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[:SITD:] (TOM/CARSTEN)

HALLO, TOM DU HAST DIR JA BEKANNTERMASSEN DEN FUSS GEBROCHEN? WAS IST DENN GENAU PASSIERT? UND WIE GEHT ES DIR JETZT? Tom: Es ist eigentlich nichts Dramatisches passiert außer, dass ich versucht habe, Fußball zu spielen. Das ist dann doch reichlich in die Hose gegangen. So gesehen geht es mir gut, muss aber noch bis Ende Oktober einen Gips tragen, so dass die anstehenden Auftritte in Belgien und Leverkusen für mich nicht in Frage kommen. NUN IST SIE JA ENDLICH DA, EURE ERSTE VOLLSTÄNDIGE CD “STRONGHOLD” UND SIE HÄLT, WAS DIE VORABSINGLES VERSPRACHEN. WARUM HAT ES SO LANGE GEDAUERT (RELATIV GESEHEN)? DIE FANS WARTEN JA IMMERHIN SCHON SEIT DEM LETZTEN JAHR. HATTET IHR KEINE ANGST, DASS SICH DER POSITIVE VERKAUFSEFFEKT DURCH „SNUFF MACHINERY“ EIN WENIG IN LUFT AUFLÖSEN KÖNNTE? Tom: Wir haben soviel Zeit benötigt, bis wir mit dem Resultat unserer Arbeit wirklich zufrieden waren und wir hatten zum Glück dabei die Rückendeckung von unserem Platten-Label. Alles andere war dabei für uns zweitrangig Wir haben bereits gegen Ende des Jahres 2002 mit den Arbeiten zu “Stronghold“ begonnen. Es passierte aber ständig etwas anderes. Ob es nun Krankheiten, Computerabstürze oder private Umstände sind, irgendetwas hielt uns immer auf unserem Weg auf. Am Ende stellten wir bei jenen Songs fest, die in dieser Phase entstanden, dass sie vielleicht gut sind, aber nicht unseren eigenen Ansprüchen gerecht werden. Daraufhin haben wir eine kurze kreative Pause von 2 bis 3 Wochen eingelegt und haben dann im Januar 2003 noch mal ganz von vorne angefangen. Seitdem lief es genauso, wie wir es uns vorgestellt hatten. Von unliebsamen Überraschungen blieben wir diesmal zum Glück verschont und im Juli 2003 waren dann sämtliche Songs des Albums fertig. Wir sind im nachhinein wirklich sehr zufrieden mit der Entscheidung und sind unserem Publikum sehr dankbar, dass es soviel Geduld mit uns hatte. UND AUCH WENN IHR SCHON ZIEMLICH ERFOLGREICH SEID, ÜBER DIE MENSCHEN JACEK/ LESCZENSKI IST RELATIV WENIG BEKANNT. WIE HABT IHR ZUSAMMENGEFUNDEN, WAS HABT IHR VOR [:SITD:] GEMACHT UND WAS IST EUER GEMEINSAMES MUSIKALISCHES ZIEL? Carsten: Die Band existiert seit 1996 und ich habe mit meinem damaligen Schulkollegen Thorsten Lau zusammen ein paar Tapes und CD’s im Eigenvertrieb herausgebracht, die wir via Zeitschriften und Konzerten vertrieben haben. Thorsten ist dann aus beruflichen und familiären Gründen ausgestiegen und im Herbst des Jahres 1999 stieß dann Tom zur Band hinzu, wodurch nicht nur professionelle Strukturen Einzug hielten, sondern auch das endgültige feste Line-Up von [:SITD:] gefunden wurde. Seitdem ist Tom für die musikalischen Belange und ich für die Vocals und Lyrics von [:SITD:] verantwortlich. Mit “Mortal Paralysis (D.I. Binary Mix)“ kam dann unser erster gemseinsamer Sampler-Beitrag heraus, der seinen Weg auf die “Maschinenwelt – Compilation III“ fand. Nachdem wir im Jahr 2000 weniger gute Erfahrungen mit Plattenlabels machten, stand zu Beginn des Jahres 2000 das kreative Schaffen der Band im Vordergrund und das Stück “Snuff Machinery“ entstand in einer ersten Demo-Version. Der Song landete auf dem Dependent-Sampler “Septic 2“ in einer überarbeiteten “Club Version“ und danach nahmen die Dinge wie von selbst ihren Lauf… Wir machen uns nicht allzu viele Gedanken, was die Zukunft bringt. Wir stecken all unsere Zeit und Herzblut in [:SITD:] und wir sind sehr glücklich über das, was wir dank unsere Publikums bislang erreicht haben. Wir werden immer Musik machen, weil das schon immer unsere Leidenschaft war und ist… WAS FÜR EIN TECHNISCHES EQUIPMENT SETZT IHR EIN? KÖNNTET IHR EUCH VORSTELLEN, AUCH MAL E-GITARREN ZU VERWENDEN WIE ES MOMENTAN EINIGE ELEKTROBANDS TUN (TERMINAL CHOICE, FUNKER VOGT ETC.)? Tom: Unser Equipment setzt sich zusammen aus diversen Hardware-Instrumenten sowie auch aus Softwareequipment (Sampler, Synthies etc.). Bisher ist es uns noch nicht in den Sinn gekommen, E-Gitarren einzusetzen, was aber nicht heißen muss, dass wir diese strikt ablehnen. Ob es aber jemals eine E-Gitarre in unseren Produktionen zu hören geben wird, das können wir selbst nicht beantworten. Bei aktuellen Überlegungen spielen E-Gitarren jedenfalls keine Rolle. „SNUFF MACHINERY“ SCHLUG JA EIN WIE EINE BOMBE. KONNTET IHR DIESEN ERFOLG IRGENDWIE VORHERSEHEN? WAS HABT IHR GEFÜHLT, ALS KLAR WAR, DASS IHR DA EINEN KLASSIKER „VERBROCHEN“ HABT? Carsten: Im Vorfeld ist es schwierig, Reaktionen abzuschätzen. Wir können uns da nur auf unseren eigenen Geschmack verlassen. Es ist sehr schön, wenn man ein solch positives Feedback bekommt und es hinterlässt bei uns jedes Mal eine Gänsehaut, wenn wir bei Konzerten die Reaktionen des Publikums auf eben diesen Song miterleben. Das ist schon unglaublich! WIE OFT WURDE DIE „SNUFF E.P.“ BIS DATO DENN UNGEFÄHR VERKAUFT UND SEID IHR JETZT REICHE MENSCHEN? 🙂 Tom: Nach den Verkaufszahlen müsstest du bei Accession-Records nachfragen. Ich habe fürchterliches gehört, aber wir dürfen nichts sagen… *g* …nein, Spaß beiseite: Die “Snuff e.p.“ hat sich schon sehr gut verkauft, aber wir müssen vertragliche Absprachen einhalten und können nicht so ohne weiteres Zahlen herausgeben. Wir bitten da um Verständnis. Reiche Menschen sind wir dadurch ganz bestimmt nicht, de facto ist [:SITD:] eine Band, die weitaus mehr Ausgaben für Studiokosten, neues Equipment, Soft- und Hardware und andere kostspielige Anschaffungen hat, als an Einnahmen, die durch die Musik reinkommen. Wir reinvestieren alles wieder in unsere Musik und zahlen noch häufig drauf, was auch nicht weiter schlimm ist, weil [:SITD:] für uns halt absolute Priorität genießt und wir musikalisch weiterkommen wollen. HABT IHR EINEN BESONDEREN DRUCK GESPÜRT MIT „LAUGHINGSTOCK“ DEN WIRTSCHAFTLICHEN ERFOLG DES VORGÄNGERHITS ZU ERREICHEN? HAT EURE UMWELT ANDERS AUF EUCH EINGEWIRKT BEIM KOMPONIEREN? Tom: Druck haben wir nicht verspürt, außer unsere eigenen Erwartungen an uns selbst zu erfüllen und wirtschaftliche Interessen spielen wie gesagt keine Rolle, sonst hätten wir in den sechs Jahren als wir Musik jenseits der Öffentlichkeit machten schon längst Konkurs anmelden müssen… *g* EURE COVER ÄHNELN SICH SEHR UND BILDEN SOMIT EINE EINHEIT. WOLLT IHR DAMIT EINE GESCHICHTE ERZÄHLEN, EINE METAPHER AUFBAUEN ODER FINDET IHR „EINFACH NUR“, DASS ES GUT AUSSCHAUT? Carsten: Die drei bisherigen Veröffentlichungen gehören inhaltlich zusammen, da die “Snuff e.p.