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PARKWAY DRIVE (WINSTON MCCALL)

DER ERSTE MAI HAT SEINEN FEIERTAGSSTATUS FÜR UNS ZU RECHT, BESONDERS IN DIESEM JAHR. DENN WIR HABEN DIE EHRE MIT NIEMAND GERINGEREM ALS PARKWAY DRIVE-SÄNGER WINSTON MCCALL EIN WIRKLICH INTERESSANTES GESPRÄCH ZU FÜHREN. DABEI ERFAHREN WIR UNTER FREIEM HIMMEL UND SPÄTER AUCH IM TOURBUS NICHT NUR DETAILS ZUM NEUEN ALBUM DER AUSTRALISCHEN METALCORE-HELDEN, SONDERN AUCH INFORMATIONEN AUS SEINER SICHT ÜBER MUSIK UND LIVE-SHOWS ÜBERHAUPT. UND NICHT ZULETZT LERNEN WIR EINEN ÜBERAUS NETTEN, HÖFLICHEN UND DURCH UND DURCH SYMPATHISCHEN MENSCHEN KENNEN. ALEX: HALLO WINSTON, SCHÖN DICH ZU TREFFEN. KANNST DU UNS SCHON EIN KURZES FEEDBACK VON EURER AKTUELLEN EUROPATOUR GEBEN? WIE IST ES BISHER SO GELAUFEN? Winston (ohne zu zögern): Gut! ALEX (MUSS LACHEN): GUT? Winston (lacht): Ja, es ist fantastisch. Die Shows sind absolut verrückt und es ist schön, wieder hier in Europa zu spielen. Unsere letzte Club-Tour ist 18 Monate her und die Show gestern in Hamburg war… unglaublich! Es ist sehr aufregend. ALEX: IHR SEIT MIT EINEM SEHR COOLEN LINE UP UNTERWEGS – BIST DU MIT DER ZUSAMMENSTELLUNG ZUFRIEDEN? Oh, ich liebe dieses Line Up, es ist der Hammer! Ich finde wir haben eine sehr gute Mischung und es macht riesigen Spaß mit ihnen hier jede Nacht aufzutreten. Es ist einfach verdammt cool. ALEX: WIE KOMMT IHR UNTEREINANDER KLAR, SEID IHR FREUNDE, ODER…? Freunde, definitiv! Wir sind alle untereinander befreundet, so ist diese Tour auch zustande gekommen. ALEX: AH, HABT IHR SIE ALSO AUSGEWÄHLT FÜR DIESES BILLING? Genau, so ziemlich. TINA: WÜRDEST DU SOWEIT GEHEN UND SAGEN, DASS ES DEIN TRAUM-LINE UP IST ODER WIE WÜRDE EIN SOLCHES AUSSEHEN? Winston (muss lachen): Traum-Line Up…so würde ich es nicht bezeichnen, allein aus dem Grund, da ein Traum-Line Up Verstorbene beinhaltet. Bei mir würden da BOB MARLEY dazugehören und JOHNNY CASH. Aber die kann man ja nun nicht mal eben aus der Erde ausbuddeln. (lacht) TINA: IHR SEID JA NUN SCHON ÖFTER IN DEUTSCHLAND GETOURT – HABT IHR DA BESTIMMTE ERWARTUNGEN, VIELLEICHT AUCH AN DAS LAND AN SICH? Es sollte besser verrückt werden (lacht). Nein, im Ernst: Deutschland ist super zu touren, vom ersten Tag an fühlt man sich hier gut aufgehoben. Deutschland hat wirklich einen sehr guten Ruf bei uns und die Shows sind einfach immer(!) total abgedreht. Es ist immer voll; die Leute stage diven und singen einfach alles mit – es macht riesigen Spaß. Man wacht auf und denkt: heute ist wieder eine dieser Nächte (lacht). TINA: GIBT ES BESTIMMTE ERINNERUNGEN, DIE DU MIT DEUTSCHLAND VERBINDEST? Ich verbinde damit vor allem tolle Shows und nette Leute. Ich habe eigentlich nur positive Erinnerungen an dieses Land. ALEX: EURE BEKANNTHEIT IST JA NUN IN DEN LETZTEN JAHREN FAST SCHON FÖRMLICH EXPLODIERT. DIE HALLEN WERDEN GRÖSSER, DIE ZUSCHAUERZAHLEN STEIGEN – DAVON MAL ABGESEHEN, WAS HAT SICH NOCH GEÄNDERT? HAT SICH DAS VERHALTEN DER LEUTE AUCH VERÄNDERT, GEMESSEN AN EUREN FRÜHEREN ERFAHRUNGEN? Ich würde