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YELWORC (PETER DEVIN)

SEIT DER LETZTEN VERÖFFENTLICHUNG SIND RUND 10 JAHRE VERGANGEN. WAS HAST DU IN DER ZWISCHENZEIT GEMACHT? Um es vorwegzunehmen: Ich hab nie aufgehört Musik zu machen. Es gab lediglich gewisse Zwangspausen, z.B. 1994 durch den Brandanschlag auf das Haus in welchem sich mein Studio befand. Durch diesen Vorfall und auch durch die hohen Anwaltskosten in Zusammenhang mit dem Austritt von D.v.R. und mit der Kündigung des Vertrags mit Celtic Circle musste ich neben meiner Studienzeit verdammt lange und hart jobben. Als ich dann mein Musikequipment wieder aufgebaut hatte, kam mir in der Zwischenzeit die damalige Trinity-Fassung zu eindimensional vor. 1995/96 war dann die zweite Trinity-Fassung zur Veröffentlichung fertiggestellt. Mehrere Vertragsverhandlungen im Verlauf der kommenden Jahre scheiterten jedoch an den jeweiligen Firmenpleiten (z.B. Discordia und Semaphore). Denn durch mein Misstrauen (gebranntes Kind scheut das Feuer) gegenüber den labelüblichen Vertragswerken konnte ich nicht umhin, mein eigenes Label Baal Records zu gründen, sodass ich eigentlich nur einen guten Vertriebvertrag gebraucht hätte. Als sog. „Labelneuling“ wurde ich allerdings oft heruntergehandelt, bzw. man versuchte mich herunterzuhandeln. Die ganzen Vertragsdiskussionen behinderten meine musikalischen Höhenflüge. Ich wollte mich nicht mehr verzetteln und zog mich zurück. Außerdem musste ich studiomäßig mehrmals umziehen, bis ich endlich einen Platz gefunden hatte wo ich auch mal höllisch aufdrehen kann. Es gab einige treue Fans, die mich immer wieder anschrieben und mich an mein Versprechen erinnerten, das Album Trinity ganz sicher eines Tages zu veröffentlichen. Ich selbst habe dies auch trotz allem nie aus den Augen verloren. Es gab aber zugegebenermaßen Zeiten, in denen ich nur noch in Ruhe meine Musik machen wollte. – Erst Dennis von In Strict Confidence ist es gelungen, mich definitiv aus der Einsiedlerhöhle rauszureißen. WAS BEDEUTET ES FÜR DICH, GERADE BEI ALLEM WAS VORGEFALLEN IST, DASS JETZT WIEDER EIN NEUES YELWORC ALBUM IN DEN LÄDEN STEHT? Es bedeutet mir viel! Ehrlich gesagt bin ich ziemlich stolz darauf, endlich mal wieder ein yelworC-Album in den Regalen stehen zu sehen. Die Jahre der gewissen Bitterkeit und des Misstrauens sind wie weggewischt. Auch die gute DAC-Album-Plazierung (nomen est omen: der dritte Platz, zumindest eine Woche lang) hat mich sehr gefreut, zumal ich darauf ja gar nicht spekuliert hatte. WAS FÜR EIN FEEDBACK HAST DU BISHER BEKOMMEN? KENNEN NOCH VIELE LEUTE YELWORC? Ja, es kennen noch viele Leute yelworC. Einige Songs aus „Brainstorming“ und „Blood In Face“ sind vielen noch immer im Ohr. Aus den vielen Zuschriften weiß ich auch, dass sich die yelworC-Fans die alten Alben immer noch gerne anhören. – Auch die längst vergriffenen Tapes kursieren ja immer noch auf der Szene… Eigentlich haben die meisten nicht mehr daran geglaubt, dass die immer wieder versprochene „Trinity“ tatsächlich das Licht der Welt erblickt. Gleich nach der Veröffentlichung im Februar bekam ich viele beeindruckend interessante Mails. