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REVOLVERHELD (JAKOB SINN)

ES IST KARFREITAG. EIGENTLICH EIN TAG, AN DEM MAN SEINE FREIE ZEIT GENIESSEN KANN… NICHT BEI REVOLVERHELD! DENN DIE JUNGS BEREITEN SICH GERADE AUF DIE KOMMENDE TOUR VOR UND DA LIEGT NOCH EINE MENGE ARBEIT AN. JAKOB SINN (SCHLAGZEUG) NAHM SICH FÜR UNS TROTZDEM DIE ZEIT UND ERZÄHLT EIN WENIG VON SPINNERN. TRÄUMEN, ÜBERRASCHUNGEN UND DER ZUKUNFT IM ALLGEMEINEN… HALLO JAKOB, SCHÖN, DASS DU DIR ZEIT GENOMMEN HAST. WIE VERBRINGST DU DIE OSTERFEIERTAGE? Mit Tourvorbereitungen (lacht). Die Tour steht ja kurz bevor und da gibt’s noch ne Menge zu tun. Die Osterfeiertage werde ich dann aber mit meiner Familie verbringen. EUER DRITTES ALBUM IST JA KÜRZLICH ERSCHIENEN UND MIT ERFOLG IN DIE CHARTS EINGESTIEGEN, ABER WARUM MUSSTEN DIE FANS SO LANGE WARTEN? WAS HABT IHR DIE GANZE ZEIT GETRIEBEN? Ja, warum hat das so lange gedauert? Wir haben uns einfach ein bisschen Zeit gelassen. Wir wollten einfach mal alles verarbeiten, was so in den letzten Jahren mit uns passiert ist. Deswegen haben wir uns auch mit dem Songwriting relativ viel Zeit gelassen. Wir haben bestimmt 50 – 60 Songs geschrieben und letztendlich sind dann die 13, die auf dem Album sind, dabei rausgekommen. Vielleicht sieht es ja für ein paar Leute da draußen so aus, als wenn nicht viel passiert wäre, aber wir haben uns auf jeden Fall nicht irgendwie einfach nur in die Hängematte gelegt und einen faulen Lenz gemacht (lacht). DAS ALBUM HEISST „IN FARBE“. HABEN FARBEN FÜR EUCH EINE BESONDERE BEDEUTUNG UND WIE KAMT IHR ZU DEM TITEL? Ja, auf jeden Fall haben Farben für uns eine Bedeutung. Wie gesagt, wir haben richtig viele Songs geschrieben und dann gemerkt, dass eigentlich alle einen relativ positiven Grundtenor haben. Wir haben immer ein bisschen dieses Bild vor Augen gehabt, dass die allgemeine Stimmung in Deutschland in den letzten Jahren ja nicht so toll war – Wirtschaftskrise und so weiter. Wir haben so eine Art Gegenpol bei uns entdeckt und sozusagen versucht, aus dem Ganzen was Positives zu ziehen. Jede Krise bringt ja auch Chancen mit sich. Man kann sich mal was trauen und genau das haben wir versucht umzusetzen. Hatten also das Bild vor Augen, in den grauen Alltag ein bisschen Farbe zu bringen. So ist dann der Titel „In Farbe“ entstanden. STICHWORT „POSITIVES LEBENSGEFÜHL“. ES GIBT WENIG SCHNULZIGEN HERZSCHMERZ AUF DER PLATTE. VIELE KÜNSTLER SETZEN JA AUF DIE EINE SCHMALZIGE BALLADE, DIE HABT IHR GAR NICHT?! Stimmt. Es gibt zwei Songs, die halbe Balladen sind und in denen gescheiterte Beziehungen verarbeitet werden. Aber du hast schon Recht. Die Grundstimmung ist halt total positiv und das fließt auch in die „Balladen“ mit ein. ALS ERSTE SINGLE HABT IHR „SPINNER“ INS RENNEN GESCHICKT. WARUM FIEL DIE WAHL GERADE AUF DEN SONG UND WIE DEFINIERT IHR EIGENTLICH DEN BEGRIFF „SPINNER“? Der Song spiegelt einfach die Stimmung des Albums am besten wider. Als wir angefangen haben, vor sieben, acht Jahren, haben alle gesagt: „Ey, ihr seid doch verrückt, ihr seid doch Spinner. Wollt ihr nicht lieber euer Studium zu Ende machen und was Vernünftiges lernen?“ Da haben wir schon gesagt „Ja, nee, wir wollen viel lieber Musik machen und unseren Traum verwirklichen“ und das haben wir dann irgendwie auch durchgezogen. Das ist eben genau das, was ich vorhin schon gesagt habe, dass man auch mal was wagt, was riskiert. Sicher damit auch mal auf die Schnauze fällt, dann aber trotzdem weiter macht und genau das haben wir auch getan. Am Anfang haben wir vor drei, vier Leuten gespielt und jetzt sieht es auf der aktuellen Tour mit den Vorverkäufen schon richtig gut aus. IHR WÜRDET ALSO ALS „SPINNER“ MENSCHEN BEZEICHNEN, DIE DIE KRAFT HABEN, IHREN TRAUM ZU VERWIRKLICHEN UND NICHT AUFGEBEN, EGAL WIE SCHWER ES SEIN KANN UND WIE VIELE HÜRDEN MAN ÜBERWINDEN MUSS? Ganz genau! „Spinner“ zu sein, ist halt für uns etwas Positives. Eigentlich ist der Song auch genau so entstanden. Kurze Geschichte: Kristoffer hat den Song geschrieben und seine Freundin plant schon lange ein Café zu eröffnen. Sie hat diesen Traum schon lange im Kopf und kriegt natürlich auch von vielen Leuten immer gesagt: „Ja, behalt’ doch lieber deinen sicheren Job. Da hast du ein geregeltes Einkommen, da kann dir nicht viel passieren.