“ und “Laughingstock“ Vorauskopplungen aus dem Album sind. “Stronghold“ heißt soviel wie “Bollwerk“ und trennt man das zusammengesetzte Substantiv und betrachtet dessen einzelne Bestandteile: “strong“ und “hold“, so findet man das vor, wonach wohl jeder sucht: “starken Halt“. Diese Suche bezieht sich sowohl auf persönliche Dinge, wie die Suche nach privatem Halt, einer Heimat, einem Zufluchtsort als auch auf die Suche nach Halt und Identifikation in einer zunehmend unsicher werdenden Welt. Genau diese Thematik soll auch mit der Covergestaltung zum Ausdruck gebracht werden. Die düsteren, schwarz gehaltenen Maschinen stehen für Umstände und Ereignisse, die einen vom Erreichen dieses Zufluchtsortes abhalten. Es sind Hindernisse, die sich einen in den Weg stellen. Der Himmel ist in diesem Zusammenhang ein Symbol für das “Gute“, er steht für den “Zufluchtsort“, den es zu erreichen gilt. Musikalisch haben wir diesen Ort im instrumentalen Titelstück “Stronghold“ beschrieben, welches mit harmonischen Streichern fast wie eine Filmmusik angelegt ist. Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen der Covergestaltung und den musikalischen Inhalten. Für alle unsere Covergestaltung zeichnet sich übrigens „User.dx“ verantwortlich, der in unseren Augen wirklich perfekte Arbeit mit der graphischen Umsetzung unserer musikalischen Ideen leistet. 3 STÜCKE AUF „STRONGHOLD“ WAREN JA BEREITS VORHER BEKANNT, WIESO HABT IHR DIESE NOCHMALIG VERÄNDERT (Z.B. NEUES SAMPLE IN „SNUFF MACHINERY“)? NACH WELCHEN GESICHTSPUNKTEN SEIT IHR DABEI VORGEGANGEN UND HATTET IHR KEINE ANGST, DASS EURE FANS EIGENTLICH DIE „KLASSISCHEN“ VERSIONEN VERLANGEN? Tom: Seitens unserer Hörerschaft bestand eine rege Nachfrage nach den Live-Versionen, die sich zum Teil erheblich von den bisherigen Studiofassungen unterscheiden. Also haben wir diesem Wunsch Rechnung getragen und “Laughingstock“, “Snuff Machinery“ und “Hurt“ rundum neu bearbeitet und teilweise sogar neu eingesungen. „VENOM“ KLINGT SEHR FUTURE POPPIG DURCH DEN CLEANEN GESANG? WOLLTET IHR DA MAL ETWAS NEUES AUSPROBIEREN? Tom: Venom ist ein sehr persönlicher Song. Er setzt sich mit der Thematik des Verlusts eines geliebten Menschen auseinander, birgt aber dennoch die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Das Stück erforderte eine andere Herangehensweise als bei den anderen Stücken. Von daher sind wir bewusst anders an dieses Stück herangegangen. UND „2ND DEATH“ WIEDERUM BESITZT MEINER MEINUNG NACH EINIGE ELEMENTE AUS DEM HOUSE-BEREICH. KÖNNT IHR MIT DIESEM SOUND PRIVAT AUCH ETWAS ANFANGEN? Tom: Wir stehen vielen Sachen aufgeschlossen gegenüber, aber House ? Nein, sorry, da haben wir keinen Bezug zu. Wir beschäftigen uns auch gar nicht mit dieser Art von Musik, so dass wir nicht beurteilen können, ob wir zufälligerweise “House-Elemente“ in “2nd Death“ verwendet haben. Ist aber sehr interessant, dass du uns darauf aufmerksam