Interview Filter

PHASE III

SCHÖN DASS IHR UNS EIN PAAR FRAGEN BEANTWORTEN MÖCHTET. AM 17.04. ERSCHIEN EUER DEBÜTALBUM „ES WIRD DUNKEL“. WOFÜR GENAU STEHT DER ALBUMTITEL? Frank: Für den Song „Es Wird Dunkel“. Der ist nämlich auf dem Album und wir fanden den Titel als Name für das Album wohlklingend, aussagekräftig und anregend. Der Song selbst ist eine Hymne an die Schwarze Szene. Es ist ein textliches Spiel mit bekannten Bandnamen und Songtiteln, so eine Art „Stadt-Land-Fluß“ Spiel. Das ganze soll bedeuten: Die Musik unserer Szene steht für den allabendlichen Beginn unseres Lebens, welches wir ja alle gerne im Dunkeln verbringen. GIBT ES DENN SCHON ERSTE RESONANZEN AUF EUER DEBÜT-WERK? STEFFEN: Begeisterung, Staunen, Jubel und Bewunderung. Die New York Times schrieb sogar auf ihrer Titelseite was vom „Album des Jahrhunderts“. Und nächstes Jahr sollen wir beim Geburtstagsfest des amerikanischen Präsidenten spielen. Im Ernst: Wir spielen die Titel ja teilweise schon seit Jahren im Club und eben aufgrund der ausschließlich positiven Resonanz und angespornt von Freunden haben wir uns ja erst entschlossen, eine CD rauszubringen. Jetzt sind wir natürlich gespannt was der Rest der Welt dazu zu sagen hat. WIE LANGE HAT DIE PRODUKTION INSGESAMT GEDAUERT? IMMERHIN GIBT ES EUCH UNTER DIESEM NAMEN SCHON SEIT 2006? FRANK: Im Herbst 2005 haben wir die ersten beiden Songs produziert: „Friendly Damage“ und „Trauermarsch“. 2006 haben wir dann unseren Downloadstore eröffnet und mehrere Download EPs eingestellt. Den konkreten Plan, ein CD-Album rauszubringen, haben wir erst Anfang 2007 gefasst. So richtig an einem Album gearbeitet haben wir also eigentlich nie, sondern es waren irgendwann einfach genug Songs vorhanden, um eine Auswahl an Songs für ein abwechslungsreiches und interessantes Album zu haben. Die letzten drei Monate haben wir natürlich sehr konkret am letzten Schliff der Songs und natürlich am Artwork der Verpackung gearbeitet. Wichtig ist natürlich zu bemerken, dass viele der Songs auf der CD vorher noch nicht im Web veröffentlicht waren. 🙂 GIBT MAN EUREN BANDNAMEN BEI GOOGLE EIN, SO ERFÄHRT MAN, DASS ES SICH IM PHARMAZEUTISCHEN BEREICH UM KLINISCHE STUDIEN HANDELT. HAT JEMAND VON EUCH IN DER PHARMAZIE HAND UND FUSS ODER STEHT DIE BEDEUTUNG FÜR EUREN BANDNAMEN IN EINEM GANZ ANDEREN BUCH? SPIF: PHASE III steht laut Google auch für die neueste Generation von Kampfrobotern im STAR WARS Universum. Aber nein, wir sind weder Jedi-Ritter noch verrückte Pharma-Wissenschaftler. Pate für den Namen stand neben der grafischen Idee mit der römischen Drei als Säulenmotiv der Film „Phase IV“. IHR SEID IM FESTEN KERN VIER LEUTE: SPIF ANDERSON, STEFFEN, LEVIATHAN UND GRAF TAREK. STELLT EUCH DOCH BITTE EINMAL UNSEREN LESERN VOR. Frank: Ich bin unter dem DJ-Namen Leviathan vor allem als Resident-DJ im NERODOM in München tätig und lege dort jeden Samstag auf. Ansonsten bin ich 4x im Jahr in Zürich im X-tra als Gast-DJ. Live spiele ich bei PHASE III die E-Drums. Im Studio programmiere ich mit Spif die Songs und versuche immer neue Ideen zu liefern. GRAF TAREK: Ich betreibe mit Frank und Chris das Nerodom seit über 6 Jahren und schreibe für Phase III mit die Texte, kümmere mich um die Belange hinter der Bühne. Ansonsten bin ich