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AMY MACDONALD – JERSEY BUDD

Ort: Köln - E-Werk

Datum: 19.04.2010

Für dieses Konzert der hübschen Schottin konnte man nirgends Karten kaufen, denn AMY MACDONALD ist zurzeit auf Einladung von O2 in Deutschland unterwegs und das Kommunikationsunternehmen verschenkte im Rahmen der „O2 Crew“-Aktion 2.300 Karten für den Gig im Kölner E-Werk. Glücklicherweise konnte die Aschewolke des isländischen Vulkanes Eyjafjallajökull, die seit dem Wochenende den kompletten deutschen Flugverkehr lahmgelegt hatte, weder die Gigs gefährden noch den reibungslosen Ablauf am Einlass behindern, weshalb um 20.00 Uhr auch nichts dem pünktlichen Start des Konzertabends entgegenstand.

Als Support hatte AMY MACDONALD den 24-jährigen Singer-/ Songwriter JERSEY BUDD vom britischen Eiland mitgebracht, der die erste halbe Stunde mit Songs seines Ende Mai erscheinenden Debüts „Wonderlands“ bestritt. Musikalisch erinnerte mich der Herr aus Leicester, der mit seiner vierköpfigen Band angereist war, ein wenig an den jungen BRUCE SPRINGSTEEN, beim finalen „She Came Back“ blitzte zudem noch ein Hauch TOM PETTY auf, während die UK-Einflüsse am ehesten bei „Bright Soul“ zu hören waren. Das Quintett rockte in jedem Fall ordentlich und insbesondere die raue Stimme von Frontmann Jersey sorgte dafür, dass auch die ruhigeren Nummern wie „Shotgun Times“ oder „The Blind Man“ nichts an Schmackes vermissen ließen. Belohnt wurde der Fünfer mit freundlichem Applaus, wenngleich die Anwesenden doch noch sehr zurückhaltend blieben.

Setlist JERSEY BUDD
Visions of You
Wonderlands
Bright Soul
Shotgun Times
God Don’t Pay
The Blind Man
She Came Back

Seine Zurückhaltung legte das Auditorium auch bei AMY MACDONALD nur schwer ab, dabei machte es die 22-jährige ihren Fans mit dem treibenden „Ordinary Life“ vom aktuelle Longplayer „A Curious Thing“ (momentan Platz 3 der deutschen Albumcharts) wirklich leicht. Aber die Anwesenden brauchten wohl zunächst etwas Bekannteres zum Warmwerden, was Amy (im silberfarbenen Glitzer-Minikleid) mit „Poison Prince“ auch umgehend nachlegte. Der PETE DOHERTY gewidmete Song vom 2008er Debüt „This Is The Life“ ging umgehend ins Bein und animierte ebenso wie der Feelgood-Song „This Pretty Face“ zum Mitklatschen, während zu „Youth of Today“ bereits die ersten Wunderkerzen im Publikum brannten. Mit „L.A.“ (eine Nummer über den Schauspieler Jake Gyllenhaal) ging’s groovig weiter, ehe die kommende Singleauskopplung „Spark“ jede Menge Emotionen gepaart mit viel Drive bot. Ihre treue Anhängerschaft (immerhin verkauft Miss MacDonald nirgendwo so viele Platten wie in Deutschland) bedachte Amy mit dem wunderbaren „Mr. Rock’N’Roll, um dann unter Lichtgewittern zu „Love Love“ Vollgas zu geben. Für „Your Time Will Come“ wechselte der Gitarrist der vier Mann starken Begleitkapelle vom elektrischen zum akustischen Sechssaiter, während Amy auf der fast dunklen Stage mit viel Herz ihre dunkle Stimme erklingen ließ und die stets präsente Akustiklangaxt zupfte. Mit ein wenig Countryfeeling und dem Bassisten am Schellenkranz schloss sich „Road To Home“ an, worauf die Solo-Darbietung des SPRINGSTEEN-Klassikers „Born To Run“ folgte, für die Amy allein auf der Bühne agierte. Mit „Troubled Soul“ kehrten ihre Mannen vollzählig zurück und gemeinsam machten sie melancholisch-schöne Sache. „No Roots“ startete ebenfalls ruhig, um schließlich wieder Fahrt aufzunehmen. Das erlangte Tempo hielt auch die erste Single der neuen Langrille „Don’t Tell Me That It’s Over“, mit der es AMY MACDONALD bereits in die Top Ten schaffte, bevor mit „Next Big Thing“ amtlich gerockt wurde. Zu „Run“ wirkte das schwarze Backdrop, auf dem Baumstämme zu sehen waren, aufgrund des Lichteinfalles sehr plastisch, überhaupt hatte O2 an der Lichtshow nicht gespart, sodass die Musik optisch eine perfekte Umsetzung fand. Für den letzten Track des regulären Sets war zunächst der Keyboarder gefragt, der „What Happiness Means To Me“ und Amy während der ersten Hälfte allein begleitete, bevor die Kollegen schließlich mit einstiegen und mit vereinten Kräften Gas gegeben wurde.

Das konnte es nach 75 Minuten natürlich noch nicht gewesen sein, denn ein AMY-MACDONALD-Konzert ohne ihren Überhit „This Is The Life“ ist selbstverständlich undenkbar und so lieferte sie dieses Highlight denn auch umgehend nach. Für das furiose Finale stand „Let’s Start A Band“ außerdem noch auf dem Zettel. Was für ein Instrument der Bassist zu diesem Zwecke verwendete, vermag ich allerdings nicht genau zu sagen. Es war wohl eine Art Akkordeon. Auf jeden Fall passte es perfekt und auf diese Weise bot sich nach knapp 90 Minuten ein letztes Mal Gelegenheit zum Tanzen und Mitsingen, ehe die glücklichen und zufriedenen Gewinner zu den Klängen von FRANK SINATRA nach Hause geschickt wurden.

Setlist AMY MACDONALD
Intro
Ordinary Life
Poison Prince
This Pretty Face
Youth of Today
L.A.
Spark
Mr. Rock’N’Roll
Love Love
Your Time Will Come
Road To Home
Born To Run
Troubled Soul
No Roots
Don’t Tell Me That It’s Over
Give It All Up
Next Big Thing
Run
What Happiness Means To Me

This Is The Life
Let’s Start A Band

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