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AMPHI FESTIVAL 2014 – TAG 1

Ort: Köln – Tanzbrunnen

Datum: 26.07.2014

So schnell wie der Sommer gekommen ist, die Zeit der großen Festivals, genauso schnell sind nun auch die ersten Events schon leider wieder vorbei. Sehr schön jedoch, dass sich der Wettergott in diesem Jahr äußerst gnädig verhält. So konnte sich auf dem diesjährigen Amphi höchstens über zu viel Hitze, aber auf keinen Fall über Regen beschwert werden. Dazu eine breitgefächerte Auswahl an Künstlern und Bands aus den zahlreichen Untergenres der schwarzen Szene von Elektro, Synthi-Pop, Wave bis hin zu Gothicrock. Unter den illustren Gästen befanden sich wieder namhafte Acts, aber auch der ein oder andere Geheimtipp. Verkaufsstände mit Kleidung, Medien und schmackhaftem Essen waren natürlich auch wieder in großer Menge zu finden. Am auffälligsten dabei sicherlich, dass der Platz, inmitten des Brunnens, dieses Jahr ebenfalls als überdachte Sitzmöglichkeit genutzt wurde. Diese Fläche war in der Vergangenheit vom nun leider nicht mehr existenten X-TRA-X Shop bevölkert worden. An dieser Stelle wünsche ich den ehemaligen X-TRA-X Betreibern alles Gute für die Zukunft und ihre weiteren Pläne.

Grundsätzlich gab es wieder eine reibungslose Organisation und sehr nettes und fähiges Personal. Leider tauchten bei einigen Bands dieses Mal erhebliche technische Probleme auf, die sicherlich ihren Höhepunkt beim Auftritt von FRONT 242 fanden. Die Gründe dafür sind wahrscheinlich höchst unterschiedlich – aber für die Zukunft kann da auf jeden Fall dran gearbeitet werden.

Äußerst seltsam war auch die Tatsache, dass dieses Jahr keine Flyer auf das Gelände gebracht werden durften (es sei denn, sie wären vorher angemeldet worden, was aber so gut wie niemand wusste) und einem dementsprechend abgenommen wurden. Ein Festival ist auch immer eine Möglichkeit der Szene, sich auszutauschen. Dazu gehören auch ganz klar Flyer zu weiteren Veranstaltungen, Konzerten und Veröffentlichungen. Diese Möglichkeit der Information sollte nächstes Jahr unbedingt wieder ohne Probleme gegeben sein.

Ansonsten gab es an dem diesjährigen Event aber nichts wirklich Gravierendes auszusetzen und der Spaß stand demzufolge klar im Mittelpunkt.

TAG 1

THE JUGGERNAUTS

Am Samstagmorgen strömten bereits zahlreiche Besucher auf das Festival-Gelände, so dass sich pünktlich zum Start von THE JUGGERNAUTS gegen 12 Uhr genügend tanzwillige Personen vor der Hauptbühne versammelt hatten. Das Duo um BORG (ex-Klinik) und Glenn wurde 2010 auf einem Konzert von THE NEON JUDGEMENT gegründet und hat seitdem einen fulminanten Start hingelegt. Die beiden Musiker präsentierten mit Polizeihelm und in kugelsicherer Weste erstklassigen Oldschool EBM, der mit starken Nummern wie „Infected“ und „Phoenix“ vollends überzeugen konnte. Sehr cooler und tanzbarer Start ins Wochenende.

Setlist THE JUGGERNAUTS
Damaged Illusions
Phoenix
Infected
Drinking Blood
Religion
Follow (Your Leaders)
Purge

PHOSGORE

Auch im Staatenhaus hatten sich schon sehr viele Besucher eingefunden, um das Tanzbein zu schwingen. Nach einem kurzen Intro aus Carmina Burana legte PHOSGORE, das Projekt um DJ FLO D. und SONJA D., mit Ihrem Mix aus hämmernden Industrial und treibenden Techno-Beats los. Insbesondere die Cyberfraktion am Rand der Halle fiel sofort in Tanz-Extase und war nicht mehr zu bremsen. Geboten wurden neben den bekannten Tracks der Combo auch neue Stücke wie „Noise Monsters“, der begeistert vom Publikum aufgenommen wurde.

