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REINCARNATUS (RENATE DIRIX)

HALLO UND VIELEN DANK FÜR DEINE KOSTBARE ZEIT FÜRS INTERVIEW SO KURZ VOR DEM KONZERT. Hallo, ja eine Stunde vorher geht gerade noch. IHR SEID ALS VORBAND MIT SCHANDMAUL AUF EINER DEUTSCHLANDTOUR. WIE LÄUFT DAS BIS JETZT FÜR EUCH? IST ES DAS, WAS IHR ERWARTET HABT? Nun gut, wir sind noch nicht so bekannt in Deutschland, aber wir hoffen, dass sich das ändern wird. Das Publikum ist einfach fantastisch hier. Es ist ganz anders als in der Niederlande und hier wird sofort mitgemacht. Hier ist die Musik auch ein Genre und es ist eine richtige Kultur. Das ist einfach toll. WIE IST ES ZUM SUPPORT FÜR SCHANDMAUL GEKOMMEN? Wir hatten Glück, denn wir sind beim selben Plattenlabel wie SCHANDMAUL, F.A.M.E.. Die machen einfach eine supergute Arbeit. WANN UND WIE HABT IHR EUCH ZU DIESER GRUPPE ZUSAMMEN GEFUNDEN? Das war vor fünf Jahren. Da hatten wir zunächst traditionelle mittelalterliche Musik gemacht. Und dann kam die Idee, einen Crossover zu machen mit Popmusik und Rockmusik. Aber wir waren schon Freundinnen und kannten uns schon vorher. Wir sind klassische Musiker und haben alle an der Musikhochschule studiert. Zwar nicht auf den mittelalterlichen Instrumenten, aber auf normalen Instrumenten haben wir studiert und dann zunächst jeder alleine auf mittelalterlichen Instrumenten gespielt. GAB ES SCHON DIE EINE ODER ANDERE MUSIKBAND ODER -GRUPPE DAVOR IN EUERM LEBEN? Nein, so was gab es nicht. In einer Band hatte noch keine von uns gespielt. Jede hat solo vor sich hin musiziert und REINCARNATUS ist die erste Band. STAMMT IHR ALLE AUS DEN NIEDERLANDEN? Ja, wir kommen alle aus dem Süden der Niederlande. WIE SEID IHR AUF DIESE MISCHUNG UNTERSCHIEDLICHER MUSIKSTILE GEKOMMEN? IHR HABT SACHEN WIE CELTIC, AMBIENT, FOLK UND ROCK´N´ROLL. Wir mögen die mittelalterlichen Instrumente und natürlich mögen wir die moderne Musik. Deshalb hatten wir überlegt, wie wir beides miteinander zusammenbringen konnten. Daraus ist dann auch unser Name entstanden. Denn REINCARNATUS steht für die Wiederauferstehung der mittelalterlichen Instrumente in der modernen Musik. Und es gab natürlich auch IN EXTREMO und SCHANDMAUL und andere Gruppen aus Deutschland. AUF EUERM NEUESTEN ALBUM „MEDIA VITA“ SCHEINT MIR ABWECHSELND IMMER EINE BALLADE UND EIN SCHNELLERES ROCK-STÜCK ZU SEIN. IST DAS AUSDRUCK EURER ZERISSENHEIT, WELCHE RHYTHMEN IHR LIEBER SPIELT, ODER GIBT ES EIGENTLICH EINEN HEIMLICHEN FAVORITEN? Das haben wir absichtlich so gemacht. Das hat auch was mit den Tonarten zu tun, dass da nicht immer in der gleichen Tonart gespielt wird, sondern über Auswahl bzw. Reihenfolge in der Tracklist eine breite Abwechslung angeboten wird. In der alten Musik ähneln sich die Tonarten sehr stark und so kann man dann wechseln. Eine favorisierte Musikrichtung gibt es nicht. Beides macht sehr viel Spaß, wir spielen gerne die Balladen aber auch gerne die rockigen Titel. Es muss nicht immer bumbum sein, sondern auch ein bisschen zu relaxen. DIESER WECHSEL MACHT ES DEN FANS NATÜRLICH