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AND ONE – JÄGER 90

Ort: Hamburg - Docks

Datum: 28.04.2008

„Ein bisschen Hamburch die ganze Nacht!!!“

Unter diesem Motto riefen AND ONE ihre Fans am 26.04.08 ins Hamburger Docks, um „The Bodypop Cover Lover Supershow“ zu zelebrieren. Als Vorband wurden die Rostocker JÄGER 90 angekündigt. Nach eigenen Aussagen klingen sie wie „…eine Planierraupe und dazu drischt einer im Rhythmus auf einer Trommel rum, und der andere singt über geputzte Stiefel, über Muskeln die er nicht hat und SM veranlagte Offiziere.“ Ich denke, das beschreibt das, was die beiden da ablieferten, sehr genau: Simple Texte, die aus kaum mehr als einer Zeile bestehen, dazu ein Sound, der auch relativ wenig Abwechslung bot. Immerhin sah man einige tanzende EBM-Fans und das Publikum hat artig auch ein wenig Beifall gespendet. Allerdings war man sichtlich erleichtert, als die beiden nach ca. einer halben Stunde die Bühne räumten (was ist eigentlich aus ALEXANDER MARCUS geworden???).

In der Umbaupause wurden dann einige 80er Hits gespielt und das erschreckende war, man kannte sie alle… Bei „Just can’t get enough“ und „Tainted Love“ wurde schon mal lauthals mitgesungen, dh. die Stimmung steigerte sich hier schon mehr als bei der Vorband. Gegen 21:15 erklangen dann die Töne von „The Sun always shines on TV“ hinter der noch verhüllten Bühne. Nach wenigen Augenblicken fiel der Vorhang und es wurde ein Bühnenaufbau im Stil der 80er enthüllt. Es folgten „Stand the Pain“ und „Fools“ sowie „Recover You“. Die Stimmung war von Anfang an ausgelassen, das lag nicht zuletzt an dem gelungenen Mix von AND ONE Originalen und Coverversionen. Steve Naghavi hatte die Bühne fast für sich allein, da seine beiden Mitstreiter Gio van Oli und Chris Ruiz in den hinteren Teil der Bühne auf eine Art Podest „verbannt“ waren. Steve nutzte den Platz und stellte mit diversen Pirouetten und Tanzeinlagen dem Publikum seine Tanzleistungen zur Schau. So mancher Hüftschwung dürfte einige weibliche Fans in Verzückung gebracht haben. Fast jeder Song wurde vom Publikum sehr textsicher mitgesungen – daran erkannt man, dass auch die Fans älter werden. Weiter ging es mit Klassikern wie „Big in Japan“ oder „It’s an Sin“, aber auch „Timekiller“ durfte nicht fehlen. Zwischendurch erkundigte sich Steve auch nach dem Wohlbefinden der Fans und wies auch noch auf die After Show Party im Kir hin. Es macht einfach Spaß, den Herrn beim Singen, Tanzen und Entertainen zuzusehen – durch seine witzige Art zieht er auch den letzten Zweifler auf seine Seite. Bei „Only You“ und „A little Respect“ zeigt Steve sich von einer leicht homophil angehauchten Seite, was wiederum für einiges Schmunzeln im Publikum sorgte. „Smalltown Boy“ wurde zum Glück nicht in der Stimmlage von Jimmy Sommerville wiedergegeben, sondern doch eher in der, die für Steve markant ist. Nach „So klingt Liebe“ war der Spaß vorerst vorbei, aber AND ONE ließen sich nicht lange bitten und so erschienen sie innerhalb weniger Minuten wieder auf der Bühne.

Steve hielt erstmal eine kleine Ansprache und kündigte u.a. den 48 Stunden AND ONE Marathon an. Außerdem erwähnte er eine DVD, welche nach seiner Aussage morgen (dh. also am Sonntag) erscheinen solle und freute sich sichtlich über seinen eigenen Witz. Nach einiger Zeit wurde er dann doch von seinen Bandkollegen daran erinnert, mit dem Konzert weiter zu machen. Gesagt, getan – „Military Fashion Show“ war der nächste Programmpunkt, gefolgt von dem ERASURE–Cover von „Sometimes“. Zwischendurch landeten dann noch die Weste und die Krawatte des Sängers im Publikum, was zu kleineren Rangeleien führte. Der Wunsch der weiblichen Fans nach einem nackten Oberkörper wurde dann aber nicht erfüllt, obwohl Steve einige Male Anstalten machte, sich doch noch seines Hemdes zu entledigen. Bei den letzten beiden Titeln „Techno Man“ und „Rebel Yell“ wurde Steve von Chris unterstützt. Die Beiden lieferten sich ein Duell und trieben sich gegenseitig zu Höchstleistungen. Und schon war auch wieder ein sehr gelungener Abend mit einer Art moderner Zeitreise vorbei. Einzig negativer Punkt – der Sound war im Docks miserabel und Steve hat man zum Teil überhaupt nicht verstanden. Aber das störte offenbar niemanden wirklich, denn nach dem Konzert sah man nur glückliche Gesichter und einige summten noch ein paar Oldies vor sich hin.

Setlist AND ONE
The Suns alway shines on TV
Stand the Pain
Fools
Recover You
It’s a Sin
High
Big in Japan
Timekiller
Sometimes (AND ONE)
Our House
The Walk
True Faith
Traumfrau
But not tonight
Get You Closer
Only You
A little Respect
The Great Commandment
Enjoy the Unknown
Blue Monday
Für
Smalltown Boy
So klingt Liebe

Military Fashion Show
Sometimes (ERASURE)
Schmerzengel
Techno Man
Rebel Yell

Copyright Fotos: Susanne Schuchardt

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