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TANZWUT (NORRI)

UNSERE MITARBEITERIN CARO KRUSE IST MITTLERWEILE BEREITS „TANZWUT-PROFI“ UND FÜHRTE AM RANDE DES HERFORDER KONZERTS EIN NEUES INTERVIEW MIT SCHLAGWERKER NORRI. ICH HABE JA LETZTES JAHR SCHON EIN TANZWUT-INTERVIEW MIT TEUFEL, WIM UND CASTUS GEMACHT – EURE ZUSAMMENSETZUNG HAT SICH JA INZWISCHEN EIN WENIG VERÄNDERT. Minimal, ja. IMMERHIN HAT KOLL.A SOWOHL BEI TANZWUT ALS AUCH BEI CORVUS CORAX BÜHNENMÄSSIG AUFGEHÖRT UND ARDOR IST JETZT AUCH BEI TANZWUT DABEI… INWIEFERN VERÄNDERT DAS DIE ZUSAMMENARBEIT INNERHALB DER BAND GERADE BEI TANZWUT? Eigentlich gar nicht. Andreas hatte private Gründe, live nicht mehr dabei zu sein und sitzt jetzt wie angekündigt im Büro und passt auf, dass alles weiterhin gut läuft. Und Ardor war ja bei CORVUS CORAX eh schon dabei und bei Tanzwut einfach deswegen nicht, weil zwei Dudelsackspieler reichen – die Bühne ist sonst einfach irgendwann zu voll. Ja, und jetzt ist er bei Tanzwut mit dabei, das macht es dann eher einfacher, weil beide Bands von der Besetzung her deckungsgleich sind. Geändert hat sich aber an sich nichts. Es geht einfach alles weiter seinen Gang. EURE TOUR NIMMT EUCH JA GANZ SCHÖN IN ANSPRUCH. MOMENTAN HABT IHR TÄGLICH EIN KONZERT MIT TANZWUT, DANACH GEHT ES MIT CORVUS CORAX AUF MITTELALTERMÄRKTEN WEITER, UND EIN PAAR FESTVALS STEHEN AUCH NOCH AN. GIBT ES ETWAS, WORAUF IHR EUCH DIESES JAHR BESONDERS FREUT? ODER ETWAS, WAS IHR SOWIESO BESONDERS GERNE MACHT? Die Abwechslung macht es eigentlich. Also wir spielen in kleinen Clubs, dann spielen wir auf großen Festivals, dann stehen wir mal wieder auf einem Mittelaltermarkt, auf einem kleinen und dann kommt Kaltenberg mit zehntausenden von Leuten, und das dann ja immer mit verschiedenen Bands, mit den verschiedenen Projekten, die wir so haben. So wird uns nie langweilig (lacht). Also gestern zum Beispiel in Amsterdam, das war ein ganz kleiner Laden, das war sehr cool, weil einem die Leute da direkt vor der Nase stehen. Das ist dann natürlich eine andere Energie, die da überspringt, als wenn man ein Absperrgitter hat und die Leute sind 20 Meter entfernt. Am Schlagzeug sehe ich dann nicht mal mehr die erste Reihe (lacht). Ne, aber bevorzugen… mal groß, mal klein, mal TANZWUT, mal CORVUS CORAX, dann wieder CANTUS BURANUS… so ist das gut. AUF DEM WGT SEID IHR JA GLEICH „DOPPELT“ VERTRETEN – ALS TANZWUT UND ALS CORVUS CORAX. MIT CORVUS CORAX GEBT IHR DAS DIESJÄHRIGE WGT-ABSCHLUSSKONZERT. WAS ERWARTET DA DIE ZUSCHAUER, WIE VIEL VON CANTUS BURANUS – KOMPLETT ODER IN AUSSCHNITTEN? – BEKOMMEN SIE ZU SEHEN UND MIT WELCHEM AUFWAND? So lang ist es ja nicht, 70 oder 75 Minuten, wir haben da ja erst eine Platte gemacht, also noch nicht so viel im Repertoire, also spielen wir das schon komplett. Mit Orchester, ungefähr so wie beim Wacken. Das geht gar nicht ohne Orchester, wir werden das nie „pur“ als CORVUS CORAX spielen. Eigentlich ist CANTUS BURANUS ein neues Projekt – so wie TANZWUT eben. Da steht CORVUS CORAX drüber, deswegen führt das immer wieder zu Missverständnissen. Es gibt also CORVUS CORAX, TANZWUT und CANTUS BURANUS. AUF DER WGT-HOMEPAGE STEHT DESWEGEN ALS KÜNSTLER AUCH NICHT CORVUS CORAX, SONDERN CANTUS BURANUS – VERSTEHE. Ja. Aber wir werden es wirklich machen wie beim Wacken letztes