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AREA 4 2007 – Tag 2

Ort: Lüdinghausen - Flugplatz Borkenberge

Datum: 25.08.2007

Nach einem sonnen- und teilweise gerade bei den ganz jungen Festivalbesuchern auch sehr alkoholreichen Start am Freitag begrüßte uns Mutter Natur erst mal mit Nebel. Nicht ganz unpassend zum Anblick, der sich auf dem Campinggelände bot, wo sich langsam wieder etwas Leben regte. Dass die Sonne es heute nicht ganz so gut mit uns meinte, wird dem ein oder anderen, der eh schon mit seinem Kater kämpfte, ganz recht gewesen sein, auch TURBOSTAAT, die um Zwölf den Weckdienst übernommen hatten, sahen in etwas müde Gesichter, verhehlten jedoch nicht, selbst auch noch nicht ganz wach zu sein. „Der Frosch hat’s versaut“ vom brandneuen „Vormann Leiss“ der Flensburger Punkrocker machte den Anfang und es sollten neben dem Titelsong noch eine ganze Reihe weiterer Tracks dieser VÖ folgen. Neben „Insel“ noch das sehr flotte „Nach fest kommt ab“, „Harm Rochel“, „Am Ende einer Reise“ und „Schalenka Hase“. Offensichtlich sind TURBOSTAAT ein wenig ruhiger geworden, die neuen Stücke sind nicht mehr ganz so punk-rotzig und gehen stattdessen mehr in Richtung Indie, was aber keinesfalls von Nachteil ist. Das sahen auch die langsam eingetrudelten Zuschauer so und spendeten freundlichen Applaus.

Punkig ging es auch mit ITCHY POOPZKID aus Eislingen an der Fils weiter. Das Trio, welches den MTV Band Trip gegen MADSEN gewonnen hat (es ging darum, ohne Kohle, nur mit Hilfe eines halb vollgetankten Vans, seiner Instrumente und musikalischem Können schnellstmöglich von einem Punkt irgendwo in Europa, an dem man ausgesetzt wurde, wieder nach Berlin zurückzukehren), ließ die Paukenschläge der Apolinaris-Werbung ertönen, um dann lautstark mit „Take Me Back“ von der diesjährigen „Time To Ignite“-Scheibe loszuschlagen. Beim folgenden „And I’ll Walk Away“ wurden die Zuschauer aufgefordert, ihre Tanzkünste unter Beweis zu stellen und schon wurde nach dem ruhigen Start von „You Don’t Bring Me Down“ wieder heftig geknüppelt. Als einzige Band machten ITCHY POOPZKID auch Festivalspielchen mit den Anwesenden, die in der Mitte in zwei Lager geteilt wurden und nach einem Gitarrenintro ineinander laufen sollten. Klappte gut und wurde mit „Personality“ belohnt, obwohl Sibbi und Panzer überrascht waren, dass es keine Verletzten gegeben hatte. Die beiden hätten gern auch GUNS’N’ROSES-Allüren an den Tag gelegt und die Außenposten rechts und links der Bühne entsprechend genutzt, so ganz wollte das mit dem Posing aber nicht klappen, deshalb griff man wieder auf eigenes Repertoire zurück und spielte „Silence Is Killing Me“, bevor mit Hinweisen auf Homepage, Gästebuch, die bevorstehende Herbsttour und die sensationell günstigen Band-T-Shirts das Set beendet wurde.

