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ZIN

HALLO UND SCHÖNE GRÜSSE IN DEN OSTEN DER REPUBLIK! WIE IST DAS WERTE BEFINDEN? ZIN: Gut. KLÄREN WIR DOCH ZUERST EINMAL, WOHER DER BANDNAME STAMMT UND WELCHE BEDEUTUNG DAHINTER STECKT. ALSO? Mika: In erster Linie ist der Bandname nicht als Wort sondern als Gefühl zu verstehen. ZIN klingt kalt, prägnant und elektronisch. Kaum einer kennt ein „ZIN“, doch wenn Du den Namen aussprichst, wird sich eine Welt verschiedenster Assoziationen von kalt zu warm, von laut zu leise oder von Liebe und Hass in deinem Kopf auftun. Wir haben den Namen deshalb gewählt weil er so transzendent ist. Wie wir, unsere Musik und das Leben selbst. Wenn Du aber auf eine Definition bestehst dann beschrieb es ein befreundeter Journalist vielleicht am treffendsten: „ZIN könnte man mit Zelebrierung, Internationalität und Nonkonformismus übersetzen. UND DAMIT IHR ES HINTER EUCH HABT, AUCH GLEICH MAL DIE FRAGE NACH BRIAN MOLKO UND PLACEBO. DER VERGLEICH SCHEINT EUCH JA NICHT WIRKLICH ZU SCHMECKEN, ABER MUSIKALISCHE UND STIMMLICHE PARALLELEN SIND DOCH NUN WIRKLICH NICHT ZU ÜBERHÖREN! IRRE ICH MICH ODER GIBT ES SOGAR BEI DEN TEXTEN ÜBEREINSTIMMUNGEN? ICH DENKE DA AN DIE TEXTZEILE „CARVE YOUR NAME INTO MY ARM“ AUS „EVERY ME EVERY YOU“, DIE ICH AUCH BEI EUCH GEHÖRT ZU HABEN MEINE. Iven: Zu der Textzeile möchte ich folgendes klarstellen: bei uns heißt es „Into my arms I cut her name“. Also hinhören und aufpassen bitte schön! Es geht hier durchaus um unterschiedliche Dinge. Das gilt sowohl für die Text als auch für die Musik. Ich sitze ja nicht zu Hause und schreibe irgendwelche Textzeilen ab. WO IST DER ENTSCHEIDENDE UNTERSCHIED ZWISCHEN ZIN UND PLACEBO BZW. IVEN COLE UND BRIAN MOLKO? Iven: Eigentlich sind Brian und ich absolut identisch, bis auf ein wesentliches Detail, ich habe den größeren Schwanz. WO SEHT IHR ÜBERHAUPT EURE MUSIKALISCHEN WURZELN? Iven: Zum einen sind wir alle musikalisch sehr unterschiedlich sozialisiert worden. Markus der Elektro-Atari-Junki, Mika der Punk und Vincent sowie ich die von dem Glamrock-, JOY DIVISION-New-Wave-Sound inspiriert wurden. In unserer Musik ergibt sich automatisch die perfekte Symbiose aus all diesen Einflüssen. So unterschiedlich wie unsere musikalischen Wurzeln sind auch die einzelnen Charaktere der Band, daraus entsteht bei ZIN ein Cocktail aus elektronischer Coolness und wahrhaftiger Emotionalität. WIE SEID IHR ALS BAND ZUSAMMEN GEKOMMEN? Mika: Vincent, Markus und Iven haben Praktika in der Psychiatrie absolviert, und ich verbrachte zu dieser Zeit, meinen Jahresurlaub in eben jener Einrichtung. Im Austausch gegen meine Pillen, ließen mich die drei an ihren musikalischen Welteroberungsphantasien teilhaben. Schließlich legten sie meinen Reinkarnationstherapeuten nahe, mich doch in ihre Obhut zu entlassen. EURE NAMEN KLINGEN JETZT NICHT ZWINGEND SO, ALS WÄRT IHR WASCHECHTE LEIPZIGER, WOHER KOMMT IHR VIER? Iven: Meine Vorfahren lebten in der Gegend von Glasgow und stammen aus einer traditionsreichen Bergbaufamilie. Irgendwann war die Kohle alle und sie beschlossen nach Deutschland auszuwandern. Vincent: Die Banalität meines Geburtsnamens zwang mich, mir einen wohl klingenderen Namen zu geben. Markus: Meine Vorfahren stammen aus einem Weinanbaugebiet in der französischen Provinz. Mika: Tja ich besitze sowohl nordische als auch… Eigentlich