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1ST ROMANIAN DARKFEST

Ort: Bukarest - Club Fabrica

Datum: 14.02.2009

Nach diversen DIARY OF DREAMS-Konzerten im Ausland starteten wir am Freitag den 13. Februar unseren lang geplanten Rumänien-Trip. Von Dortmund aus dauerte der Flug zwei Stunden bis Bukarest. Eine aufregende Taxi-Fahrt später kamen wir in unserem netten Hotel an und erkundeten die nähere Umgebung. Am nächsten Morgen wurde die riesige Stadt erkundet, mit der Erkenntnis, dass hier der Valentinstag eine viel größere Bedeutung hat als bei uns. So begegneten uns unter anderem eine riesige Herz-Leuchtreklame, ein Auto mit Herz-Post-Its und unzählige kuschelnde Pärchen mit Plüschtieren und Rosen in den Händen. Das Wetter war wundervoll und so offenbarte sich Bukarest als spannende Stadt mit viel Sehenswertem und Gegensätzlichem unter strahlendem Sonnenschein. Wir sahen etliche Kirchen, prächtige Sakralbauten, riesige Boulevards und den wahnsinnigen Ceausescu-Palast (das zweitgrößte Gebäude der Welt), aber auch Bukarest als eine riesige Großbaustelle. Die City befindet sich im Wandel und macht teilweise einen unfertigen Eindruck. Jedoch begegneten uns die Menschen dort sehr weltoffen und freundlich, wie ich es noch in keiner anderen europäischen Metropole erlebt habe.

Gegen 20.00 Uhr machten wir uns auf in den Club „Fabrica“, in dem das erste rumänische Darkfest stattfinden sollte. Der Club war klein und gemütlich, die Getränkepreise ein Traum und das Publikum zahlreich erschienen. Nach dem Opener NEGRU LATENT, einer rumänischen Band, begann die deutsche Formation DAS ICH gegen 22 Uhr ihr extravagantes Set auf der eigentlich viel zu kleinen Bühne. Die Herren Bruno Kramm, Stefan Ackermann und Live Keyboarder Marty Söffker wurden herzlich begrüßt. Diesmal musste auf das typische Bühnen-Equipment aufgrund Platzmangels verzichtet werden, dafür gab es aber die gewohnt schrillen Outfits (bzw. rote Körperbemalung) und einzigartige Grimassen, die Stefan bei jedem Song vollzog. Mit ihrer Mischung aus Elektronik und Industrialelementen und Klassikern wie „Kindgott“, „Engel auf Erden“ oder „Gottes Tod“ heizten DAS ICH die Stimmung an. Erstaunlich, wie gut teilweise die deutschen Texte im Chor mitgesungen wurden. Trotz des eher schlechten Sounds, was an der Technik der Lokalität lag, war das Publikum aus dem Häuschen und die Atmosphäre toll, so dass lauthals in mehreren Sprachen (rumänisch, englisch, deutsch…) Zugaberufe erklangen. Zeit spielte hier anscheinend nur eine kleine Rolle und so kamen DAS ICH unter anderem für „Destillat“ zurück auf die Bühne, um sich nochmals feiern zu lassen. Begeistert von den Reaktionen im Publikum bedankte sich die Band und versprach auf alle Fälle wiederzukommen.

Mit IN STRICT CONFIDENCE folgte für mich auch ein besonderes Highlight, da die Auftritte immer sehr beeindruckend und in letzter Zeit eher selten waren. Zu den bekannten Gesichtern von Mastermind Dennis Ostermann (Gesang), Jörg Schelte (Keyboard), Antje Schulz (Gesang) und Steve Vesper (Drums) gesellte sich an der Gitarre Heidi Pulkkinen, die durch ihr sexy Aussehen besondere Aufmerksamkeit erregte. Die neue Aufstellung und auch Dennis neuer Look (kurze Haare, Hut und Körperbemalung) gaben ISC etwas Frisches. Gespielt wurde allerdings eine Art Best-Of-Set aus den letzen Alben, darunter Songs wie „Promised Land“, „Seven Lives“ oder „Forbidden Fruit“ untermalt von Videoprojektionen. Natürlich durften auch die heiß geliebten Clubhits und Klassiker wie „Zauberschloss“, „Kiss your Shadow“ oder „Herzattacke“ nicht fehlen. Allesamt leicht verändert in Extended oder Club-Mix-Versionen präsentiert. Das Publikum erwies sich auch hier als dankbar, feierwütig und applaudierte begeistert nach jedem Song. Das Stück „Away from Here“ sang Antje, die mit ihrer Perücke etwas unnatürlich wirkte, ganz allein und knipste ihr obligatorisches Publikumsfoto von der Bühne. Mit dem tanzbaren „Engelsstaub“ beendete die sympathische Truppe ihr reguläres Set und verneigte sich tief vor dem Publikum. Jedoch dauerte es nur eine kleine Weile, bis sie durch laute Zugabe-Rufe wieder zurückgeholt wurden. Das ältere Stück „Prediction“ beendete dann endgültig den Auftritt.