Der Samstag Mittag stand offensichtlich ganz im Zeichen des Punks, auch wenn MUFF POTTER aus Münster (die damit den kürzesten Anreiseweg gehabt haben dürften) ihre Musik als „Angry Pop Music“ bezeichnen. Man durfte bereits als Support für DIE ÄRZTE wirken und blickt inzwischen auf über 400 Konzerte zurück, daneben sind bereits eine ganze Reihe CDs im Umlauf, aktuell wäre hier auf die neue „Steady Fremdkörper“ zu verweisen, der man auch die Singleauskopplung „Wunschkonzert“ entnommen hatte, die uns wissen ließ, dass das Leben kein Ponyhof ist. Den Song „Wenn dann das hier“ vom 2005er Silberling „Von Wegen“ hatten die Münsteraner, die sich nach dem unschuldig des Mordes angeklagten Landstreicher aus Mark Twains „Huckleberry Finn“ benannt haben, dem Autor aus Lüdinghausen gewidmet, dessen religiöse Kinderbücher Drummer Thorsten „Brami“ Brameier lektoriert hat. Übrigens ein Lied über unkatholischen Sex, was sich dahinter genauer verbirgt, ist bei MUFF POTTER direkt zu erfragen. „Von der 2003er „Heute wird gewonnen, bitte!“ schloss sich „Wir sitzen so vorm Molotow“ an, während Sänger Thorsten „Nagel“ Nagelschmidt verriet, dass er sich besonders auf BLACKMAIL freue. Nicht fehlen durfte natürlich der Titelsong „Steady Fremdkörper“ selbst, der Felix Gebhard von HOME OF THE LAME gewidmet war. Außerdem gab es noch „Allesnurgeklaut“ zu hören, wieder verbunden mit dem Hinweis auf eine Band, die noch spielen sollte. Diesmal waren es THE DRAFT, die am Sonntag dran waren und mit deren „Vorgänger“ HOT WATER MUSIC MUFF POTTER 2003 eine 7’’ Split EP gemacht haben. Beendet wurde der Gig, der im hinteren Bereich von einem Engel auf einem großen Backdrop bewacht wurde, mit „Das halbvolle Glas des Kulturpessimismus“, den ich jedoch keinesfalls teilen konnte. War ein vergnüglicher Einstieg in den Nachmittag!

Mit Post-Hardcore aus Long Island/ New York ging’s weiter. Seit der Jahrtausendwende machen FROM AUTUMN TO ASHES beinharte Mucke, wobei sich der Bandname (zu deutsch: „Von Herbst zu Asche“) nicht auf die Jahreszeit bezieht, sondern auf ein fiktives Mädchen, von dem mehrere Lieder der ersten beiden Alben „Too Bad You’re Beautiful“ (2001) und „The Fiction We Live“ (2003) handeln. Auf der Stage ertönten markerschütternde Schreie des Sängers Francis Mark, der damit seinem Nachnamen wahrlich gerecht wurde und sich auch im Folgenden die Lunge aus dem Leib bölkte. Seine Kollegen an den Musikwerkzeugen taten es ihm gleich und sorgten ebenfalls für ein derbes Geknüppel, das von Lichtgewittern und Gitarrengrollen begleitet wurde. Songs wie „Where Do You Draw The Line“ („Abandon for Friends“ – 2005) und „Travel” von der diesjährigen VÖ „Holding A Wolf By The Ears“ fanden jedoch durchaus Zuspruch bei der anwesenden Hörerschaft, die vergeblich um Zugaben buhlte.

Für die verhinderten +44 waren kurzfristig BLACKMAIL aus Koblenz eingesprungen, die direkt von der Leipziger Games Convention nach Lüdinghausen gekommen waren, wo sie u.a. neben den H-BLOCKX am Freitag das musikalische Rahmenprogramm bestritten. Glaubt man Sänger Aydo Abay, lohnt sich der Besuch dieser Veranstaltung jedoch gar nicht, sondern ist „für’n Arsch“. Nun gut, mit Computerspielen hab ich es auch überhaupt nicht, mein nächster Besuch in der ostdeutschen Messestadt dürfte eher dem WGT gewidmet sein. Überhaupt war Herr Abay mal wieder sehr gesprächig. So teilte er uns mit, dass er mit BILLY TALENT-Sänger Benjamin Kowalewicz zeitgleich auf dem Klo gewesen sei und dieser gestunken habe. Ob er mit seinem Vorhaben, sich wegzuschießen und Juliette Lewis klarzumachen, Erfolg hatte, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Beim ersten Teil war er meiner Meinung nach schon recht fortgeschritten, als er auf der Bühne stand. Musik hat der Fünfer übrigens auch noch gemacht und die war einmal mehr ganz hervorragend. Der hymnische Indie-Rock, den die Jungs seit 1994 ausüben, gefällt besonders in der Live-Ausführung ein ums andere Mal und so durften wir uns über Songs wie „Amelia“ („Bliss, Please“ – 2001), „It Could Be Yours“ (Friend Or Foe?“ – 2003) und „Soulblind“ („Aerial View“ – 2006) freuen, die neben den typischen Indie-Zutaten auch kraftvolle Stoner- und Prog-Rock-Ingredienzien beinhalteten und ordentlich knallten.

