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AMORPHIS – ORPHANED LAND

Ort: Bochum – Zeche

Datum: 28.11.2010

Leider konnte ich die Finnen GHOST BRIGADE nicht bestaunen, da sich die Anreise zur Bochumer Zeche zeitlich aufwändiger gestaltete als erwartet. Es gibt halt zu viele Autobahnen im Rurpott! Sehr schade, denn zwei überzeugende Auftritte von GHOST BRIGADE hatte ich bis dato in der intimen Atmosphäre des Osnabrücker Bastard Clubs erleben dürfen und somit wäre es interessant gewesen, zu beobachten, wie sich die in musikalischer Nähe zu KATATONIA befindlichen Nordmänner vor grösserem Publikum geschlagen haben.

Das mehr als reizvolle Package dieser Tour hatte anscheinend genügend auf Qualität getrimmte Metaller vorm heimischen Ofen weggelockt, um das Wochenende gebührend mit einem schönen Konzert ausklingen zu lassen, denn an diesem Abend war die Zeche in Bochum ausverkauft! Beim betreten der Lokalität um 20 45 Uhr musizierten bereits ORPHANED LAND. Die Band aus Israel dürfte spätestens seit der Anfang des Jahres getätigten Veröffentlichung des „The Never Ending Way Of Orwarrior“ Albums die verdiente Aufmerksamkeit erfahren und die gemeinsame Tour mit AMORPHIS müsste ihr übriges tun, um den Bekanntheitsgrad noch zu steigern. Den Reaktionen des Publikums nach zu urteilen war ein Großteil der Anwesenden bereits mit dem Material der Band vertraut oder ließ sich einfach von der Spielfreude der Musiker anstecken. Neben der Setlist, bestehend aus Songs der letzten beiden Alben in gutem Klanggewand, war auch die animierende Art von Sänger Kobi Fahri für einen guten Auftritt verantwortlich. Bei den orientalisch angehauchten Gitarrenparts brachte er viele der anwesenden Zuschauer zum mitklatschen und zwischen Songs wie „Ocean Land“ oder „Sapari“ erntete die Formation deutlich mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Als optisches Schmankerl wurde bei „Sapari“ eine Bauchtänzerin zur Unterstützung auf die Bühne geholt. Aber auch Sänger Kobi war in seinem weißen Gewand nicht der Metal-Sänger von der Stange. Augenzwinkernd machte er während einer Ansage darauf aufmerksam, dass es sich bei ihm nicht um Jesus handeln würde!

Um kurz vor 22 Uhr waren die Umbauarbeiten auf der Bühne beendet und das vom Band laufende Intro sowie das gedämmte Hallenlicht machten deutlich, dass es nun mit AMORPHIS Zeit für den Headliner wurde! Die Landsleute von GHOST BRIGADE stiegen mit „Skyforger“ vom gleichnahmigen Album in das letzte Konzert der Tour ein. Mit „Sky is Mine“ und „The Heaven of my heart““ folgten zwei weiterer Stücke der aktuellen Platte, um danach etwas weiter zurück in die musikalische Bandhistorie zu gehen. Dies geschah jedoch in quasi behutsamen Schritten, den nach „The Smoke“ ( dem Einstiegsalbum des jetzigen Sängers Tomi Joutsen) gab’s dann mit „Better Unborn“ vom „Elegy“-Werk den ersten wirklich älteren Titel zu hören. Joutsen ist nach mittlerweile einem halben Jahrzent Bandzugehörigkeit für mich mittlerweile nicht mehr bei AMORPHIS wegzudenken und erwies sich über die Dauer des Konzerts als bewegungsfreudigster Musiker. So nutzte er den Platz auf der Bühne gerne aus, um seine „arschlange“ Dreadlockmatte in bester Propellermanier zu schwingen, was gleichsam sehr beeindruckend rüberkam. Da störte es auch nicht, dass sein etwas größer dimensioniertes Mikrofon von weitem betrachtet wie ein Haarföhn aussah! Der Rest der Mannschaft kümmerte sich ums musikalische Qualitätsmanagement, was bestens gelang, denn auch im weiteren Verlauf des Konzerts waren viele Hits der Band zu hören, die routiniert zum besten gegeben wurden. Das Publikum nahm diese dankenswert entgegen und die Herren Musiker konnten sich auf eine jubelnde und verlässlich applaudierende Menge in der Zeche verlassen.Geile Melodien gab´s beim „Song of the troubled one“ zu hören, um danach die Fans der ersten Stunde mit „The Exile of the Sons of Uisliu“ zu bedienen. Den Überhit der frühen Schaffensperiode namens „ Black Winter Day“ gab es zum Schluss der regulären Spielzeit zu hören. Bei der Ankündigung des Liedes ließ es sich der Sänger nicht nehmen, die Zuschauer mit ins Boot zu holen, die den Songtitel kräftig mitgrölen mussten. Nachdem die Musiker die Bühne verlassen hatten, ertönte das Intro der „Tales from the thousand Lakes“ CD, nach welchem die Musiker „Into Hiding“ abspulten. Darauf folgten noch „ House of Sleep“ und zum Finale der atmosphärische Song „My Kantele“! Schlussendlich betraten auch die Musiker der Vorbands die Bühne, um gemeinsam mit AMORPHIS die Fans zu verabschieden, die noch einmal mit tosendem Applaus aufwarteten und somit einen mehr als gelungenen Konzertabend beendeten .

Setlist Amorphis:
Skyforger
Sky is mine
Heaven of my heart
The smoke
Better unborn
Song of the troubled one
The exile of the sons of uisliu
Silent waters
Alone
My sun
Silver bride
Black winter day

Into hiding
House of sleep
My kantele

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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