SHE PAST AWAY

Bereits beim Dark Wave Festival in Bielefeld hatte ich die Gelegenheit, SHE PAST AWAY einmal live zu erleben. Die türkische Formation produziert traumhaft schönen Gitarren-Wave, der sich eingängig, äußerst melodisch und tanzbar präsentiert. Immer mehr Zuschauer wurden vom Zauber der Beiden gefangen und versammelten sich vor der Bühne, um sich vom Sound berauschen zu lassen. Ein sehr geniales Konzert mit zahlreichen Hits der Band – danke AMPHI, dass ihr SHE PAST AWAY gebucht habt. Sehr geiles Konzert.

Setlist SHE PAST AWAY
Sanrı
Belirdi Gece
Ritüel
Kasvetli Kutlama
Ruh
Bozbulanık
Asimilasyon
Neu

CENTHRON

Brachialer und derber ging es derweil im Staatenhaus zu. In Erinnerung hatte ich die Band von ihrem Clubhit „Tanz im Sternenfeuer“. Seit diesem Song hat sich CENTHRON doch deutlich gewandelt, was sich nicht nur durch die weitaus härteren Klänge, aber auch durch eine beeindruckende Bühnenshow zeigte. Zwischen aufgespießten Werwolfköpfen wirbelten die Musiker im dichten Nebel herum wie auf einem Orc-Kampfschauplatz à la „Herr der Ringe“. Knalliger Electro, bei dem wohl jeder wach wurde.

Setlist CENTHRON
Einheit C
Gasman
Fuck off and die
666
Dreckstück
Dominator
Asgard
Cunt
Eisenfresse

CLAN OF XYMOX

Nun stand mit CLAN OF XYMOX eine lebende Legende auf der Bühne. Vorgestellt werden braucht die niederländische Formation mit ihrem ureigenen Wavesound wohl niemandem mehr. Melodisch und tanzbar wurde auch das Set auf dem Amphi präsentiert, bei dem die 80er-Hits „Louise“ und „A Day“ nicht fehlen durften und von der Menge mit klatschenden Händen gefeiert wurden. Ein äußerst gelungenes Konzert am Nachmittag.

Setlist CLAN OF XYMOX
Hector ( intro)
I Close My Eyes
She Is Falling In Love
Love’s On Diet
In Love We Trust
Emily
Louise
A Day

THE NEON JUDGEMENT

Eine weitere Legende stand derweil schon auf der Bühne des Staatenhauses bereit. Die Belgier THE NEON JUDGEMENT, die neben FRONT 242 zu den Pionieren der Electronic Body Music gezählt werden dürfen, wobei THE NEON JUDGEMENT doch immer waviger etwas „waviger“ zu Werke gegangen sind. TB Frank und Dirk Da Davo schafften es von Beginn an die Menge in ihren Bann zu ziehen. Selbst Bekannte von mir, die unglaublicherweise noch nie etwas von THE NEON JUDGEMENT gehört hatten, waren schnell von dem mitreißenden Sound begeistert. Nach starken Stücken wie „Chinese Black“ oder „Factory Walk“, folgte zum Schluss noch der Club-Evergreen „TV Treated“. Ein weiteres sehr gutes Konzert an diesem Nachmittag.

Setlist NEON JUDGEMENT
Too Cold To Breathe
Miss Brown
Chinese Black
The Man
Tomorrow In The Papers
Factory Walk
The Fashion Party
TV Treated

LORD OF THE LOST

Von den einschlägigen Festivals sind sie fast gar nicht mehr wegzudenken. LORD OF THE LOST haben in den letzten Jahren eine unglaubliche Geschwindigkeit im Wachstum ihrer Bekanntheit an den Tag gelegt. Kein Wunder – produzieren sie doch auch enorm rockigen, angenehm dreckigen Sound, der einfach Festival-Charakter hat. Die Fans feierten auf jeden Fall jedes Stück aufs Neue. Besonders hervorheben möchte ich da „Marching Into Sunset“, bei dem sogar noch der gute Erk von HOCICO die Bühne enterte und fleißig mitsang. Sehr cool.

Setlist LORD OF THE LOST
Into The Fire
Prologue
Kill It With Fire
Six Feet Undergroud
Afterlife
Dry The Rain
Sex On Legs
Bitch
Black Lolita
Die Tomorrow
Marching Into Sunset
La Bomba
Credo

ZEROMANCER

Lange hatte ich die Norweger ZEROMANCER schon nicht mehr live gesehen – haben sie sich doch in den letzten Jahren äußerst rar gemacht. Die Formation überzeugte mit einer Energie, als wären sie nie weg gewesen. Auch die einstigen Ohrwürmer fanden sofort ihren Weg zurück in die Gehörgänge. Die Rede ist von genialen Stücken wie „Clone your lover“ und „Need you like a drug“. Aber auch der Rest konnte absolut überzeugen. Das Staatenhaus war gut gefüllt und die Leute rockten bis zum Schluss, einer Coverversion von DEPECHE MODE „Photographic“ ab. Sehr überzeugend.

