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THE PUSSYBATS (ROY)

HALLO ZUSAMMEN. SEHR NETT VON EUCH, DASS IHR EUCH HEUTE DIE ZEIT NEHMT, UM EUCH EIN WENIG VON MIR AUSQUETSCHEN ZU LASSEN. DA IHR NOCH NICHT ALL UNSEREN LESERN EIN FESTER BEGRIFF SEIN DÜRFTET, WÄRE ES VERDAMMT LIEB VON EUCH, WENN IHR EUCH KURZ EINMAL VORSTELLEN KÖNNTET… Also hallo erstmal! Wir sind The Pussybats, kommen aus Stuttgart und machen düster melancholischen Alternative-Rock. Marple spielt Bass, Mike Schlagzeug, Sid singt und ich spiele Gitarre. WELCHE BEWEGGRÜNDE GIBT ES ZU BENENNEN, DIE EUCH ZUM MUSIZIEREN BRACHTEN? Nun, wir Vier sind alle große Musik-Fans – wenngleich wir natürlich nicht alle dieselben Sachen mögen. Musik ist unser Leben! SEID IHR NATURTALENTE ODER WARD IHR IN DER MUSIKSCHULE? Roy: Wenn man es so will, sind wir Naturtalente. Keiner von uns hat eine musikalische Ausbildung. Mal abgesehen von dem bisschen, was man so in der Schule mitbekommt. Wobei ich Musik in der 11. abgewählt habe, weil ich keine Lust mehr auf Opern, Fugen und Musiktheorie hatte. Ich bin der Praktiker, habe mir das Gitarrespielen selbst beigebracht und mache die Dinge mehr aus MP3s, wenn er etwas Neues am Start hat. Zum Drumcomputer spielt er Bass, Gitarre und singt die Grundideen ein. Dazu gibt es eine Kurzanleitung mit Akkorden und der Rest geht nach Gehör. Im Proberaum wird dann noch ein wenig gemeinsam gefeilt und fertig. WIE HABT IHR ZUEINANDER GEFUNDEN? Nun, eigentlich kennen wir uns alle über irgendwelche Ecken schon seit Ewigkeiten. Als Marple dann Leute suchte, die mit ihm zusammen einen Horrorfilm drehen, kam ich ins Spiel. Sid wurde als Tonmann engagiert und weil wir so großen Spaß beim Einspielen des Soundtracks hatten, haben wir beschlossen, einfach eine kleine Combo aufzumachen. Als Mike dann dazu kam, war das Ensemble perfekt. EUER MUSIKALISCHER START WAR RECHT POMPÖS, SO HABT IHR GLEICH IM GRÜNDUNGSJAHR 2006 BEIM SONIC SEDUCER „BATTLE OF THE BANDS“ ABSTAUBEN KÖNNEN. WIE KAM ES DAZU, WIE WAR DAS DAMALS FÜR EUCH UND WELCHE TÜREN HABEN SICH DANACH GEÖFFNET? Das war eher zufällig. Eines Tages bekamen wir massenweise Glückwunschmails von Fans und anderen Bands zum Gewinn irgendeines Preises. Erst nach 30 oder 40 Mails fiel uns wieder ein, dass wir ja mal was zum Sonic geschickt hatten. Also sind wir los zum Bahnhofskiosk, die neueste Ausgabe gekauft und waren natürlich stolz wie Oskar. Uns lag natürlich nicht gleich die Welt zu Füßen, aber immerhin hatte mal ein größeres Publikum Notiz von uns genommen. Viel wichtiger als Preise und Auszeichnungen waren für uns aber die Gelegenheiten, die sich uns dann 2007/2008 boten. So konnten wir auch kurz darauf beim WGT spielen und als erste Band ohne Plattenvertrag überhaupt beim Castle Rock die Menge begeistern. DES WEITEREN WARD IHR BEREITS MIT NAMHAFTEN KÜNSTLERN WIE FRONTZ 242, SUBWAY TO SALLY, THE 69 EYES ODER AUCH JESUS ON EXTASY UNTERWEGS. WELCHE ERFAHRUNGEN KONNTET IHR SAMMELN? Die wichtigste Erfahrung für uns war eigentlich, dass die ganzen Kollegen auch von den „großen“ Bands echt super nett sind! Klar gibt es immer mal ein paar komischere Leutchen, die man insbesondere bei Festivals kennen lernt, aber mit einigen der Bands verbinden uns mittlerweile richtige Freundschaften. Mit einigen hatten wir sehr lustige und vor allem feucht fröhliche Zeiten… UM NOCH EINMAL AUF JESUS ON EXTASY ZURÜCK ZU KOMMEN… DER GITARRIST JENER BAND, CHAI DEVERAUX, HAT EUER DEBÜTALBUM GEMASTERT. WIE KAM ES DAZU? Wir hatten im Sommer 2008 mit JOE zusammen gespielt und uns dabei kennen und lieben gelernt. Es war wie Liebe auf den ersten Blick. Schnell war klar, dass wir auch musikalisch sehr ähnliche Vorstellungen haben. Lieber etwas weniger Schnickschnack, dafür mehr Sinn fürs