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PERSEPHONE (SONJA KRAUSHOFER)

HALLO SONJA, WIE GEHT’S DIR, WO BIST DU GERADE? Danke der Nachfrage mir geht`s sehr gut. Im Moment bin ich zu Hause. Morgen geht`s aber bereits wieder nach Wien, für ein Fotoshooting und Proben. DU KENNST THOMAS RAINER NUN SCHON EIN PAAR JAHRE. WIE DARF MAN SICH DAS KENNENLERNEN VORSTELLEN? WIE WURDEST DU ÜBERHAUPT DIE SÄNGERIN VON L’ÂME IMMORTELLE? Thomas und ich waren auf der selben Schule, wir kennen uns also wirklich schon sehr lange und haben auch da schon einige schockierende Dinge gemeinsam erlebt, wie zum Beispiel eine sehr lustige Frankreich Reise, die wir mit der Französisch Gruppe, die wir beide besuchten, unternommen haben. Jahre später, ich besuchte mittlerweile ein Musikgymnasium und nahm Gesangsunterricht, traf ich Thomas zufällig auf der Strasse wieder. Vielleicht war es Schicksal, aber genau zu diesem Zeitpunkt entstand der Song „Life will never be the same again“, worauf sich Thomas und Hannes nach einer Sängerin umschauten. Schließlich wurde ich zu einer Probe eingeladen und es sollte nicht die letzte sein, schließlich gehörte ich nun auch zur Band. IN DEINER „VORGESCHICHTE“ HAST DU KLAVIER-, BALLETT- UND GESANGSUNTERRICHT GENOMMEN. WIE WEIT BEEINFLUSST DIESES VORLEBEN DEINE JETZIGE MUSIKALISCHE KARRIERE? Ich denke schon, dass diese Art Vorbildung prägt. Ich habe durch die Ausbildung sehr viel Respekt für die Sache bekommen und gelernt, dass auf der Bühne stehen nicht selbstverständlich ist. Ich sehe auch heute noch jedes Konzert als „Aufführung“ und bereite mich immer dementsprechend vor. ALS DU BEI L’ÂME IMMORTELLE ANFINGST, WARST DU GERADE 17 – EIN ALTER, IN DEM ANDERE MÄDCHEN ERST HERAUS BEKOMMEN MÜSSEN, WAS DIE ZUKUNFT IHNEN BRINGEN SOLL. WIE SAHEN DEINE PLANUNGEN ZU DIESER ZEIT AUS? Mir war schon viel früher klar, dass ich unbedingt etwas mit Musik, Theater oder Kunst machen will. Ich war immer schon in diese Richtung aktiv und habe bei sämtlichen Veranstaltungen mitgewirkt. ZUSÄTZLICH ZU L’ÂME IMMORTELLE SCHUFST DU DIE BAND PERSEPHONE. WAS GAB DEN ANSPORN DAZU? WAS KANNST DU DORT AN KREATIVITÄT AUSLEBEN, WAS IN DEINER STAMMBAND NICHT FUNKTIONIERT BZW. NICHT ZU IHR PASST? Wir waren 1999 mit Christian Death auf Tour, dort lernte ich deren damaligen Gitarristen Wim Leydes kennen. Er spielte mir einige seiner Eigenkompositionen vor, die mir sehr gut gefielen und fragte mich schließlich, ob ich mir vorstellen könnte zu den Liedern zu singen. Eines der Lieder war „Forest Song“, welcher sich auf auf der Tracklist unseres Debüt Albums „Home“ befindet. Die Arbeit an dem Lied machte mir sehr viel Spaß und ich entdeckte gesanglich eine völlig neue Richtung, die mir sehr gut gefiel. Von da an war der Wunsch, Musik in eine mystische, atmosphärische Richtung zu machen, geweckt. RIG UND TOBI VON JANUS KONNTEST DU EBENFALLS FÜR PERSEPHONE GEWINNEN. WIE ENTSTAND DIESE KONSTELLATION? Als wir das Album „Dann habe ich umsonst gelebt“ aufnahmen, traf ich auf Tobias Hahn und Dirk Riegert. Nach einigen Gesprächen beschlossen wir schließlich ein gemeinsames Projekt ins Leben zu rufen… WIE KAM ES BEI „ATMA GYAN“ ZUR ZUSAMMENARBEIT MIT MATT HOWDEN? Aus zeitlichen und persönlichen Gründen zogen sich Rig und Toby letztes Jahr, kurz vor der Atma Gyan Produktion, aus dem Projekt zurück. Toby stellte uns für die Aufnahmen sein Studio zu Verfügung, da aber weder Martin, noch ich mit den technischen Dingen des Studios vertraut waren, baten wir