sagen, die Leute sind noch verrückter geworden. ALEX: NOCH VERRÜCKTER?? Ja (muss lachen)! Das ist eigentlich auch eine wirklich gute Sache: als wir zuerst hier in Deutschland waren, haben wir kleine, intime Clubshows gespielt. Da waren vielleicht… 50 Leute. Die haben gestagedivt, die sind abgegangen, das war super. Dann kamen wir wieder hier hin, hatten größere Hallen, dafür aber Absperrungen und so weiter. Das war cool, aber nicht mehr ganz so… aufregend. Nun sind wir zurück, ohne die Absperrungen; die Hallen sind noch größer, es sind noch mehr Leute da und – was soll ich sagen – es ist einfach noch verrückter (lacht). ALEX: WAS SAGT DIR DENN MEHR ZU: DIE KLEINEN CLUBS ODER DIE GROSSEN FESTIVALS? Beides ist gut. Große Festivals haben natürlich diese riesigen Bühnen und die weiten Fotogräben, so dass es einfach nicht so persönlich ist. Gleichzeitig ist es aber sau cool vor 10 bis 20.000 Leuten zu spielen. Man braucht einfach beides. ALEX: KOMMEN WIR ZU EUREM NEUEN ALBUM, DAS IHR JA BEREITS AUFGENOMMEN HABT. WAS KANNST DU UNS DARÜBER VERRATEN, VIELLEICHT SCHON DEN NAMEN? Winston (muss schmunzeln): Wann geht das Interview online? ALEX: ÖH… KEINE AHNUNG, IN DEN NÄCHSTEN TAGEN DENKE ICH… Also wenn es vor dem 11. dieses Monats online geht, dann sind das nicht ganz zwei Wochen… ansonsten darf ich leider weder Termin noch Namen verraten. Das ist so eine Label Sache. ALEX: AHAAA, JETZT SIND WIR NATÜRLICH BESONDERS NEUGIERIG. Winston muss lachen. ALEX: KANNST DU UNS DANN VIELLEICHT SCHON EIN PAAR ANDERE DINGE VERRATEN? Winsten: Aber gerne! Es wird auf jeden Fall sehr bald zu haben sein. „Horizons“ kam ja erst vier Monate, nachdem wir es bereits aufgenommen hatten, heraus – solange wird es dieses Mal definitiv nicht dauern. Dieses Mal ist die Platte ganz frisch fertig und wird sehr, sehr bald released. Das Album an sich wird anders klingen. Wir hatten dafür einen neuen Produzenten, darum hört es sich jetzt mächtiger an, vielleicht nicht ganz so steril wie noch bei Adam (Dutkiewicz, Gitarrist von KILLSWITCH ENGAGE und Produzent, Anmerkung des Redakteurs). Die Drums sind härter, die Riffs drückender… es ist im Ganzen einfach härter. Es ist immer noch melodisch, klar, ich denke das Riffing, das wir dort haben, ist noch ein bisschen eingängiger, aber die heavy parts auf dem Album sind einfach… ALEX:…BRUTAL? (lächelt) Ja, ja genau das denke ich schon. Wir haben das neue Zeug mit dem alten verglichen und dachten beim hören nur: „Uuuhh!“ Ich kann es jedenfalls nicht erwarten, es live zu spielen! (lacht) ALEX: HABT IHR EUCH ZUM WECHSEL DES PRODUZENTEN ENTSCHIEDEN, UM QUASI DIE NÄCHSTE STUFE ZU ERREICHEN? Also das war eher nicht unsere Absicht. Wir wollten gerne wieder mit Adam arbeiten, jedoch war das Timing einfach ungünstig. Und weil das nun leider nicht geklappt hat, haben wir uns gedacht, es dann ganz anders machen zu wollen. Die beiden Scheiben zuvor hörten sich recht ähnlich an – nun wollten wir etwas ganz anderes machen. Darum fiel die Wahl dann auch auf Joe Barresi, der zuvor nie ein