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SPIRITUAL CRAMP (IVI/ HOLGER/ STEFAN)

WIE KAM ES ZU DER ZUSAMMENARBEIT MIT IVI IM JAHR 1998? IHR WART ZU ZWEIT UND MITTEN IM STUDIUM, RICHTIG? HABT IHR EUCH DORT KENNEN GELERNT ODER HABT IHR EUCH FRÜHER SCHON GEKANNT? Ivi: Stefan und ich kannten uns schon vorher aus der Schule. Irgendwie habe ich ihm dann mal im Auto etwas vorgesungen, und da Holger und er auf der Suche nach einer neuen Sängerin waren kam es zur Zusammenarbeit. Holger: Nach dem Verlust unserer ersten Sängerin Monika suchten wir nach einer neuen weiblichen Stimme. Übergangsweise fanden wir auch eine Sängerin (Kathrin), die aber nach kurzem Gastspiel studienbedingt aus der Formation wieder ausschied. Damals konzentrierten wir uns darauf mehr Songs mit männlicher Stimme zu fertigen und unsere zweite Demo-CD „Colours“ (1997) erschien. Stefan und ich waren von Ivi´s Stimme sofort überzeugt und nahmen kurzerhand zwei Songs der CD „Colours“ (2nd Edition 1999) mit Ivi neu auf. Es war gar nicht so einfach eine Sängerin mit guter Stimme zu finden. Ivi konnte sich schnell in unsere Arbeitsweise einleben und ist seit der CD Time nicht mehr aus der Band wegzudenken. EURE MUSIK HABE ICH BEI UNS IN DER REZENSION ALS DARK-WAVE MIT SYNTHIEPOP-ELEMENTEN BEZEICHNET. GRUPPIERT IHR EUCH SELBST AUCH IN DIESER SPARTE ODER EHER IN EINER ANDEREN MUSIKRICHTUNG? Holger: Unsere Musik zu kategorisieren fällt schwer, da unsere Musik eine enorme Bandbreite besitzt, aber da die meisten Menschen ohne eine Einordnung von Bands in gewisse musikalischen Sparten oder Schubladen ihre Probleme haben, könnte man sagen, dass unsere Musik eine facettenreiche Variante des Dark-Electro ist. Deine Definition „Dark-Wave mit Synthiepop-Elementen“ ist zwar völlig OK, aber limitiert und reduziert unseren Stil. Daher tue ich mich schwer mit einer festen Einordnung unserer Musikrichtung. ICH WAR ÜBERRASCHT ALS ICH EURE CD HÖRTE, DA AUF IHR VIELE UNTERSCHIEDLICHE MUSIKSTILE IHRE VERWENDUNG FANDEN. WIE KAMT IHR AUF DIESEN UNGEWÖHNLICHEN STILMIX? Stefan: Wahrscheinlich kommt der Mix dadurch zustande, dass wir drei ziemlich verschiedene Geschmäcker haben, und zwar sowohl in Bezug auf Musikmachen als auch Hören. Wir setzen uns dabei nicht mit dem Ziel hin, möglichst wilde Sachen zusammen zu würfeln, sondern die bewusste Entscheidung dabei liegt eher darin, den entstandenen Stilmix zuzulassen. Holger: Wir mögen es mit den verschiedenen Spielarten der elektronischen Musik zu experimentieren und machen die Art von Musik, die uns gefällt. Daher ist der Schaffensprozess auch von Song zu Song sehr unterschiedlich. Mal legt Stefan eine Idee vor, mal ist es Ivi mit einer Textphrase oder Melodie inspiriert, oder mal bin ich es, der einen Song bzw. eine Idee in den Schaffensprozess einbringt. Der Stilmix könnte auch daran liegen, dass wir alle eine gemeinsame musikalische Schnittmenge haben, aber dennoch extreme Unterschiede in den Musikgeschmäckern. EURE SONGS REICHEN VON TANZFLÄCHENFÜLLERN BIS ROMANTISCH-ATMOSPHÄRISCHEN SONGS. WELCHE SONGS GEFALLEN EUCH SELBER AM BESTEN? Stefan: Das ist schwer zu sagen, zumal man mit den „Tanzflächenfüllern“ nach der Entstehung noch viel öfter zu