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AIDEN – SIGN

Ort: Herford - X

Datum: 18.10.2008

Einmal mehr führte uns unser Weg ins altbekannte Herforder X, an dem an diesem Herbstabend so kurz vor Halloween die Post-Emo-Horrorpunk-Band AIDEN ein Stell-dich-ein geben sollte. Etwas verwundert wegen der wenigen Leute, die sich vor dem Eingang versammelt hatten und auf Einlass warteten, betraten auch wir den ostwestfälischen Club.

Leider sollte sich der Saal auch in der folgenden Stunde nicht großartig füllen und so starteten SIGN aus Island mit schätzungsweise 10 Leuten direkt vor der Bühne und ein paar versprengten Nasen im ganzen Raum. Den Frust merkte man den Jungs allerdings nicht an, denn die fünf Nordmänner starteten gleich kraftvoll durch. „We don’t need a full house to do a great Rock n Roll Show“ peitschte Sänger und Songwriter Zolberg den Anwesenden um die Ohren. Und wir kamen in den Genuss guten alten 80er Poser Rocks inklusive der obligatorischen knallengen Stretchhosen. Vorbilder? Unverkennbar GUNS N ROSES und sicherlich auch SKID ROW, mit denen SIGN auch bereits auf Tour waren. Für ihr Cover des IRON MAIDEN Klassikers „Run to the Hill“ wurden sie vor kurzem sogar ausgezeichnet und bekamen von Musikmagazinen wie „Q“, „Kerrang!“ oder „Alternative“ eine große Zukunft voraus gesagt. Dieses Cover durfte heute natürlich auch nicht fehlen, harte Gitarrenriffs beherrschen A.D. (Gitarre), Aggi (Gitarre) und Heimir (Gitarre) ebenfalls wie ihre Vorbilder, dazu bearbeitete Eagle die Drums.

Nach einer relativ kurzen Umbaupause und einem Intro betraten dann die Jungs von AIDEN die Bretter – alle in schwarz gekleidet und etwas irritiert ob der immer noch sehr überschaubaren Zahl Zuhörer. Die Band hat sich 2004 gefunden, ist nach einer Figur aus dem Horrorfilm „The Ring“ benannt und spielt nach eigener Aussage „Horror Rock“. Schon die zweite Band, die sich nach einer Figur aus „The Ring“ benennt, in meinem Bekanntenkreis spielt jemand in der ostwestfälischen Combo SAMARA – ebenfalls eine Figur aus diesem Film und ich vermute mal, das werden nicht die einzigen Bands sein, die direkt von diesem wirklich atmosphärischen Horrorstreifen beeinflusst sind… Das neue Album CONVICTION ist eher etwas poppiger ausgefallen und in der Presse wird AIDEN teilweise Anbiederung an den Mainstream und Aufspringen auf den Emocore-Zug vorgeworfen – aber nicht jeder, der seine Augen schwarz umrandet, ist gleich ein Emo. Wobei AIDEN natürlich auch den diesen Geschmack bedienen. Allerdings möchte ich mich keinesfalls der derzeit so beliebten EMO-Schelte anschließen. Zumal fast die gesamte Zuhörerschaft, die sich auf ca. 40 Anwesende beschränkte, dieser Bewegung offensichtlich angehörte. Die ersten beiden Titel zog Fronter Wil Francis mit seinen Mannen Angel Ibarra (Gitarre), Nick Wiggins (Bass) und Jake Davison (Drums) noch auf „normale“ Art durch… Aber eine halbe Jim Beam-Flasche später fing Wil an, die paar Leute vor der Bühne (vorwiegend weiblichen Geschlechts) auf eben diese zu ziehen und bat alle anderen Anwesenden ebenfalls nach oben. Einige sprangen sofort hoch, andere zögerten etwas, aber am Ende des Songs waren komplett alle Anwesenden auf der Bühne versammelt und nun konnte es mit dem Konzert erst so richtig losgehen! Dabei wurde teilweise gepogt, was das Zeug hielt – teilweise hatte man schon Angst, der eine oder andere könnte von der Stage purzeln und sich böse Verletzungen zuziehen. Ich selbst stellte mich hinten auf das Drumkit und hielt die ganze Party – anders kann man es wahrlich nicht bezeichnen! – im Bild fest. Gitarist Angel umrandete mit seinem Instrument ständig die ganze Bande, nicht ohne sich auch noch an einer Bar abseits des Geschehens ein Bier zu holen. Dann stürzte er sich wieder ins Getümmel. Kurz vor 22:00 Uhr war dann plötzlich Schluss mit lustig und AIDEN verabschiedete sich fast noch von jedem Anwesenden persönlich per Handschlag, machten auf der Stage Fotos mit Fans und konnten – trotz der zunächst frustrierenden Anzahl Zuhörer – zufrieden den Saal verlassen. Eines muss man den Amis lassen: Party machen, das können Sie. Jetzt wäre ihnen nur zu wünschen, dass sie dies auch mal mit bzw. vor mehr als einer Handvoll Leute machen können!

Setlist AIDEN (ohne Gewähr, weil alles anders gelaufen ist, als geplant 😉 )
Intro
Teenage Queen
Bliss
Last Sunrise/ Die Romantic
Die Die My Darling
See You In Hell
One Love
Moments
I Set My Friends Of Fire
We Sleep Forever

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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