sogenannter Non-Performing Artist, stehe also nicht mit auf der Bühne. SPIF: Ich mache mit Frank die Musik und bin selbstständiger, staatlich anerkannter Musikproduzent (kein Scherz). Ich versuche die Ideen von Frank in Musik zu gießen und soweit vorzubereiten, das Steffen die Vocals aufsingen kann und Thomas genug Vorgabe hat um den finalen Mix zu machen. STEFFEN: Ich war lange Jahre der Frontmann bei MASTERTUNE und als aus München von meinem alten Freund Frank die Anfrage kam, ob ich als Sänger bei PHASE III einsteigen möchte, habe ich sofort ja gesagt. Ich wohne in Berlin und freue mich jedes Mal auf die Studioarbeit in München und natürlich auf unsere Auftritte. NUN IST PHASE III JA EINE BAND, WELCHE VIELE GASTMUSIKER BESCHÄFTIGT. UM WEN HANDELT ES SICH DABEI GENAU? GRAF TAREK: Das wären Patrick Hiller, Tobias Fricke und Bernd Intveen an der Gitarre, Katharina, Ann und Eve bilden den Chor und Thomas Hoffmann spielt beim Finalisieren der Songs auch immer noch einiges an Effekten und zusätzlichen Synthesizerstimmen dazu. UND INWIEWEIT SIND DIESE IN DIE ENTSTEHUNG VON SONGS INTEGRIERT? STEFFEN: Eigentlich als ersetzbare Erfüllungsgehilfen… …War ein Scherz! Es ist aber natürlich so, das nicht jeder ein freies Mitsprecherecht besitzt, wo was passiert. Unser Produzententeam, zu dem ich selbst ja gar nicht mal zähle, setzt den Rahmen und die wissen schon sehr genau, wo welches Element eingesetzt werden soll. Die entsprechenden Passagen sind aber anspruchsvoll genug, so dass jeder auf seinen Einsatz stolz sein kann. In einem Orchester müssen sich die einzelnen ja auch an die Partitur und den Dirigenten halten und haben trotzdem genug zu tun. AUF EINEN DER GASTMUSIKER MÖCHTE ICH EINMAL GENAUER EINGEHEN: DAVID MICHAEL WILLIAMSON. ER ZEICHNET SICH MIT SEINER WUNDERBAREN SPRECHWEISE VERANTWORTLICH FÜR SÄMTLICHE SPRACHSAMPLES AUF „ES WIRD DUNKEL“ (AUSGENOMMEN „TRAUERMARSCH“). SICHERLICH IST ER MIT SEINER STIMME HAUPTBERUFLICH AM START? SPIF: Davis war jahrelang Sprecher für CNN und verschiedene Doku-Formate wie DISCOVERY oder TIMESLOT. UND WIE HABT IHR IHN KENNEN GELERNT? Spif: Ich kenne David aus meiner Zeit beim Fernsehen. Ich persönlich stehe total auf diese amerikanischen, tiefen Sprecherstimmen, da habe ich ihn einfach gefragt, ob er Lust hätte seine Stimme einem Musikprojekt zu leihen. IN EUREM BANDPROFIL AUF MYSPACE STEHT ALS ANSÄSSIGE REGION „BAYERN“. SOWEIT ICH WEISS, WOHNT STEFFEN ALLERDINGS IN BERLIN. WIE FUNKTIONIERT DIE ZUSAMMENARBEIT, BERLIN IST JA NICHT MAL EBEN UM DIE ECKE…? SPIF: Die Songs werden in München von Frank und mir vorproduziert. Teilweise verwenden wir dabei Texte, die uns Steffen immer wieder schickt, teilweise texten wir selber oder mit Graf Tarek zusammen. Ich singe in den Demoversionen die Texte ein und wenn Steffen dann aus Berlin ins Studio nach München kommt, wird dies durch seine ersetzt. Das spart viel Zeit und so werden von ihm an einem Wochenende mehrere Songs eingesungen. Die fertigen Demos, bekommt dann Thomas Hoffmann von den Weltraumstudios, der finalisierend seine typischen Sounds dazugibt. WIE SEID IHR INS MEDIUM MUSIK GELANGT? SICHERLICH HABT IHR SCHON LANGE IN DIESEM BUSINESS ZU TUN? GRAF TAREK: Frank ist seit 12 Jahren professioneller DJ und wollte schon immer auch eigene