Wesentliche und ganz wichtig: eingängig muss es sein. Zugleich abwechslungsreich und gerne etwas „poppig“, sprich melodiös. OKAY, NUN SIND WIR BEI EUREM DEBÜTALBUM ANGELANGT. „FAMOUS LAST SONGS“, WAS BEDEUTET DER TITEL, SCHEINT MIR EHER NACH EINEM LETZTEN ALS NACH EINEM DEBÜT ZU KLINGEN? Nun, wir haben verdammt viel Herzblut in dieses Album investiert. Wir haben über 3 Jahre lang Songs zusammen gesammelt und immer wieder in jeder Probe, bei jeder Gelegenheit daran gefeilt. Am Ende hatten wir eine Liste mit gut 40 Songs, die für das Album in Frage kamen. Unsere Herangehensweise war dann simpel: Wir wollten die Songs herausfiltern, die die Quintessenz der Pussybats ergeben. Wir haben so viele verschiedene Einflüsse und Vorlieben, dass kein Song wie der andere ist. Und genau das wollten wir mit dem Album rüber bringen. Da ist von allem etwas dabei, was uns ausmacht. Und nicht zuletzt war es wichtig für uns keine „Lückenbüßer“ aufzunehmen. Alle elf Songs auf diesem Album mussten jeden von uns Vieren 100prozentig überzeugen. Sollte das unser erstes und letztes Album sein, dann wollen wir auch in 20, 30 Jahren noch sagen können „Hey, genau DAS sind The Pussybats. genau diese elf Songs“. „FAMOUS LAST SONGS“ IST NUN SCHON EIN PAAR TAGE AUF DEM MARKT. SEID IHR MIR DEN ERSTEN RESONANZEN ZUFRIEDEN? Wir sind mehr als zufrieden. Es war uns klar, dass es natürlich nicht jedem gefallen wird, aber bisher haben wir fast ausschließlich gute und sehr gute Kritiken bekommen. Natürlich freuen wir uns sehr über jeden, den wir mit unserer Musik erreichen. Wir machen ja keinen Hehl daraus, dass wir gefallen wollen. Es ist natürlich immer super, wenn dann Mails von begeisterten Fans kommen, die ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Album erzählen – Mädels, die zu unseren Balladen kuscheln wollen und andere, die unsere Songs zum Abrocken, Party machen oder gar zum Nachdenken anregen. IHR WERDET OFT MIT SZENEGRÖSSEN WIE HIM ODER EBEN AUCH JESUS ON EXTASY VERGLICHEN. IST DIES FÜR EUCH EHER EIN KOMPLIMENT ODER FASST IHR DIES ALS BELEIDIGUNG AUF? Natürlich als Kompliment! Sowohl HIM als auch JOE machen großartige Musik und haben wahnsinnig viel Energie, Zeit und Kreativität investiert, um ganz nach oben zu kommen. Nebenbei sind wir große Fans von beiden. Dennoch glaube ich nicht, dass wir „vergleichbar“ sind. Schließlich macht dennoch jeder sein eigenes Ding, hat seine ganz eigenen Ideen und Vorstellungen. WIE KAM ES ZUM WHITE TOWN-COVER „YOUR WOMAN“? WAS HAT EUCH AUSGERECHNET AN DIESEM SONG SO FASZINIERT? Wir waren auf dem Rückweg von einem Gig, als im Radio plötzlich „Your Woman“ losging. Ich sagte noch zu den Jungs „Hey, das ist mal ein alter Schinken aus den 90ern, den man irgendwie nie vergisst“ – und Sid war sofort ziemlich angetan von dem Song und sagte auch schon was davon, dass man das mal covern könnte. Als es an die Arbeit zu „Famous last songs“ ging, hatte ich „Your Woman“ mit im Gepäck und spielte es den Jungs noch einmal vor. Chai war sofort begeistert und auch Mike und Marple fanden das Lied cool. Es passt einfach perfekt zu unserem Album. Der Text hat Leben und die Hookline ist derart schräg und wild, dass der Titel ein echter Ohrwurm ist. „FAMOUS LAST SONGS“ IST TEILS SEHR RUHIG UND ZART UND ANDERSEITS WIEDER ETWAS HÄRTER UND ROCKIGER. WELCHER STIL SAGT EUCH PERSÖNLICH AM MEISTEN ZU? Keiner! Es ist für uns nicht wichtig, ob wir einen ruhigen oder rockigen Song spielen. Es kommt auf die Situation, die Stimmung und die eigene Muse an. Wir lassen uns da auch nicht festlegen. Wir sind keine klassische Rockband wie AC/DC, Motörhead und wir machen auch keine reine Kuschelmucke wie James Blunt und Konsorten. In The Pussybats steckt von allem etwas. Da ist Johnny Cash drin – der vor