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass doch viele Hörer sofort merkten dass die Scheibe kein Ex- und Hopp-Produkt ist und dass man sie sich erst erschließen muss, sie aber dann einen gewissen Suchtfaktor entwickelt (zumindest für einige…).Ganz besonders freut mich auch das positive Feedback von Leuten, die bisher mit Elektro nicht so viel am Hut hatten. Im großen und ganzen haben die Hörer die „Trinity“ begeistert aufgenommen und überraschenderweise auch viele neue Hörer, die die alten yelworC-Scheiben gar nicht kennen und sich ganz vorurteilsfrei und individuell das Album aneignen. Viele haben zwar die Clubtauglichkeit vermisst, anscheinend haben sie sich aber doch schnell darüber hinweggetröstet…- sooo schwer verdaulich ist das Material wohl doch nicht, denn viele Leute hatten doch schnell den Dreh raus die etwas vertrackte und komplexe Rhythmik nachzuvollziehen. EINIGE STATEMENTS (Z.B. IM ZILLO ODER SONIC SEDUCER) ÄUSSERTEN SICH EHER NEGATIV ZU „TRINITY“. ÄRGERT DICH SO EINE KRITIK? ODER SIEHST DU ES UNTER DEM GESICHTSPUNKT, DASS NICHT JEDER (GLÜCKLICHERWEISE!!) DENSELBEN MUSIKGESCHMACK HAT. Einige Statements waren ja echt der Knüppelhammer für mich, bei so viel Ignoranz bin selbst ich platt. z.B. im Zillo: “wirre und ab und an sogar belanglos klingende Electrokost“, “sich in monotonem Maschinenrasseln verlierend“ oder “wirr, unflüssig und lau produziert“ – Aber vielleicht haben manche Rezensenten beim stapelweise CD`s abhören das yelworC-Album mit gewissen anderen Scheiben verwechselt…?? Ansonsten bin ich eigentlich aufgeschlossen für Kritik, vor allem wenn sie intelligent geäußert wird. YelworC hat ja auch schon früher die Meinungen stark gespalten. – Und die dancefloorlastigen „Sacred City“-Anhänger finden sicher genug Ersatzbands. Im großen und ganzen fand ich die meisten Rezensionen, sowohl in den Printmedien wie auch in den e-zines, eigentlich recht gut. – Es gab auch viele sehr poetische Formulierungen, an denen ich gemerkt habe, dass die jeweiligen Schreiber sich auf eine kreative Weise in die Musik und auch in die Textwelten vertieft haben. Gerade die Rezensenten haben mir damit sichtbar bestätigt, dass die Trinity Emotionen und Phantasie kräftig beleben kann. WELCHE BANDS HABEN DICH DAMALS BEEINFLUSST UND DICH SOMIT ZUM MUSIKMACHEN BEWEGT? WAS LÄUFT HEUTZUTAGE BEI DIR? Natürlich waren es Bands wie Skinny Puppy und Front 242, aber auch Bands wie Chrome, Cabaret Voltaire, Laibach, Christian Death, Coil, Neon Judgement, Executive Slacks, Venus in Furs und noch einige andere. Ehrlich gesagt kann ich mich mit den neueren Sachen teilweise nicht so recht anfreunden. Zur Zeit habe ich die neue Laibach `WAT` und die Decree in Rotation, und zum Abspannen brauche ich wirklich keinen Future-Pop, da genieße ich die Scheiben von In Strict Confidence. – Aber ich kaufe mir ja sowieso nicht so oft CD`s. Ich informiere mich über die Musikmagazine und die beiliegenden Compilations, und höre gelegentlich mal in die Downloads verschiedener Bands rein. YelworC war ja schon immer stark beeinflusst von düsteren Filmen und von Soundtracks. Nach wie vor belastet der Video- und DVD-Markt meinen schmalen Geldbeutel weitaus mehr als der CD-Markt. GIBT ES NOCH KONTAKTE ZU ANDEREN DAMALS ANGESAGTEN BANDS WIE X MARKS THE PEDWALK ODER PLACEBO EFFECT? Da gab es eigentlich nie Kontakte. Es gab damals auch keine Berührungspunkte bei Festivals etc., und die „Remix-Wars“ gab es damals ja auch noch nicht. BEEINFLUSST DICH DIE FREUNDSCHAFT ZU DENNIS OSTERMANN(IN STRICT CONFIDENCE) IN DEINEM SCHAFFEN? Vordergründig eher nicht, denn der ISC-Stil ist ja doch ein Stück anders. Meine persönliche Stimmung, die wiedererwachte Freude am Veröffentlichen, und