Jahr, wir können da nicht 170 Leute auf die Bühne stellen. Das ist vom Aufwand her nicht möglich, da müsste man viel mehr vorbereiten. ZWEI TAGE AUFBAUZEIT…? Ein Tag würde reichen, aber unter Festivalbedingungen haut das einfach nicht hin. GUCKT IHR EUCH SELBST AUF DEM WGT NOCH ANDERE BANDS AN, UND WENN JA: WEN? Meistens haben wir da keine Zeit zu. Mal sehen, jetzt sind wir ja zwei Tage da, ob man da die Möglichkeit hat, ein bisschen rumzulaufen. Normalerweise kommen wir an, dann ist Aufbau, Soundcheck, dann hat man Interviews, dann ist das Konzert, dann sind die Bands meistens schon alle weg. Dann kann man noch ein bisschen im Hotel abfeiern und das war’s dann .. aber wie gesagt, dieses Jahr haben wir ein bisschen mehr Zeit, mal schauen. Ich weiß auch noch gar nicht genau wer alles spielt, was mich da interessiert. Mal schauen, ob irgendwas Krasses dabei ist, die Durchschnitts Gothic Musik liegt mit nicht so (zwinkert), das ist mir einfach zu öde. Davon hab ich schon in der 80er Jahren genug gehört. Aber es gibt immer wieder Bands, die so wirkliche Freaks sind. Mal gucken, die kenne ich wahrscheinlich noch gar nicht. (lacht) NOCHMAL KURZ ZU CANTUS BURANUS: DIE DVD IST JA AUF DER MUSEUMSINSEL BERLIN AUFGENOMMEN WORDEN. IHR HATTET JEDE MENGE BETEILGTE DABEI. WIE SIND DA DIE KONTAKTE UND IDEEN ZUSTANDE GEKOMMEN, BESONDERS INTERESSIEREN WÜRDE MICH DAS BEIM STELZENTHEATER, WAS JA EIN WIRKLICHER HINGUCKER UND IRGENDWIE EXZENTRISCH WAR… Die Leute vom Stelzentheater kennen wir schon lange über Kaltenberg, da teilen wir uns oft auch die Bühne, die machen tagsüber oft Feuershow und solche Dinge. Das sind eigentlich alles Leute, die wir irgendwie kennen. Ein anderer war ein alter Kollege von mir aus Berlin, auch die Cotbusser… und wir mussten da eigentlich nie ne Anzeige schalten „Suchen Leute“, sondern das findet sich irgendwie einfach immer so. Wir machen jetzt auch so lange Musik, da hat man im Hinterkopf immer irgendwie so eine Liste, wo man dann beim ein oder anderen denkt, den könnte man ja mal wieder kontaktieren. WAS ICH MICH GEFRAGT HABE, ALS ICH DIE DVD GESEHEN HABE, IST, OB DAS EINFAHREN MIT DEM PFERDEWAGEN VON ANFANG AN UNPROBLEMATISCH GEWESEN IST… Das war total easy (lacht), da hatten wir glaube ich nur einen Testlauf. Da mussten wir auch gucken wie lange das dauert, dann hatten wir die Zeit und dann ging das. Das waren ja auch Profis, die das mit diesen Pferdegespannen schon ziemlich lange machen, und daher gab’s da wirklich keine Probleme. Die Tiere sind das auch gewöhnt, die Menschenmassen und den Lärm. MAL EINE STANDARDFRAGE ZUM NEUEN ALBUM: WIE KAM ES ZUM TITEL, BEZIEHUNGSWEISE WIESO WURDE GERADE SCHATTENREITER ZUM TITELSONG? Als wir die ersten Songs so fertig hatten, war das unser Lieblingssong. Da dachten wir uns, der ist cool, der hat schön Schwung. Rein inhaltlich: Der Song geht ja um Leute, die einen mal eine Zeitlang begleitet haben, die jetzt nicht mehr am Start sind. Entweder sind sie einen anderen Weg gegangen, man hat sich aus den Augen verloren, oder sie sind gestorben. Jedenfalls Leute, mit denen man eine Zeitlang zu tun hatte und die wichtig waren, und die sind irgendwie immer noch da. Das ist dann der Schattenreiter, der einen ewig begleitet. Man ist unterwegs und der sitzt immer so ein bisschen auf der Schulter und