Zu einem ganz anderen Programmpunkt kamen wir mit der Londoner Formation ART BRUT um Sänger Eddie Argos. Benannt haben sich die Vertreter des New British Wave nach einer besonderen Kunstrichtung, dem „Art Brut“, die vornehmlich autodidaktische Kunstwerke bezeichnet, die abseits des etablierten Kunstsystems entstanden sind – zumeist von psychisch Gestörten, Gefangenen, Außenseitern oder einfach gesellschaftlich Unangepassten. Irgendwo in dieser Aufzählung kann man sicherlich auch Mr. Argos einordnen, wo, das überlasse ich jedoch jedem selbst. Mit seinem speziellen Sprechgesang und ausführlichen Ansagen traf der Herr auf jeden Fall den Geschmack der Festivalbesucher. Man kann der Truppe auch nicht vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben. Nach einer Stunde Spielzeit war bei Eddie nur noch der Hemdkragen trocken und der Drummer, der das Set eh schon im Stehen bestritten hatte, nahm gar auf seinem Arbeitsgerät Aufstellung. Währenddessen suchte der Fronter immer wieder die Nähe des Publikums, auch wenn das den völlig machtlosen Tonmann zur Verzweiflung brachte, wenn er plötzlich im Graben verschwand und anschließend durch die Menge hüpfte. Mit dem schrägen „St. Pauli“ vom aktuellen „It’s A Bit Complicated“ werden ART BRUT übrigens im nächsten Jahr den European Song Contest gewinnen, das steht jetzt schon ebenso fest, wie die Kapelle bereits Nr. 1-Hits in Disneyland und Narnia hatte. Ist ja auch keine Frage, wenn man seine Songs gleich mal „Direct Hit“ nennt! Übrigens ein Stück, das wirklich in die Beine ging, was auch für „Jealous Guy“ oder „Late Sunday Evening“ galt. Auf Wunsch des Publikums wurde kurzerhand das sehr flotte„18,000 Lira“ vom letztjährigen „Bang Bang Rock’N’Roll“ gespielt. Etwas ruhiger ging es mit „Rusted Guns of Milan“ vom gleichen Silberling zur Sache, welches sich dem heiklen Thema „schlechter Sex“ widmete. Grundsätzlich war die Schlagzahl bei ART BRUT jedoch schneller getaktet, wie der Titelsong „Bang Bang Rock’N’Roll“ oder weitere Tracks der Scheibe wie „My Little Brother“ und Moving To L.A.“ eindrucksvoll unter Beweis stellten. Dem konnte sich auch das Fußvolk vor der Bühne nicht entziehen und klatschte und tanzte ebenso enthusiastisch mit.