Setlist ZEROMANCER
Sinners International
Clone Your Lover
Auf Wiedersehen Boy
The Hate Alphabet
Something for the Pain
Need You Like A Drug
Fade To Black
Dr. Online
Photographic

BURN

Im Theater gab es derweil ein weiteres Highlight zu sehen. Die Münsteraner Formation BURN, die bereits im Vorprogramm von UNHEILIG, CLAN OF XYMOX und SCHANDMAUL tourte, erzeugte mit ihrem 80er-Wave inspirierten Sound eine ganz eigene, angenehme Atmosphäre. Vielleicht eine Prise THE CURE vermischt mit einer Prise COLDPLAY – so könnte man es beschreiben. Besonderheit bei diesem Gig war die Ausrichtung als Acoustic-Set, was einen sehr wohlklingenden Kontrast zu den sonst eher elektronisch orientierten Bands lieferte. Eine qualitativ extrem hochwertige Band, die es verdient hätte, nächstes Jahr auch mal auf der Hauptbühne zu spielen.

Setlist BURN
Aline
Ultraviolet
The Truth
Bunny
Bursting Clouds
Burn For You
Ghost
Summer
Kaleidoscope Skies
Here Comes The Flood

CORVUS CORAX

Gerade noch auf dem MPS, wo ich mir eines ihrer Konzerte ansehen konnte und schon sehe ich sie auf der großen Hauptbühne beim AMPHI Festival wieder. Die Könige der Spielleute machten eine dermaßen geniale Party auf der Bühne, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass da jemand ruhig bleiben konnte. Total ausgelassen, abgedreht und (positiv) durchgeknallt. Für die Mittelalter-Fraktion gab es ja nicht viel auf dem diesjährigen Amphi – aber der Auftritt von CORVUS CORAX brachte eine beachtliche Power, die für 10 Bands reichen würde. Party pur!

Setlist CORVUS CORAX (ohne Gewähr)
Gimlie
Urmawie
Mazedonischer Tanz
Fiach Dubh
Crenaid brain
Milli Anni Passi Sunt
Venus Vina Musica
In taberna
Spielmannstanz
Havfrue
Platerspiel
Chou Chou Sheng
Sverker
Pack

AESTHETIC PERFECTION

Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis, AESTHETIC PERFECTION live sehen zu dürfen. Die sympathische Formation um Mastermind Daniel Graves weiß durch enormen Abwechslungsreichtum zu überzeugen. Dementsprechend hatte auch die Setlist einiges in petto. Vom groovigen „Happily Ever After“ über das treibende „Inhuman“ bis hin zum Clubsmasher „The New Black“ wurde so einiges geboten. Die Leute feierten auch hier jedes weitere Stück und zappelten und hüpften, als gäbe es kein Morgen.

Setlist AESTHETIC PERFECTION
Happily Ever After
Inhuman
Antibody
The Siren
Big Bad Wolf
Lights Out
The New Black
The Great Depression
Spit it Out

HOCICO

Eine meiner absoluten Lieblingsbands stand nun auf dem Plan. Das aus Mexiko stammende Höllen-Duo Erk Aicrag und Racso Agroyam bot eine Show, die es in sich hatte. Neben den beiden Protagonisten befanden sich auch die Mariachis, eine geisterhaft-geschminkte mexikanische Folklore-Kapelle auf der Bühne. Neben eingestreuten, sehr originellen Interpretationen von HOCICO-Songs, gab es natürlich auch reguläre Stücke. Draußen war es sehr sonnig und warm, der Platz vor der Hauptbühne war brechend voll mit feiernden und tanzenden Menschen – und auf der Bühne gab es Adrenalin, Energie und Hölle pur. „Untold Blasphemies“, „Forgotten Tears“ und das Meisterwerk „Poltergeist“ brachten den Platz zum kochen. Sehr gelungen fand ich auch das Totenkopf-Makeup von Sänger Erk. Eine durch und durch perfekte Power-Show. Eines der absoluten Highlights auf dem Amphi 2014.

