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THE BEAUTIFUL DEAD (PATRICK PALM)

DÜSTERE, MELANCHOLISCHE SOUNDS BIETET DAS BEAUTIFUL DEAD-DEBÜT „MOONLIGHT AND HOLLYWOOD“. PATRICK PALM ERZÄHLT IM INTERVIEW MEHR ÜBER DIESES ÜBERRASCHEND FRISCHE NEW WAVE-PROJEKT… DER NAME EURER BAND LAUTET ÜBERSETZT „DIE SCHÖNEN TOTEN“, DIE MUSIK ERINNERT STARK AN DEN NEW WAVE DER 80ER. WIE SEID IHR AUF DEN NAMEN GEKOMMEN UND WIE WÜRDET IHR EURE MUSIK SELBST BESCHREIBEN? Pate für den Bandnamen stand unter Anderem das Lied von KILLING JOKE – THE BEAUTIFUL DEAD. Darüber hinaus wurden wir alle in unserer „Karriere“ schon mehrfach musikalisch für tot erklärt, was sich aber als absolut falsch erwiesen hat. Als erneutes Lebenszeichen bot sich für die Band der Name THE BEAUTIFUL DEAD förmlich an. Wir selbst bezeichnen unseren Stil als „Progressive Wave“. Einflüssen kommen aus dem frühen Wave der 80er Jahre, sowie aus dem Progressive Rock Bereich. Man kann es sich in etwa als eine Mischung aus EDITORS, NEW ORDER und etwas RUSH vorstellen. WER SIND DIE MITGLIEDER, DIE SICH HINTER DEM NAMEN „THE BEAUTIFUL DEAD“ VERBERGEN? WIE HABT IHR EUCH KENNENGELERNT UND WIE SEID IHR AUF DIE IDEE GEKOMMEN, MITEINANDER MUSIK ZU MACHEN? Also am Gesang findet sich Axel Westrich, der sich auch gleichzeitig um die Lyrics kümmert. An der Gitarre und Synthesizer steht Christian Palm, am Bass Tom Steitz. Schlagzeuger ist Patrick Palm, also ich. Da wir alle schon recht lange in der hiesigen Musikszene unterwegs sind, bestand unter den Bandmitgliedern auch schon vor THE BEAUTIFUL DEAD Kontakt. Man kannte sich von gemeinsamen Auftritten und vorhergegangen Projekten. Im Oktober 2010 ergab es sich dann, dass Christian Palm und Axel Westrich für ein neues Projekt Mitmusiker suchten und dann in Tom Steitz und Patrick Palm fündig wurden. Die Chemie stimmte sofort! EINE FRAGE IN BEZUG AUF DEN BANDNAMEN: WIE WÜRDET IHR EUCH EINEN „WUNDERSCHÖNEN TOD“ VORSTELLEN? „The Beautiful Dead“ bezieht sich eigentlich auf die „Schönen Toten“, nicht „Schöner Tod“. Keiner der Band hat eine sonderlich morbide Lebenseinstellung. Wir haben eigentlich alle Freude daran, auf der Erde zu wandeln. Aber natürlich kann der Tod in manchen Fällen zumindest erlösend sein. Von „schön“ würde ich im Zusammenhang mit dem Tod nicht unbedingt sprechen… aber wer will denn schon ewig leben? 🙂 Sich einen „wunderschönen Tod“ vorzustellen, ist gar nicht so einfach! Am besten kurz und schmerzlos nach einem langen Leben und mit der Gewissheit all das, was man in der Lage war zu erreichen, zumindest versucht zu haben. MEIN ENGLISCHWORTSCHATZ SPRICHT HALT MANCHMAL FÜR SICH… UND NUN WIEDER AUF DEUTSCH BEVOR MEINE ÜBERSETZUNGSFÄHIGKEITEN WEITER STRAPAZIERT WERDEN… BESCHREIBT EURE MUSIK MIT 3 WORTEN! Melancholisch, trotzdem hoffnungsvoll! JA, MELANCHOLIE IST BEI EUCH DEFINITIV VORHANDEN… DIE NÄCHSTE FRAGE: WAS SIND EURE LIEBLINGSBANDS BZW. WER HAT EUCH INSPIRIERT? Eine große Inspirationen ist die kanadische Formation RUSH. Speziell deren synthesizerlastige Phase von 1980 bis 1990 hat die Bandmitglieder stark geprägt. Alben wie „Moving Pictures“, „Grace Under Pressure“ und „Hold Your Fire“ sind zwar Progressive Rock Alben aber mit einem starken Wave-Touch! Aber auch Bands wie EDITORS, NEW ORDER oder KRAFTWERK können getrost als Inspiration bezeichnet werden. Wir versuchen einfach uns nicht genretypisch einzuordnen, sondern vielmehr unseren eigenen Sound zu kreieren. Mitunter können aber auch aktuelle Ereignisse wie z.B. die Freiheitsbewegung in Syrien die Lyrics und den Sound unserer Songs maßgeblich beeinflussen! WAS IST EUER LIEBLINGSTITEL?