guckt, was man so anstellt. Und dann ist ja die ganze Platte ein bisschen härter geworden, und wir wollten das dann diesmal nicht ganz so spaßig machen, und sind dann irgendwie auch auf den Oktopus gekommen… das ist ja so eine Art Alien irgendwie. ALSO IST DAS AUF DEM COVER WIRKLICH EIN OKTOPUS? Ja. Das sind ja verschärfte Viecher, wenn man einen Horrorfilm mit Aliens machen wollte, und es gäbe keine Aliens, dann könnte man die gut mit Oktopussen ersetzen. Die sehen einfach komplett anders aus als alles andere auf dieser Welt, mit 8 Armen und ohne Knochengerüst… UND MIT SAUGNÄPFEN.. Ja, Saugnäpfe dran, irgendwie ein bisschen außerirdisch. Und die normalen, so Calamaris, die sind strunzdumm, aber die Oktopusse sind ja richtig pfiffige Kerlchen. Also die sind genau so pfiffig wie Delfine etwa, werden aber oft missachtet, weil sie eigentlich ganz schön hässlich sind – so für den allgemeinen Geschmack. Wenn man aber zum Beispiel Essen in ein Glas mit nem Schraubverschluss reinmacht, dann schrauben die dieses verdammte Ding einfach auf. Da muss man erstmal ein anderes Vieh finden, dass das kann. Das ist echt pfiffig. Und es ist eben einfach was, dass aus der Tiefe kommt, aus der Dunkelheit. Das hat irgendwas Düsteres, ohne dass es wirklich böse oder düster ist. UND ÜBER DUNKELHEIT, SCHATTEN DANN AUCH DIE VERBINGUNG ZUM TITEL DER CD? Genau, das ist so etwas, das im Hintergrund die ganze Zeit so lauert, das ist eigentlich die Verknüpfung zwischen Cover und Titelsong. Außerdem sieht es einfach cool aus (lacht), wir finden, dass es schick aussieht. Das wäre allein schon Grund genug, so was draufzupacken (lacht). STIMMT! WER HATTE DIE IDEE DAZU? Das kann man nie sagen… weil so was immer im „Wahn“ der Zusammenarbeit entsteht. Wenn wir jetzt ganz lange überlegen würden, würden wir darauf kommen, wer zuerst die Idee hatte, einen Oktopus zu nehmen. Aber da sitzen wir in einer Kneipe, trinken schön was, und zum Schluss, boing, zack, ist die Idee fertig. Da weiß man auch nicht mehr wer angefangen hat. Das ist auch dieses PingPong-Prinzip, der eine hat eine Idee, der andere nimmt die auf und wirft sie wieder zurück, mit einer Erweiterung, und dann macht es so ZingZingZingZingZing und plötzlich ist was völlig Neues da, was mit der ursprünglichen Idee gar nichts zu tun hat. Aber die musste erstmal da sein, damit das, was am Ende rauskommt, entstehen kann. WIE KAM ES ZUR HÄRTE DES ALBUMS, DIE DU VORHIN AUCH SCHON KURZ ERWÄHNT HATTEST? ZUM EINEN IST JA VOR ALLEM DIE ERSTE SCHEIBE DES DOPPELALBUMS STILMÄSSIG ANDERS ALS BISHER GEWOHNT, AUSSERDEM BEFINDET SICH DAS INTRO AUF CD 2. ALSO KÖNNTE EIGENTLICH CD 2 CD 1 SEIN – ODER LIEGT ES NUR DARAN, DASS DAS INTRO DAS INTRO ZUM SONG „TOCCATA“ IST? ABER WIESO GERADE DIESE REIHENFOLGE? Wir haben eine ganze Weile hin- und herüberlegt und probiert, in welcher Reihenfolge uns das gefällt, und auch überlegt, ob wir Toccata inklusive Intro als ersten Song nehmen. Aber wir wollten unbedingt mit Schattenreiter anfangen, ohne Drumherum gleich Bumm, das ist die neue Scheibe, gar nicht versuchen, nett zu sein und zu sagen wir machen jetzt erst noch ein paar Songs drauf, die so typisch TANZWUT sind. Wir kommen dann mit Experimenten, wir machen das dann so radikal, gleich die Karten auf den Tisch packen. WAS DIE HÄRTE ANGEHT: BRAUCHTET