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ANNE CLARK (WITH MURAT PARLAK & JANN MICHAEL ENGEL)

Ort: Hamburg - Gruenspan

Datum: 14.04.2015

ANNE CLARK, die Grande Dame des New Wave und der Spoken Words, bereist im April mit kleiner Besetzung unter dem Banner ihrer „Enough“-Tour Deutschland. Begleitet wird sie dabei von dem Pianisten MURAT PARLAK und JANN MICHAEL ENGEL am Cello. Ein Markenzeichen ANNE CLARKs ist ihre gekonnte Reduzierung des Gesangs, und nun hat sie sich auch in Bezug auf ihre Band für die Live Shows reduziert. Der musikalischen Qualität tat diese Reduzierung jedoch keinen Abbruch. Die Drei schafften es, jedem Song seine eigene Emotion zu verleihen, und das, obwohl das Material stilistisch eng beieinander lag. Ganz im Rahmen der Reduzierung war die Bühne nüchtern gestaltet, und die Effekte beschränkten sich auf eine dezente Lichtshow mit vereinzelten Nebeleffekten. Auch der Merchstand war spärlich ausgestattet, so lagen die CDs auf einem verschlissenen Rohholztisch. Überflüssig an diesem Abend war neben dem LCD Fernseher, der die „Enough“ Tour mit Bildern untermalen sollte, nur noch der Gebrauch von Ohrstöpseln, da die Lautstärke wohl dosiert war. Die Anzahl der Besucher bewegte sich in einem überschaubaren Rahmen, da das bestuhlte Gruenspan nur 16 Reihen fasste, die gut belegt waren. Nur eine handvoll Fans sammelte sich im hinteren Bereich, um der Darbietung „stehend“ zu folgen. Die Atmosphäre glich eher einer kleinen exklusiven Privatveranstaltung, bei dem einem das Bier nicht aus verklebten Bechern, sondern im Glas gereicht wurde. Selbst Cocktails konnte man an diesem Abend bestellen.

Die Show begann mit „Journey By Night“ zunächst ohne ANNE CLARK. Murat und Jann stimmten die Anwesenden mit dem Instrumentalstück auf den heutigen Abend ein. Erst zum Ende erschien die Sängerin mit ein paar wenigen Worten. Dafür steuerte sie zu „Sleeper In Metropolis“ ihren unverkennbaren Sprechgesang bei. Die Band vertonte die Stücke „High Waving Heather“ und „No Coward Soul Is Mine“ von Emily Bronte, und selbst an den deutschen Text bei „ Um Mitternacht“ wagte sich die Britin. Während Murat sich seinem Piano hingab und Jann sein Cello zupfte, sah man ANNE CLARK mit geschlossenen Augen den Instrumentalparts von „Be Drunk“ lauschen und die Fans taten es ihr gleich. Am heutigen Abend wurden kleine Geschichten erzählt, die musikalisch von Piano und Cello umspielt wurden. So spürte und hörte man bei „Mundesley Beach“ den Sand und das Meer, und am Ende sah man die Sonne aufgehen, da Spots das Gruenspan erhellten und die Anwesenden Sonnengleich blendeten. Drohend und Unheil verkündend kam „The Panther“ angeschlichen. Leise, sehr leise wurde es zu „So Quiet Here“, das selbst das Tresenpersonal versuchte, die Flaschen leise zu öffnen und Eiswürfel lautlos in Gläser gleiten zu lassen. Zu „Autumn Winds“ reduzierte sich die Band erneut um ANNE, die den Raum verließ. MURAT wählte bei diesem Song nicht sein Piano, sondern das Schifferklavier und sang dazu, während sein Kompagnon ihn begleitete. Mit dem abermals von Sprechgesang dominierten „Elegy For A Lost Summer“ gab ANNE CLARK das letzte Stück zum besten und ihr Publikum Standing Ovations zurück. Diese hielten so lange an, dass ANNE Clark bei der Zugabe „Our Darkness“ beschloss, mit ihren Fans gemeinsam zu stehen. Hier schien nun das Publikum zu explodieren. Man hörte Jubel und Zwischenklatscher und einige Frauen begannen zu tanzen. Ungläubig warteten die Anwesenden nach diesem Energiestoß vergeblich auf eine weitere Zugabe. Hier war dann doch ein wenig zu sehr reduziert worden…

Setlist
Journey By Night
The Sitting Room
If…
Sleeper In Metropolis
Waiting
High Waving Heather
To Music
Be Drunk
Um Mitternacht
The Hardest Heart
Dedication
Autumn Winds
Shell Song
The Panther
Mundesley Beach
So Quiet Here
If I Could
No Coward Soul Is Mine
Elegy For A Lost Summer

Our Darkness

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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