tun hat (z.B. live spielen) als mit einem Instrumental wie „Metamorphosis“ oder frickeligen Songs wie „Der Fluss“. Das führt irgendwie zu einer anders wahrgenommenen Halbwertzeit, bis man den eigenen Kram nicht mehr hören mag. Holger: Ich mag gerne Songs mit guten Rhythmen und geradlinigen Beats. Ich liebe auch lang gezogene Passagen in denen sich viel Raum und Zeit für musikalische Experimente befinden. So können teilweise ungewöhnliche Passagen in einem Song entstehen, welche nicht immer die Hörgewohnheiten der übersättigten „Konsumenten“ treffen. Insgesamt kommt es aber auf die individuelle Stimmungslage an, welcher Song gerade favorisiert wird. IHR WURDET IN REZENSIONEN HÄUFIG MIT ANDEREN BANDS VERGLICHEN. GIBT ES BANDS, DIE EUCH IN EURER ENTWICKLUNG ENTSCHEIDEND GEPRÄGT HABEN? WENN JA, WELCHE? Holger: Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Ich versuche auch nicht den Künstler XYZ nachzuahmen. Mich haben Künstler und Bands wie Kraftwerk, J.M. Jarre und auch Billy Idol schon immer fasziniert. Es gab und gibt so viele tolle Bands wie z.B. CHILDREN WITHIN oder DISTAIN, die zwar nicht mehr ganz so bekannt, aber immer noch für mich sehr hörenswert sind. Das Problem beim Vergleich von Bands untereinander ist es, dass die meisten Redakteure nur aus dem Chart geprägten Fundus schöpfen, aus denen sie die letzten fünf bis 10 Jahre geschöpft haben. Stefan: Den größten Einfluss haben bei mir glaube ich die Bands gehabt, die ich schon gehört habe, bevor ich selbst mit der Musik angefangen habe, also z.B. The Eternal Afflict oder Diary Of Dreams. EURE MUSIK IST IN DER DARK-SZENE EINZUGRUPPIEREN. HABT IHR VORHER BEREITS EINGÄNGIGE ERFAHRUNGEN IN DIESER SZENE SAMMELN KÖNNEN, BEVOR IHR IN DIESE MUSIKRICHTUNG GEGANGEN SEID? Ivi: Ja. Stefan: Spiritual Cramp ist meine erste und einzige Band. Ich mache das seit ich 16 bin, vorher war wenig Zeit für eingängige Erfahrungen – auch wenn ich die Musik schon länger höre. Holger: Ich werkelte so um die Jahre 1989-92 mit erstem Equipment musikalisch vor mich hin. Half mal bei guten Freunden in ihrer Band („ARC“) aus und suchte irgendwie nach einer „eigenen“ Band. Dann lernte ich Stefan über unseren späteren Sänger Marco kennen. Das war die Initialzündung; die bis heute andauernde erfolgreiche Zusammenarbeit mit Höhen und Tiefen möchte ich nicht mehr missen. Wir haben dieses Jahr sogar ein 10 jähriges Jubiläum… STEFAN, DU WIRST WIE ICH FESTSTELLTE, HÄUFIG MIT HERRN VELJANOV VERGLICHEN. WIE SIEHST DU SELBER DIESEN VERGLEICH? Stefan: Ich wäre froh wenn ich so singen könnte und bin froh, dass ich es nicht tue 😉 Holger: Oftmals [lacht] wird er auch mit den Kollegen A. Hates oder P. Heppner verglichen. Nur gut dass wir Stefan haben, der verbindet quasi das Beste aus allen Welten… WIE KAMT IHR DARAUF, EUCH SPIRITUAL CRAMP „SPIRITUELLER KRAMPF“ ZU NENNEN? DER NAME IST JA DOCH RECHT AUSGEFALLEN! Stefan: Es ist der Name eines alten Christian Death-Songs (von der „Only Theatre Of Pain“). Holger: Die Übersetzung „geistige Fessel“ gefällt mir besser, Stefan fand es damals witzig, dass sich eine Elektro-Band nach einem Song einer Gitarren-Band benennt. Die Idee und der Name haben sich bis heute erfolgreich