IHR DAS ALS GEGENPOL ZUR EHER KLASSISCHEN AUSRICHTUNG DER CARMINA BURANA, AN DER IHR ZUVOR LANGE GEARBEITET HABT? ODER HABT IHR EUCH, WIE AUCH VIELFACH VERMUTET, VON BESTIMMTEN ANDEREN BANDS BEEINFLUSSEN LASSEN? Ob uns nun die Klassikmusik inspiriert hat, schnell etwas härter zu werden, weiß nicht. Nee, das ist einfach: Wir hatten einfach Bock drauf. Also wir haben die neue Platte angefangen und losgelegt und dann war sie einfach härter. Da hat kein Plan hinter gesteckt, dass die Platte „hart“ sein muss oder so. Wir haben zum Glück keine Plattenfirma oder Management oder irgend so ein Quatsch, die uns dann erzählen, wie die nächste Platte sein soll. Wir machen das so, wie wir wollen, und ich denke mal mit einer Plattenfirma wäre das auch sehr schwierig geworden, die hätten uns gesagt „Leute, das könnt ihr so nicht machen, denkt doch mal an eure Fans“, und so. Die Fans jammern ja immer erst ein bisschen rum, wenn der Stil sich ändert, aber im Nachhinein sind sie doch eher glücklich darüber, dass man mal was Neues gemacht hat, anstatt dass man das fünfte Mal die gleiche Platte rausbringt. Und wir haben wirklich einfach losgelegt. Und beeinflusst… kann man eigentlich nicht sagen. Wir hören halt gerne Musik, und daher kommen dann Einflüsse eher so unterbewusst. Dass man halt einfach weiß, ok, man kann auch ganz schön hart sein. DU SELBST HÖRST WELCHE MUSIK? Ja, bei mir, momentan hab ich gerade meine Nostalgiezeit, da hören wir so alte NAPALM DEATH – Sachen. Die alte Prügelmusik (lacht). Auch gerne viel harten Techno. WO WIR GERADE BEI NOSTALGIE SIND – BEI „IM TIEFEN GRAS“ KAM BEI MIR SPONTAN DIE ASSOZIATION ZU TARANTINOS „FROM DUSK TILL DAWN“ AUF… Da gibt es irgendwie zwei Vergleiche: Entweder ist es „From dusk till dawn“ oder es sind DIE ÄRZTE. Häufig sagen die Leute auch, es hört sich so an, als ob es eine etwas härtere Nummer von den Ärzten sein könnte. Das sei ne Frechheit, dass eine Band wie wir plötzlich mit so einem Style ankommen. Das hat aber mit „From dusk till dawn“ nichts zu tun. Das ist, wenn man es genau betrachtet, eigentlich so 60er Jahre Surfrock, was dann in den 70er Jahren mal punkig wurde. Daher kennt man das eigentlich. MAGST DU TARANTINO-FILME? Selbstverständlich. (lacht) Die machen schon immer sehr viel Spaß. UND DEIN FILMGESCHMACK ANSONSTEN? Also ich mag am liebsten Filme, in denen Monster und Aliens vorkommen. OKTOPUSSE… Ja, am besten so ScienceFiction-Horrorfilme, die gut gemacht sind. Was ist denn mein Lieblingsfilm … ich vergesse immer den Namen, weil der keine so große Rolle spielt. Mh.. dieser Film, der total verrissen wurde. Jetzt ist’s auch noch so laut hier (lacht) komm ich später noch mal drauf. Da gibt’s dann nämlich Insekten, die auf nem Planeten leben. Kennst du bestimmt, den Film. Ist vom selben Regisseur, der auch „Robocop“ gemacht hat. Der hat so eine gewisse ironische Art und Weise, die Zukunft darzustellen, wo die Medien schon komplett die ganze Welt beherrschen und so. Macht sehr schöne Filme, wird aber meistens, weil’s eben Ironie ist, von den Leuten falsch verstanden und dann wird das gleich als Faschismus beschimpft. Dabei ist das jemand, der die Möglichkeiten in der Zukunft von der Gegenwart aus beschreibt, wie scheiße das alles werden kann. Die Überwachung, und dass eben jeder macht was die Global