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A DAY TO REMEMBER – CALLEJON – CRIME IN STEREO

Ort: Bielefeld - Forum

Datum: 09.06.2010

Mit den Worten „Ja dann: Scheiß auf Arbeit“ hatte ich neben einem guten Freund auch noch einen „Ersatz“ Fotografen mit an Bord, sagte der geschätzte Kollege Jörg doch kurz vorm Konzert noch ab. An Bord von Alex’Auto ging es dann um kurz nach sieben und wir machten uns auf den Weg ins Bielefelder Forum, in dem am heutigen Abend A DAY TO REMEMBER ein Gastspiel geben sollten. Dort angekommen suchten wir noch kurz einen Parkplatz und erkundeten die Räumlichkeiten, nachdem man uns (Achtung Insider) als Rentner abgestempelt hatte. Eine Runde am doch relativ schlecht bestücktem Merch Stand vorbei ging es dann auch an die Front. Da es leider keinen Fotopass geben sollte, mussten wir die Frage nach dem Fotograben mit einem Security Menschen klären, doch auch hier sollte es keine großartigen Probleme geben.

Um 19:55 Uhr, fünf Minuten also vor dem offiziell angegebenen Start betraten CRIME IN STEREO als erstes die Bühne. Fünf alternativ gekleidete, in Deutschland eher unbekannte Herren nahmen ihre Plätze ein und spielten (zu meinem Erstaunen) astreinen Melodic Hardcore. Die Spielfreude war den Mannen um Fronter Kristian Hallbert ins Gesicht geschrieben. Das Publikum war von Anfang an auf der Seite der Jungs aus Long Island, so wurde mit geklatscht, mitgesungen, getanzt und vereinzelt ließen sich die Konzertbesucher auch auf Händen in Richtung Bühne tragen. Trotz steigender Temperaturen ließ es sich Sänger Kristian nicht nehmen und tanzte zur eigenen Musik, was das Zeug hält. Das Quintett spielte Songs vom 2007er Album „Is Dead“ und auch von der aktuellen Scheibe „I was trying to describe you to Someone“, die restlichen Silberlinge wurden leider nicht zelebriert. Nach ordentlichen 30 Minuten Spielzeit verabschiedete man sich mit „Exit Halo“ und machte die Bühne für die folgenden Bands frei.

Setlist CRIME IN STEREO
Not Dead
…But you are Vast
Animal Pharm
Drugwolf
Small Skeletal
I am Everything I am Not
I cannot answer you tonight
Exit Halo

Nach der ersten Runde entschlossen wir uns dann die „Halle“ zwecks Frischluft noch einmal zu verlassen, aufgehalten wurden wir aber leider kurz von dem bereits angesprochenen Security Mann, der uns die Frage stellte, ob das, was der Sänger da gemacht hatte, als Kunst gelte, weil man das zu seiner Zeit noch als Krankheit bezeichnet habe. Mit einem Grinsen im Gesicht und trotzdem leicht verwirrt kämpften wir uns den Weg nach draußen, weil wir leider nicht die einzigen waren, die das grandiose Wetter genießen wollten. Nach dieser kurzen Verschnaufpause gingen wir dann aber auch schon wieder Richtung Bühne, schließlich wollten wir CALLEJON nicht verpassen. Auf der Bühne standen dann auch schon Bernhard und Thomas, die den Soundcheck durchführten. Kurz darauf nahm dann BastiBasti sein Mic in die Hand und machte schon vor Beginn der Show Faxen mit dem Publikum. Der Soundcheck endete und die Band verließ die Bühne.

Kurz darauf wurde es dunkel, nur vereinzelte grüne Spots erleuchteten die Bühne. Das Intro „VI“ des aktuellen CALLEJON Albums „Videodrom“ wird eingespielt und eine Person mit einer Art altmodischem Taucherhelm betrat die Bühne. Ziemlich düstere Angelegenheit, die man sich im Hause CALLEJON ausgedacht hatte, bestanden die „Augen“ des Helms aus Scheinwerfern, die immer mal wieder eingeschaltet wurden und durchs Publikum leuchteten. Nach und nach füllte sich die Bühne und der Fünfer aus dem Raum Köln legte los. Die Begeisterung des Publikums hielt sich bei den ersten zwei Songs „Videodrom“ und „Kinder der Nacht“ leider noch in Grenzen, doch mit „Zombiefied“ vom „Zombieactionhauptquartier“ Album wurde wirklich jeder wach und das Auditorium tobte. Ein Circlepit nach dem anderen wurde eröffnet und die Besucher ließen sich Reihenweise über den Köpfen der Fans nach vorn tragen und von den Securitys aus der Menge ziehen. Das Quintett zog wirklich jeden Register, spielte Songs von allen bisher veröffentlichten Alben und wie könnte es anders sein, ließ es sich Fronter Basti nicht nehmen auf seine eigene kunstvolle Art und Weise zu tanzen und mit dem Publikum rum zu blödeln (unter anderem Sprechchöre mit vereinzelten Zeilen von SCOOTERs „Maria (I like it loud)“ und DJ ÖTZIs „Hey Baby“). Zu guter letzt durften dann die wohl beliebtesten CALLEJON Stücke „Snake Mountain“ (was der Band überhaupt erst Aufmerksamkeit verschaffte) und dem Song, bei dem man laut Aussage Bastis am besten Jogginghosen tragen sollte „Porn From Spain“. Die fünf Herren lieferten eine routinierte Show ab, spielten neue Stücke, auf die ich schon im Vorfeld sehr gespannt war, aber auch „Klassiker“.