machst. WELCHE BEZEICHNUNG WÜRDET IHR EUREM SOUND DENN GENERELL GEBEN? Tom: Ganz schlicht und einfach: Electro. WENN MAN SICH EURE TEXTINHALTE ANSCHAUT, SO GREIFT IHR IMMER WIEDER PROVOKATIVE THEMEN AUF (LEBENSBORN, SNUFF-MOVIES, DAS ERFURT-MASSAKER). WIE SELEKTIERT IHR? WOHER HOLT IHR EUCH DIE INSPIRATION? WOLLT IHR LEDIGLICH ZUSTÄNDE BESCHREIBEN ODER AUCH ANTWORTEN GEBEN? Carsten: Es geschehen jeden Tag so viele Dinge, die einen erschaudern lassen oder sprachlos machen. Neben den aktuellen Geschehnissen in der Weltpolitik sind es insbesondere menschliche Abgründe, die uns beschäftigen. Es überrascht uns, dass bei solchen Themen gerne weggeschaut wird. Wir legen gerne unsere Finger in die Abgründe unserer Gesellschaft, um auf solche Dinge aufmerksam zu machen oder die Diskussion darüber anzuregen. Das hat aber herzlich wenig mit Provokation oder Schockieren wollen zu tun, was uns häufig vorgeworfen wird, als vielmehr mit Auseinandersetzung, Darstellung und Verarbeitung von Dingen, die uns selbst emotional bewegen. WAS ENTGEGNET IHR LEUTEN, DIE EUCH VORWERFEN, IHR WÄRET ZU PLAKATIV? INTERESSIEREN EUCH SOLCHE VORWÜRFE ÜBERHAUPT? Carsten: Wir bedienen uns häufig ungewöhnlicher Perspektiven, um Thematiken darzustellen. Die meisten Zuhörer erkennen das und wir versuchen unsere Sichtweisen und Intentionen natürlich auch in Interviews oder in den Kommentaren zu unterstreichen, wie wir das im Booklet zu unserer CD “Stronghold“ getan habe. Das Publikum in der schwarzen Szene ist sehr intelligent und feinsinnig. Es ist tiefgründigen Thematiken offen zugewandt, von daher sehen wir keine Probleme. Wenn sich jemand nur oberflächlich mit Dingen beschäftigt und den Moralapostel spielt, ohne überhaupt zu wissen, worum es geht, dem kann natürlich nicht geholfen werden. Aber diese Personen sind absolut in der Minderheit. DIE ENGLISCHEN TEXTE WERDEN SEHR „DEUTSCH“ VORGETRAGEN, NUTZT IHR DIESES STILMITTEL BEWUSST? WOLLT IHR IN ABSEHBARER ZEIT VIELLEICHT GENERELL MEHR IN RICHTUNG DEUTSCHE TEXTE GEHEN? Carsten: Zugegebenerweise klingen unsere deutschen Wurzeln manchmal durch, die wir auch gar nicht verhehlen wollen. Sie waren schon immer Teil unserer Musik. Neben deutschen Sprachsamples haben wir in der Vergangenheit immer wieder auf deutsche Text-Fragmente oder gar auf ausschließlich in deutscher Sprache verfasste Texte zurückgegriffen. Die Band existiert ja schon seit 8 Jahren und es ist reiner Zufall, dass es seit der Zeit, als wir einen Plattenvertrag unterschrieben hatten, noch keinen einzigen Song in unserer Muttersprache gab. Auf unserem Debüt “Stronghold“ war auch ursprünglich ein Song namens “Seelenfeuer“ geplant, der aber aufgrund stilistischer Abweichungen im musikalischen Bereich einfach nicht auf das Album gepasst hat. Es ist gut möglich, dass wir den Song noch in einer anderen Form in Zukunft veröffentlichen werden, genauso wie es mit Sicherheit auch andere deutschsprachige [:SITD:]-Songs geben wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass uns das zu einem bestimmten Song sinnvoll und gegenüber der englischen Sprache vorziehenswert erscheint. IHR BENUTZT VIELE SAMPLES, AUCH