Setlist HOCICO
La Llorona (Mariachis)
Cielito Lindo (Mariachis)
Odio Bajo El Alma (Mariachi version)
Dead Trust
Untold Blasphemies
Intruder
Bite Me!
T.O.S. of Reality
Forgotten Tears (with Mariachis)
Poltergeist
Tiempos de Furia
The Watched
Tequila (Mariachis)
La Cucaracha (Mariachis)

VIC ANSELMO

Derweil herrschte im Theater wieder eine komplett andere Atmosphäre. Die bezaubernde und hochsympathische Lettische Sängerin VIC ANSELMO, die bereits im Vorprogramm einer ganzen Tour von DEINE LAKAIEN aufgetreten ist, präsentierte ein piano-betontes Acoustic-Set. Dabei glänzte sie nicht nur mit einer grandiosen Stimme und äußerst gefühlvollem Gesang, sondern auch immer wieder mit kleinen humorvollen Einlagen. Das umfangreiche Set wurde schließlich mit dem Evergreen „What a wonderful world“ beendet.

Setlist VIC ANSELMO
Open Wide
Daylight
Basilisk’s eyes
Underwater
Bone’s Blues
Wellspring
Another Train
Horizon
Cody
Memories
I am the one
What a wonderful world

NACHTMAHR

Im Staatenhaus wurde wieder dem Uniformenfetisch gehuldigt. Zahlreiche Fans von NACHTMAHR, dem härteren Electroprojekt von Thomas „L’ÂME IMMORTELLE“ Rainer. Wie zu erwarten war hier die Halle zum Bersten gefüllt mit Tanzwütigen. „Verräter an Gott“, „BoomBoomBoom“ und der Clubhit „Mädchen in Uniform“ waren nur einige der Stücke, die von den Fans wild aufgesogen wurden.

Setlist NACHTMAHR
Tanzdiktator
Feuer frei
Verräter an Gott
Die Fahnen…
Kriegserklärung
BoomBoomBoom
Mädchen in Uniform
Can You Feel the Beat?
Weil ich’s kann!
Liebst du mich?
I Hate

BLUTENGEL & MONUMENT ENSEMBLE

Auf der Hauptbühne gab es nun ein weiteres Highlight. Die Rede ist von Szene-Urgestein Chris Pohl, der sich für sein Erfolgsprojekt BLUTENGEL ein ganz besonderes Set ausgedacht hatte. So wurden die Stücke dieses Mal zusammen mit dem MONUMENT ENSEMBLE (einer Gruppe Musiker mit klassischen Instrumenten, Streichern, Piano, Trommeln etc.) präsentiert. Diese erweiterte Instrumentierung erzeugte eine besonders intensive Stimmung, wodurch die bekannten Songs der Formation ganz neue Facetten zeigen konnten. Besonders hervorheben möchte ich hier z.B. „Über den Horizont“, „Ein Augenblick“ und den unvergesslichen „Seelenschmerz“.

Setlist BLUTENGEL & MONUMENT ENSEMBLE
Intro & Nachtbringer
Soultaker
Über den Horizont
Die With You
Deine Welt
Behind The Mirror
Ein Augenblick
Krieger
Kinder dieser Stadt
Monument
Seelenschmerz
You Walk Away
Reich mir die Hand

JANUS

Im Theater standen nun JANUS auf der Bühne. Ich kenne die Formation schon seit Ende der 90er, hatte diese jedoch noch nie live gesehen. So gab es endlich einmal die Möglichkeit dazu. Wie bei den anderen Acts im Theater, herrschte auch bei JANUS eine sehr intime Atmosphäre. Durch die Bestuhlung hatten die Zuschauer die Möglichkeit, sich einzig und alleine auf die Musik zu konzentrieren. Diese wurde sehr abwechslungsreich präsentiert, mal mit Band, dann wieder nur die beiden Projektgründer Dirk „Rig“ Riegert und Tobias „Toby“ Hahn. Die stattliche Liste der Songs beinhaltete auch meinen Favoriten „Isaak“, was mich doch sehr freute. Ein stimmiges Konzert, das am Folgetag noch einmal eine Wiederholung erfahren sollte.