wirkliches Metalcore-Album produziert hat. Er hat Sachen gemacht mit den QUEEN OF THE STONE AGE, BAD RELIGION, COHEED AND CAMBRIA… TOOL und so weiter, darum fanden wir, dass er einen wahnsinnig guten Sinn für Musik hat. Wenn er es geschafft hat, aus solchen Bands einen so harten Sound rauszuholen, waren wir echt gespannt, was er erst aus einer hart klingen Truppe wie uns rausholt (lacht). Und ich denke, er hat wirklich eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. ALEX: WENN DU JETZT ZUSAMMENFASSEN MÜSSTEST – UND DAS MUSST JETZT (LACHT) – WIE WÜRDEST DU DIE ENTWICKLUNG EURES SOUNDS BESCHREIBEN? Winston (antwortet während er mit seinen Finger einen imaginären Zeitstrahl auf der Tischkante abklopft): Heavy – heavy – heavy – heavy – heavy… (kollektives Lachen) Nein, also wir wollten immer schon eine harte Band sein, die auf der Bühne einfach Spaß hat und diesen Spaß auch verbreitet. Die Leute sollen eine gute Zeit bei unseren Shows haben, stage diven, sich auspowern können. Und dabei wollen wir eigentlich auch weiterhin interessant für uns selbst bleiben. Als wir angefangen sind, harte Sachen zu schreiben, dachten wir: „Yeah, das haut rein“. Doch dann haben wir es zig mal live gespielt und uns daran gewöhnt. Darum mussten wir beim nächsten Mal noch derbere Sachen schreiben. Und so schritt die Entwicklung dann voran. Das ist eigentlich so die Devise von PAKRWAY DRIVE beim Songs schreiben (lacht). Wir werden niemals softer. ALEX: PLANT IHR EINEN SINGLE-RELEASE, ALSO EINEN BESTIMMTEN TITEL, FÜR DEN IHR EIN VIDEO MACHT UND QUASI EIGENSTÄNDIG VERÖFFENTLICHT? Also wir sind eigentlich keine Band, die so etwas macht, wir haben halt keine poppigen, griffigen Stücke für eine Single-Auskopplung. Aber wir werden ein Video machen und das ist auch schon eine verdammt coole Sache. Behaltet das mal im Auge (lacht). ALEX: AUF DEM ALBUM WIRD ES AUCH „SPECIAL GUESTS“ GEBEN… Yeah, wir haben zwei besondere Gäste dabei. Unser Freund Marshall (Lichtenwaldt) von THE WARRIORS singt bei einem Song mit, der einfach unglaublich klingt. Seine Stimme ist einfach sooo cool und er hat es definitiv gerockt! Es ist einer meiner absoluten Lieblingsparts auf dem Album, da sich seine Stimme auch sehr von meiner abhebt. Es fängt total verrückt an und endet dann im totalen Wahnsinn (lacht). Und dann ist da noch Brett Gurewitz von BAD RELIGION, was auch verdammt cool ist. Wir lieben BAD RELIGION und einen Punkrock-Star auf einem Album zu haben, das so heavy ist und der dann auch noch eine so Leistung darauf abliefert, ist wirklich krass. Er singt halt nicht wie ein normaler Metaltyp und das macht die Sache noch interessanter. ALEX: SEID IHR AUF DIE BEIDEN ZUGEGANGEN ODER WIE HAT SICH DIE ZUSAMMENARBEIT ERGEBEN? Ja, wir sind auf sie zugegangen und dass es dann auch so geklappt hat, freut uns natürlich sehr. TINA: WENN DU DIR EINEN KÜNSTLER AUSSUCHEN KÖNNTEST, SEI ER TOT ODER LEBENDIG, WER WÜRDE DAS SEIN? Oh shit…(lacht)…JOHNNY CASH wäre meine Wahl. Ich mag ihn halt wirklich…ja, JOHNNY CASH (lacht). Wenn man die