weiß ich nicht woher mein Nachname kommt. BEI EUCH DREHT SICH IM MOMENT JA WAHRSCHEINLICH ALLES UM EUER WIRKLICH GELUNGENES DEBÜTALBUM „TOURISTS TO THIS WORLD“. WIE WAR’S IM STUDIO? Mika: Viele meinen, wenn ne Band ins Studio geht, dann ist das bestimmt aufregend und lustig. Dazu kann ich nur sagen, falsch. Studio bedeutet harte Arbeit, lange Wartezeiten in den Du gar nichts zu tun hast, oder 30-mal dieselbe Strophe einzuspielen, weil irgendwas nicht klappt. Also eigentlich ziemlich langweilig. Aber am Ende wird man im besten Falle, wie bei uns, mit eine tollen Album belohnt. Vincent: Da wir ja die Songs schon in unserem Home-Studio vorproduziert hatten, nutzten wir das Studio nur noch, um dem Ganzen den letzten Schliff zu geben. Interessanter wird es bestimmt, wenn wir mal für ein viertel bis halbes Jahr ins Studio gehen können, um dort die gesammelten Ideen in Songs zu verwandeln. Dazu fehlt uns aber bis jetzt das Geld. WIE ENTSTEHEN ÜBERHAUPT EURE SONGS? Iven: Mit viel Geduld und Spucke. Vincent: Ideen haben wir alle. Jedoch verfolgt Iven als Gründungsvater spezielle Interessen und modifiziert die Ideen aller so, dass am Ende immer ein Song entsteht der ins ZIN-Universums passt. UND WAS BEDEUTET DIE MUSIK FÜR EUCH? Iven: Ganz klar Lebensmittelpunkt, große Liebe, Hoffnung und Tür zu mir selbst. Im Chor: Dem ist nichts hinzuzufügen. WIE MAN EURER BIO ENTNEHMEN DURFTE, HAT’S JA WOHL VOR ANDERTHALB JAHREN EINEN ZIEMLICH SPONTANEN GANG IN DEN PROBERAUM GEGEBEN, DEM WIR DEN TITELSONG EURER PLATTE ZU VERDANKEN HABEN. SEID IHR IMMER SO RASEND SCHNELL? Iven: Das ist von Song zu Song verschieden. WAS ERWARTET UNS DENN IN DER NÄHEREN ZUKUNFT VON ZIN? WERDET IHR BEISPIELSWEISE MIT EUREM ERSTLING TOUREN? Markus: In diesem Jahr steht zuerst mal unsere Record-Release-Party am 24.11.2007 im McCormacks-Ballroom, in Leipzig, an. Dann werden wir noch auf einer weiteren größeren Veranstaltung spielen. Für das nächste Jahr ist eine Tour geplant. Mika: Außerdem werden wir im Oktober unser erstes Video aufnehmen. Nähere Details können wir noch nicht verraten. Zu sehen gibt es das Werk voraussichtlich erstmals auf unserer Release-Party im November. EINIGE GIGS LIEGEN JA AUCH SCHON HINTER EUCH, WAS BEDEUTET ES FÜR EUCH, AUF DER BÜHNE ZU STEHEN? Iven: Wenn wir all die Menschen sehen, wie sie auf uns reagieren, sie genau wie wir mit der Musik abheben, ist dass ein orgastisches Glückgefühl. Dann sind wir uns ganz sicher, dass wir uns nur live nicht wie Touristen, sondern wie zu Hause fühlen. Es ist ein wahnsinniges Erlebnis wenn sich eine Symbiose aus angestacheltem Publikum und der Band ergibt und man zusammen auf einer Welle in eine unbekannte Welt reitet. Ein alles zerstörender Tsunami. Wunderbar WELCHE BESONDEREN EREIGNISSE GIBT ES, DIE EUCH SOWOHL POSITIV ODER AUCH NEGATIV VON LIVE-AUFTRITTEN IN ERINNERUNG GEBLIEBEN SIND? Mika: Positiv ist mir unser Debütkonzert in Erinnerung, leider kann ich das, was da abging nicht in Worte fassen. Es war einfach unbeschreiblich. Vincent: Ein Ereignis, welches nicht so schön war, fällt mir auch noch ein. Wir wurden einmal groß auf eine Biker-Party eingeladen. Die Bühne bestand aus alten Paletten. Der Empfang war kühl und wir konnten nur bei jedem zweiten Lied auf etwas Händeklatschen hoffen, was in der viel zu großen Halle einsam verschallte. Nach den meisten Songs kam überhaupt