/ MIT WELCHEM STÜCK VERBINDET IHR AM MEISTEN? Schwierige Frage. Kompositorisch sind Stücke wie „Beside The Wall“ und „Reaching Out“ recht komplex und mit viel Zeitaufwand verbunden. Wenn man dann solche Stücke im Ganzen genießen kann, ist das schon ein schöner Moment. … Aber auch das im Gegensatz dazu minimalistisch instrumentierte Stück „Sound To The Worksong“ oder der Tanzflächenfüller „Kosmonaut“ taugen immer wieder für ein Gefühlshoch! Um ehrlich zu sein, können wir da gar keine Auswahl treffen, da der Rest des Albums bei uns genauso hoch im Kurs steht. Wenn dann bei einem Live-Set aus Platzmangel ein Song gestrichen werden soll, stellt einen das doch schon vor ein Problem. WARUM MACHT IHR AUSGERECHNET „NEW WAVE“ / „PROGRESSIVE WAVE“ BZW. WAS INSPIRIRERT EUCH SO SEHR AN DIESEM GENRE? ICH WILL DARAUF HINAUS, DASS Z.B. ELEKTRONISCHE MUSIK UND INDUSTRIAL MOMENTAN SEHR ANGESAGTE MUSIKRICHTUNGEN DER SCHWARZEN SZENE SIND … IHR ALS BAND ABER EUCH TROTZ ALLE DEM FÜR EINE RICHTUNG ENTSCHEIDET, DIE VON DER MASSE ALS „TOT“ ANGESEHEN WIRD … Die Entscheidung über unseren Musikstil war kein Moment sondern vielmehr ein fließender Prozess. Wir sind nicht mit der Doktrin ans Werk gegangen, den „New Wave“ zu retten sondern viel mehr ergab es sich einfach so. Bei uns steht eigentlich beim Songwriting immer die Melodie im Mittelpunkt. Zusammen mit unserer Instrumentierung mit Gitarre, Bass, Synthesizer und Drums ergibt sich daraus einfach ein „Wave“, der dem „New Wave“ sehr nahe ist. Wir selbst bezeichnen unsere Richtung ja als „Progressive Wave“, eine Mischung aus „New Wave“, „Gothic“ und „Progressive Rock“. Auf einer (Erfolgs-)Welle mit zu schwimmen hat uns nie sonderlich gereizt. Der schnöde Mammon war nie der Grund dafür, uns musikalisch zu betätigen. Vielmehr ist es doch der „Genesis Effect“, also das Schaffen von Neuem aus vermeintlich totem Material, was einen rückblickend mit Genugtuung erfüllt. Da kann das Anbiedern beim Publikum mit mehr oder weniger „trendiger“ Musik nicht wirklich mithalten! Denn nur wer seinen eigenen Weg geht, kann nicht überholt werden! DAS THEMA „FERNWEH“ SPIELT AUF EUREM ALBUM SICHERLICH EINE ROLLE – UND AUCH DER NAME EURES DEBÜTS „MOONLIGHT AND HOLLYWOOD“ SAGT EINIGES AUS – WAR HOLLYWOOD THEMATISCH AUCH EINE INSPIRATION FÜR EUCH? Eigentlich haben wir das Album nach zwei hiesigen Etablissements benannt, der „Moonlight Bar“ und der „Hollywood Bar“. Diverse Bandmitglieder haben da schon die eine oder andere Stunde verbracht, was doch für bandinternen Gesprächsstoff sorgte. Keiner von uns geht zum Lachen in den Keller und wir nehmen uns und unsere Musik nicht zu ernst. Ein wenig „Dadaismus“ hat noch nie geschadet. Die Stadt „Hollywood“ stellt sich für uns alle als recht oberflächlich und wenig nachhaltig dar. Also alles Attribute, die aufs heutige Musikbusiness mit seine gecasteten Retortenbands zutreffen. Man kann es also als kleinen Seitenhieb auf das heutige Musikerleben betrachten. WO KANN MAN „THE BEAUTIFUL DEAD“ LIVE ERLEBEN UND WIE SCHAUT ES MIT EINER TOUR AUS? Unser nächster geplanter Auftritt findet Mitte Juni in Kaiserslautern statt. Eine Tour ist mangels Bookingagentur für uns nur schwer zu realisieren. Die Kontaktaufnahme zu Clubs ist mehr als schleppend, auf E-Mails wird selten geantwortet und alleine das Porto für die Bemusterung infrage kommender Locations ist aus unserer Portokasse nicht zu zahlen. Wir hoffen und arbeiten daran, dass sich das in naher Zukunft ändert und wir zumindest bundesweit auf den Bühnen stehen können. Über einen Gig in Hollywood hätten wir übrigens auch nichts einzuwenden. 🙂 SCHADE EIGENTLICH, ES WÄRE SICHERLICH MAL WIEDER EIN ERLEBNIS, LIVE-BANDS OHNE TYPISCHE GESCHREDDER-SOUNDS AUF DER BÜHNE ZU SEHEN … UND EIN GIG IN HOLLYWOOD WÄRE JA NATÜRLICH MEHR ALS PASSEND ZUM ALBUM. MEINE LETZTE FRAGE FÜR HEUTE ABEND: WIE SCHAUT ES MIT DER ZUKUNFT AUS? WERDET IHR WEITER AN DEM PROJEKT „THE BEAUTIFUL DEAD“ ARBEITEN? Natürlich werden wir The Beautiful Dead weiter vorantreiben! Das Songwriting zum „Moonlight and Hollywood“-Nachfolger hat schon längst begonnen und wir planen das neue Album fürs späte 2012 oder frühe 2013 ein. Bis dahin hoffen wir darauf, dass „Moonlight And Hollywood“ sein Publikum findet und wir dadurch einige Fans gewinnen können. DAS KANN ICH EUCH NUR WÜNSCHEN UND ICH BEDANKE MICH FÜR DIESES KLEINE INTERVIEW.

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