auch das Interesse an der heutigen Elektroszene hat Dennis jedoch sehr gefördert und gestärkt. Für intensiveren musikalischen Austausch haben wir beide leider noch nicht genügend Zeit gefunden, es ist aber so einiges geplant. Auf jeden Fall bin ich froh über meine Entscheidung der Kooperation mit Minuswelt. Dennis nimmt mir vieles ab, sodass allein schon der Zeitgewinn einen positiven Einfluss auf meine derzeitigen musikalischen Ideen und Pläne hat. WIE BIST DU AUF ALEISTER CROWLEY GEKOMMEN? WAS BEDEUTET DIR SEINE LEHRE IM TÄGLICHEN LEBEN? Ja, der gute alte Aleister Crowley, der spukt immer noch in yelworC herum – Dieses `Enfant terrible` hat es mir nach wie vor angetan…Mit ca. 17 Jahren habe ich eine Crowley-Biographie gelesen, das war gleichzeitig die Zeit wo ich mich mit Runen, Zahlenmagie, Kabbala und Tarot beschäftigt habe. Die schriftlichen Ergüsse von `good old Crowley` sind ja stellenweise arg abgedreht, aber Sachen wie z.B. „Tu was Du willst sei das ganze Gesetz“ finde ich nach wie vor durchaus alltagsgebräuchlich, vor allem weil die Frage dahinter steckt: Was willst du ?…Was willst du wirklich ?… Schon in meiner damaligen Teeniezeit, also parallel zu den allerersten musikalischen Experimenten (damals noch mit Equipment bei welchem heutzutage schon jeder 10jährige Lachkrämpfe bekäme) war ich fasziniert von Gegensätzen (also die Antagonismen von Gut und Böse etc.) und von Wortspielereien. Die im Trinity-Booklet abgebildete Sator-Formel (man kann sie horizontal und vertikal lesen) hat mich beeindruckt und zu der Idee `Evil of Crowley` = `livE of yelworC` gebracht. – Was nicht heißt, dass ich ein unkritischer Crowley Anhänger bin. Gerade in unseren Zeiten von perversem Kindermord und anderen Wahnsinnstaten sind die Crowley-Sprüche nicht ungefährlich… Nichtsdestotrotz ist die Beschäftigung mit Magie für mich nach wie vor sehr wichtig. Und ich bin auch nicht gewillt, eine virtuelle Trennungslinie zwischen weißer und schwarzer Magie zu ziehen. „TRINITY“ WIRKT SEHR MYSTISCH AUF MICH. SPIEGELT SICH DAS AUCH IN DEINEM FREIZEITVERHALTEN WIEDER (Z.B. URLAUB IN ENGLAND, SCHLÖSSER UND BURGEN BESICHTIGEN, ODER EHER MALLE, IN DER SONNE BRUTZELN)? Ha, in der Sonne brutzeln? Nee, bin eher ein blasser Mondsüchtiger: nächtens die vielen Lichtlein der Instrumente und durchs Oberlicht der Studiofenster den Mond auf meine Finger schauen lassen, das ist mein Ding! „Schlösser und Burgen“ leider nur in meiner Fantasie, zum Reisen hatte ich nie Zeit und Geld. Schlösser wären eh nicht so mein Ding, aber halbverfallene Ritterburgen würden mir schon gefallen, allerdings würde ich mir dann wahrscheinlich eine Burg kaufen wollen, und dies wäre dann wohl das Ende meiner künstlerischen Freiheit, da müsste ich wohl ein paar Charthits hinlegen und mich von Dieter B. produzieren lassen 😉 Sämtliches mühsam gesparte Urlaubsgeld wurde im letzten Jahrzehnt immer wieder vom Musikequipment gefressen. Außerdem läßt das ganze Instrumentarium mich eh nicht verreisen, denn nach längerer Pause führen sich die Instrumente auf wie bockige kleine Kinder… Urlaub ist für mich eher dann, wenn ich die Zeit finde in meinen Büchern (zugegeben hauptsächlich dunkle Magiebücher, aber auch Literatur, Psychologie etc.) zu stöbern und manches zur Seite gelegtes endlich weiter zu lesen. „TRINITY“ IST EIN PENDANT ZU DANTES REISE IN DIE HÖLLE UND BESCHÄFTIGT SICH MIT DER DUNKLEN SEITE DER WELTEN. VIELE LEUTE HABEN