keine Reaktion. Ein Horror! Aber inzwischen können wir darüber eher lachen. EURE HEIMATSTADT LEIPZIG KENNE ICH ALS SEHR EINLADENDE, GROSSE KONZERTSTÄTTE VOM WGT. WIE IST DIE LAGE INSGESAMT FÜR MUSIKER IN LEIPZIG? CLUBS GIBT ES JA NE MENGE… Vincent: Trotz dessen, dass es eine Vielzahl an Clubs gibt, hat man es in Leipzig nicht unbedingt leichter als in anderen Städten. Dennoch herrscht in Leipzig ein gewisser Hang zum Größenwahn. Wir fühlen uns hier wohl und wollen, gerade weil wir auf diese Stadt stolz sind, unsere Musik dem Rest der Welt näher bringen. WAS DARF ICH MIR DENN AUF KEINEN FALL ENTGEHEN LASSEN, WENN ICH DAS NÄCHSTE MAL IN LEIPZIG ZU GAST BIN? Mika: Ein ZIN Konzert. Markus: Den Leipziger Zoo. Iven: Das UT-Connewitz (nach den Vorkommnissen beim WGT 2007 wohl lieber nicht, Anm. der Red.). Vincent: Die Wasserwege in Leipzig finde ich ziemlich Interessant. Wir haben einen schönen Kanal, der sich durch eine alt industrielle Landschaft durch kleine Brücken schlängelt und auf dem auch Gondeln fahren. Fast wie Venedig. Außerdem hat sich in der Nähe eine unkonventionelle Szene entwickelt mit charmanten Wohnzimmerkneipen wie Das „Noch Besser Leben“. Mika: Ja, unser Stammlokal! MIR LIEGT DA WAS AN, DASS DRUMMER MIKA QUASI ÜBERREDET WURDE, VON DRESDEN NACH LEIPZIG ZU ZIEHEN? WIE WAR DAS NOCH MAL GENAU? Mika: Diese Frage habe ich ja schon zum Teil beantwortet. Eigentlich wurde ich dazu gezwungen. Von was oder wem kann ich gar nicht mehr richtig sagen. Ich bin irgendwann in Leipzig aufgewacht und war umzingelt von drei Menschen die mir irgendwie vertraut vorkamen, mich in den Proberaum schleppten – und von da an gabs kein Zurück mehr. WAS TREIBT IHR DENN ÜBERHAUPT NEBEN DER MUSIK? Mika: Alles, was ich neben der Musik mache, ist zu banal um es zu erwähnen. Vincent: Nebenbei studiere ich noch. Aber glücklich bin ich eher wenn ich mit anderen Kreativen Menschen, meist nachts, die Zeit verbringen kann. Da werden neue Möglichkeiten entdeckt und oft findet ein befreiender Exzess statt. Markus: Ich muss leider Geld verdienen. WIE SAHEN EURE BERUFSWÜNSCHE ALS KINDER AUS? WIE NAH SEID IHR DRAN, VIELLEICHT EURE KINDHEITSTRÄUME ZU VERWIRKLICHEN? Vincent: Als Kind wollte ich Samurai, Captain eines Raumschiffes, Radrennstar und Popstar werden. Der letzte Wunsch hat mich nicht mehr losgelassen. Mika: Ich wollte Taucher werden. Jetzt schwimme ich im Musikbusiness. Iven: Ich wusste eigentlich schon immer, dass ich irgendetwas mit Musik oder Schriftstellerei machen wollte. Markus: Da ich aus einer musischen Familie stamme, war mein Weg vorprogrammiert. LEIDER STEHT ES NICHT IN MEINER MACHT, AN DER VERWIRKLICHUNG VON TRÄUMEN ZU DREHEN, ABER ICH KANN EUCH DIE GELEGENHEIT GEBEN, ENDLICH MAL DIE FRAGE ZU STELLEN, AUF DIE IHR LANGE UND BRENNEND WARTET. ALSO, WELCHE ANTWORT AUF WELCHE FRAGE WOLLT IHR ENDLICH LOSWERDEN? Iven: Wir warten auf keine spezielle Frage, sondern warten darauf, dass uns jemand mit interessanten Fragen überrascht. Vincent: Diese Fragen sollten sich vielleicht nicht immer nur auf die Band beziehen, sondern vielleicht mal was mit aktuellen Themen außerhalb der Band zu tun haben. BLEIBT MIR NUR NOCH, EUCH FÜR EURE ZEIT ZU DANKEN UND EUCH ALLES GUTE FÜR DIE PLATTE UND EURE ZUKUNFT ZU WÜNSCHEN! HOFFENTLICH SEHEN WIR UNS BALD MAL AUF EINEM ZIN-KONZERT!

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