behauptet. Ich könnte mir keinen besseren Namen mehr vorstellen, da wir auch alle verrückt sind und immer ein bisschen Selbstironie zulassen… 😉 WOHER NEHMT IHR DIE IDEEN FÜR EURE SONGS? Ivi: Bezogen auf die Texte spielen natürlich die eigenen Erfahrungen und Gefühle die Hauptrolle. In den Texten werden solche Dinge verarbeitet und zu Papier, bzw. letztendlich zu Gehör gebracht. Stefan: Ideen kommen oder kommen nicht – beides leider meistens zur falschen Zeit. Holger: Oft setzt man sich hin und „macht“ einfach nur Musik, ohne zu wissen was im Nachhinein dabei rauskommt. So entstehen mal Songs die man weiterverwerten kann, einige dienen jedoch nur als Ideen oder fristen ihr Dasein als Demo. Am einfachsten ist es, wenn man ein Textfragment hat und ungefähr weiß was es für eine Art von Song es werden soll (schnell, langsam, etc.). Daher hat jeder unserer Songs eine eigene Entstehungsgeschichte und ist mit uns unmittelbar verwoben. WAS HABT IHR FÜR ERFAHRUNGEN BEI EUREN LIVE-AUFTRITTEN GEMACHT? WIE REAGIEREN DIE ANWESENDEN? Holger: Für mich ist es immer noch verwirrend wenn die Zuschauer plötzlich mitgehen oder sogar tanzen. Meist hatten wir ein eher zurückhaltendes Publikum. Du beobachtest die Menschen vor der Bühne und deren Reaktionen, welche dich schnell unsicher machen können. Anders herum können sich positive Reaktionen auf die Darbietung der Band auswirken, und da kann es schon mal hin und wieder passieren, dass man im Eifer des Gefechtes einen analogen Sound etwas deutlicher als sonst betont oder Stefan mit dem Blaswandler eine herrliche Improvisation zaubert. Auf der Bühne stehen zu können, live zu spielen und mit dem Publikum zu interagieren, ist daher immer ein besonderes Erlebnis. WIE IST EUER VERHÄLTNIS UNTEREINANDER? Ivi: Wir können uns nicht riechen! Stefan: Immer noch erstaunlich gut. Holger: Nach all den Jahren ist ein Band der Freundschaft zwischen uns erwachsen, bei dem es auch mal, wie bei jeder anderen engeren Beziehung zu Unstimmigkeiten kommt. Die Harmonie zwischen uns überwiegt aber. GIBT ES KONKURRENZDENKEN ZU ANDEREN BANDS? Stefan: Hin und wieder schon, aber das bezieht sich eher auf Auftrittsangelegenheiten und solche Sachen. Holger: Selbstverständlich steht jede Band irgendwie in Konkurrenz zueinander. Im Raum Ostwestfahlen pflegen wir zu vielen Bands gute und freundschaftliche Beziehungen, und supporten uns natürlich gegenseitig, da es von Seiten der hiesigen Tanzclubs kaum oder nur spärliche Unterstützung für regionale Bands gibt. Eine Besserung von Seiten der DJs wäre natürlich wünschenswert, den lokalen Underground stärker zu promoten, aber das ist ein Thema für sich. Als Beispiele für hervorragende und leider noch zu unbekannte Bands im Raum Bielefeld seien REPTYLE, END, SILVERY und SPIRITUAL REALITY genannt. Man freut sich natürlich über Erfolge befreundeter Bands, auch wenn der eigene Erfolg mal zurücksteht. WIE SEHT IHR EUCH SELBER ALS MUSIKER? SEID IHR SEHR SELBSTKRITISCH? Ivi: Auf jeden Fall! WELCHEN SINN HABEN INTERVIEWS FÜR EUCH (NICHTS FALSCHES SAGEN :-)? Stefan: Ich lese selbst gerne Interviews mit Leuten, die ich schätze. Dass mein Schreibsel jemanden interessiert, wage ich nicht zu behaupten, aber als