Setlist JANUS
Erste Abteilung: mit Band
Hotel Eden
Gescheitert
Reptil
Verflucht
Wehrlos

Zweite Abteilung: ohne Band
Dorinas Bild
Isaak

Dritte Abteilung: mit Band
Kommt herunter
Mein krankes Herz
Die Ballade von Jean Weiss
Die letzte Tür

Erste Zugabe: mit Band
Die Ruhe selbst
Ich will seinen Kopf

Zweite Zugabe: ohne Band
Exodus
Anita spielt Cello
Neunundachtzig (nur am Sonntag)

THE KLINIK

Auf das Konzert von THE KLINIK hatte ich mich besonders gefreut. Die einzigartige Videoshow und Musik sind immer ein Garant für beste Unterhaltung. So konnte ich auch bei diesem Gig keinen Fuß stillhalten. Die Formation um Mastermind Dirk Ivens schaffte es ohne Probleme, die Zuschauer in einen Trance-artigen Zustand zu versetzen, das Konzert lief ab wie ein avantgardistischer Film im Kopf des Betrachters. Songs wie „Black Leather“ oder auch der elektronische Geniestreich “Moving Hands“ sorgten für eine extrem gute Stimmung im Staatenhaus. Ein weiteres absolutes Highlight auf dem Amphi 2014.

Setlist THE KLINIK
Walking With Shadows
Murder
Bite Now Bite
Quiet In The Room
Black Leather
Hours And Hours
Mindswitch
In Your Room
Pain And Pleasure
Obsession
Sick In Your Mind
Moving Hands
Memories
Lies
Go Back

FRONT 242

Sehr viel konnte ich von FRONT 242 dieses Jahr leider nicht sehen. Die belgische Legende hatte mit großen technischen Problemen zu kämpfen, die einen Großteil der Zeit andauerten, so dass viele Stücke (in der Setliste in Klammern gesetzt) leider nicht gespielt werden konnten. Als es dann nach über einer halben Stunde seine Fortsetzung fand, war ich jedoch schon weitergereist zu MIDGE URE ins Staatenhaus. Hier könnt Ihr aber noch einmal ein offizielles Statement von FRONT 242 nachlesen. Auch unseren größten Respekt nach Belgien und zum Amphi-Team, die wirklich alles versucht haben, zumindest noch einige Songs spielen zu können.

„Front242 bedauern die technischen Probleme, die wir auf dem Amphi Festival hatten, und bitten unsere Fans vielmals um Entschuldigung. Der Grund für die Unterbrechung war ein Ausfall unserer Mischpulte. Gleichzeitig möchten wir uns bei der gesamten Amphi Crew bedanken, die uns geholfen haben und alles taten, damit wir zumindest Teile der Show an diesem Abend spielen konnten. Wir hoffen, dass die Fans und Festivalbesucher dafür Verständnis haben und uns verzeihen werden.“ – Front242

„Front242 would like to apologize regarding the technical problems we encountered at Amphi festival – our digital mixing desks broke down. Many thanks for the help and efficiency of the Amphi crew, personnel and technicians, we managed to perform part of the show on the evening. We hope that the fans and the audience will understand and forgive us… “ – Front242

Setlist FRONT 242 (Von dieser Setliste konnten aufgrund technischer Probleme leider nur die 9 nicht-eingeklammerten Stücke gespielt werden)
Happiness
Im Rhythmus bleiben
(U-Men)
Body To Body
Take One
Headhunter
(Until Death)
Commando Remix
Circling Overland
7 Rain
(Quite Unusual)
(Funkhadafi)
Welcome to Paradise
Together
(Punish Your Machine)

MIDGE URE

Lange habe ich mich gefragt, warum ich ULTRAVOX noch nie auf einem der großen schwarzen Festivals gesehen habe. Sicher – eigentlich ist die Musik (zumindest die 80er Stücke) zum Großteil eher dem Pop zuzuordnen – aber ich wette darauf, dass eine Menge Personen aus unserer Szene nachhaltig von Stücken wie „Vienna“, „Hymn“ oder „Dancing with Tears In My Eyes“ beeinflusst worden sind. Soweit es mich betrifft, ist es zu hundert Prozent so. Nun stand hier zwar nicht ULTRAVOX, sondern MIDGE URE mit seiner Band auf dem Programm. Doch MIDGE ist einer der Hauptsongwriter von ULTRAVOX (nach der John Foxx – Ära) und auch den frühen VISAGE (auf den ersten beiden Alben) und so war zu erwarten, dass ein Großteil des Sets eben aus Stücken dieser Formationen besteht. Erfreulichweise trat auch dann genau das ein. Neben ULTRAVOX-Stücken wie „Passing Strangers“, „New Europeans“, „Vienna“ oder meinem Alltime-Favoriten „Hymn“ gab es ziemlich zu Beginn mit „Fade To Grey“ auch einen VISAGE-Klassiker und mit „If I Was“ einen reinen MIDGE URE-Hit. Dabei zeigte der Sänger, dass er unbestreitbar zu den Besten der Welt zählt. Ein unbeschreiblich gutes und gelungenes Konzert – aus meiner Sicht vielleicht sogar das Beste auf dem ganzen Amphi 2014. Dabei möchte ich noch meinen Wunsch äußern, dass sich das Amphi-Team fürs nächste Jahr mal gleich die kompletten ULTRAVOX krallt. Wäre doch klasse!

