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A-HA – POHLMANN

Ort: Halle (Westf.) - Gerry Weber Stadion

Datum: 24.07.2010

Ganz großes Tennis – das ist man aus dem Gerry-Weber Stadion in Halle gewohnt, doch heute Abend sollte dies auch im musikalisch-übertragenen Sinne geboten werden. A-HA sind auf „Farewell“-Tour, um sich nach 25 Jahren von ihren Fans zu verabschieden und die waren für eine der letzten Partys mit den 3 Norwegern nicht nur aus OWL angereist. Doch den Abend eröffnen sollte ein „Junge von hier“ – Ingo POHLMANN. Lässig in Jeans und Turnschuhen betrat der gebürtige Rheda-Wiedenbrücker gegen 19 Uhr mit seinem Kollegen Hagen Kuhr am Cello die Bühne, um nach einem lockeren Klampfen-Intro erstmal zu erzählen, seine Mutter hätte ja noch extra angerufen, weil sein heutiger Auftritt sogar in der „Glocke“ angekündigt worden sei. Los ging es mit „Zwischen Heimweh und Fernsucht“, dem Titelsong seines ersten Albums. „Viele von Euch kennen mich vielleicht nicht“ fuhr er fort, „aber ich hatte schon mal einen kleinen Hit, der hat mir geholfen über die letzten Jahre zu kommen.“ Klar, dass nun „Wenn jetzt Sommer wär“ folgte, bei dem er sich selbst unterbrach, um über die Verbreitung des Begriffs „Badze“ fürs Freibad zu schwadronieren. Im Herbst soll nach langem Hin und Her das neue Album „König der Straßen“ erscheinen, da bot es sich an, die erste Single „Für Dich“ gleich hier zu präsentieren. Nach „Der Junge ist verliebt“, bei dem es einem St.Viter Freund in den Ohren geklingelt haben dürfte, waren die angesetzten 25 Minuten schon fast rum und so gab es zum Abschluss noch ein englisches Lied „Running water“ auf die Ohren, einem Kumpel mit gleichem Spitznamen gewidmet. Ein gewohnt entspannter, bodenständiger und sympathischer Auftritt des Herrn POHLMANN, der zu den letzten Strahlen der Abendsonne von den nun fast 7.500 Zuhörern warmherzig goutiert wurde.

Setlist POHLMANN
Zwischen Heimweh und Fernsucht
Wenn jetzt Sommer wär
Für Dich
Der Junge ist verliebt
Running water

Je weiter der Zeiger auf 20 Uhr zuging, desto mehr wuchs die Vorfreude der Fans, brauste immer lauter werdender Applaus auf, so dass Morten, Pål und Magne sowie 2 weitere Musiker nach einem längeren Video-Intro geradezu frenetisch begrüßt wurden. Zum Einstieg wählten die Jungs mit „Butterfly, Butterfly“, „Food of the mountain“ und „The Bandstand“ zunächst aktuelle Songs, um sich nun weiter in die Bandhistorie vorzuarbeiten. Morten sah (zumindest vom Rang) in Jeans, marineblauem Hemd und dunkler großer Sonnenbrille ein wenig wie ein DAVID HASSELHOFF-Double aus, seine Stimme indes ließ keinerlei Zweifel an einer Verwechslung aufkommen. Vor allen von den weiblichen Fans wurde jedes Brille-Lupfen mit Euphorie begleitet, in den ersten Reihen gab es zahlreiche Landesflaggen, selbstgemalte Plakate und sogar Seifenblasen für die Norweger zu bestaunen, die nun spätestens mit „Forever not yours“ das volle Hitkonto eröffneten. Im Hintergrund gab es dazu alte Cover-Einblendungen und geschmackvolle Video-Sequenzen, während die Jungs sich mit Ansagen sehr zurück hielten und einfach ihre Musik für sich sprechen ließen. So bot „Move to Memphis“ gleich mehrfach die Gelegenheit für Morten unter Beweis zu stellen, dass er auch mit über 50 noch jeden Ton trifft und hält, egal wie hoch und lang er auch auszufallen hat, nicht umsonst heißt das Motto der Tour „Ending on a high note“. Brillant gesungen auch “Stay on these roads“ und „The living daylights“, zu dem selbst auf den hohen Rängen gestanden und eifrig mitgeklatscht wurde. Als im Videoeinspieler nun ein Fadenkreuz auf dem Wort „HALLE“ verweilte, brauchte es keine Aufforderung an das Auditorium zum lautstarken Mitsingen. Mit „Scoundrel days“, „The swing of things“ und „Looking for the whales“ folgten drei nicht ganz so bekannte Stücke, die wieder für ein wenig mehr Ruhe sorgten. Kurz verließen die Musiker die Bühne und nur Morten, Pål und Magne präsentierten nun am vorderen Bühnenrand „And you tell me“ als Quasi-Akustik-Version mit Glockenspieleinsatz von Magne. Auf der Zielgeraden gab es dann mit „Manhattan skyline“, teilweise von Morten durch ein Megaphon gesungen, „I’ve been losing you“ und „Cry wolf“ 3 Klassiker aus dem Bandmaterial, die nach 90 Minuten das reguläre Set beendeten.

Ein Video mit putzigen alten Fotos aus diversen Jugendmagazinen verschaffte dem Trio eine kurze Verschnaufpause und dem Publikum Gelegenheit, sich über alten Modesünden und No-Go-Fönfrisuren auszutauschen. Doch nun stand das große Finale an. Inzwischen ließ die einsetzende Dämmerung die Lightshow bestens zur Geltung kommen und so sorgten „Hunting high und low“ für viel Gänsehaut und „The sun always shines on T.V.“ für anhaltende Begeisterung. Wieder verließen die Drei die Bühne, doch undenkbar den Abend zu beenden, ohne noch DEN Hit zu spielen, mit dem sie 1984 die Herzen ihrer Fans eroberten und so endete der Abend mit „Take on me“ und lang anhaltendem Applaus.

Es verabschiedete sich eine Band, die Musikgeschichte geschrieben hat: 8 MTV-Awards, 17 internationale Hit-Singles, 7 Top-Alben und einen Titelsong zum James Bond-Blockbuster „The Living Daylights“ gehen auf ihr Konto. Danke A-HA für so viele zeitlose, grandiose Popsongs, die sicherlich noch unsere Kinder hören werden und wir sehen uns hoffentlich wieder bei einer Reunion in ein paar Jahren!

Setlist A-HA
Butterfly, butterfly (The last hurrah)
Foot of the mountain
The Bandstand
Analogue
Forever not yours
Minor earth major sky
Summer moved on
Move to Memphis
The blood that moves the body
Stay on theses roads
The living daylight
Scoundrel days
The swing of things
We’re looking for the whales
And you tell me
Manhattan skyline
I’ve been losing you
Cry wolf

Hunting high and low
The sun always shines on T.V.

Take on me

Copyright Fotos: Marco Purkhart

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