AUS FILMEN. MUSSTET IHR SPEZIELL BEI „8MM“ DEN DEUTSCHEN RECHTEINHABER UM ERLAUBNIS FÜR DIE VERWENDUNG FRAGEN? Tom: Um solche Sachen kümmern sich unser Label und unser Management, worüber wir sehr froh sind, weil wir uns auf diese Weise ganz allein auf die Musik konzentrieren können. UND WENN WIR SCHON BEI FILMEN SIND, ICH KÖNNTE MIR GUT VORSTELLEN, DASS „BOWLING FOR COLUMBINE“ EINER EURER FAVORITEN IST, DA EINE ÄHNLICHE IRONISCH GESELLSCHAFTSKRITISCHE GEISTESHALTUNG DURCHSCHIMMERT, LIEGE ICH DA RICHTIG? WELCHE FILME MÖGT IHR NOCH? SCHON MAL EINEN SNUFF-FILM GESEHEN? 🙂 Carsten: Da liegst du nicht ganz falsch *g*, aber grundsätzlich sind wir keine großen Film-Freaks. Wir recherchieren lieber im Internet zu unseren Songs und sehr oft stammen die Sprachsamples, die wir verwenden, aus Reportagen. Dementsprechend schwierig ist die Frage nach Lieblingsfilmen. Hm, … *grübel*… kennst du vielleicht von Lars von Trier “Geister“? Ein sehr guter Mehrteiler, der vor gut einem Jahr auf irgendwelchen Regional-Programmen lief. Einen Snuff-Film haben wir noch nicht gesehen, kannst du uns einen empfehlen *g*? Das Thema ist auch eigentlich zu ernst, als sich sarkastisch darüber auszulassen. Wir sind zum ersten mal während der Kosovo-Krieges darauf gestoßen als wir davon erfuhren, dass solche illegalen Vergewaltigungs-, Folter- und Morddokumentation aus dem Ex-Jugoslawien für horrende Summen für abnorme Konsumenten auf dem Schwarzmarkt angeboten werden. Dann haben wir im Internet weiter recherchiert, so erfuhren wir, dass bestimmte Code-Wörter existieren, unter dessen Zuhilfenahme sich Anbieter und Interessenten kontaktieren. Es gibt mittlerweile sehr gut dokumentierte Fälle aus den U.S.A., Russland, Italien und Deutschland, die es einem ganz eiskalt den Rücken herunter laufen lassen und der Hollywood-Klassiker “8mm“ mit Nicolas Cage hat sein übriges getan, um auf diese abscheuliche Thematik hinzuweisen. STEHT VON [:SITD:] EVENTUELL AUCH EIN MUSIKVIDEO INS HAUS? WENN JA, WAS WÜRDET IHR GERNE AUF ZELLULOID (BZW. DIGITALVIDEO) PACKEN? IRGENDWELCHE VERRÜCKTEN IDEEN? Tom: Momentan scheitert so was am Geld, mal schauen, was die Zukunft bringt. Interesse unsererseits besteht. ICH HABE EUCH LIVE LETZTES JAHR IM VORPROGRAMM VON APOPTYGMA GESEHEN UND HATTE DAS GEFÜHL, DASS IHR NOCH EIN WENIG UNSICHER AUF DER BÜHNE STEHT (WAS JA VERSTÄNDLICH IST). HATTE ICH DA DEN RICHTIGEN EINDRUCK? UND WAS KANN DER FAN VON EUREN ZUKÜNFTIGEN SHOWS ERWARTEN? Carsten: Wir haben eigentlich nur beim ZILLO und beim DARK WINTER 2002 als auch beim MERA LUNA 2003 mit APOPTYGMA BERZERK zusammen auf Festivals gespielt…!?! Also wir sind nie im Vorprogramm von APOP aufgetreten… Vielleicht verwechselt Du das mit VNV Nation? (Nein, ich meinte tatsächlich das DARK WINTER 2002, wo auch DIVE dabei waren, Anm. des Interviewers) Da haben wir mal auf der “Future-Perfect-Tour“ im Vorprogramm gespielt. Zu diesem Zeitpunkt war gerade mal die SEPTIC II-Compilation mit der Club Version von „Snuff Machinery“ auf dem Markt und für uns war es damals eine völlig neue Erfahrung vor ein paar tausend Leuten zu spielen. Natürlich ist man