Setlist MIDGE URE
Passing Strangers
Fade to Grey
Live
One Small Day
New Europeans
Brilliant
If I was
Flow
Vienna
Loves Great Adventure
Hymn
Dancing with tears in my eyes

CAMOUFLAGE

Das Lineup in diesem Jahr wurde teilweise äußerst passend aufeinander abgestimmt. So machte es absolut Sinn, dass nach MIDGE URE nun eine weitere Band auftrat, die bereits in den 80ern große Zeiten erlebt hatte. CAMOUFLAGE, eine der wichtigsten deutschen Synthi-Pop Formationen betrat nun die Bühne im Staatenhaus. Dabei strahlten die Jungs eine Power aus, wie vor 20 Jahren. Ich konnte da keinerlei Ermüdungserscheinungen ausmachen – ganz im Gegenteil. Die Stimmung beim Publikum erreichte einen Höhepunkt nach dem anderen. Dabei fehlte keiner der Hits – „Suspicious Love“, „The Great Commandment“, „Love Is A Shield“ oder auch “Neighbours” – alle waren sie vertreten. Ein weiteres sehr schönes Konzert an diesem Abend.

Setlist CAMOUFLAGE
Camouflage Ouverture
We Are Lovers
I’ll Follow Behind
Neighbours
Passing By
Confusion
Misery
Suspicious Love
Me And You
Here She Comes
Love Is A Shield
Shine
The Great Commandment
That Smiling Face (Peter)

PROJECT PITCHFORK

Mit PROJECT PITCHFORK stand nun der Headliner des Staatenhauses an diesem Abend auf der Bühne. Die lebende Legende hatte bereits am Freitag ein Konzert auf dem Rhein-Cruise gegeben, das ich leider nicht besuchen konnte. Die geniale, Klassiker-besetzte Setlist wollen wir euch dazu aber dennoch nicht vorenthalten. An diesem Abend wurde eine zu großen Teilen abweichende Songauswahl geboten, die aber qualitativ genauso gut war. Langsam wurde der Schriftzug auf der LED-Wand auf der Bühne sichtbar, die kurz darauf in blaues Licht gehüllt wurde und die ersten Klänge ertönten. Schließlich betraten die Musiker Dirk Scheuber, Mastermind Peter Spilles und Jürgen Jansen (ich gehe mal davon aus, dass er es war) den Ort des Geschehens. „Pitch Black“ ging von Null auf Hundert nach vorne los und es gab kein Halten mehr bei den Fans. Ein lange Liste von Klassikern, aber auch neueren Stücken wurde präsentiert und jeder Song zeigte aufs Neue, warum PROJECT PITCHFORK als eine der wichtigsten Bands der Szene gelten. Melodischer, mal harter, mal melancholischer Electro – immer eingängig und sperrig zugleich – diese hohe Kunst beherrschen nur die Pitchies. Extrem gefreut habe ich mich darüber, „Existence“ mal wieder live zu hören, das auf jeden Fall zu meinen 10 Lieblingsstücken der Band zählt. Ein Hammerkonzert, welches mit „God Wrote“, „Beholder“ und „Rescue“ noch drei Zugaben enthielt. Zu Recht der Headliner an diesem Abend.

Setlist PROJECTPITCHFORK
Freitag, MS Rheinenergie
Intro
Lam Bras
KNKA
Entity
2069 ad
Songs Of The Winds
Terra Incognita
Alpha Omega
Conjure
The Hint
Renascence
Souls
Antidote
The Seeker
Crash
Bloodline

Samstag, Staatenhaus
Intro
Pitch Black
IO
An End
Queen Of Time And Space
Timekiller
Acid Ocean
Alpha Omega
Endless Infinity
The Longing
Existence
Onyx
Rain
Midnight Moon Misery
Souls
Bloodline
Fire+Ice
God Wrote
Beholder
Rescue

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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