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APOCALYPTICA – LIVINGSTON

Ort: Hamburg - Große Freiheit 36

Datum: 23.10.2010

Die Mischung macht’s…

Aus organisatorischen Gründen wurde, zum Leidwesen von APOCALYPTICA, ihr Konzert von der Alsterdorfer Sporthalle in die Große Freiheit 36 verlegt. Die Band hatte sich nach dem erreichten Hitzerekord im Hochsommer 2008 eigentlich geschworen, nie wieder in dieser Location auftreten zu wollen. Zum Glück hielten sich die Temperaturen an diesem Abend im erträglichen Bereich und das, obwohl das Konzert ausverkauft war. Die Große Freiheit füllte sich schnell mit einer bunten Publikumsmischung aus W:O:A: T-Shirt-Trägern, Grufties und Minderjährigen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten und Erziehungsberechtigte ohne Minderjährige.

Bunt gemischt wie das Publikum war auch die Vorband LIVINGSTON in Bezug auf ihre Herkunft, so stammen die Bandmitglieder aus Südafrika, Italien, England und Deutschland. Mit ihrem Alternative Rock passten sie vielleicht nicht unbedingt in das musikalische Konzept des Abends, von der musikalischen Leistung her aber allemal. Sie überzeugten mit ihrer sympathischen Art, ihrem musikalischen Können und der Tatsache, dass Gitarrenprobleme die Band nicht aus der Fassung bringen konnten. Auch ließen sie sich im letzten Song genug Zeit für Akustikparts. Schön auch, dass bereits die Vorband in spannendes Bühnenlicht getaucht war.

Das Bühnenlicht bei APOCALYPTICA war dann beim ersten Song kaum vorhanden, dennoch konnte man bereits erahnen, das sich nur drei Cellisten nebst Drummer auf der Bühne befanden. Neben Antero Manninen fehlten auch die imposanten Stühle. Erst zu „Sacra“ und „Beautiful“ wurden kleine Holzstühle herausgeholt. Erwähnenswert war, dass bei Letztgenanntem lediglich Streichinstrumente eingesetzt wurden, und sogar Mikko Sirén musste auf seine Drums verzichten und zupfte den Bass. Zu „Sacra“ wurde Mikko dann wenigstens eine Art Pauke zugestanden. Eine weitere Neuerung war die gesangliche Unterstützung von Richard Gustaf Johnson (LENNINGRAD COWBOYS) bei „End of me“ und „I’m not Jesus“ und Eicca übernahm vereinzelt den Background-Gesang. APOCALYPTICA wirkten live mal wieder um einiges härter als auf Konserve und auf die Zuschauer brach an diesem Abend ein wahres Cellogewitter herein. Während Eicca und Perttu headbangend alles aus ihren Instrumenten herausholten, animierte Paava die Zuschauer zu „Hey-Rufen“ und vollführte mit seinem Cello Luftsprünge. Neben dem schweißtreibenden Körpereinsatz der vier Finnen verstanden sie es auch, in einer Mischung aus Akzentbehaftetem Englisch und Deutschbrocken die Fans zu unterhalten. Für die Zugabe „I Don’t Care“ steuerte Johnson erneut seinen Gesang bei und dies war zwar ungewohnt, aber dennoch eine gelungene Abwechslung. Durch die ausgewogene und wohlüberlegte Mischung aus alten und neuen Titeln schafften es die Nordmänner mit ihrer musikalischen Bandbreite von epischen Werken bis hin zu harten Stücken, das Publikum wieder einmal von sich zu überzeugen. Diese Mischung macht es halt und ließ den Abend zu einer unvergleichlichen Symphonie werden.

Setlist APOCALYPTICA
On The Rooftop with Quasimodo
2010
Grace
Master of Puppets
End of Me
I’m Not Jesus
Refuse/ Resist
Beautiful
Sacra
Bittersweet
Last Hope
Bring Them to Light
Seek N Destroy
Inquisition Symphony

At The Gates of Manala
I Don’t Care
Hall of The Mountain

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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