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AMORPHIS – BEFORE THE DAWN – AMORAL

Ort: Hannover - Musikzentrum

Datum: 15.10.2009

In Hannover hat finnischer Metal offenbar Hochkonjunktur. Dass bereits im Vorverkauf alle Karten bis auf 30 über den Tresen gewandert sind, spricht eine deutliche Sprache. Gegen 19:30 öffnen sich die Tore. Schnell noch ein AMORPHIS-Shirt für moderate 15 Euronen erstanden und dann ab zu AMORAL, die pünktlich um 20:00 die Bühne entern.

Neu-Fronter Ari, der den Anfang des Sets in Axl Rose Kostümierung begeht, von der er sich aber im Laufe des ersten Songs gleich trennt, dürfte dem „Normal-Finnen“ kein Unbekannter sein, denn er ist der Gewinner der dortigen DSDS-Version. Hierzulande schlüpft er allerdings in die Rolle eines Frontmannes, der neue Herausforderungen sucht und diese auch stimmlich sehr gut meistert. Die Band zeigt sich bewegungsfreudig und propellerbangt zu den älteren, härteren Stücken, bei denen Ari die Death Grunts ebenso gekonnt rüberbringt wie die rockige Metalstimme bei den neuen Songs. Diese decken ein Spektrum von SENTENCED bis MOTLEY CRUE ab und werden von der Band selbst augenzwinkernd als „Popsongs“ bezeichnet. Musikalisch also eine abwechselungsreiche Angelegenheit, die vom Publikum wohlwollend aufgenommen wird.

Die eh schon nicht gerade leere Halle füllt sich nochmals, als BEFORE THE DAWN um 20:45 die Bühne betreten. Bei Band Hits wie „Exile“, „My Darkness“ oder „Deadsong“ sind dann auch recht ansehnliche Publikumsbewegungen auszumachen, die beweisen, dass BEFORE THE DAWN weiß Odin keine Unbekannten hierzulande mehr sind. Während Bandboss Tuomas sich darauf beschränkt, seine Parts mit finsterster Miene in Micro zu grunzen, punktet Basser und Cleansänger Lars mit sympathischen Ansagen, lobt unser Bier (nicht originell aber nett gemeint) und animiert das dankbare Publikum. Sehr sehr solider Gig.

Nach einer längeren Umbaupause, in der rechts des Drumkits ein Plexiglasschallschutz errichtet wird, betreten die Stars des Abends die Bühne. Die Halle ist bis zum Bersten gefüllt. Es ist im weiteren Verlauf des Gigs vollkommen egal, welche Songs dargeboten werden, ob nun der Opener „Silver Bride“, „The Smoke“ oder „Majestic Beast“, bei dem Tomi immer wieder verstärkt Fankontakt sucht: Das Publikum frisst ihm aus der Hand und gibt sich absolut textsicher. Was für eine Rampensau dieser Mann ist! Ich habe selten jemanden erlebt, der so energiegeladen bangt und performt und zudem das Publikum absolut im Griff hat. Dabei trifft dieser Mann nach tiefsten Growls bei den Cleanpassagen jeden verdammten Ton. Unnütz zu erwähnen, welch absoluten Glücksgriff er für AMORPHIS darstellt, die auch deutlich an Spielfreude zugelegt haben im Vergleich zur Phase der musikalischen „Unsicherheit“. Esa, der in seiner zurückhaltenden Art irgendwie wie der Mike Oldfield des Metal erinnert, spielt dabei genauso sauber wie seine Bandkollegen. Später bekommt das feiernde und wie in meinem Fall staunende Publikum ein gelungenes Medley aus den Elegy-Sachen und „From The Heaven Of My Heart“, zu dem es ein Video geben wird, und bei dem leider Tomis Cleangesang etwas leise rüberkommt. Zum regulären Abschluss kommen noch Titel aus der Frühphase der Band wie der absoluten Klassiker „Black Winter Day“ zum Zuge, bevor die Finnen dann schussendlich im Zugabenteil mit „My Kantele“ den durchweg phantastischen Gig beenden. Jungs, eine Live DVD mit zugehöriger CD ist ja nun wohl absolute Pflicht oder??  

Copyright Fotos: Michael Werneke

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