schließlich Matt Howden um Unterstützung. Gemeinsam mit uns leitete er die Sessions der einzelnen Musiker und hat selbst mit seinem typischen Geigensound noch einiges zu den Songs beigesteuert. Du warst mit JANUS zusammen auf Winterreise und hast dabei den Hörern deine neuen Songs vorgestellt. Wie waren die Reaktionen darauf? Wir kamen sehr gut an, was uns natürlich freute. Die Konzerte waren wirklich ein Erlebnis. Wir spielten unverstärkt und waren auch nur zu dritt auf der Bühne (Klavier, Cello, Gesang), was der Darbietung einen sehr intimen Rahmen gab. Sehr schön war es zu bemerken, wie sich die Leute von der Musik und dem Ambiente mitreißen ließen. IN DEN SONGS SIND EINIGE KLASSISCH ORIENTIERTE STÜCKE, DIE DU MIT DEINER STIMME EINDRUCKSVOLL UNTERSTÜTZT. WIE WEIT SPIELT KLASSIK IN DEINEM LEBEN EINE ROLLE? Es gibt einige klassische Werke, die ich sehr gerne höre. Ich denke aber, dass dieser Einfluss eher von Martin kommt, der auch eine klassische Ausbildung hat und alle Arrangements für Persephone schreibt. OFT IST DEINE STIMME ETWAS GEDÄMPFT UND DU FLÜSTERST DIE TEXTE GERADEZU. WAS BEZWECKST DU BEI DEN HÖRERN DAMIT? So pauschal kann ich das leider nicht beantworten. Ich versuche das Lied, also Musik und Text als Ganzes zu erfassen, dann ergibt sich der Gesangsstil meist von selbst. Bei „My music is gone“, wäre alles was über den geflüsterten Sprechgesang hinausginge einfach zu viel. Bei „Secret Garden“ schlüpfe ich für kurze Zeit in die Rolle des Erzählers. „Secret Garden“ ist für mich eine Art Metapher für die Reise, die die Protagonistin unternimmt und von der das Album handelt, eine Weissagung, die nichts Gutes erahnen lässt… DAS KONZEPT HINTER PERSEPHONE IST KLAR UND DEUTLICH STRUKTURIERT. IST DAS ERGO EHER KOPF- ALS HERZMUSIK? Du meinst das Konzept hinter Atma Gyan? Das war eine spontane Idee, die Martin schon kurz nach „Home“ hatte. Wir fanden die Idee sehr passend, deshalb haben wir sie umgesetzt. Es ist auf jeden Fall Musik, die aus dem Herzen kommt, da wir immer machen, was uns gerade in den Sinn kommt. Es gibt nichts, was unmöglich ist… DAS ALBUM „ATMA GYAN“ IST SOWOHL OPTISCH ALS AUCH HÖRBAR MIT VIEL SORGFALT ENTSTANDEN. ENTSTANDEN DIE IDEEN DAFÜR ALLEIN IN DEINEM KOPF ODER VON WEM HATTEST DU DABEI UNTERSTÜTZUNG? Nachdem sich Rig und Toby zurückgezogen haben, sind Martin Höfert und ich für den Grossteil des Song und Textwritings verantwortlich, einige Ideen stammen auch wieder von Wim. Für das wunderschöne Artwork ist, wie auch schon für „Home“, Joachim Luetke verantwortlich. WIE ENTSTANDEN DIE TEXTE ZU „ATMA GYAN“? WAHRE GESCHICHTEN/ GEFÜHLE/ ERFAHRUNGEN ODER EHER FIKTION? In meinen Texten verarbeite ich sehr persönlich Dinge, auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz klar wird. Sie handeln von meinen Ängsten, Phantasien, Träumen… AUF „ATMA GYAN“ SPIELEN AUCH EXOTISCHE INSTRUMENTE EINE WICHTIGE ROLLE, WIE ENTSTAND Z.B. DIE IDEE, AUCH DIDGERIDOOS USW. ZU VERWENDEN? Das Didgeridoo kam eigentlich nur zufällig zum Einsatz. John Abdelsayed, der sowohl live, als auch auf CD alle Percussions spielt, brachte seine gesamte Instrumente Sammlung mit ins Studio und schließlich kam auch ein Didgeridoo zum Vorschein, dass sogleich bei „Lost“ Verwendung fand. Die Sitar war schon von Anfang an mit eingeplant. Ich wollte sie schon immer mal verwenden, da mir der klare, verträumte Klang sehr gut gefällt. Nachdem „Atma Gyan“ eine Reise beschreibt, symbolisieren die orientalischen Instrumente die Ferne, in die