Den höchsten Finster-Faktor verbuchten am heutigen Tage zweifelsohne THE 69 EYES aus Finnland für sich. Die Hellsinki Vampires waren die schwarzen Paradiesvögel des AREA 4 – pardon AREA 69, wie das Festival später von Sänger Jyrki 69 tituliert wurde, daher war es wohl auch nicht ganz so voll vor der Stage, jedoch hatten sich auch einige Schwarzkittel unter die Menge gemischt, die den Goth Rockern ebenfalls lauschen wollten. Während des Intros mit Soundtrack zu „Lost Boys“ wurde erst einmal ordentlich Nebel in die Luft gepustet, wahrscheinlich war es den Düstermännern um 19.00 Uhr noch zu hell in Lüdinghausen und die Sonnenstrahlen mussten erst durch den Nebel gefiltert werden, bevor es mit „Framed In Blood“ von der 2000er „Blessed Me“ losgehen konnte. Wie üblich trugen die Herrschaften ihre einheitlichen Kutten und boten jede Menge Posing, wobei sich Jyrki 69 heute mit Ansagen auffallend zurückhielt. Stattdessen erhob er seine sonore Stimme zum Gesang und es zeigte sich, dass Songs wie „Never Say Die“ vom aktuellen „Angels“, „Dance D-Amour“ („Paris Kills“ – 2002) oder „Devils“ vom gleichnamigen Album aus 2004 durchaus auch bei den Alternative Rockfans ankamen. Bei „The Chair“ lag das Gelände dann wieder in ähnlichen Nebelschwaden wie am frühen Morgen, dies erlaubte es jedoch Jyrki 69 endlich auch zu seinem Publikum zu sprechen, allerdings galten seine Worte eher Juliette Lewis, der er den nächsten Song „Rocker“ widmete, weil er genau dies in ihr sah. Offensichtlich war das Fräulein Lewis sehr begehrt bei ihren männlichen Kollegen. Man muss allerdings auch sagen, dass sie fast konkurrenzlos war, da kaum weibliche Musiker vertreten waren, was ihren Sexappeal natürlich in keiner Weise schmälern soll, doch dazu später mehr. Noch hielten ja die nordischen Grufties das Zepter in der Hand und zelebrierten ihre melodische schwarze Messe mitsamt Donnergrollen, Mönchsgesängen und Glockenläuten zu „Sister of Charity“. Dazu zauberten die Scheinwerfer Lichtkreuze und bei „Brandon Lee“ ertönte neben hämischem Lachen noch einmal von Ferne ein Donnergrollen. Wie bereits auf dem M’era Luna vor 14 Tagen beendeten die Finnen ihr Set mit „Lost Boys“, bevor sie wieder in ihrer Gruft verschwanden. Sicherlich hat der ein oder andere, der die Band vorher noch nicht kannte, Gefallen an den Jungs gefunden und vielleicht konnte so auch die Fangemeinde ein wenig erweitert werden, neben einer netten Lightshow haben THE 69 EYES auf jeden Fall ansprechende 60 Minuten Dark Rock mit interessanter Optik geboten.

Setlist THE 69 EYES
Intro „Lost Boys“
Framed In Blood
Never Say Die
Dance D’Amour
Devils
The Chair
Rocker
Feel Berlin
Los Angeles
Wings and Hearts
Sister of Charity
Brandon Lee
Perfect Skin
Lost Boys