dann sehr aufgeregt, aber das sind wir heute auch immer noch, nur mit dem Unterschied, dass wir mittlerweile viel mehr Erfahrung haben und uns zum Glück das Publikum heute mit offenen Armen empfängt, zumindest ein Großteil der Leute, die auf unseren Konzerten anwesend sind. Das macht die Sache natürlich wesentlich einfacher und wir haben uns im letzten halben Jahr zu einer “richtigen“ Live-Band entwickelt, was beim Publikum sehr gut ankommt. Wir bereiten spezielle Live-Versionen für unser Auftritte vor und wir versuchen auch eine Menge an Musik live umzusetzen, was für einen Electro-Act nicht selbstverständlich ist. WELCHE EINDRÜCKE HABT IHR VOM MASCHINENSTURMFESTIVAL IN HANAU MITGENOMMEN? WAS GIBT ES ÜBER DIE COVER-VERSION ZU BERICHTEN, DIE MATTES GESUNGEN HAT. ICH MEINE, IHR HABT NUR 6 SONGS GESPIELT, HÄTTET IHR DA NICHT BESSER DIE GANZE ZEIT FÜR EURE EIGENEN SONGS VERWENDEN KÖNNEN? WIE HABT IHR DEN MATTHES ÜBERHAUPT SO SCHNELL FIT GEMACHT? Carsten: Es hat uns eine riesige Freude bereitet, auf dem Maschinensturm zu spielen. Das Publikum war fantastisch und es macht einfach Spaß, vor so einer Kulisse und solch einem enthusiastischem Publikum zu spielen. Wir hatten seitens des Veranstalters leider nur 45 Minuten zur Verfügung und Matthes von PLASTIC hat die [:SITD:]-Interpretation des PZYCHO BITCH Stückes “Wake Up“ übernommen, die ansonsten Tom singt und fester Bestandteil unseres Live-Sets ist. Der Song steht sowohl in der Gunst des Publikums als auch in unserer eigenen sehr weit oben, es wäre für uns undenkbar, darauf zu verzichten. Matthes hat sich wahnsinnig reingehängt und bis zur letzten Minute die Texte und die Musik gelernt. Er ist ein hervorragender Musiker und absoluter Profi. Es macht Spaß, mit solchen Leuten zu arbeiten und ohne sein aufopferungsvolles Engagement wäre der Auftritt beim Maschinensturm wohl nicht zustande gekommen. HABT IHR EUCH FEINDFLUG UND DAS ICH ANGESCHAUT UND WIE FANDET IHR DEREN AUFTRITTE? WAR NACHHER AUCH NOCH ZEIT, ZUSAMMEN EIN WENIG PARTY ZU MACHEN? Carsten: Uns persönlich haben beide Performances gefallen und hinter den Kulissen haben sich alle Bands vortrefflich verstanden. Es war genug Zeit, um sich auszutauschen und auch das ein oder andere Erfrischungsgetränk zu sich zu nehmen… *g* …Sämtliche Bands waren in demselben Hotel einquartiert und am anderen Morgen sah man eine Menge “verkaterte Gestalten“ am Frühstücks-Buffet… *g* LIVE WERDET IHR VON FRANCESCO D`ANGELO (DARK DIMENSIONS) UNTERSTÜTZT. WIE IST DIE ZUSAMMENARBEIT ENTSTANDEN? KENNT IHR EUCH SCHON LANGE? Carsten: Die ersten Kontakte kamen vor gut einem Jahr bei einem Konzert mit “Pzycho Bitch“ zustande, deren Labelchef Frank D’Angelo (“Pro Noize/ Dark Dimensions“) ist. Ein paar Wochen später trafen wir uns erneut, als Frank als D.J. in der Moritz Bastei auflegte, wo wir am selbigen Abend ein Konzert gaben. Die Chemie stimmte einfach zwischen Frank und uns, so dass daraus die gemeinsame Idee zur Live-Kooperation entstand, und wir sind mehr als froh, auf Frank als Mensch und Musiker bei unseren Konzerten zurückgreifen zu dürfen. IN WELCHEN CLUBS IM RUHRGEBIET KANN MAN EUCH DENN