es die Protagonistin zieht. IN WELCHE DER VIELEN SOGENANNTEN SCHUBLADEN WÜRDEST DU DIE MUSIK VON PERSEPHONE SELBER EINSTELLEN? ODER SPIELT DAS KEINE ROLLE? Am liebsten in keine Schublade, bitte! WIE DARF MAN SICH DEINEN ALLTAG IN 2 BANDS PLUS PROJEKTE BEI DIR VORSTELLEN? Viel Arbeit, aber auch viel Spaß! HAT SICH DEIN SOLOPROJEKT PERSEPHONE AUF DEINE ARBEIT BEI L’AME IMMORTELLE IRGENDWIE AUSGEWIRKT? Mit jeder CD die man aufnimmt und produziert, gewinnt man an Erfahrung in verschiedenen Bereichen dazu. Deshalb denke ich, dass sich die Arbeit mit Persephone sehr gut auf L`âme Immortelle auswirkt und natürlich umgekehrt. DIE PERSEPHONE-CD IST NOCH NICHT LANGE AUF DEM MARKT, WIRD ABER SCHON SEHR POSITIV AUFGENOMMEN. WIE WICHTIG IST DIR DIESER ERFOLG? Für uns ist es ein wunderschönes Gefühl zu wissen, dass es da draußen noch mehrere Menschen gibt, die diese Art von Musik gut finden. Es ist ein schönes Erlebnis, in die Gesichter der Leute beim Konzert zu sehen und auch ganz toll, wenn Fans aus den verschiedensten Ländern schreiben und sich mit der Thematik identifizieren können. Erreicht die Musik nur einen einzigen Menschen, ist es bereits Erfolg! MOMENTAN IST DEIN NAME DURCH DAS DUETT MIT DERO (OOMPH!) IN ALLER MUNDE. WIE KAM ES ZU DER ZSAMMENARBEIT? ES SIEHT JA EIN WENIGE NACH EINER „MITGIFT“ FÜR EUER NEUES LABEL AUS? Die Zusammenarbeit war schon länger im Gespräch, eigentlich schon Ende letzten Jahres, also noch bevor der große Erfolg mit „Augen Auf“ kam. Ich kannte schon einige ältere Oomph!-Songs, die mir immer schon gut gefielen. Als ich das erste Demo von „Brennende Liebe“ hörte, war ich sowohl von Musik, als auch vom Text begeistert und sagte schließlich zu, als mich die Band fragte. WIE ENTSTAND „BRENNENDE LIEBE“? WARST DU IN DEN KOMPOSITORISCHEN PROZESS EINGEBUNDEN? WIE IST DEIN VERHÄLTNIS ZU DERO AUF DER MENSCHLICHEN EBENE? Musik und Text waren schon so gut wie fertig, als ich ins Studio kam. Ich war also nicht am kompositorischen Prozess beteiligt. Auch hatten die Jungs schon eine ungefähre Vorstellung, wie sie meinen Gesang einbinden könnten. Im Studio haben wir einiges ausprobiert und kamen auch recht schnell zu einem Ergebnis. Ich kannte niemanden von den Dreien persönlich. Sie waren mir aber auf Anhieb sympathisch, da sie mich sofort herzlich aufgenommen haben, weswegen die Arbeitsatmosphäre im Studio sehr entspannt war. Dero und ich haben uns sehr gut verstanden – Sänger unter sich – das sagt bereits alles -)) WELCHE MUSIK BEEINFLUSST DICH IN DEINER SCHAFFENSPERIODE SELBST UND WAS SIND DEINE PRIVATEN MUSIKVORLIEBEN? MAGST DU NIGHTWISH, WITHIN TEMPTATION, XANDRIA? Mit den von Dir genannten Bands kann ich nicht soviel anfangen… Privat höre ich gerne Nick Cave, Tindersticks, Current 93 und in letzter Zeit auch Herbert Grönemeyer, sein Album „Mensch“ ist einfach nur genial. DU HAST MIR GESCHRIEBEN, DASS DU DIE NÄCHSTE ZEIT SEHR VIEL UNTERWEGS BIST. WO KANN MAN EUCH LIVE ERLEBEN? GENIESST DU DAS TOURLEBEN? Mit L`âme Immortelle stehen zunächst zwei Festival Auftritte auf dem Programm, wir spielen auf dem Mera Luna und eine Woche später auf dem Highfield Fesival, weiterhin sind noch einige Promo Auftritte geplant. Im Oktober stellen wir unsere neue CD „Gezeiten“ auf einer mehrwöchigen Tour vor. Auch von Persephone wird man noch einiges zu hören und sehen bekommen. Weiterhin wird es bis Dezember einen Auftritt pro Monat geben, den Abschluss bildet eine CD, die „Atma Gyan“, sowohl textlich, als auch musikalisch