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ALIEN SEX FIEND

Ort: Leipzig WGT agra

Datum: 23.05.2010

Jetzt war noch genug Zeit für weiteren Gerstensaft und dann sind wir Richtung agra gelaufen. Mitternacht ist auf dem WGT heute leider erst 01:30 Uhr. Und da haben die Veranstalter für das Mitternachtsspezial wieder eine wahre Musik-Legende buchen können. ALIEN SEX FIEND. Seit fast 30 Jahren im Dienste des Gothic-Rock, hat die Band um Nik Fiend zahlreiche Alben und unzählige Hits produziert. Und entsprechend groß waren die Erwartungen. Die Bühne war ein wahres Horrorkabinett mit zahlreichen malträtierten Schaufensterpuppen, Totenkopfpfählen, riesigen Spinnennetzen und diversen anderen Requisiten, alles eingetaucht in helles Licht. Sänger Nik Fiend kam alsbald lässig mit einem Getränk auf die Bühne, gefolgt von Keyboarderin Mrs. Fiend und einem Gitarristen. Und dann ging die Rock Horror Show los, mit einem Druck und einer Energie, dass es einen fast aus dem Pressegraben gefegt hat. Von der ersten Minute bis zum Schluss haben die drei volle Power gegeben und dabei gleich von Anfang an auch Hits wie „I walk the Line“ gespielt. Das Publikum vor allem im vorderen Bereich zählte viele „richtige“ Gothics, die fast genauso wie die Band abging. Nik sah mit seiner hageren Gestalt, Glatze, böse geschminkt, mit scheinbar abgeschliffenen Zähnen und dem typischen wirren Blick aus wie der Sensemann persönlich. ALIEN SEX FIEND wussten jedenfalls, wie man das Publikum rockt, und das, obwohl sie nur zu dritt waren. Optisch umgesetzt wurde der Sound durch ständig wechselnde starke und grelle Farben und viel Nebel, in dem Nik mit der Kulisse zu verschmelzen schien. Die Zitierung aus dem selbstgestalteten übergroßen ALIEN SEX FIEND-Buch „IT“ und die Offenbarung zweier übergroßen Aufblasbananen unterstützten ebenfalls den Eindruck einer abgefahrenen Band. Ein echt geiles Konzert, und die Band zählt auch nach fast drei Jahrzehnten zu Recht zu den ganz Großen der Szene… schließlich soll sogar Robert De Niro bekennender Fan der englischen Band sein.

Und während es auf der Bühne krachte und schepperte, ging es draußen genauso zu. Denn während wir drinnen im heißen Hexenkessel saßen, gab es draußen ein kurzes, aber heftiges Unwetter mit Platzregen, Blitz und Donner. Als wir rauskamen, war alles vorbei und lediglich der Boden war noch nass und auf dem zentralen Zeltplatz schwamm wieder Mal alles im Matsch. Aber auch das gehört zum WGT genauso dazu wie gute Musik. Da sollte man es sich mit dem Zelten nächstes Jahr vielleicht doch noch mal überlegen.

Als wir dann endlich zum Feiern im Spiegelpalast zum „Göttertanz“ eintrafen, war es schon nach 4 Uhr. Diese Mitternachtsspeziale sollten wirklich früher spielen. Aber so haben wir immerhin noch etwa zwei Stunden in diesem herrlichem Ambiente aus Tausenden Spiegeln und Stoff zu Neofolk, Neoklassik und Mittelalter getanzt und gefeiert, bis viel zu früh kurz nach 6 Uhr das Licht anging und wir raus in die Sonne und zum Vogelgezwitscher geschickt wurden. Ein sehr schöner Tag.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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