Setlist IN STRICT CONFIDENCE
Intro
Promised Land (Club Mix)
Closing Eyes
Seven Lives
Heal me
Zauberschloss (Extended Version)
Kiss your Shadow (Extended Version)
Forbidden Fruit
Away from here
Herzattacke (Club Mix)
Engelsstaub (Extended Version)

Prediction

Es war schon weit nach 1.00 Uhr und langsam machte sich der Tag nach etlichen Sightseeing-Kilometern bemerkbar. Jedoch stieg auch die Vorfreude auf unsere Favoriten und Headliner des Abends DIARY OF DREAMS. Besonders spannend war die Frage, wer hinter dem Keyboard stehen würde, da auf neuen Promo-Fotos der Band, Keyboarder Taste nicht zu sehen ist, bzw. sogar seine Myspace-Präsenz gelöscht wurde. Ein großer Mann mit Kapuze ließ uns während des Umbaus nur erahnen, um wen es sich hier handeln könnte. Kurze Zeit später kamen D.N.S. (Drum), Torben Wendt (Keyboard), Gaun:A (Gitarre) und Adrian Hates (Gesang) auf die Bühne. Also doch Torben statt Taste. Beide in ihrer Art und hinterm Keyboard unvergleichlich und einzigartig gut. Trotz vieler technischer Herausforderungen erlebten wir eine wahnsinnig gut gelaunte Band, die mit „Nekrolog 43“ startete und damit das anwesende Publikum faszinierte. Adrian wirkte überrascht von dem enormen Applaus und Zuspruch, der ihm entgegenschlug und sprang während des gesamten Auftritts mehrere Male in den Fotograben, was ich bisher noch nie erleben durfte. Voller Energie und Ausdruckskraft folgten Songs wie „Chemicals“ und „The Plague“, sowie das geliebte „Traumtänzer“, bei dem das Publikum textsicher und lautstark mitsang, so dass Adrian sich im Anschluss bedankte. Endlich hatte auch „Play God“ mal wieder den Weg ins Set gefunden, was mich besonders begeisterte. Mit „Soul Stripper“ ging es schnell und explosiv weiter und während des fantastischen Schlagzeugsolos von D.N.S. guckten die Mitglieder von IN STRICT CONFIDENCE hinter der Bühne hervor, um die grandiose Stimmung mit anzusehen. Traumhaft, wie das Publikum aus sich herausging und man überall tanzende und singende Menschen um sich herum beobachten konnte. Adrian goss Weißwein in Pappbecher und verteilte diese in den ersten Reihen, um im Anschluss mit „Panik?“, „The Curse“ und „Kindrom“ weiterzumachen. Alle Refrains sangen wir einstimmig im Chor und mit erhobenen Armen. Die Band verausgabte sich total und gab ganz offensichtlich alles. Trotz der späten oder frühen Stunde (es war bereits nach 2.30 Uhr) kamen sie nicht um eine Zugabe herum. Es folgten „She“ und der Klassiker „Butterfly:Dance“. Die Zugabe-Rufe wollten nicht abklingen und so erschien Gaun:A auf der Bühne, um uns für zwei Akustik-Stücke um Ruhe zu bitten. Andächtig lauschten wir der wundervollen Ballade „She and her darkness“ und der einzigartigen Kombination aus Torbens Klavierspiel und Gesang, sowie Adrians markanter Stimme. Direkt im Anschluss kündigte sich durch ein fantastisches Solo am Klavier erneut „Amok“ an, welches den Auftritt beendete. Die gesamte Band verneigte sich vor einem überragenden Publikum und stellte sich später für Fragen, Fotos und Autogramme zur Verfügung.

Setlist DIARY OF DREAMS
Nekrolog 43
Chemicals
The Plague
MenschFeind
UnWanted
AmoK
Traumtänzer
Play God
Soul Stripper
Panik?
The Curse
Kindrom
Hypo)crypticK(al
Giftraum

She
Butterfly:Dance

She and her Darkness (akustisch)
AmoK (akustisch)

Mit unzähligen, wunderschönen Erinnerungen ging es schon wenige Stunden später zurück in die Heimat. Im Gedächtnis bleiben die vielen Eindrücke aus der Stadt Bukarest, die lustigen Erlebnisse mit lieben Freunden und die Sicherheit DIARY OF DREAMS auch in Zukunft in anderen Ländern/ Städten live zu erleben.

Copyright Fotos: Cath Niemann

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