allem für Sid und mich sehr viel bedeutet und der von Melancholie bis Ironie fast alle Stimmungen abdeckt, da ist eine Prise Punkrock und Grunge dabei, da stecken alte Blues-, Roots- und Countryeinflüsse drin. Dazu spielt Marples Glamrock-Background eine große Rolle und natürlich kommen durch Mike ganz viele verschiedene Grooves von Rock-Klassikern bis hin zu Crossover-Geschichten dazu. Und so soll es auch bleiben. WER SCHREIBT DIE SONGS, DIE LYRICS UND WO LIEGEN DIE INSPIRATIONEN DAZU? Die meisten Songideen bringt Sid ein. Er tüftelt in seinem Heimstudio fantastische Sachen aus und schreibt auch die meisten Texte. Außerdem entwickeln wir einige Songs gemeinsam im Proberaum. Meist kommt irgendwer mit einer coolen Idee an und wir basteln dann einfach jeder was dazu – solange bis das Baby allen gefällt. Und hin und wieder einmal packt mich selbst die Kreativität. Hin und wieder aber nur… WIEVIEL ZEIT WIDMET IHR DEN PUSSYBATS? So viel wie möglich. Also unser halbes Leben etwa. Wir sind mit Leib und Seele dabei und wollen natürlich wie alle Künstler Aufmerksamkeit erlangen und möglichst viele Leute mit unserer Mucke begeistern. Das geht nicht mal so nebenbei vom Sofa aus. Es ist ein richtiger Job und kostet viel, viel Zeit, Energie und das wichtigste: Herzblut! Aber wir lieben es. Wir leben und lieben den Rock ’n’ Roll! WIE SEID IHR AUF EURE NAMEN GEKOMMEN UND WAS WOLLT IHR DAMIT AUSDRÜCKEN? Och, das war ganz einfach – wir heißen eben Roy, Sid und Mike. Die „kreativen“ Nachnamen sollen Stalker und das Finanzamt fern halten und Marple – der war schon immer großer Miss Marple-Fan, kennt alle Filme auswendig und so weiter. BETRACHTET MAN DIE HEUTIGE MUSIKINDUSTRIE, SO WIRD ES IMMER SCHWERER MIT MUSIK GELD ZU VERDIENEN. WIE IST EURE MEINUNG DAZU UND WAS MACHT IHR BERUFLICH, WENN ICH FRAGEN DARF? Na, wir finden das natürlich ziemlich beschissen. Schließlich wollen wir mit der Musik Millionen verdienen, um unseren exklusiven Lebensstil zu finanzieren. In einer Zeit, in der jeder alles umsonst haben will, ohne Rücksicht auf Qualität und Respekt vor der Arbeit des kreativen Künstlers, ist es aber verständlich, dass es so weit gekommen ist. Wenn die Leute nicht mehr bereit sind, für gute Unterhaltung und kaufenswerte Kunst auch Geld zu bezahlen, straft das am allermeisten die Künstler selbst ab. Wir versuchen deshalb etwas zu bieten, was andere nicht können, uns von der ganz großen Masse einfach durch liebevoll gemachte Songs abzuheben und wir selbst zu sein. Offenbar gibt es eine Menge Leute, denen das gefällt, was wir machen – also bleiben wir dran. SCHAUEN WIR MAL IN DIE ZUKUNFT: WAS GIBT ES DA AN NEUIGKEITEN? Es gilt die alte Weisheit „nach dem Album ist vor dem Album“. Außerdem wird es in Kürze eine Post-Release-Party geben, die wir sogar als Video online übertragen werden. WIRD MAN EUCH DIESES JAHR AUCH LIVE ERLEBEN KÖNNEN? Roy: Nun, zunächst einmal sind einige coole Konzerte und Festivals angesagt. Es ist noch nicht alles spruchreif – für eine verdammt große Flexibilität ist die Branche ja bekannt – aber Gigs mit den Deathstars, Opera Noire und etlichen anderen sind schon fix. Dazu solltet Ihr unbedingt immer wieder mal auf unserer Homepage vorbeischauen unter www.thepussybats.com oder bei www.myspace.com/thepussybats . Dort findet Ihr alle Dates – auch die kurzfristig angesagten! ABSCHLIESSEND EIN PAAR LETZTE WORTE… VIELLEICHT BRENNT EUCH JA NOCH ETWAS AUF DER SEELE WAS IHR SCHON IMMER EINMAL LOSWERDEN WOLLTET? Famous last words zu „Famous last songs“? Kauft unser Album – Ihr werdet bestimmt nicht enttäuscht sein – und vor allem: Kommt uns bei unseren Shows besuchen! Wir beißen nicht – und wenn doch, dann sind es Liebesbisse, haha…

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