Titel produzieren. Mit dem Song „Friendly Damage“ ergab sich dann ein Einstieg. SPIF: Ich finde, dass DJs ideale Produzenten sind, da sie sich immerzu mit Musik und dem Geschmack des Publikums beschäftigen. Ein Dj weiß einfach sofort, ob irgendeine Idee oder ein Song gut ist oder doch nur für die Tonne. Ich selbst produziere seit 15 Jahren dies und das für den einen oder anderen. Aber so fruchtbar wie mit Frank war es noch nie. FRANK: Steffen war vor seiner Zeit bei Phase III der Frontmann bei MASTERTUNE und bringt damit auch seinen Anteil an Erfahrung mit. Und unser Graf steht seit über 20 Jahren auf Theater und Showbühnen und arbeitet da sehr viel mit Musik. WAS HAT EUCH DAZU BEWEGT, GEMEINSAM DIESE BAND ZU GRÜNDEN? FRANK: Ich wollte einfach die Erfahrungen aller in einer Band vereinen und mal sehen, was dabei heraus kommt. Besonders hat mich die Tatsache gereizt, dass wir alle schon ein bisschen älter sind und damit einen ganzen Haufen Erfahrung mitbringen, aber trotzdem mit PHASE III als Newcomer an den Start gehen. KOMMEN WIR DOCH EINMAL AUF DEN MUSIKSTIL ZU SPRECHEN. ICH MUSS SCHON SAGEN, DASS ES AUFGRUND DER ARRANGEMENTS UND VIELEN VERSCHIEDENEN STILELEMENTE EINE GANZ EIGENE RICHTUNG IST. JEDOCH KANN ICH DIESE NICHT RICHTIG IN WORTE FASSEN, ABER VIELLEICHT KÖNNT IHR MIR AUF DIE SPRÜNGE HELFEN? FRANK: Wenn man unsern Musikstil in Worte fassen müsste, dann schreibe ich uns trotz der melancholischen Songs der elektronischen Musik zu, da wir natürlich mit dem Computer produzieren. Auch sind die meisten Titel der CD rein musikalisch umgangsprachlich für das Publikum Elektro. Durch den Einsatz der Gitarre wird dies in meinen Augen allerdings interessanter und nicht eintönig. Natürlich wird uns nachgesagt, dass wir unseren eigenen Stil nicht gefunden hätten, aber ich kann dir versichern, wir haben ihn gefunden. Und mein Anliegen war auf der CD auch die Vielfalt von PHASE III zu präsentieren. Und solange über die Stilfrage diskutiert wird, ist und das doch recht gut gelungen. WELCHE MUSIK HÖRT IHR NEBEN DER VON PHASE III SONST NOCH SO? STEFFEN: Eigentlich alles, was der Musikmarkt so hergibt PÜNKTLICH ZUM RELEASE-DATUM VON „ES WIRD DUNKEL“ STANDET IHR IN ADELSHEIM AUF DEM ELEKKTROSHOKK-FESTIVAL AUF DER BÜHNE. WIE WAR ES DENN? SPIF: Uns selbst hat der Auftritt richtig Spaß gemacht und ich denke, dass wir uns auch als Live-Band von einer guten Seite gezeigt haben. Das ist für eine Band aus dem Elektrobereich nicht ganz einfach. Allerdings haben wir viele Elemente live dazu gespielt und mit Steffen auch einen absoluten Frontmann und publikumsnahen Sänger an Bord. DIES WAR JA NICHT EUER ERSTER GEMEINSAMER AUFTRIIT. WELCHE IMPRESSIONEN NEHMT IHR EUCH VON LIVE-GIGS MIT NACH HAUSE? Steffen: Vor allem der Spaß mit dem Publikum und der Spaß in der Band untereinander. Ich denke, solange wir unseren eigenen Spaß übertragen können, ist jedes Konzert auch für uns ein Erlebnis. IM MOMENT STEHEN VIELE RELEASE-PARTYS AN. WAS VERSPRECHT IHR EUCH VON DIESEN? WELCHES KONZEPT STECKT DAHINTER? FRANK: Die CD soll ja neben dem Hausgebrauch ja in den Clubs eingesetzt werden. Ich denke, da ist es eine gute Idee, das fertige Werk auch gleich dem Publikum in den entsprechenden Clubs zu präsentieren. Und zwar eben nicht als Konzert