Setlist CALLEJON
VI
Videodrom
Kinder der Nacht
Zombiefied
In dunklen Wassern brennt ein Licht
Dieses Lied macht betroffen
Sommer, Liebe, Kokain
Und wenn der Schnee
Snake Mountain
Porn From Spain

Wieder auf dem Weg nach draußen hielten wir noch ein weiteres Mal am Merchstand an, da ich noch mit mir am ringen war, ob ich nicht evtl. doch noch ein Shirt kaufen sollte, und wurden prompt von den Merchguys von CRIME IN STEREO aufgehalten, die versuchten uns ein Shirt bzw. die aktuelle Platte anzudrehen. Davon unbeeindruckt holten wir draußen noch einmal kurz Luft, bevor wir uns zum großen Finale wieder aufmachten Richtung Bühne.

Dort angekommen dauerte es noch ein paar Minuten, bis der Hauptact des Abends in die Startlöcher ging. A DAY TO REMEMBER starteten ihr Programm (wie könnte es anders sein) mit dem Opener des aktuellen Albums „Homesick“: „The Downfall of us all“. Alle Anwesenden sangen die ersten paar Sekunden des Tracks mit, ist ja auch nicht so schwierig, der Song startet ja auch nur mit „Da da da da…“ (Wer den Track kennt weiß was ich meine). Das Publikum flippte förmlich aus, tanzte was das Zeug hielt und unterstützte das Quintett wo es nur ging. Die erste Reihe, die durchweg mit Frauen besetzt war, himmelte Fronter Jeremy McKinnon an und zeigte dies auch mit lautstarken „JEREMY!!!“ rufen. Davon eher unbeeindruckt sang und shoutete der gute Mann weiter wie bisher. Man zückte jedes As, spielte ältere Nummern wie „The Danger in starting a Fire“, „Fast Forward 2012“ und auch der CABLE CAR Cover Nummer „Over my Head“, präsentierte aber auch aktuellere Tracks wie „My life for Hire“, die laut Jeremys eigener Aussage, härtesten ADTR Songs „Mr. Highway’s thinking about the End“ und „Welcome to the Family“, in denen die geborene Frontsau auch die Abgründe seiner sonst fast immer ruhigen Stimme demonstrieren konnte und zu meiner persönlichen Freude „Have faith in me“. Nach einem weiteren Stück („I’m made of Wax, Larry, what are you made off“) wollten die Herren die Bühne bereits verlassen, doch was wäre ein ADTR Konzert ohne den Killer-Track „The Plot to Bomb the Panhandle“, den man als Zugabe zum Besten gab. Alles in allem eine gelungene Show des Florida Post Hardcore Fünfers, die wahrscheinlich niemanden enttäuscht hat, denn zu sehen waren ausnahmslos glückliche Gesichter.

Setlist A DAY TO REMEMBER
The Downfall of us all
 Shot in the Dark
The Danger in starting a Fire
You already know what you are
My life for Hire
Over my Head
Mr. Highway’s thinking about the End
Welcome to the Family
You should have killed me when you had the Chance
Heartless
Fast Forward 2012
Why walk on Water, when we’ve got Boats
Monument
Homesick
Have faith in me
I’m made of Wax, Larry, what are you made of?

The Plot to bomb the Panhandle

Und so endet ein grandioser Abend, wie könnte es auch anders sein, wenn man solch großartige Bands verpflichtet. Was soll man da noch groß dazu sagen, außer vielleicht, dass (Achtung schon wieder Insider) Ashton Kutcher in Lucky # Slevin einen guten Job macht und (dritter und letzter Insider) jede Band ein Lied haben sollte. Mit einem letzten Blick auf meinen Rentner Stempel beende ich K.O. aber zufrieden meinen Tag und kann jedem nur wärmstens ans Herz legen die Chance A DAY TO REMEMBER Live zu sehen unbedingt zu nutzen. Das zweite überragende Konzert in 8 Monaten spricht für sich!

Copyright Fotos: Alexander Vogt

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