Z.Z. ÄNGSTE UND FÜHLEN SICH NICHT MEHR SICHER (STICHWORT: NEW YORK , MADRID) FÜHLST DU DICH IN DER HEUTIGEN ZEIT AUCH UNWOHL? GERADE WENN MAN IN EINER STADT WIE MÜNCHEN LEBT, DIE SICHER EHER IM BRENNPUNKT STEHEN KÖNNTE ALS MEINE VERSCHLAFENE HEIMATSTADT BIELEFELD. Ja, ich bin hier voll im Brennpunkt, das Olympiastadion ist 5 Minuten Fußweg nah. Ich stecke gelegentlich voll in den Fußball- oder Konzert-Massenaufläufen und reagiere immer noch leicht panisch auf die Menschenmassen, obwohl ich es längst gewöhnt bin. Dieses großstädtische Klaustrophobiegefühl inspiriert mich ja auch musikalisch. Das derzeitige Weltgeschehen bestätigt meine schon lange gehegten Befürchtungen. Aber das Leben ist bekanntlich lebensgefährlich, so oder so, ob Bielefeld oder München, wir sitzen ja alle im globalen Dorf und keiner weiß, an welchem Ort wer oder was als nächstes zuschlägt… Ich genieße jedoch den Luxus mich ohne viel Luxus durchs Leben zu schlagen, z.B. leiste ich es mir autolos zu sein und nicht früh morgens durch die Abgaswolken zur Arbeit zu müssen. Die Maschinerie unseres täglichen Lebens ist ja auch ohne Terrorgefahr schon mörderisch genug. WENN ICH BERICHTE ÜBER YELWORC LESE UND IN DEM ZUSAMMENHANG DER NAME CROWLEY FÄLLT, INTERPRETIERE ICH IHN ALS MENSCHEN, DER SICH NICHT UM KONVENTIONEN GEKÜMMERT UND SEIN EIGENES DING DURCHGEZOGEN HAT. IST SO WAS IN DER HEUTIGEN ZEIT (WO DER GROSSTEIL DER LEUTE DURCH STUPIDE SENDUNGEN WIE DSDS, BIG BROTHER… KÜNSTLICH DUMM GEMACHT WIRD) NOCH MÖGLICH? MIT EINEM BEKANNTEN KAM ICH MAL DARAUF, DASS WER HEUTE ANDERS IST, MIT EINEM ZU LANGEN GRASHALM ZU VERGLEICHEN IST: ER WIRD EINFACH NIEDERGEMÄHT! Ja, er wird niedergemäht, wenn er nicht kräftig und gleichzeitig biegsam ist. Also, ein Grashalm muss dran glauben, aber ich versuche eher wie ein Spitzwegerich zu sein: das ist jenes Unkraut, was die Blätter ganz flach am Boden und die Blüten auf langen biegsamen Stengeln hat, die kein Rasenmäher zu packen kriegt… Harte Zeiten fördern die Überlebenskunst, auch die geistige. Ja, wie schon angedeutet, die Beschäftigung mit den verborgenen Geheimnissen des Lebens inspiriert mich nicht nur musikalisch, sondern verhilft mir auch zu einer gewissen Kompromisslosigkeit und Unbestechlichkeit. Die Vertiefung in Thematiken wie z.B. Utopie und Vision, Wahrheit und Wahrnehmung, Magie und Macht (wobei ich Macht eher negativ auffasse) verhilft mir dazu, im Alltagsleben auf allerhand üblichen Tand zu verzichten, dafür aber Zeit für intensive künstlerische Betätigung zu gewinnen. Ob ich mit dieser Einstellung ein Außenseiter bin oder nicht, das kümmert mich wenig. Es ist mir zwar nicht total egal, wenn ein Großteil der Leute sich für dumm verkaufen und sich für all den Nepp das Geld aus der Tasche ziehen lässt, aber ändern kann ich das nur in meiner eigenen Person. Nach wie vor vertrete ich den alten Wahlspruch: „Sei realistisch, verlange das Unmögliche“. – Damit fange ich bei mir selbst an und ich denke, ich bin nicht der Einzige auf diesem Weg. WAS WÜRDEST DU DIR VON DER POLITIK HEUTE WÜNSCHEN? Von der Politik: Keine Ahnung. Ich wünsche mir nichts, weil ich eh von denen nichts erwarte. Auf jeden Fall halte ich Krieg für Zeit- und Geldverschwendung, von den Menschenleben ganz zu schweigen. Vielleicht sollte man die Rentner und Pensionäre zu Soldaten rekrutieren und die jungen Leute in Ruhe lassen, damit sie ihre Jobs und Ausbildung machen können, und last not least