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ANGELS & AGONY – THE ETERNAL AFFLICT

Ort: Bochum - Matrix

Datum: 31.01.2009

Als der kalte aber sehr sonnige Wintersamstag sich dem Abend zuneigte, machte ich mich auf in Richtung Bochum, wo ich in der Matrix ein paar schöne Stunden mit guter Musik und netten Menschen verbringen wollte. Die niederländischen Elektroniker ANGELS & AGONY sowie die Elektro-Rock Band THE ETERNAL AFFLICT standen auf dem Programm. Um 20 Uhr sollte es losgehen und zeitig um 19.30 fand ich mich vor Ort ein, mich darüber wundernd, dass bislang nicht allzu viele Leute den Weg in die ehemalige Brauerei gefunden hatten, die seit 1978 als Diskothek und Veranstaltungsort genutzt wird. Doch immerhin meine Begleiter waren schon da und so warteten wir mit etwa 150 anderen auf den Beginn des ersten Acts – ANGELS & AGONY.

Um kurz nach 20 Uhr legten die vier Herren munter los und obwohl nur wenige Zuschauer in dem großen Gewölbe versammelt waren, vermochten sie doch bereits mit dem Opener „Watchers“ eine gute Stimmung unter den Anwesenden zu verbreiten. Ich hatte mich bereits seit langem auf dieses Konzert gefreut und daher war ich an sich ganz froh, einmal sowohl genug Platz zum Tanzen zu haben, als auch das Geschehen auf der Bühne genau verfolgen zu können. Das wiederum ging sehr schnörkellos vonstatten und es gab neben Nebel und Licht vor allem eines: Musik. Und zwar feinsten Elektrosound, der meiner Meinung nach nichts zu wünschen übrig lässt. Die Engel fackelten nicht lange und gaben uns innerhalb einer knappen Stunde elf Titel auf die Ohren, und dem Publikum, welches im Laufe der Darbietung dann doch noch etwas zahlreicher geworden war, machte es sichtlich Spaß. Nach dieser Stunde verabschiedeten sich die Herren um Frontmann Reinier Kahle leider schon von uns und verschwanden irgendwo in den Gewölben der Matrix.

Setlist ANGELS & AGONY
Watchers
Wreckage
Salvation
Surrender
?
Forever
Lifelight
Forward
Travelling
Stronghold
Darkness

Die kurze Umbauphase bis zum zweiten Act des Abends verbrachten wir am Merch-Stand und wahlweise Cola oder Bier trinkend an der Bar, bevor wir gegen 21.35 wieder vor der Bühne unseren Platz fanden, um fortan den Klängen von THE ETERNAL AFFLICT zu lauschen. Korrekt, bei TEA denkt man sofort an „San Diego“ und der Hit, der auch heute noch ein Garant für volle Tanzflächen ist, stammt aus der Anfangszeit dieser Elektro-Band, die ihren musikalischen Höhepunkt in der Szene bereits Anfang der 90er Jahre feierte, bevor sie sich 1994 zunächst auflöste, da es im Miteinander unter den Kollegen Differenzen gab. Einige Jahre später fand man jedoch erneut zusammen und offensichtlich hat die Pause dem musikalischen Schaffen keinen Abbruch getan.

Los ging es mit „Daughters Of Guyôn“ vom ersten Album „Atroci(-me)ty“ und leider, leider war der Sound entweder extrem schlecht ausgesteuert, oder es lag wirklich an den dicken Kellermauern der Location, dass die ansonsten melodischen Klänge von TEA fast zu Krach mutierten. Schade, man hätte vielleicht die Lautstärke ein wenig zu Gunsten des Klangs reduzieren können, evtl. hätte es geholfen… Das anwesende Publikum, zunächst noch zuversichtlich, sah das wohl über die Zeit hin ähnlich und so kam es, dass nach etwa einer halben Stunde deutlich weniger Leute im Saal waren als zu Beginn. Zum Glück störte das die Musiker zumindest augenscheinlich wenig und Sänger und Energiebündel Cyan performte den charismatischen Sound ausgelassen in der ihm eigenen Art. Zur Live Unterstützung hatten die drei die Sängerin Anna Aliena mitgebracht, die mit ihrer schönen Stimme unter anderem sowohl Songs wie „Childhood“ unterstützte, aber auch solo bei „Black hole Sun“ zum Einsatz kam. Leider auch hier anzumerken, der Klang war alles andere als zufrieden stellend.

Es vergingen insgesamt gute 1,5 Stunden und wir bekamen ein breites Spektrum an TEA Songs geboten, bevor Cyan das vorerst letzte Stück des Abends ansagte: „What will be tomorrow“ vom kommenden Album. Danach wollte man wohl, so schien es zumindest Cyans Plan gewesen zu sein, die Bühne erst wieder zwecks einer Zugabe betreten, doch kaum waren die letzten Töne des Stückes verklungen, wurden von Seiten des Keyboards bereits die nächsten angestimmt und ein erstaunter und dann leicht verärgerter Cyan musste wohl oder übel ohne Pause weitermachen. Er ließ es sich jedoch nicht nehmen, seine Kollegen in Folge ob des Patzers auf den Arm zu nehmen. Also gab es dann zwar keine „richtige“ Zugabe, aber dennoch zwei weitere Titel aus dem Repertoire der Band, das fast obligatorische „San Diego“ und zu gutem Schluss „Childhood“ vom 94er Album „War“. Nicht ganz zufrieden aber dennoch auch nicht völlig enttäuscht gab es kräftigen Applaus von den Anwesenden, von denen bestimmt so manch einer an vergangene TEA Konzerte dachte, die insbesondere soundmässig das übertrafen, was wir an diesem Abend geboten bekommen haben. Doch immer getreu dem Motto: Beim nächsten Mal wird alles besser, schauen wir in Richtung WGT im Mai, im Rahmen dessen THE ETERNAL AFFLICT wieder zu sehen und zu hören sein werden.
Setlist THE ETERNAL AFFLICT (ohne Gewähr)
Daughters Of Guyôn
?
Kinski is Dead
We Libanon You
Eternal
Langsam fällt der Regen
Sacred War Machine
War Child
Black Hole Sun
?
What will be Tomorrow
Babylon
San Diego
Childhood

Im Nachgang stärkten wir uns dann noch mal wieder wahlweise mit Cola oder Bier und begaben uns ins bunte Getümmel der sich langsam füllenden Matrix, in der es an diesem Abend auch noch einen schwarzen Tanz gab. Ein paar Stunden später und mit gefühlten zig Kilo schwereren Beinen ließen wir den Abend ausklingen und machten uns zufrieden auf den Heimweg.

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