Player eben so wollen. Aber wir schweifen ab… ICH FRAG DANN NOCHMAL NACH DEM TITEL… IHR HABT JA EINEN SONG MIT SCHANDMAUL ZUSAMMEN GEMACHT, „IMMER NOCH WACH“. WIE KAM DA DIE ZUSAMMENARBEIT ZUSTANDE, WIE DIE IDEE? Ja, SCHANDMAUL kennen wir schon ziemlich lange. Und dann waren die Kollegen mal in Berlin, und da waren wir mit dem Sänger mal alleine in ner Kneipe und dachten dann so – wir waren gerade dabei, die neuen TANZWUTsongs zu schreiben – warum machen wir nicht mal einen Song zusammen. Dann haben wir im Endeffekt einen vorbereitet und die Schandmäuler waren dann ja wieder in Bayern und da haben wir ihnen den Song rübergeschickt und die haben dann Gesang und Geige noch dazugespielt. KOMMT JA AUCH GUT AN… Ja, gelungene Sache scheint’s (lacht) HAST DU EINEN LIEBLINGSSONG AUF DEM NEUEN ALBUM? Eigentlich ist das immer noch der Titelsong. Ich mag eben auch gerne sehr böse Industrialmusik, und da sind wir schon ganz schön dicht dran. (lacht) DAS VIDEO AUF DER CD IST WIRKLICH… AUßERGEWÖHNLICH. ÄUSSERST UNTERHALTSAM, ICH FINDE DIE IDEE WIRKLICH WITZIG. WAR ES VON ANFANG AN GEPLANT DAS VIDEO AUF DIESE WEISE AUFZUNEHMEN UND AUF DIE CD ZU SPIELEN ODER HABT IHR DAS ERST ENTSCHIEDEN, NACHDEM DAS VIDEO IM KASTEN WAR? Wir hatten ja letztes Jahr im Frühjahr unser erstes Konzert in Moskau, und da hatten wir eben so eine kleine Kamera mit dabei und immer mal so gefilmt. Und dann hatten wir Spaß dran und haben gedacht, das packen wir mal als Bonusmaterial drauf. Das haben wir eben selbst gefilmt, es gib auch viele Leute, die schon wieder pikiert sind, dass das eben nicht so hightechmässig gefilmt ist. Alles schon gehört, dass das lowbudgetmässig sei und so. Klar ist das Low Budget, wir sind damit rumgerannt und haben gefilmt. Wenn man das jetzt wieder total teuer und aufwändig macht, dann ist’s wieder nicht authentisch. Wir sind rumgerannt, haben gefilmt und mussten dann auch einige Sachen weglassen, damit das mit der FSK auch hinhaut (lacht). Wir haben eigentlich total viel Irrsinn aufgenommen und haben daraus dann selber diese 14-15 Minuten draus zusammen geschnitten. ABER GENAU DAS IST JA DER WITZ AM VIDEO. EIN TANZWUT-HOBBYVIDEO AUS MOSKAU .. Ja, on the road (lacht) WER VON EUCH HAT AM MEISTEN GEFILMT? Da haben wir uns eigentlich alle immer abgewechselt. Also John, unser Monitormann, ist ziemlich oft damit rumgelaufen, und dann hat eigentlich jeder die Kamera mal genommen, wenn irgendwas lustiges war schnell wieder gefilmt, wieder ausgemacht… und so weiter. IM VIDEO SIEHT MAN JA AUCH EINEN KONZERTAUSSCHNITT. IST DAS PUBLIKUM IN MOSKAU ANDERS ALS HIER? Ja, die sind total wahnsinnig. Wir waren ja das erste Mal in Moskau und wir wussten überhaupt nicht, was uns erwartet. Und wir dachten uns so, wenn so 150 – 200 Leute kommen ist ja cool für den Anfang, dann waren da aber über 1000 und haben tierischen Rabatz gemacht, und Stagediving und alles, und wir waren ja in Russland und die haben die ganzen deutschen Texte komplett von vorne bis hinten mitgesungen. Teilweise waren sie lauter als wir auf der Bühne. Totaler Alarm, und nach dem Konzert bei der Autogrammstunde haben sie sich entschuldigt, dass so wenig los war, wir sollten doch mal in Sankt Petersburg spielen, da wären die Leute richtig gut drauf. Da haben wir uns gedacht, was dann da wohl los ist, da