO.

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