sondern so, wie sie es an Abenden gewöhnt sind. Bisher kommt das saugut an. SIND AUCH WEITERE KONZERTE GEPLANT? WENN JA, WO UND WANN? GRAF TAREK: Die Planung läuft. Wir hoffen nächstes Jahr bei einigen Festivals mit von der Partie zu sein und unsere eigene Clubtour zu präsentieren. Des weiteren gibt es ein paar vage Anfragen aus dem Ausland, aber darüber werden wir, sobald was spruchreif ist, auf unserer Website oder unserer Myspace-Präsenz informieren. WAS MACHT EUCH MEHR SPASS, LIVE AUF DER BÜHNE ZU STEHEN ODER GEMEINSAMES STUDIOSESSIONS? FRANK: Für mich ist es natürlich jedes Mal eine Herausforderung mit Spif den Weg des Entstehens eines neuen Songs gemeinsam zu gehen und den restlichen Bandmitgliedern das Geschaffene in der Rohfassung zu präsentieren und dann zu sehen, wie es sich durch Steffens wie auch den Gesang der Sängerinnen weiter entwickelt. Wenn dann noch die Gitarre und die Sounds von Thomas hinzukommen, ist es einfach spannend, die Reifung eines Stückes bis zum fertigen Produkt zu erleben. Live dem Publikum diese Songs zu präsentieren ist natürlich das Highlight, weil wir uns als Band auch dann auch mal wieder sehen und die Möglichkeit haben gemeinsam das vorab geschaffene zu spielen. Wir freuen uns jedes Mal in der kompletten Besetzung aufzutreten und vor allem Spaß zu haben. JEDER SPRICHT MOMENTAN VON FINANZKRISE. MUSIKER HABEN ES AUFGRUND ILLEGALER DOWNLOADS UND RAUBKOPIEN SOWIESO SCHON SCHWER, IHRE MUSIK ZU VERKAUFEN. WAS MEINT IHR, WIE MACHT SICH DIESE „FINANZKRISE“ IN DER MUSIKINDUSTRIE BEMERKBAR? SPIF: Die Krise in der sogenannten Musikindustrie ist hausgemacht und hat mit der momentanen Medienhysterie nichts zu tun. Die Musikindustrie lebte schon immer davon Inhalte für Abspielgeräte zu produzieren und das seit dem Grammophon. Das Internet demokratisiert aber nun die Medien und das passt nicht in das Konzept von monopolisierenden Konzernen. Für unabhängige Musiker und Künstler ist das aber eine Riesenchance. Durch eine globalisierte Kommunikationslandschaft können wir so unsere Werke Interessierten auf der ganzen Welt nahe bringen. Wem es dann gefällt, der wird auch zum treuen Fan, was den Künstlern dann direkt zu Gute kommt. „Illegale“ Downloads empfinden wir eher als Kompliment. Und es gilt: Je mehr Downloads desto mehr CDs verkauft man. WIE FÜHLT ES SICH FÜR EUCH AN, WENN MAN EUCH EURER MUSIK BERAUBT? STEFFEN: Ist noch nie passiert und kann auch nicht passieren. Mit der Liebe zur Musik kommt man einfach auf die Welt, das verliert man nicht und das kann einem keiner nehmen. WAS MACHT IHR NEBEN PHASE III SONST NOCH SO? STEFFEN: Arbeiten um Geld zu verdienen und leben zu können… Ohne geht es leider nicht. Jeder von uns hat seinen Job, wobei wir alle bis auf Patrick Freiberufler sind. SPIF: Mit LENNART und SUICIDE BOOTH sind von mir noch zwei weitere Projekte am Start. FRANK: Und ich habe mit dem NERODOM alle Hände voll zu tun. VIELEN DANK FÜR DAS INTERVIEW UND VIEL ERFOLG MIT „ES WIRD DUNKEL“. VIELLEICHT KÖNNT IHR UNSEREN LESERN NOCH EINE ART LEBENSCREDO MIT AUF DEN WEG GEBEN? Graf TAREK: Musik muss man hören und nicht versuchen zu beschreiben. Wir wünschen allen viel Spaß in und mit der dritten Phase.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu PHASE III auf terrorverlag.com