explodiert dann der Saal oder watt (lacht) UND NÄCHSTES JAHR GEHT’S DANN NACH SANKT PETERSBURG… Mal gucken, eigentlich wollten wir schon dieses Jahr hin, mal gucken, entweder Ende des Jahres oder nächstes Jahr müssen wir dort mal in ein paar mehr Orten spielen. Man muss halt im Flugzeug den ganzen Krempel rüberschaffen und dann gibt’s da noch so viel Grenzquatsch, auf dieser Welt, da vermuten immer alle, dass irgendwas Böses in den Kisten ist und dann muss man alles auspacken und wieder einpacken und aufmachen. Das ist aber irgendwie auch so, als wäre man so ne… wie heißt das noch… Boygroup. Als wenn man so eine Boygroup wäre… da hatten wir im Saal ein paar Tische aufgestellt für die Autogrammstunde, und nach ein paar Minuten haben wir alle auf den Tischen gestanden, weil die alle ankamen und dann haben wir auf den Tischen gestanden und irgendwie die Sachen angenommen, die wir signieren sollten. [KURZE UNTERBRECHUNG: CASTUS SETZT SICH AN EINEN ANDEREN TISCH ZUM INTERVIEW) Castus zu Norri: Könnt ihr mal ein wenig leiser sein? Norri: Nein, ich war zuerst da (lacht). Castus: Ja, datt ist fürs Fernsehen… Norri: Ja dann werd ich mal ein wenig lauter reden, damit man mich auch gut versteht…) Öhm.. joah. OKAY, DANN SIND WIR BEI DER VORLETZTEN FRAGE: STIMMT ES, DASS IHR DIE SACHEN, DIE EUCH AUF DIE BÜHNE GEWORFEN WERDEN, ALSO UNTERWÄSCHE UND SO, AN DIE TÜR ÜBER EUREN PROBERAUM HÄNGT? Ja, das stimmt. Man macht die Tür auf und verfängt sich ständig mit den Haaren an diesen Verschlüssen von den BHs und so… WIE VIELE TÜREN BRAUCHT IHR, UM DAS ALLES UNTERZUBRINGEN? Das ist einfach auf som Seil, dick gepackt. NICHT SCHLECHT, ALS INSPIRATION… (lacht) Ja, das war ne zeitlang so Mode, dass die uns BHs und so auf die Bühne geworfen haben.. OKAY, DER FILMTITEL…? Filmtitel? NA DER MIT DEN AUSSERIRDISCHEN..? Ach ja.. mh. (denkt nach) „Starship Troopers“! Wurde von den Medien irgendwie komplett falsch verstanden. Weil irgendwie ist das echt ein Kracher… join the army und so. JA, ICH ERINNERE MICH DA AN DAS RIESENVIEH AM ENDE… Den Brainbug! Das Wichtigste ist ja der Typ, der son paar telepathische Fähigkeiten hat, und alle Soldaten am Ende sind total gespannt, was der „Chef“ der Außerirdischen jetzt zu sagen hat… und dann sagt er „Es hat Angst“ und alles grölt. Das ist irgendwie immer das, worum es der Menschheit geht: Alle sollen Angst haben. Die Menschen untereinander und die Aliens wohl auch. Wir sind schon ne fiese Art… Es ist auch so, dass bei diesen ganzen Alienfilmen, „Alien“, „Predator“ und was es da so gibt – meistens gewinnen die Menschen. Obwohl die Aliens schon immer fies dargestellt sind, das Schlimmste, was es in diesem Universum so gibt, sind die Menschen doch irgendwie doch immer noch fieser, wenn man mal genau hinguckt. DIE SYMPATHIE MIT DER EIGENEN ART ÜBERWIEGT DANN WOHL… Na ja, so viel Sympathie hat man dann gar nicht, wenn man feststellt, dass die Menschen doch noch fieser sind. Da ist’s mit Sympathie bei mir gar nicht mehr so weit…. (UNTERBRECHUNG VON HINTEN: DIE ESSENSPLÄNE MÜSSEN NOCH ZUSAMMENGESTELLT WERDEN) Ich muss dann mal los, sonst wird’s mit dem Essen wieder so spät und mit vollem Magen auf die Bühne ist nicht gut, dann hat man immer son Bauch… nicht so schön. (lacht) Bis später!

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