Band schielt man natürlich auch immer auf potentielle neue Hörer. Holger: Interviews bieten musikbegeisterten Hörern die Möglichkeit etwas mehr über die Bands die sie mögen zu erfahren. Die meisten Interviews sind reine Werbemaßnahmen, die oftmals von Plattenfirmen als Marketingstrategie zur Anregung von Plattenkäufen eingesetzt werden. Auch die plakativen Aussagen einiger Bands schlagen mir immer mehr auf den Magen. Ich kann es einfach nicht mehr hören, wenn Aussagen kommen wie: „wir sind alle schwarz, wir sind alle böse“. EURE ERSTEN SONGS ERSCHIENEN (NOCH IN ANDERER BESETZUNG) 1994. NEHMEN WIR MAL AN, IHR WÜRDET ERST HEUTE ANFANGEN, MUSIK ZU MACHEN. WÄRE DER WEG HEUTE SCHWIERIGER ODER LEICHTER FÜR EUCH NACH EUREM ERMESSEN? Stefan: Von den technischen Möglichkeiten und deren Preisen her ist es heute sehr viel einfacher – das schlägt sich natürlich andererseits in einer größeren Anzahl von Bands Konkurrenten?) nieder. Dazu kommt die momentan üble Wirtschaftslage der Labels, die sich scheuen, neue Bands unter Vertrag zu nehmen. Insgesamt ist es leichter, etwas zu machen, aber schwieriger, damit bekannt zu werden. Holger: Ich bin mit Hardware aufgewachsen und mich faszinieren immer noch fette Synths, egal ob digital oder analog. Ich liebe analoge Bässe und träume immer noch davon mal einen echten Minimoog zu besitzen. Ich bin in dieser Hinsicht ein totaler Freak. Heute anzufangen ist mit Sicherheit einfacher und günstiger, da Synths von damals (seit ca. 1970) heute als Software virtuell im Computer fast echt nachempfunden werden können. Eine Musikproduktion mit rechnergestütztem Harddiscrecording ist heute nicht mehr wegzudenken und hat die ganze Musikbranche revolutioniert. Damals wie heute gilt jedoch noch immer, nicht der Computer macht die Musik, sondern die Kreativität der Menschen und der Umgang mit der Technik verhelfen zu tollen Songs. Der Mensch steht nach wie vor im Mittelpunkt der Musik. WAS HALTET IHR VON SENDUNGEN WIE „DSDS“ ODER ÄHNLICHEM? Ivi: Ich gebe zu, ich guck` das ja mal ganz gern. Stefan: Ist interessant anzusehen, aber für die Musiklandschaft pures Gift. Da werden kurzzeitig Stars aufgebaut und der Markt mit alten, neu aufgebackenen Songs überschwemmt. Was dabei kaputt geht, ist die Identifikation und die Bindung der Hörer an ihre Lieblingsbands. Holger: Ich halte davon rein gar nichts. WAS MEINT IHR: IST THEORETISCHES WISSEN ÜBER MUSIK WICHTIG, ODER REICHEN GEFÜHL UND INSTINKTE? Stefan: Es ist vielleicht nicht wichtig, aber extrem hilfreich. Im Idealfall kommt beides zusammen. Mir geht es manchmal so, dass ich einen Song halb fertig im Kopf habe, und ich würde mir wünschen, einen solchen Ideenwust möglichst schnell und verlustfrei auf Papier oder eher auf die Festplatte zu bringen. Leider verzettele ich mich dann aber oft in Kleinigkeiten oder spiele ein paar falsche Akkorde und so weiter. Mit etwas Pech gehen die tollen Ideen dann zwischendurch flöten. In solchen Momenten wünscht man sich ein Brain-to-MIDI Interface, oder eben mehr Leistungsfähigkeit unter der Schädeldecke. Anders herum kann man natürlich theoretisch noch so fit sein, aber was nützt es, wenn die technisch perfekten Kompositionen niemand anderen berühren, oder wenigstens dessen Nerv treffen? WIE KAM ES ZU DER ZUSAMMENARBEIT MIT M.O.S. RECORDS? UND WAS BEDEUTETE FÜR EUCH PERSÖNLICH DEREN NIEDERGANG, HATTET IHR DADURCH FINANZIELLE EINBUSSEN? Holger: Ich habe seinerzeit diverse Labels per Post und E-mail angeschrieben. Das Liechtensteiner Label M.O.S.