vervollständigen wird. Alle Konzert Termine könnt ihr unserer Homepage entnehmen. Das Tourleben macht mir schon viel Spaß, aber trotzdem freue ich mich auch immer wieder auf zu Hause… IHR HABT MT UNHEILIG UND ASP GETOURT. GAB ES IRGENDWELCHE WITZIGEN ERLEBNISSE MIT DEM „GRAFEN“? Ich glaube, es war in der Schweiz, da gab es in unserem Backstageraum ein kleines Fenster, mit Ausblick auf die Bühne. Und nachdem wir die Unheilig Show sehr gut fanden, haben wir das Fenster geöffnet um das Konzert zu sehen. Nach einigen Songs konnte sich unser Gitarist, Ashley, gar nicht mehr zurückhalten und schrie aus Leibeskräften „Graaaaaaaaf“ auf die Bühne, worauf hin der Graf schon etwas verwundert war. Damit hat er wohl nicht gerechnet und es war nicht mal „Foolsday“… GIBT ES IRGENDEINEN AUFTRITT, DER DIR BESONDERS IN ERINNERUNG GEBLIEBEN IST? WENN JA, WELCHER UND WARUM? Sehr bemerkenswert fand ich den L`âme immortelle Auftritt in Polen. Es war ein Open Air Festival und gerade als wir das Lied „Judgement“ anstimmten, braute sich ein Gewitter zusammen, ein Sturm kam auf, der Himmel verdunkelte sich, vor uns sahen wir die Blitze leuchten. Das war schon ein tolles Gefühl, zum Glück hat es nicht geregnet, es war einfach perfekt. In Erinnerung wird mir auch immer unser Auftritt in Moskau bleiben. Wir haben noch nie vor einem so euphorischen Publikum gespielt. Die Leute waren wirklich außer sich, man hätte meinen können, dass die „Backstreetboys“ in der Stadt sind. Thomas und ich mussten zusehen vor lauter Begeisterung, nicht von der Bühne gezogen zu werden. Bei allen Songs hat das russische Publikum laut mitgesungen, egal ob englisch oder deutsch. Als schönstes Persephone Konzert kann ich den Auftritt auf dem diesjährigen WGT besonders hervorheben. Wir spielten im Schauspielhaus, das Theater war bis zum letzten Platz gefüllt. Wir alle waren sehr ehrfürchtig, als wir das tolle Theater sahen und auf der großen Bühne standen. Das war schon etwas ganz Besonderes. Letzte Woche waren wir auf Schloss Wernigerode. Das Schloss bot wirklich ein wunderbares Ambiente für unsere Darbietung. Wir spielten in der sehr romantischen Schlosskirche. DU HAST BEREITS BEWIESEN, DAS DU SEHR OFFEN FÜR PROJEKTE MIT ANDEREN MUSIKERN BIST. WAS DÜRFEN WIR VON DIR NOCH ERWARTEN? SIND BEREITS WEITERE PROJEKTE IN PLANUNG? Weitere Projekte sind natürlich nicht auszuschließen, aber auch nicht in Planung. DU BIST OPTISCH EINE SEHR INTERESSANTE UND ANREGENDE ERSCHEINUNG. INWIEWEIT DENKST DU, DASS DAS AUCH EINEN TEIL DES ERFOLGS AUSMACHT ODER SIEHST DU DAS EHER ALS UNBEDEUTENDE FUSSNOTE? Ich sehe es eher als nebensächlich an. Zum Glück bekomme ich von den meisten Fans Komplimente für meine Stimme und das finde ich auch gut so. Ich bin schließlich Sängerin und kein Model… WAS BEDEUTET DAS WÖRTCHEN „ZEIT“ FÜR DICH? Ich wünschte ich hätte mehr davon! Teilweise verfliegt die Zeit so schnell, dass ich gar nicht so viel für mich, oder andere Dinge die, mir wichtig wären übrig habe, was ich sehr schade finde… WAS ERHOFFST DU DIR VON DEINER ZUKUNFT? WELCHE TRÄUME WILLST DU DIR NOCH ERFÜLLEN IN NÄCHSTER ZEIT? Ich wünsche mir eigentlich nur, dass ich in Zukunft immer noch so viel Spaß und Freude an der Musik habe wie jetzt… und vielleicht ein bisschen mehr Zeit -)) ICH DANKE DIR FÜR DIE ZEIT, DIE DU DIR ZWISCHEN DEINEN AUFTRITTEN GENOMMEN HAST UND WÜNSCHE DIR ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT. Gerne. Ich habe zu danken…

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