genug Zeit für ihre Talente haben. Bin zwar kein Pazifist, bin sogar etwas vernarrt in Panzer, Flugzeugträger und all die Kriegsvehikel, aber dieses waffenstarrende Hin und Her um die „Achse des Bösen“ nervt mich schon gemein und ich finde dies alles weit unter der Würde des Menschen. Die Achse des Bösen verläuft durch jedermanns Herz. (hab ich auf die neuen yelworC-T-Shirts drucken lassen) Ja, Krieg spielen dürfen ab 65, und vor allem Mann gegen Mann wie in den früheren Zeiten, das wäre doch die Lösung so mancher Probleme… Das Wahlverhalten würde dann aber wahrscheinlich ganz anders ausfallen…;-) Nein, im Ernst, ich meine es müsste viel mehr Zeit und Geld für die Erhaltung der materiellen wie auch der mentalen Ressourcen und für die Evolution der Hirnmasse der Menschheit aufgebracht werden. – Ohne dass man deshalb gleich Klone züchten muss. – Auf jeden Fall gehören sämtliche Verblödungsmaschinerien abgeschafft… ICH NEHME AN, DASS MUSIK NICHT DEINE HAUPTERWERBSQUELLE IST. WAS MACHST DU BERUFLICH UND WAS SAGEN Z.B. DEINE KOLLEGEN ZU DEINEM MUSIKALISCHEN SCHAFFEN? Ich habe zwar Psychologie und Soziologie studiert und habe ein Diplom in Sozialpädagogik, aber irgendwie kann und will ich mich, der Musik zuliebe, nicht jobmäßig binden. Deshalb mache ich wohl oder übel schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs, dafür habe ich aber meine Freiheit. Kollegen gibt es also eigentlich keine. Die gelegentlichen Arbeitskumpels kommen aus ganz anderen Szenen (z.B. Rockmusik) und bisher hat meine Scheibe bei denen überraschend positives Feedback gebracht. WIRST DU LIVE AUFTRETEN UND WIE WÜRDEST DU GERNE EINE TOUR GESTALTEN, WENN GELD KEINE ROLLE SPIELEN WÜRDE? Liveauftritte sind derzeit (mit einer Ausnahme, nämlich ein geplantes Konzert in Mexico-City) nicht geplant, aber anvisiert (so etwa ab Herbst/Winter). Wenn Geld keine Rolle spielen würde, dann würde ich natürlich eine gewaltige Multimedia-Performance mit vielerlei optischen und akustischen Überraschungen hinlegen. Auch wäre ich scharf auf richtig professionelle Tänzer (also keine Go-Go-Tussen), Artisten und klassische ChorsängerInnen. – Also etwas in Richtung moderner Oper, aber schaurig wie ein Horrorfilm. Außerdem würde ich die allerbesten Elektroniker als Gastmusiker zu gewinnen versuchen… ja, wer wäre das wohl ?…- ach je, bin froh, dass ich nicht die Qual der Wahl habe. – Potente Mäzene haben sich bei mir allerdings noch keine gemeldet…;-) WORAN KÖNNTE ES LIEGEN, DASS DIE EBM-SZENE EIGENTLICH ZIEMLICH LANGE BRACH LAG (SO CA. 1994 – 2000, BANDS WIE WUMPSCUT UND SUICIDE COMMANDO MAL AUSGENOMMEN) UND GERADE JETZT SOWOHL VIELE NEUE HÄRTERE BANDS WIEDER ERFOLG HABEN UND AUCH DIE ALTE GARDE WIEDER NEUES RAUSBRINGT? Ich weiß es nicht, warum die EBM-Szene so stagnierte… Ich habe die Elektroszene zwar immer beobachtet die Jahre über, aber eher nur so aus dem Augenwinkel heraus. Um eine Meinung hierzu zu äußern fehlen mir ausreichende Anhaltspunkte. Irgendwie ist mir nur aufgefallen, dass einige der jungen Kollegen so aufgeblasen sind, und eben komplett dancefloor-orientiert. Zu viel Technikverliebtheit und nicht überwältigend viel musikalische Substanz. Anscheinend besteht auf Seiten der Hörer doch nach wie vor der Wunsch nach einer gewissen Kompromisslosigkeit und Authentizität. – Ob die `alte Garde` diese Wünsche dann befriedigen kann wird sich zeigen…

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