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AMORPHIS – LONG DISTANCE CALLING

Ort: Herford - X

Datum: 29.11.2016

Es ist erst etwas mehr als ein halbes Jahr her, dass ich AMORPHIS zuletzt live erleben durfte. So tourten die Finnen im Frühjahr mit ihrem starken, aktuellen Album „Under the Red Cloud“ durch die Welt. Nur wenige Monate später sind sie schon wieder da – dieses Mal feiert man das 10-jährige Jubiläum ihres Comeback-Albums „Eclipse“, welches auch die erste Platte mit dem neuen Sänger Tomi Joutsen markierte.

Im Vorprogramm präsentierten sich die Münsteraner LONG DISTANCE CALLING. Diese konnten sich mit ihrem progressiven Post Rock/Metal über die letzten Jahre einen sehr guten Ruf erspielen. Auf den Alben der derzeit als Quartett agierenden Combo finden sich sowohl Songs mit Vocals als auch rein instrumentale. Auf letztere konzentrierte man sich auf dieser Tour, so dass die Show eine gewisse Proberaum-Atmosphäre aufwies. So ist es ungewohnt, dass auf der Bühne kein Sänger dazu kommt – denn Songs wie „Momentum“ oder „Black Paper Planes“ würden durchaus Raum für Vocal Lines bieten. Des Weiteren ist die Mucke von LONG DISTANCE CALLING an sich auch gut für den heimischen Genuss über Kopfhörer geeignet, rocken sich die Songs doch mit gefälligen Melodien und groovigen Passagen schön in die Gehörgänge und ziehen den Hörer gekonnt in ihren Bann. Das liegt vor allem auch an den gut eingespielten Musikern, die eben dieses Feeling gelungen von der Bühne aus transportieren. Ein entspannter Einstieg mit fett rockenden Songs ohne große Highlights, aber auch ohne nur ansatzweise eine Enttäuschung zu sein.

Setlist LONG DISTANCE CALLING
Into The Black Wide Open
Black Paper Planes
Trauma
Momentum
Arecibo
Metulsky

Zu dieser Tour hätten AMORPHIS gleich die Qual der Wahl. So feiert nicht nur das „Eclipse“-Album sein 10-jähriges Bestehen, sondern der Klassiker „Elegy“ kam vor gar 20 Jahren raus. Da aber der jetzige Ausnahme-Fronter Tomi Joutsen mit „Eclipse“ seinen Einstand gab und die Band generell mit dieser Platte neu durchstartete, entschied man sich dafür. Passenderweise ist dieses Werk auch noch eines der Lieblingsplatten des Verfassers dieser Zeilen.

So war gleich schon beim Opener „Two Moons“ Gänsehaut angezeigt. Die tollen Melodien und dieser mitreißende Wechsel aus energischen Vocals und klarer Stimme katapultieren einen direkt in dieses „Boah“-Gefühl von damals, als man die Songs zum ersten Mal hörte. Zudem die Rampensau von Sänger heute noch um einiges besser performt als damals! Der Überhit „House of Sleep“ bedarf wohl keiner weiteren Lobeshymnen und im Folgenden kann man sich gar nicht genug freuen, neben Hits wie „The Smoke“ endlich mal wieder so geniale Songs wie „Leaves Scar“, „Born from Fire“ oder „Perkele (God of Fire)“ live geboten zu bekommen. Dabei trumpft die Band natürlich wieder groß auf – durch die packenden Leads von Esa Holopainen, die 70ies-Keys (Santeri Kallion) und natürlich besonders die mitreißenden, von jetzt auf gleich von satten Growls zu perfekt-clean wechselnden Vocals von Frontposer Tomi Joutsen. „Eclipse“ ist ohne Zweifel das beste Album der letzten 10 Band-Jahre und sicher mit das beste ihrer History überhaupt. AMORPHIS bewiesen an diesem Abend eindrucksvoll wieso!

Nachdem das Album gerockt war, gab es noch einen zweiten Teil, da man ja nicht nach den gut 40 „Eclipse“-Minuten schon Feierabend machen konnte. So gab es mit „Enigma“ („Silent Waters“) und „My Kantele“ („Elegy“) zwei tolle Songs als starke Akustik-Versionen, welche zudem bewiesen, wie gut zwei Songs, zwischen denen ca. 20 Jahre liegen, zusammenpassen können. Weitere Hits wie u.a. „Sampo“ und natürlich „SilverBride“ rundeten diesen tollen Abend ab, für den der Band mit einer wieder mal tollen Stimmung unter den Fans gedankt wurde. Alleine der erneut etwas dürftige Sound im Club X schmälerte den Genuss ein wenig. Darüber konnte man bei dieser Band allerdings recht einfach hinwegsehen.

Setlist AMORPHIS
Two Moons
House of Sleep
Leaves Scar
Born from Fire
Under a Soil
Perkele
The Smoke
Same Flesh
Brother Moon
Empty Opening

Enigma (akustik)
My Kantele (akustik)
From the Heaven of my Heart
Sampo

Skyforger
SilverBride

Copyright Fotos: Michael Werneke

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