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SILVERSTEIN (BILL HAMILTON)

HALLO BILL, IHR HABT EUCH NACH SHEL SILVERSTEIN BENANNT, DEM BERÜHMTEN KINDERBUCHAUTOR, IST DAS RICHTIG? Genau, nach Onkel Shelby. Sechs Monate nachdem die Band gegründet wurde, bin ich eingestiegen. Wir haben damals die ersten Bühnenerfahrungen gesammelt und nach einem passenden Namen gesucht. Bei einem Auftritt lag ein Buch auf dem Boden, Shane (Told – Gesang) hob es auf, es war das Buch „Where the sidewalk ends“ von Shel Silverstein. Shane las ein bisschen darin und fragte dann, warum man sich nicht SILVERSTEIN nennen sollte, der Name ist ja nicht der Schlechteste. Gleichwohl ist es auch ein Rückblick auf die eigene Vergangenheit, denn als Kinder waren wir große Fans seiner Bücher. ER HAT JA NICHT NUR KINDERBÜCHER GESCHRIEBEN, SONDERN AUCH SONGS. HABT IHR JEMALS EINEN SEINER SONGS GECOVERT? In „Forever and a day“ haben wir ein Gedicht aus „Where the sidewalk ends“ verarbeitet. Es ist ein altes Lied, welches wir auf einer unserer alten CDs haben. Wir werden diese beiden alten CDs neu einspielen, und eine Auswahl davon als nächstes veröffentlichen. Da wird dann auch dieses Lied erscheinen. Wir hatten damals nur ein paar hundert Kopien davon gemacht und die CDs in unserer Heimatstadt verteilt. Bald kann dann jeder die Sachen hören. SIND DA NOCH ANDERE AUTOREN, DIE EUCH INSPIRIEREN? Ich habe früher nie wirklich gelesen. Klar, die Sachen, die man auf der Highschool lesen musste, aber sonst eher nicht. Ich habe es aber immer genossen, Shakespeare zu lesen. Mittlerweile lese ich eigentlich ausschließlich Bücher, die von Musik handeln, wie Chuck Klostermans „Killing yourself to life“. Es geht um einen Autor, der für ein Magazin durch Amerika reist, auf den Spuren berühmter Rockstars, die verstorben sind. Man erfährt viel über den Autor selber und seine Beziehung zur Musik. Das Schöne ist, dass er immer wieder an vergessene Songs erinnert. Noch ein Buch von ihm, welches mir gut gefallen hat war „Sex, drugs & cocopops“. Es ist eine Essaysammlung, die die Popkultur ziemlich stark kritisiert. WAS LIEST DU GERADE? „The Dirt“, die MÖTLEY CRÜE Biographie. Ich hatte es letztens in England gekauft. 250 Seiten sind zwar nicht viel, aber ziemlich lustig. In dem Buch wird über ihr Leben, ihren Ärger und solche Dinge berichtet. Es ist schon komisch, wenn du auf Tour bist, dieses Buch liest und dich in vielen Situationen wieder findest. Gerade für mich, der ich Straight Edge und Vegetarier bin, ist es interessant zu lesen, wie sich eine Band, die wirklich das komplette Gegenteil ist, dann verhält. Auch all die Geschichten mit den Groupies und den harten Drogen, sind mir schon einen Lacher wert. Ich kann mich zwar nicht rein versetzen, aber es ist schon spannend darüber zu lesen. HAST DU JEMALS DAS BUCH „THE LIFE AND TIMES OF LESTER BANKS“ GELESEN? Nein, leider noch nie, es ist aber eines der Bücher, die auf meiner Liste stehen. Gerade die alten Geschichten aus dem CBGBs sollen ja spannend zu lesen sein. SOLLTEST DU LESEN. Werde ich wohl auch machen. Ein weiteres Buch, welches ich letztens gelesen habe, war „Nothing feels good“. Es geht um den amerikanischen Emocore, angefangen mit Bands wie FUGAZI und MINOR THREAT, bis zu heutigen Sachen wie MINERAL oder GET UP KIDS. Das Buch beschreibt, wie der Weg zum jetzigen Emocore verlaufen ist, seine Kommerzialisierung durch Bands wie TAKING BACK SUNDAY oder DASHBOARD CONFESSIONAL, aber auch die wichtigsten Label, wie „Doghouse Records“ werden vorgestellt. Es wird ein wirklich guter Überblick vermittelt. Ich hatte gehört, dass das Buch sehr trocken zu lesen sei, habe es dann aber vor einem Jahr mit auf Tour genommen, und es lässt sich in Wirklichkeit lesen wie ein Roman. DU LIEST ALSO INSBESONDERE, WENN IHR AM TOUREN SEID? Ja, meist decke ich mich vor der Tour mit Büchern ein. Oft kannst du tagsüber aus Langeweile nur im Bus liegen und schlafen, dann lese ich halt. Noch ein Favorit von mir ist das Buch über die BEACH BOYS und ihr Pet Sounds Album. HAST DU JEMALS EINEN DEUTSCHEN AUTOR GELESEN? Noch nie. Hast du einen Tipp? VERSUCHE ES DOCH MAL MIT SVEN REGENER „BERLIN BLUES“, DAS IST WIRKLICH NETT ZU LESEN. Ich werde wohl mal versuchen. WIE OFT SEID IHR JETZT SCHON HIER IN DEUTSCHLAND GEWESEN? Dies ist unser drittes Mal. Aber es ist unsere erste eigene Tour. DU HATTEST EBEN VON EUREM NEUEN RELEASE GESPROCHEN, WAS WIRD DAS GENAU SEIN? Wie schon eben gesagt, werden ein paar alte Stücke drauf sein, dann zwei akustische Lieder und ein paar Live Aufnahmen, wie zum Beispiel mit dem AIDEN Sänger, welches wir auf Tour mit denen aufgenommen hatten. Erscheinen wird die CD wohl Ende Mai. Dann werden wir noch etwas unser CD „Discovering the waterfront“ auf Tour an den Hörer bringen, ein zwei Festival Tours durch die USA machen, eine Herbsttour als Headliner und das Jahr ist dann auch schon wieder zu Ende. Hoffentlich haben wir dann etwas Zeit für uns. WIE KAM ES EIGENTLICH DAZU, DASS IHR BEI VICTORY RECORDS UNTERSCHRIEBEN HABT? Wir hatten ein Demo aufgenommen und damit die Plattenlabel bestückt. Leider haben wir bei allen Labeln Absagen bekommen, mal war eine andere Band wichtiger, dann war kein Geld für eine neue Band da… Eines Tages kam ein Freund der Band zu uns, er spielt bei GRADE, und fragte uns, ob wir ein Demo an Victory Records geschickt haben? Wir haben Bedenken gehabt, dass ein großes Label wie VR sich nicht die Mühe macht uns auch nur anzurufen. Naja er hat dann versprochen dort mal anzurufen. Zwei Tage später hatten wir dann ein Treffen mit Tony Victory, er hat uns dann spielen gesehen und ließ uns einen Vertrag unterschreiben. Wir hatten einfach nicht erwartet, bei einem so großen Label zu starten, aber so ist es gekommen, und wir sind glücklich. VIELEN DANK FÜR DAS INTERVIEW UND NOCH EINE GUTE TOUR.

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