-Records hatte Interesse und so kam nach einigen Verhandlungen ein Plattenvertrag über das Album TIME zustande. Nach einer kleinen Funkstille zwischen MOS und uns kam irgendwann dann die Nachricht das Label sei insolvent (2002). Schock und Ernüchterung zugleich machten sich breit, weil wir weder für das Album TIME noch für diverse Remixe eine Vergütung erhalten hatten. Diesem finanziellen Rückschlag folgte eine enorme Motivationsbremse. Nicht dass wir uns missverstehen, unser Ziel ist nicht etwa Millionen auf Schweizer-Konten zu horten, sondern eine kostendeckende Finanzierung unserer Ausgaben zu bewerkstelligen. Seit 2003 werden wir von einer neuen Booking-Agentur (ElbenEvents) betreut (www.elbenevents.de). ÜBT DER ERFOLG VON ANDEREN BANDS MEHR DRUCK AUF EUCH AUS ALS DER EIGENE? Ivi: Schwer zu sagen, wir haben ja keinen Erfolg. WIRD ES IN ZUKUNFT NOCH NEUE REMIXE ALTER STÜCKE VON EUCH GEBEN? Stefan: Vielleicht. Für Live-Gigs haben wir ja auch schon den einen oder anderen Track aufgepeppt. Manche Sachen sind eigentlich auch zu schade, um sie verstauben zu lassen, aber neue Songs haben definitiv Vorrang. IHR SEID DABEI, EIN NEUES ALBUM ZU PRODUZIEREN, WIE STEFAN MIR VERRIET. WANN KÖNNEN WIR MIT DEM ERSCHEINEN RECHNEN? Stefan: Wenn alles klappt, wird es April/Mai über ein neues Label veröffentlicht werden. Holger: Wir sind gerade im Studio und arbeiten eifrig an der Fertigstellung der letzten Songs. Danach folgt der Endmix und das Mastering. Auch das Cover muss rechtzeitig fertig sein – also noch jede Menge zu tun. VON STEFAN HÖRTE ICH AUCH, DASS EUER NEUES ALBUM WESENTLICH AUSGEREIFTERE MUSIK BRINGEN WIRD? AUF WAS DÜRFEN WIR UNS FREUEN? Ivi: Ausgereiftere Musik. Stefan: Ausgereifter aber vor allem in Bezug auf die Produktion. Holger: Produktionstechnisch ausgereifter 😉 WIE SCHWIERIG IST ES FÜR EUCH, ZWISCHEN DEN EINZELNEN MUSIKRICHTUNGEN ZU WECHSELN? Stefan: Ich weiß nicht genau, was du meinst. Wir machen ja nicht verschiedene Musikrichtungen, sondern eher verschiedene Varianten. Holger: Wir haben da so einen Umschalter, den man von 33 rpm auf 45 rpm umschalten kann. Man glaubt es nicht, aber dieser Hebel bewirkt wahre Wunder: Alte Songs klingen wie neue Chartstürmer und neue Songs klingen wie langsame verträumte Balladen. Das ist so, wenn du mir den Vergleich gestattest, wie der niederohmige Kompensator von Dr. Walker. Dieses Gerät macht nämlich digitale Signale analoger und umgekehrt und läuft sogar wie unser Gerät mit 220-250V Wechselspannung. WELCHE EMOTIONEN BEABSICHTIGT IHR SELBST BEI DEN HÖRERN DER LIEDER ZU WECKEN? Ivi: Welche Emotionen zum tragen kommen ist, denke ich, jedem selbst überlassen. Ich hoffe, es kommen überhaupt welche hoch…*g* Holger: Wir versuchen mit den spezifischen Sounds der eingesetzten Instrumente Stimmungen wie Kälte, Wärme, Härte zu transportieren. Das Album „Colours“ hat gerade zu diesem Thema direkten Bezug