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THE HEROINES (GALACTICA/CHRIS MISSILE)

IM VORPROGRAMM DER BACKYARD BABIES TRATEN DIE HEROINES AUF, DIE MIT ELAN UND SPIELFREUDE ÜBERZEUGTEN. GRUND GENUG, EIN KLEINES INTERVIEW MIT DER BAND ZU FÜHREN. BITTE GEBT KURZ EINE BESCHREIBUNG EURER PERSONEN AB. (VORHERIGE BANDS, WIE LANGE BEI DEN HEROINES, ETC) Galactica: Galactica – Gitarre/ Vox, Chris Missile – Bass, El Filipe – Schlagzeug und Electra – Vox. Die ersten drei Genannten sind die Urmitglieder, also seit 1999 bei den Heroines aktiv, Electra kam erst Anfang 2003 zu uns. Jeder hat vorher schon in irgendwelchen Bands gespielt, die kennt aber ausser den Beteiligten keiner und sind somit nicht der Rede wert. WIE WAR DIE TOUR MIT DEN BACKYARD BABIES? Galactica: Wunderbar, das war ja ne sehr kurzfristige Sache und ich denke, dass beide Seiten froh sind, dass das so geklappt hat. Die Jungs sind echt töfte und für uns war es ne feine Sache, mit einer grösseren Band auf Tour zu gehen, um den Bekanntheitsgrad zu erweitern. Wir hatten viel Spass zusammen und es wurden einige Liter an Hochprozentigem vernichtet… AUS DER ERFAHRUNG ALS TOURBEGLEITER, WEISS ICH ABER AUCH, DASS ES AB UND AN ZU EINEM TOURKOLLER (MAN WILL ALLEIN SEIN, HAT KEINE LUST MEHR ZU SAUFEN, WILL MAL ENDLICH WIEDER ZU HAUSE SCHLAFEN UND DUSCHEN, DIE BEZIEHUNG SEHEN, WILL SAUBERE KLAMOTTEN ANZIEHEN, HAT JEDEN WITZ UND JEDE GESCHICHTE SCHON HUNDERT MAL GEHÖRT, ETC) KOMMT, WIE SAH‘S DAMIT AUS? Chris: Der sogenannte Tourkoller blieb auf dieser Tour aus. Wir hatten ja sechs Gigs in zehn Tagen zu bewältigen, das ist dann schon auszuhalten. Da ärgert man sich dann eigentlich schon eher, wenn´s wieder vorbei ist und man schon wieder ein paar Tage auf den nächsten Gig warten muss… Galactica: Da die 6 Konzerte auf 10 Tage verteilt waren, sind wir ab und an nach Hause gefahren, um die ganzen genannten Dinge zu tun. Auch vor Ort gibt es Möglichkeiten sich zurück zu ziehen oder sich mal für ein paar Stunden abzuseilen. Das war alles kein Problem. DAS PUBLIKUM GEHT JA MIT VORBANDS IN DER REGEL ZIEMLICH IGNORANT UM, WIE WAR ES BEI EUCH? Galactica: Es war gut für uns. Niemand ist schreiend rausgerannt und selbst wenn sich nach den Songs keiner die Seele aus dem Leib geplärrt hat, haben wir bis jetzt durchweg positive Resonanzen von dem Publikum bekommen. Man merkte schon, dass die Leute wegen den Backyard Babies da waren, aber das ist okay, schliesslich waren wir deren Support. Die Fans, die den Jungs nachgereist sind, haben uns gegen Ende genausoviel „We love you’s“ entgegengebracht wie den Backyard Babies, und in vielen Gegenden sind wir auch kein unbeschriebenes Blatt mehr, so dass einige sich gefreut haben, uns als Support dort zu sehen. Ich denke auch, dass wir im Endeffekt das gleiche Publikum ansprechen wie die Schweden. Mit Metallica als Headliner wärs sicher nicht so gut gelaufen. WIE WÜRDET EURE MUSIK SELBST BESCHREIBEN? Galactica: Glam-Punk-n-Roll-to-Save-the-World-in-Style. HABT IHR IRGENDWELCHE VORBILDER? (MUSIK, LITERATUR, ETC.) Galactica: Nicht in dem Sinne, dass wir uns gerne anhören würden wie ein Lieblingsinterpret von uns, die da wären: Johnny Thunders bis hin zu CCR bei Galactica, alles von Sting bis Nazareth bei Chris und vieles von den Deftones über Lost Prophets bei El Filipe. Electra steht auf Silver und Billy Holiday. So ungefähr. ALSO ZIEMLICH GEMISCHT, GIBT ES EINEN GEMEINSAMEN NENNER? Chris: Der gemeinsame Nenner ist bei uns gute Musik, ich glaub das trifft‘s am besten. Klar nervt‘s irgendwann, ein und die selbe Platte im Tourbus