“ Aber das ist halt nicht unbedingt das, was sie glücklich macht, Darauf aufbauend hat er diesen Song geschrieben und wir haben da halt viele, so kleine „Spinnergeschichten“ drin verarbeitet. HAST DU DENN DEINEN PERSÖNLICHEN TRAUM MIT EUREM ERFOLG VERWIRKLICHT? Na ja, klar! Ich meine, erstmal können wir alle mittlerweile von der Musik leben. Das ist natürlich schon ein sehr großer Traum, der sich da verwirklicht hat. Und drei Alben veröffentlichen, das hätte uns vor paar Jahren mal jemand sagen können, dem hätten wir einen Vogel gezeigt. Der Traum ist halt, das solange wie möglich zu machen und das wir in zehn Jahren immer noch dieses Interview führen können, dann bin ich sehr, sehr glücklich! (lacht) IRGENDWIE DRÄNGT SICH MIR JETZT ABER DIE FRAGE AUF: „WAS BLEIBT DENN, WENN MAN DEN TRAUM ERREICHT HAT?“ DANN MACHT MAN DAS, WAS MAN IMMER MACHEN WOLLTE, ABER WAS KOMMT DANN? ODER IST DAS DANN DIE ERFÜLLUNG UND MEHR BRAUCHST DU NICHT? Hmm. Naja, letztendlich haben wir ja immer noch ganz viel Spaß an der Sache und es ist ja nicht so, dass als wir angefangen haben, wir unbedingt berühmt sein wollten. Es ging in erster Linie um das Musik machen und das können wir nach wie vor tun. Es ist ja nicht so, dass man jetzt einmal auf der Wolke ist und dann ist’s gut (lacht), das ist ja ein kontinuierlicher Prozess. Wir machen gerne Musik und entwickeln uns auch weiter, deswegen kann ich jetzt nicht sagen, wir sind am Ende unserer Träume angelangt. Es geht halt immer weiter. Ich kann dir nicht genau sagen, was ich noch erreichen will, aber das was wir tun, macht mir Spaß. Ist ja auch nicht so, dass wir jetzt sagen, wir haben jetzt das beste Album aller Zeiten geschrieben. Jetzt können wir uns zur Ruhe setzen (lacht). Es ist das Beste, was wir zum jetzigen Zeitpunkt schreiben konnten, aber ich bin gespannt, wie wir in fünf Jahren klingen. JETZT GEHT ES JA AUCH ERSTMAL AUF TOUR. HABT IHR IRGENDWELCHE ÜBERRASCHUNGEN FÜR EURE FANS GEPLANT, DIE MAN JETZT EIGENTLICH NOCH NICHT VERRATEN DARF? Richtig. Vom 13. bis 25. April 2010 sind wir auf „Live und in Farbe“-Tour und in erster Linie freuen wir uns tierisch, die neuen Songs auch mal live zu spielen. Wir haben jetzt solange daran rumgewerkelt und haben jetzt auch schon ein paar unplugged Konzerte gespielt, aber das Vollbrett ist ja dann immer noch was anderes. Das werden, so glaube ich, große Partys werden, die wir mit unseren Fans feiern. Wir haben das erste Mal optisch die Bühne an das Design von dem Album angepasst, also das ist auf jeden Fall was Neues und was fürs Auge. SCHWEIFEN WIR MAL AB ZU EINER FRAGE, DIE DU SICHER SCHON TAUSEND MAL GEHÖRT HAST. DIE WM KLOPFT WIEDER AN DIE TÜR. WIRD ES EINEN SONG VON EUCH GEBEN? Ja, ich wusste was kommt (lacht). Nein, es wird keinen Song geben. Wir haben das letzte Herzblut ins neue Album gesteckt und wollen den Fokus auch darauf lassen. Natürlich sind wir, nach wie vor, große Fußballfans und werden das auch alles verfolgen! Nach Möglichkeit unsere Konzerte auch so legen, dass wir die deutsche Mannschaft auch sehen können wenn sie spielt, aber einen neuen Song wird’s nicht geben. AM ENDE NOCHMAL EINEN BLICK IN DIE ZUKUNFT. WIRD ES VIELLEICHT MAL EINE LIVE-CD GEBEN? Ja, ist in Planung…(überlegt), darf man das jetzt schon sagen? (lacht). Ich glaube, man darf das sagen. Glücklicherweise wird auf dieser Tour was mitgeschnitten, ja! Wir wurden auch schon öfter gefragt und hatten auch schon länger Bock drauf und jetzt sieht es so aus, als wenn es sich realisieren lässt. In welcher Art und Weise das veröffentlicht wird steht aber noch nicht fest. Ob als DVD, CD oder Bonusmaterial müssen wir mal gucken, aber mitgeschnitten wird auf jeden Fall. VIELEN DANK JAKOB FÜR DEINE ZEIT, SCHÖNE FEIERTAGE UND VIEL SPASS AUF DER TOUR. Ja, danke dir auch. Hat mich gefreut und bis bald!

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