Option hat, einen Verstorbenen nennen zu können, sollte man immer diese wählen. TINA: UND WENN DU EURER MUSIK EINEN NAMEN GEBEN MÜSSTEST, WELCHEN WÜRDEST DU WÄHLEN? Ich denke „Metalcore“ passt schon ganz gut, einfach weil wir definitiv nach Hardcore klingen, wir sind halt Hardcore-Kids (lacht). Wir haben Hardcore tief in uns drin, aber unsere Musik ist schon ziemlich Metal. Ja, darum „Metalcore“ (lacht). TINA: NICHT WENIGE BEHAUPTEN, METALCORE SEI TOT. WIE STEHST DU ZU DIESER EINSCHÄTZUNG? Ja, es ist schon wirklich merkwürdig, wenn man mal fünf Jahre zurück schaut… kann es sein, dass es regnet? IN DER TAT FING ES EIN WENIG AN ZU TRÖPFELN, ERGO: ORSTWECHSEL. NACHDEM WIR HELDENHAFT EINE NOCH LEERE BIERBUDE ALS UNTERSCHLUPF EROBERT HATTEN, WURDEN WIR VON DORT VOM KISTENSCHLEPPENDEN EINRÄUMER DER BEHAUSUNG DOCH RECHT SCHNELL UND MIT DEUTLICHEN WORTEN VERTRIEBEN. UNS KANN ES RECHT SEIN, DENN STATT EINER OLLEN BIERBUDE WAR NUN DER NÄCHSTE HALT DER KNALLROTE PARKWAY DRIVE-TOURBUS. IN LEDERGARNITUR UND UNTER SCHICKER HOLZVERKLEIDUNG GING ES DANN ALSO UNTER DER ANWESENHEIT VOM SYMPATHISCHEN THE WARRIORS-GITARRIST JAVIER ZARATE MUNTER WEITER MIT DEM GESPRÄCH: Nimmt da Ding schon wieder auf? TINA: JA, LÄUFT. Winston und Alex gleichzeitig: Sicher??? (kollektives Lachen) TINA: DU WEISST DIE FRAGE NOCH? Aber klar, „Metalcore ist tot“. Also ich denke, der Trend des Genres ist definitiv tot. Die Stimmung ist derzeit eher umgeschlagen in Deathcore oder Grindcore oder was auch immer das nächste „-core“ sein mag. (lacht). Es gab eine Zeit, in der schien jede Band mächtige Riffs und Breakdowns zu haben, so dass es die Leute vielleicht einfach wieder was Frischeres brauchten. Jetzt gehen alle steil auf Mörder Blasts und „Dön dön döndöndön“-Parts (lacht). Ja, ich glaube schon dass der Trend des Metalcores tot ist. Aber wer weiß, vielleicht kehrt er ja mal wieder zurück. ALEX: ABER DAS INTERESSIERT EUCH HERZLIG WENIG, ODER? Nein, absolut nicht. Wir waren nie eine Band, die auf so etwas wert legt. Wenn es Gruppen geben mag, die gerne mit einem Aufkleber auf der Stirn herum laufen und auf schnellen Ruhm aus sind: schön für sie (lacht). Wir machen einfach die Musik, auf die wir Bock haben, sei es nun Metalcore oder was auch immer. Wir wollen unsere Band aber nicht auf irgendeine Schiene setzen, nur um einen gewissen Stempel abbekommen zu können. TINA: WO WIR GERADE ÜBER METAL UND SEINE VIELSCHICHTIGKEIT REDEN – SIEHST DU GEWISSE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN METAL AUS AUSTRALIEN IM VERGLEICH ZU DEM AUS DEN USA ODER AUS ANDEREN LÄNDERN? Ja, ich finde schon. Er klingt definitiv mehr nach underground, allein weil die Zahl der Bevölkerung relativ klein und dadurch auch der Metal nicht so verbreitet ist. Es gibt auch nicht so viele Bands dort, die dann mal hier und mal da spielen können, denn die weiten Reisen kosten viel Geld. Und weil es eben nicht so viel Bekanntheit genießen kann, haben die Leute dort auch nicht den Ruhm im Kopf, sondern einfach die Musik als solche. Wenn du also hier