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6COMM – OSTARA – NEUTRAL

Ort: Leipzig WGT Anker

Datum: 30.05.2009

Nach einem Besuch auf der agra und dem Heidnischen Dorf zum Essen und Met holen, ging es dann in den weit entlegenen Anker im Nordwesten von Leipzig. Entgegen der Gerüchte, eine Riesenschlange von Besuchern wäre dort anzutreffen, war es zwar voll, aber man konnte sich noch angenehm bewegen. Als erste Band des Abends spielte das Military-Martial-Industrial-Projekt DIE WEISSE ROSE. Die haben wir leider verpasst. Auch wenn erst kürzlich auf Cold Meat Industry ihr Debüt „A Martyrium of White Roses“ erschienen ist, haben die Dänen doch schon einige Konzerte vorzuweisen, trotz eines vielleicht etwas ungünstig (aber wohl ganz bewusst so) gewählten Namens (Die weiße Rose war bekanntermaßen die Widerstandgruppe um die Geschwister Scholl im Dritten Reich) dieses Jahr auch auf dem WGT. Live soll DWR dem Vernehmen nach nicht überzeugt haben, und dass, obwohl John Murphy mit an den Trommeln stand. Trotzdem schade, hätte mir gerne selber ein Bild gemacht.

Als zweiten Act gab es NEUTRAL. Mit an Bord haben geholt haben sich die Russen Dev, den Mastermind von WHILE ANGELS WATCH. Somit standen dann mit den drei Original-Mitgliedern (Gesang, Violine und Schlagwerk) vier Leute auf der Bühne und diese haben schönen, ruhigen und verträumten Neofolk gespielt, wahlweise mit russischem oder englischem Gesang. Ein sehr angenehmes Konzert.

OSTARA, die als nächstes an der Reihe waren, zählen sicherlich mit zu den Neofolk-Urgesteinen. Angefangen unter dem umstrittenen Namen STRENGTH THROUGH JOY, wählte Sänger Richard Leviathan schließlich Ende der 90er-Jahre die germanische Frühlingsgöttin Ostara als neuen Namen für sein Projekt. Gleichzeitig einher ging damit eine deutlich poppigere Ausrichtung der Musik. Dennoch kann man die Musik als klassischen Neofolk bezeichnen. Auch das neue Album „The only Solace“ geht diesen Weg weiter. Auf der Bühne hat Leviathan zusammen mit zwei weiteren Gitarrenspielern dann sowohl alte als auch neue Stücke zum Besten gegeben, wobei seine markante Stimme live sehr gut zur Geltung kam. Als Zugabe kam Leviathan alleine auf die Bühne und sang a capella den Titel „Proud Black Templar“ aus dem Jahre 2003.

Als Headliner des Abends spielte 6COMM. Mastermind Patrick Leagas war zu Beginn seiner Musikerkarriere Drummer und Sänger bei DEATH IN JUNE und hat auch einige Titel für die Band geschrieben, die in leicht abgewandelter Form immer wieder Bestandteil seiner eigenen Alben und Performances sind. Da John Murphy, die Musiker von CAMERATA MEDIOLANENSE und andere Szeneprominenz anwesend waren, haben wir gehofft, dass sich die Bühne etwas mehr füllt. Aber leider stand dann doch nur Leagas in Armeemantel und Stahlhelm eingebaut in div. Trommeln und anderen Geräten auf der Bühne. Schön war es trotzdem. 6COMM feiert gerade ein regelrechtes Comeback, obwohl der Herr nicht gerade viel Neues macht. Auch auf dem kürzlich erschienen Album „Like Stukas Angels fall (Retrospective 1984 – 1990)“ sind zwar scheinbar alles neue Tracks enthalten, aber beim genaueren Hinhören erkennt man doch viele DIJ-Klassiker wie „Torture Garden“ oder „The Calling“ in etwas anderen Versionen. Und so klang dann auch das Konzert. Man fühlte sich teilweise wie bei einer DEATH IN JUNE-Aufführung Ende der 80er-Jahre, was dann ja auch wieder nichts Schlechtes ist.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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