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AND ONE – F.O.D. – GECKO SECTOR

Ort: Hamburg - Große Freiheit

Datum: 16.10.2010

„The Tanzomat Fulltimeshow“ – Tourauftakt mit kleinen Startproblemen

Der Abend in der Großen Freiheit begann für das Publikum mit einem lauen Auftritt von GECKO SECTOR (mit Gerrit Thomas/ FUNKER VOGT). So wirkte es, als ob die Band mit angezogener Handbremse performen würde, da halfen weder das Outfit, noch die Stroboskopeffekte oder die beleuchteten Basecaps, um über die in den Songs vorherrschende Monotonie hinwegzutäuschen. Die Keyboarder standen, von jedem Beat unberührt, steif hinter ihren Pulten, und Sänger Stefan Winkler war während der Titel auch mehr bei sich als bei seinem Publikum. Dennoch gab es für GECKO SECTOR wohlwollenden Applaus, aber auch der Windows-Abschaltsound erhielt an diesem Abend Beifall.

Mit dem Auftritt von F.O.D. und ihrem Electro Pop lief sich die Musikmaschinerie langsam warm. Auch sie mussten vor schwarzem Molton mit spärlicher Bühnenbeleuchtung auskommen, dennoch überzeugten hier Bühnenpräsenz des Sängers und die Spielfreude von An/dress und André an ihren Synthesizern. Alles in allem scheint mir F.O.D musikalisch weitaus gereifter als GECKO SECTOR zu sein. Auf tanzbare Songs, zu denen eXessD den schmalen Bühnenstreifen für Tanzeinlagen nutzte, folgten ruhige Gesangsparts mit der bekannten Sängerin Eva Pölzing, die so das Set abrundeten.

Nach einer kurzen Umbaupause erklang dann das Intro „Ego“, der Vorhang wurde gelüftet, gab die Sicht auf das AND ONE-Logo frei und Steve, in einem sagen wir mal recht provokanten Outfit, betrat die Bühne. Die beiden Keyboarder Gio van Oli und Chris Ruiz befanden sich weit ab von der Bühnenmitte und aus der Ferne gerieten sie fast in Vergessenheit. Wären da am Ende nicht die Zugaben gewesen, bei denen sie mit in die Wortplänkeleien und Neckereien untereinander und dem Publikum einstiegen. Vermutlich war es auch gut, dass es eine zentrale Figur gab und sich nicht alle drei Musiker während der Show in den Vordergrund drängten. Mit „Second Front“ begann die Darbietung, aber auch AND ONE blieben von Startschwierigkeiten leider nicht verschont. Es kam immer wieder zu Soundproblemen und zu Beginn wurde die Bewegungsfreiheit von Herrn Naghavi durch ein viel zu kurzes Mikrofonkabel eingeschränkt. Erst ein erneuter Mikrofontausch gab dem Tanz- und Bewegungsdrang des Fronters den benötigten Raum wieder. Auf Außenstehende wirkten die ersten Stücke professionell und routiniert gespielt und man merkte, dass hier eine Band mit langjähriger Bühnenerfahrung vor einem stand. Dennoch vermisste ich zu Beginn die ausgeprägte Performance von Steve, wie auch sein Spiel mit dem Publikum, denn ein keckes Hinternwackeln ruft nur bei Fans Entzücken hervor.

Das Hamburger Auditorium benötigte an diesem Abend allerdings keine Starthilfe, von Beginn an ließen sich die Anwesenden von den Songs mitreißen. Bei „Love you to the end“ und „Für“ wurde mitgesungen und Pärchen im Publikum nutzen ihre Klauen nicht nur zum Klatschen und Händchen halten. Mit „High“ ging es im wahrsten Sinne des Wortes hoch hinaus. So bildete dieser Song das erste Highlight des Abends, zu dem Publikumsmassen ihre Hände in die Höhe rissen und von Steve gab es Luftumarmungen zurück. Spätestens bei „Sternradio“ schien es, als ob die Stimmung der Fans auf Steve übergeschwappt war und da war er, der alte Charmeur: schelmisch lächelnd, exzessiv tanzend und für jeden ironischen Kommentar zu haben. Spätestens jetzt hatte er mit seinem Charisma die letzten Besucher in seinen Bann gezogen. AND ONE waren nicht mehr zu stoppen und gaben einen Hit nach dem anderen zum besten wie etwa „Traumfrau“, Deutschmaschine“, „Sitata Trulala“ oder „Steine sind Steine“. Bei „Friends in heaven“ kam es zu einer Schrecksekunde, als Steve meinte: „ So das war`s…(Kunstpause) …mit dem Warmwerden“. Doch weit gefehlt, denn dem Publikum wurde bei „Anguish“ und „Techno Man“ noch viel wärmer. Bei diesen beiden Stücken gab es gesangliche Unterstützung von Chris Ruiz und besonders „Anguish“ wirkte live härter als auf CD. Man könnte fast meinen Steve und Chris hätten sich ein gesangliches Battle geliefert.

Mit „Techno Man“ verschwanden AND ONE dann von der Bühne und die Hamburger benötigten doch wirklich drei Anläufe, um die Band für die Zugaben zurückzuholen. Bevor es aber damit losging, gab es für die Fans etwas viel Besseres, nämlich die Ankündigung der nächsten Tour 2011. Um genau zu sein soll der nächste Auftritt in Hamburg am 01.10.2011 stattfinden. Aber es kommt noch besser, den AND ONE produzieren während der Tanzomat-Fulltimeshow ein neues Album. Sie nutzen die Tour, um von Gig zu Gig an den neuen Songs zu arbeiten. Aber zurück zu den Zugaben und einigen älteren Songs. Es ging mit „Get you closer“ musikalisch weiter, gefolgt von „Bodynerv“ und einer a Kapella Version des „Pimmelman“. Man kann gespannt sein, was Steve zu dem Publikum in Magdeburg, Leipzig oder Rostock sagen wird, wenn auch dort, wie in Hamburg, der Einsatz beim „Pimmelmann“ vergeigt wird? Dies sind übrigens die einzigen Konzertstätten, die noch nicht ausverkauft sind. Mit „Tanz der Arroganz“ und dem Hit „ Military Fashion Show“ war’s das… diesmal ohne Kunstpause.

Wer wollte und noch konnte, hatte im Anschluss bei der Aftershowparty im benachbarten Grünspan die Möglichkeit, die Band höchst selbst zu treffen. Und da AND ONE jetzt so richtig heiß gelaufen sind, werden die nächsten Konzerte ganz sicher mit Vollgas beginnen.

Setlist AND ONE
Ego (Intro)
Second Front
Love and Fingers
The Secret
Sometimes
Only your Dreams
High
Love You to the End
Mirror in your Heart
Sexkeit
My Warrior
Sternradio
Get the Balance Right
Traumfrau
Men in Uniform
Electrocution
Deutschmaschine
Sitata Trulala
Steine sind Steine
Friends in Heaven
Für
The Sun Always Shines On TV
Anguish
Techno Man

Get you Closer
Bodynerv
Pimmelmann
Tanz Der Arroganz
Military Fashion Show

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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