genommen, da wir mit den verschiedenen Farben Gefühlswelten verschiedenster Facetten musikalisch beschreiben wollten. Emotionen mit Musik zu wecken ist das schönste was es für einen Musiker gibt, denn dann funktioniert die Musik. ICH HABE EUCH SELBST IM ELFENBEIN IN BIELEFELD ALS VORGRUPPE VON MELOTRON GESEHEN UND FESTGESTELLT, DASS IHR SEHR OFFEN SEID, WENN MAN EUCH PERSÖNLICH ANSPRICHT. WIE GEHT IHR ALLGEMEIN MIT FANS UM? Holger: Ich freue mich immer, wenn wir direkt angesprochen werden, egal ob negative oder positive Kritik. Den hautnahen Kontakt zum Publikum bzw. zu den Fans finde ich enorm wichtig. Stefan: Ich versuche, die Leute so zu behandeln wie ich selber auch gern behandelt werden würde, auch wenn dies im Live-Stress zum Teil recht schwierig ist. WIE WICHTIG SCHÄTZT IHR DAS IMAGE EURER BAND EIN? Ivi: Haben wir ein Image? Stefan: Hab ich nie drüber nachgedacht. Holger: Macht euch doch selbst ein Bild und besucht unsere Homepage: www.spiritual-cramp.de WIRD IVI AUCH WEITERHIN BEI KONTRAST ODER ANDEREN BANDS ALS GASTSÄNGERIN FUNGIEREN? WIE KAM ES ZU DER ZUSAMMENARBEIT? Ivi: Die Zusammenarbeit mit Kontrast entstand im Wesentlichen auch aus Freundschaft. Roberto hatte „Freiheit“ geschrieben und fragte mich, ob ich daran Interesse hätte- und das hatte ich. Eine weitere Zusammenarbeit ist momentan nicht direkt geplant, da der Einsatz bei „Freiheit“ ja als Gastauftritt gedacht war, ich werde aber bestimmt noch mal mit ihnen live unterwegs sein. SEID IHR VIEL IN DEN BEKANNTEN OSTWESTFÄLISCHEN GOTHIC CLUBS UNTERWEGS? UND HABT IHR EINE MEINUNG ZUM THEMA „RINGLOKSCHUPPEN ALS ERSATZ VOM PC 69“? Stefan: Ich bin im Schnitt wohl 1x die Woche unterwegs. Im Ringlokschuppen finde ich die Musik im Vergleich zum PC eigentlich gar nicht sooo schlecht, mich stört aber deren neues Geschäftsmodell. Da wird z.B. stillschweigend die Getränkemarke gestrichen, aber gleichzeitig hervorgehoben, dass der Bierpreis um 10 Cent gesunken sei. Ich muss aber nun 31 Flaschen Bier trinken, um auf den gleichen Preis zu kommen – und das bei wesentlich kleinerer Auswahl. Ich gehe lieber in den Falkendom oder ins Forum. Holger: Ich fand’ das PC69 definitiv besser, denn es war alles ein bisschen kleiner und trotzdem überregional bekannt. Der Ringlokschuppen wirkt zu groß und wird somit zur Location für Massenveranstaltungen. Warum eine Namensänderung durchgeführt worden ist, ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber es gibt ja in OWL noch andere Alternativen. WIE SEHEN INSGESAMT DIE PLÄNE FÜR EURE ZUKUNFT AUS? Ivi: Ich möchte gesund bleiben, mein Studium beenden (erfolgreich natürlich), ins Ausland gehen, den Spaß an der Musik nicht verlieren… und… und… und Stefan: Weitere 10 Jahre S.C., dann ist Holger 43 und zu alt für die Scheiße 😉 Holger: Wieso zu alt? Musik zu machen ist natürlich manchmal mehr als ein Hobby (zeitlich gesehen). Ich würde mir wünschen auch weiterhin mit diesen beiden Verrückten Musik zu machen und diese live präsentieren zu können. ICH DANKE EUCH DREIEN FÜR DIE GENOMMENE ZEIT UND WÜNSCHE EUCH WEITERHIN ALLES GUTE FÜR EURE ZUKUNFT. BLEIBT SO HUMORVOLL UND UNKALKULIERBAR WIE HEUTE…

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