ANTREFFEN ODER SEID IHR SELBST KEINE GROSSEN SZENEGÄNGER? ZU WELCHEN STÜCKEN TANZT IHR DENN SELBER GERNE? Tom: Wir sind häufig und ich eigentlich immer *g* in der Kaue beim Darkpark mit DJ Alex Werner, in der Bochumer Matrix beim Empire Of Darkness mit DJ Mike, im Düsseldorfer Stahlwerk und in der Zeche Carl in Essen. Unser Musikgeschmack ist relativ ähnlich, bei Stücken von u.a. THE RETROSIC, SOMAN oder SUICIDE COMMANDO kann man uns auch häufiger auf der Tanzfläche antreffen… *g* MÖGT IHR ALS RUHRGEBIETLER AUCH FUSSBALL UND WENN JA, WELCHE TEAMS? Carsten: Im Ruhrgebiet kommt man wohl kaum darum herum, mit einem Fußballverein zu sympathisieren *g*. Ich komme aus Bochum und mein Vater hat mich im Alter von 6 Jahren zu einem Spiel des VFL mitgenommen. Das war ein Freundschaftsspiel im heimischen Ruhrstadion gegen Ajax Amsterdam… so mancher Nostalgiker erinnert sich vielleicht noch an Namen wie Hans-Joachim Abel, Atta Lameck, Jupp Kasczor, Lothar Woelk oder Franz-Josef Tenhagen (ich erinnere mich, Anm. des Interviewers) und seitdem schlägt mein Herz für eben diesen Verein. Tom: Als gebürtiger Gelsenkirchener bin ich natürlich Schalke-Fan *g* und das selbstverständlich seit Kindesbeinen an. Für die Experten unter uns seien hier die Abramczik-Brüder, Klaus Fischer, Tanne Fichtel und Norbert Nigbur genannt, die habe ich noch alle “live-haftig“ miterleben dürfen *g*. Carsten: Dadurch das Bochum und Gelsenkirchen nur wenige Autominuten voneinander entfernt liegen, hält man sich häufig in der “anderen“ Stadt auf, zumal auch unser eigenes Studio in Gelsenkirchen beheimatet ist und so kommt es auch häufiger vor, dass Tom und ich zusammen zu einem Schalke-Spiel gehen. Der S04 ist mir auch sehr sympathisch wie übrigens auch der FC St. Pauli, aber nun wieder zurück zur Musik… man sollte keine Ruhrpottler auf Fußball ansprechen… dann gerät das schnell aus den Fugen *g* … UND WIE SEHEN JETZT EURE WEITEREN ZUKUNFTSPLÄNE AUS? Carsten: Wir planen im Frühjahr 2004 eine neue Maxi-Single oder EP zu veröffentlichen. Darüber hinaus werden im November 2003 [:SITD:] Remixes für verschiedene Veröffentlichungen von u.a. ABSURD MINDS, PRIDE AND FALL, SLEEPWALK, TACTICAL SEKT und AGONOIZE erscheinen. Des weiteren werden auf folgenden Events live zu sehen sein: 25.10.2003 „Dark Electronic Minds Festival“ / The Steple / Waregem (BEL ) – 26.10.2003 Shadow / Leverkusen / (D) (mit Plastic, Snarph!) – 31.10.2003 „Wake Up The Machines Festival“ / Kaue / Gelsenkirchen (D), 06.12.2003 “Dark Imagination Festival“ / Black Sounds / Landstuhl (D) – 25.12.2003 „Darkstorm Festival 2003“ / Columbiahalle / Berlin (D) – 26.12.2003 „Darkstorm Festival 2003“ / Alter Schlachthof / Dresden (D) – 27.12.2003 “On A Dark Winter’s Night – Schattenreich / Sonic Seducer-Festival“ / Arena / Oberhausen (D) – 06.03.2004 „Invitation Festival“ / Kuipers Sportspalais / Gent (BEL) . IRGENDWELCHE LETZTEN WORTE? Carsten & Tom: Danke für das interessante Interview und beste Grüße an alle Leser 🙂 VIELEN DANK FÜR DAS INTERVIEW UND VIEL ERFOLG MIT „STRONGHOLD“! Carsten & Tom: Danke 🙂

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