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ALPHAVILLE

Ort: Berlin - Postbahnhof

Datum: 31.03.2011

Ausverkauft, das war doch mal eine Ansage und so machten wir uns in freudiger Erwartung auf einen stimmungsvollen Abend Richtung Friedrichshain auf, um im Postbahnhof den Klängen von Alphaville zu lauschen.

Im zarten Alter von 10 war „Big In Japan“ für mich ein wirklich großer Hit und so ziemlich die erste Berührung mit einer Art von Musik, die mich bis heute, 27 Jahre später, immer noch fesselt. Nun war man allerdings nicht an einem doch so oft furchtbaren Retroabend interessiert, sondern durchaus auf die Live-Interpretation des sehr gelungenen aktuellen Albums „Catching Rays on Giant“ gespannt. Das Publikum, in ähnlich hohem Alter, war optisch bunt gemischt und zum pünktlichen Beginn nebst richtigen Fanclubs erwartungsfroh versammelt. Hier und da konnte man eine fast vergessene Art von Frisur entdecken, die damals Frauen schon nicht sehr attraktiv machte und bei uns doch für Belustigung sorgte.

Gestartet wurde auf der sehr stimmungsvoll beleuchteten Bühne, die vor Projektionsflächen nur so strotzte, mit zwei Songs des besagten neuen Albums. Sänger Marian Gold legte gleich mit vollem Einsatz los, was sich leider noch nicht gleich auf das Publikum übertrug. Man merkte schon deutlich, dass die neueren Titel bei der Masse der Fans noch nicht wirklich „angekommen“ waren. Mit „Dance with me“ war dann aber das Eis gebrochen und es wurde ordentlich mitgefeiert. Unterstützt wurde der agile und wirklich sangesfreudige Marian von Gitarrist David Goodes, Keyborder Martin Lister, dem weiblichen Neuzugang Maja Kim an Bass und Keys sowie an den Drums von Jakob Kiersch. Dieser thronte auf einem Podest fast in der zweiten Etage und kam der Hallendecke bedrohlich nahe. Allerdings ein selten gesehener Hingucker, der dem Schlagzeug so doch eine besondere Aufmerksamkeit zukommen ließ. Stimmungsvoller Höhepunkt waren zur Mitte des Konzerts dann „The Jet Set“, begleitet von genialem Licht und die aktuelle Single „Song For No One“.
Dann gab es hier jedoch aus unserer Sicht einen kleinen stimmungstechnischen Einbruch, was weniger an der nach wie vor engagierten Band, als vielmehr an den unbekannteren und weniger mitreißenden Songs lag. Mit dem nach Ansage von Herr Gold als Trinklied zu bezeichnenden „Iron John“ wurde es aber wieder munterer und dann folgte Klassiker an Klassiker, was entsprechend abgefeiert wurde.

Besonderen Eindruck bei uns hinterließen die Live-Arrangements der ganzen alten Klassiker. „Dance with me“ wurde eher gitarrenlastig eingeleitet. „Sound Like A Melody“ kam wesentlich ruppiger und aggressiver als in der Originalfassung daher und später das völlig neu interpretierte „A Victory Of Love“ und „Big In Japan“ mit (aus aktuellem Anlass) verändertem Text. Das alles tat den Songs richtig gut und Alphaville bewiesen dadurch nur das vorhandene musikalische Geschick.

Nach über 2 Stunden war dann Schluss mit dem Abend, an dem es uns an nichts fehlte. Ob alle, insbesondere Fans der alten Klassiker, so unbedingt auf Ihre Kosten gekommen waren, ist schwer zu beurteilen. Uns haben ALPHAVILLE absolut überzeugt. Eine tolle akustische Reise durch die Bandgeschichte und die fast komplette Würdigung eines richtig guten aktuellen Albums. Dazu stimmungsvolles Licht und Projektionen. Live-Erlebnis watt willste mehr.

Setlist
End of the World
Call me
Dance with me
Gravitation Breakdown
Heaven on Earth…
Carry your Flag
Call me down
I die for you today
Jet Set
Song for No One
Guardian Angel
Golden Feeling
Monkey in the Moon
The Deep
Iron John
A Victory of Love
Sounds like a Melody
Forever Young

Leben ohne Ende
Big in Japan
Apollo

Dance with me (akustisch)

Copyright Fotos: Cathie Niemann

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