zum hundertsten Mal zu hören. Ich denk da zum Beispiel an die Zeit, als der Filipe und ich Zakk Wyldes „Pride & Glory“ zu unserem Favourite gekürt hatten. Da gab´s dann schon Beschwerden im Tourbus. WIE KAM ES ZU DEM WECHSEL DER SÄNGERIN? Galactica: Wir sind die Snap! des Punkrocks. Pro Platte ne neue Sängerin, dann wirds auch garantiert nicht langweilig. Und jetzt im Ernst: Wir sind zwischenmenschlich nicht mehr zurecht gekommen, deshalb haben wir das mit der alten Sängerin gelassen. WIE GEHT ES NACH DER BACKYARD BABIES TOUR WEITER? STEHEN KONZERTE AN, NEUE PLATTE ODER EINE EIGENE TOUR? Galactica: Auf Tour sind wir ständig. Jedes Wochenende werden die Instrumente eingepackt und dann geht‘s los. Im Juni machen wir mal ‘n bisschen langsam, weil es an der Zeit für ein neues Album ist und wir die ersten Songs im Studio aufnehmen wollen. Demnächst wird unsere aktuelle Single in Australien veröffentlicht und dem folgt hoffentlich auch irgendwann eine Tour down under. STÄNDIG AUF TOUR AN DEN WOCHENENDEN HÖRT SICH ZIEMLICH STRESSIG AN, WAS MACHT IHR DENN SO BERUFLICH ODER SCHULISCH) IN DER WOCHE? Chris: Ich bin in meiner freien Zeit z.B. mit Normahl als Tontechniker unterwegs oder bastel in meinem kleinen Heimstudio an eigenen Projekten rum. Klar kann das ab und zu stressig werden. Wenn man zum Beispiel die ganze Woche im Studio ist und am Wochenende zwischen Kassel, Schwäbisch Hall und München hin- und herreist, wünscht man sich schon mal ne Pause. Aber unterm Strich leb ich genau dafür. Galactica: Nicht wirklich viel. Die Musik nimmt viel Zeit in Anspruch: Proben, touren, Songs schreiben, Interviews geben, Studio und auch so Quatsch wie Quartalsabrechnungen, T-Shirts designen, Aufkleber drucken etc. El Filipe arbeitet als Einziger Vollzeit in nem Musikladen, Electra hat ewig studiert, Galactica jobbt ab und an für Superstar-Elli und Chris ist freier Tontechniker. WENN MAN STÄNDIG AUFTOUR AN DEN WOCHENDEN IST, ERLEBT MAN JA DIE MERKWÜRDIGSTEN BEGEBENHEITEN AUF KONZERTEN. WAS WAR FÜR EUCH DAS PEINLICHSTE, DAS ÄRGERLICHSTE UND DAS, WAS ALS ANEKDOTE WEITERKURSIERT. Chris: Ärgerlich ist zum Beispiel, wenn man auf Konzerten spielt, bei denen die Security nicht besonders aus- und gebildet erscheint. Wir mögens einfach nicht, wenn sinnlose Prügeleien vor der Bühne stattfinden, weil Pogotanzen „verboten“ ist. Ja, sowas gibts noch… Am peinlichsten sind mir aber ehrlich gesagt die Momente, wenn ich am nächsten Tag erzählt bekomm, was ich auf den after-show Parties so angestellt hab. Galactica: So richtig schlimme Peinlichkeiten sind uns bislang erspart geblieben. Ärgerlich war ein feststehender Gig im Osten, 700 km away von unserer Homebase. Wir hatten den Vertrag nicht rechtzeitig erhalten, bekamen aber von unserer Booking-Agentur die definitive Bestätigung. Als wir dort ankamen wusste keiner von einem Konzert mit uns, da es sich lediglich um eine Anfrage gehandelt haben soll. Das nervt, weil wir die Strecke unmittelbar wieder zurück mussten. Spassige Sachen passieren ständig, meistens macht sich einer zum Depp. Am Besten war Electra auf einem Turbonegro Konzert. Wir hatte AAA-Pässe, sie will sich an nem Security vorbeischieben, der in der Dunkelheit die Aufschrift nicht lesen konnte, was sie als mangelnde Englischkenntnisse deutete. Also übersetzt sie das Ganze freundlicherweise mit „All Areas Access! Überall rein.“ Wir haben uns schepps gelacht. VIELEN DANK FÜR DIE BEANTWORTUNG DER FRAGEN UND WEITER SO! Das Interview wurde mit Galactica und Chris Missile geführt.

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