SCHWER, EUCH ZU DEN MEDIAEVAL BABES ODER ZU ROCKERN ZU ZÄHLEN. IST DAS GEWOLLT? Ja natürlich. Wir möchten nicht mit den Mediaeval Babes verglichen werden. Wir sind zwar auch Babes, aber lange nicht so softy. (lacht) SPIELT IHR VON BEGINN AN IN DIESER BESETZUNG, ODER HAT ES AUCH SCHON AB- UND ZUGÄNGE GEGEBEN? Nein, bei uns hat es noch keine Wechsel geben. Wir spielen von Anfang an in dieser Besetzung. GIBT ES MUSIKALISCHE VORBILDER UND WENN JA, WELCHE? WIE HEISSEN DIE MUSIKER UND/ ODER BANDS? Ja natürlich hören wir andere Bands und Musiker. SCHANDMAUL kannten wir auch schon lange vorher, ebenso LOREENA MCKENNITT. Aber mit Vorbild hat das auch nicht viel zu tun, denn wir schwimmen mit unserer Musik so zwischen all denen und bringen unseren eigenen Stil in das Genre ein. Was wir machen, ist nicht SCHANDMAUL, es nicht IN EXTREMO, es ist auch nicht LOREENA MCKENNITT, es ist eigener Sound, den wir machen. WENN ICH AN „LIVE GOES ON“ VON EURER AKTUELLEN CD DENKE, DANN IST DIES FÜR MICH EIN ECHTER POP-SONG, DER FÜR DIE CHARTS WIE GEMACHT SCHEINT. WAR DAS GEWOLLT? Ja, das stimmt. Das stimmt, das ist ein richtiger Pop-Song. Und wenn er in die Charts kommen würde, dann wäre es schön, dann würden wir uns freuen. In den Niederlanden haben wir in den Charts gestanden mit dem ganzen ersten Album. Und die Lieder „Jeanne D’arc“ und „Media Vita“ stehen sehr weit in den Charts bei uns. IST DIE MITTELALTERMUSIK IN HOLLAND IN DEN MEDIEN MEHR VERBREITET ALS IN DEUTSCHLAND? HIER KOMMT SIE JA IN DEN NORMALEN MEDIEN KAUM VOR. Ja, in Holland gibt es ein breites Publikum dafür. Da wird solche Musik viel mehr gespielt und ist allen Menschen bekannt. Dafür ist aber auch die Szene nicht so intensiv wie in Deutschland. Auch wir haben in Holland ein viel breiteres Publikum, während es in Deutschland die besondere Kultur mit Gothic und Mittelalter gibt. In Holland hören uns alle Schichten der Bevölkerung. IHR SINGT SEHR ALTE VOLKSLIEDER, EINIGE LYRICS AUCH AUF LATEINISCH. IST ES EINFACHER, SOLCHE ALTEN LIEDER IN MODERNE RHYTHMEN ZU TRANSFORMIEREN ALS SICH KOMPLETT ETWAS NEUES EINFALLEN ZU LASSEN? Nein, das finde ich gar nicht. Es ist oft schwieriger, die alten Lieder ins Moderne zu bringen. Man versucht doch, an den alten Rhythmen und Melodien dran zu bleiben und dennoch etwas Neues zu machen. Aber es macht umwerfend viel Spaß. Es ist richtig toll, zu erleben, wie die alten Lieder zu neuem Leben erwachen. Der, der solch ein Lied mal gemacht hat, der müsste eigentlich erfahren, was jetzt aus seinem Lied geworden ist. Es ist schade, dass das nicht funktioniert. Aber andererseits denke ich, dadurch, dass wir diese alten Melodien in der Popmusik einsetzen, bekommt auch der normale Mensch solche Lieder noch zu hören und erfährt, was vor vielen, vielen Jahren die Menschen bewegte und worüber sie gesungen haben. Andernfalls hätten sie nie davon gehört. Das finde ich schön. VIELEN DANK FÜR DAS NETTE GESPRÄCH UND TOITOITOI UND ALLES GUTE FÜR EURE TOUR. Danke Euch und viel Spaß bei unserer Musik.

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