mit einer Band durchkommst, dann hat sie automatisch schon eine hohe Qualität. Das soll jetzt nicht heißen, dass die Bands woanders mit anderen Vorrausetzungen schlecht sind (lacht), aber hier ist es halt alles noch fokussierter. TINA: NENN UNS DOCH BITTE EIN PAAR GRUPPEN, DIE EUCH UND EURE MUSIK BEEINFLUSST HABEN ODER DIE ES NOCH IMMER TUN. Auf jeden Fall zwei Bands auf dieser Tour: THE WARRIORS und 50 LIONS. Ich liebe diese beiden. Es ist aber nicht so, dass wir sagen: „Oh, der Part ist cool, so machen wir das ab jetzt auch.“ Es geht eher darum, dass sie einfach straight ihr Ding durchziehen und der Aussage hinter ihrem Tun. Da liegt eher ihr Einfluss auf uns. TINA: KAM ES DENN SCHON VOR, DASS EUCH EINE TRUPPE GESAGT HAT, DAS IHR SIE INSPIRIERT HABT? Ja, eine Menge Kids sind damit schon auf uns zu gekommen, das ist schon etwas komisch (muss lächeln). Schon irgendwie verrückt. Ich denke schon, dass wir mit unserer Musik inspirieren können, aber in erster Linie machen wir einfach Musik. Obwohl ich schon sagen muss, dass die Band in der ich bin ziemlich durchgeknallt ist (lacht). TINA: WELCHE ART VON MUSIK HÖRST DU DENN SO IN DEINER FREIEN ZEIT? Oh, viele Dinge. Alles. Um ehrlich zu sein, gar nicht mal so super heftige Sache wie die Bands, mit denen wir so jeden Abend unterwegs sind. Ich höre viel Blues, Reggae, ein bisschen Indie-Pop, Punkrock… solche Sachen. ALEX: WAS WAR DENN SO DEINE ERSTE, BEWUSSTE MUSIKALISCHE ERFAHRUNG. VILLEICHT DEINE ERSTE CD, BZW. PLATTE ODER TAPE… Winston (nachdenklich): Meine erste musikalische Erfahrung… ich denke ich habe schon solange ich mich erinnern kann mit Musik zu tun. Meine Eltern haben eine ganze Menge Platten, viel Reggae, viel Blues, mit dem ich aufgewachsen bin. Ich glaube die ersten Sachen, an die ich mich erinnern kann sind BURNING SPEAR, BOB MARLEY, TRACY CHAPMAN, solche Sachen. Wenn ich so zurück denke, fallen mir viele Plattencover ein, z.B. auch von PINK FLOYD… wirre Sachen (lacht). ALEX: KAUFST DU CDS? Ja, ich kaufe immer noch CDs. Ich mag die Vorstellung, was Handfestes zu haben. Sicher, es entwickelt sich immer mehr in die Dowload-Richtung, doch ich finde besonders in der Hardcore-Szene oder generell überall dort, wo Musik Bedeutung und Integrität besitzt, braucht man einfach den Silberling mit dem Cover, dem Artwork dazu, die Lyrics. Sonst fehlt einem schlichtweg 50% der Aussage dahinter. ALEX: KÖNNTEST DU DIR VORSTELLEN, DASS IHR MAL ALTERNATIVE ELEMENTE MIT IN EURE KOMPOSITIONEN AUFNEHMT, WIE Z.B. ELEKTRONISCHE KLÄNGE ODER KLASSISCHE INTRUMENTE? Also, in erster Linie ist uns das live spielen sehr wichtig, darum würden wir wohl nie etwas aufnehmen, was wir nicht auch selber auf der Bühne spielen können oder wo wir keinen akzeptablen Weg zur Umsetzung finden. Natürlich ist es immer toll, interessante Dinge zu integrieren. Auf unserer neuen Scheibe haben wir zwar kein Orchester, aber viele andere neue Ideen, die wir ausprobiert und umgesetzt haben. Aber wir wollen es doch recht simpel halten… wir mögen es einfach hart (lacht). ALEX: ALSO GIBT ES ERSTMAL KEIN „SYMPHONY & PARKWAY DRIVE“ NACH DEM VORBILD „SYMPHONY & METALLICA“ (LACHT)? Also das wäre eine hoch interessante Sache. Aber im Moment… im Moment stehen wir auf…Stage Dives (lacht). Und es ist schwer zu stage diven mit einer Violine in der Hand. (kollektives Lachen) ALEX: UND IST DAS DEIN LEBEN: TOUREN, DIE GIGS, DIE FANS, DIE MUSIK? Winston (ganz ruhig und überzeugt): Ja, das ist es. Wir touren rund sieben Monate im Jahr, das ist unser Leben. Es macht Spaß. ALEX: UND WIE SIEHT ES AUS MIT FAMILIE? Ja, Familie… total. Ich bin mittlerweile über zehn Jahre in einer Beziehung und es ist wirklich schwer, dann zu gehen. ALEX: SAGST DU DIR JETZT SCHON „MIT 50 IST SCHLUSS“ ODER LÄSST DU DIR DAS VÖLLIG OFFEN? Das ist schwer zu sagen, ich habe eine Partnerin, die mich wirklich sehr unterstützt; sie ist wundervoll! Ich weiß nicht, solange es so läuft, warum nicht weiter machen? Als wir die Band gegründet haben, haben wir nicht mal erwartet, sechs Monate zu schaffen. Den Zeitpunkt dürften wir ja nun überschritten haben. Wir bestreiten jede Show, als könnte es unsere letzte sein. ALEX: SO, UM LANGSAM ZUM ENDE ZU KOMMEN – WAS ERWARTET IHR VON EUREM AUFTRITT HEUTE? Puh, auch das ist schwer. Ich versuche vorher jede Show als schlecht zu erwarten, weil es dann nur besser werden kann. Wenn man das Schlimmste erwartet und es kommt dann so, hat man zumindest Recht gehabt. Und wenn es dann doch gut wird: umso besser. Beim letzten mal, als wir in Köln waren, war die Bühne voll mit Kids und Leuten, die von diversen Sachen gesprungen sind, also…(lächelt und wirkt erwartungsfroh). Wenn ich mal so den Trend der letzten Auftritte betrachte ist Deutschland auf jeden Fall aber so was von weit oben bei den verrücktesten Shows! (lacht) ALEX: DAS FREUT UNS DOCH ZU HÖREN. Da kannst du aber von ausgehen, Dude! (lacht) ALEX: OKAY, DANN EIN PAAR KURZE NOCH – MIT WELCHER PERSON WÜRDEST DU GERNE MAL IN EINEM WRESTLING-RING STEHEN? Winston (perplex): Pfffff…was??? Wie kommt man auf so was (lacht herzhaft)? Öhm…Hulk! ALEX (SCHMUNZELND); HOGAN? ECHT? Na klar, Hulk Hogan ist der ultimative! ALEX (LACHT): GUT, UND WELCHE PERSON WÜRDEST DU GERNE MAL IM FAHRSTUHL TREFFEN? Oh Gott…hmm…es dürfte ja niemand sein, der einen total Umhaut. Sonst steh ich da und guck so (imitiert wiederholt verlegene Blicke). (kollektives Lachen) ELVIS, den würde ich nehmen. Das wäre sicher interessant. ALEX: UND ZU GUTER LETZT „MIT WELCHER PERSON WÄRST DU GERNE AUF EINER EINSAMEN INSEL“? Auf einer einsamen Insel…Mit meiner Freundin! Ich hätte sie vielleicht auch bei den anderen Fragen nennen sollen… Shit, kann ich das noch mal zurück nehmen? (kollektives Lachen) Nein, ich denke das wäre wirklich eine schöne Sache. MIT DIESEM ROMANTISCHEN SCHLUSSWORTEN BEDANKEN WIR UNS BEI WINSTON UND VERABSCHIEDEN UNS. SCHON KURZE ZEIT SPÄTER SOLLTEN WIR IHN AUF DER BÜHNE DER ESSIGFABRIK IN KÖLN WENIGER HERZLICH, DAFÜR GLEICHERMASSEN SYMPATHISCH UND AUTHENTISCH WIEDERSEHEN.

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