Eine Schauspielerin, die auch singt, scheint ein Publikumsmagnet zu sein. Zumindest ließ die große Zahl an gespannt wartenden Zuschauern vor dem Auftritt von JULIETTE AND THE LICKS darauf schließen. Und sie sollten von dem Wirbelwind, der die kommende Stunde die Stage in Grund und Boden rockte, auf keinen Fall enttäuscht werden. Während zu den Klängen von IGGY POPs „Nightclubbing“ die LICKS Aufstellung nahmen, stürmte JULIETTE wenig später in einer knallengen schwarzen Latexhose, einem roten Lederoberteil und mit einer gelben Feder im Haar (gemäß dem Albumcover zum letztjährigen „Four On The Floor“) auf die Bühne und stellte gleich mal wieder ihre fast unbegrenzte Beweglichkeit unter Beweis. Die Dame verbiegt sich gern derart, dass man das Gefühl hat, sie müsse jeden Moment nach hinten kippen oder wälzt sich am Boden, dass man sich fragt, woher sie noch die Luft zum Singen nimmt. Offensichtlich wird ihr zumindest warm, denn schon bald musste das rote Oberteil dran glauben und weiter ging’s im engen weißen Rippshirt. Miss Lewis, die mit Filmen wie „Kap der Angst“, „Natural Born Killers“ oder „From Dust Till Dawn“ bekannt geworden ist, hat auf jeden Fall jeden Zweifel ausräumen können, ob sie denn wohl überhaupt bei Stimme sei. Wie auch schon beim Hurricane im Juni wurden keine Gefangenen gemacht und die Songs nur so rausgerotzt, dass es eine wahre Freude war, sie agieren zu sehen. Knaller wie „Inside The Cage“, „Bullshit King“, „Get Up“ (die Story der LICKS, bei der sie ihre Sangeskünste auch a cappella präsentierte) oder „Purgatory Blues“ (allesamt vom aktuellen Longplayer) ließen es ordentlich krachen und brachten die Reibeisenstimme der umtriebigen Amazone mit Hummeln im Hintern bestens zur Geltung. Für die „Disco-Motherfucker“ (O-Ton Lewis) gab es noch eine fette Cover-Version des DONNA SUMMER-Hits „Hot Stuff“, dem ein gemeinsames Auftrommeln der gesamten Kapelle folgte, bevor sich der Sturm über dem Flugplatz Borkenberge mit dem Verschwinden des langhaarigen Wirbelwindes wieder legte.

Wer uns als Nächstes erwartete, war bereits dem roten Neon-Schriftzug zu entnehmen, der groß im Hintergrund der Bühne prangte. THE HIVES! Die Schweden, die sich ganz bescheiden gern als beste Band der Welt bezeichnen und ausschließlich in maßgeschneiderten schwarz-weißen Anzügen auftreten, beehrten das AREA 4. Spätestens seit ihrem Album „Veni Vidi Vicious“ aus dem Jahr 2002 hat sich das Quintett in die Herzen vieler Alternative Fans gespielt, entsprechend voll war es auch vor der Stage als zuerst Drummer Chris Dangerous, dann Nicholaus Arson, Vigilante Carlstroem (beide Gitarre & Gesang), Dr. Matt Destruction und zuletzt Fronter Pelle Almqvist die Bühne enterten. Aktuell besteht die Arbeitskleidung aus schwarzen Anzügen mit weißen Taschen- und Kragenbesätzen, schwarz-weiß gestreiften Krawatten und weißen Schuhen. In Kombination mit dem Emblem auf der Brusttasche wirkte das Outfit very british und hätte hervorragend zu einem englischen Elite-College gepasst. Gleiches konnte man von der Musik allerdings nicht sagen, die war alles andere als steif und lud zum kollektiven Feiern ein. Den Anfang machte „Abra Cadaver“ vom inzwischen auch schon wieder drei Jahre alten „Thyrannosaurus Hives!“, dem eine rasante Rock’N’Roll-Show folgte, die den Namen „A Little More For Little You“ trug. Der Aufforderung zum Schreien und Klatschen kamen die Anwesenden umgehend nach und erfreuten sich zuerst daran, dass Pelle im Graben auf Tuchfühlung mit den ersten Reihen ging, um im Anschluss die Hymne „Walk Idiot Walk“ zu genießen. Nach der Bandvorstellung folgte das schnelle „No Pun Intended“, bevor es neues Zeugs zu hören gab. THE HIVES basteln an einem neuen Album, das am 12. Oktober das fahle Licht der Plattenläden erblicken und den schönen Namen „The Black And White Album“ tragen soll. Insgesamt drei neue Titel (darunter die erste Singleauskopplung „Tick, Tick, Boom“ und ein Track namens „Try It Again“) haben die HIVES vorgestellt, die es alle ordentlich krachen und die Vorfreude auf die neue Langrille wachsen ließen. Nicht fehlen durften natürlich auch Smasher wie „Hate To Say I Told You So“, welches wie „Die, All Right“ der 2002er VÖ entsprungen war. Bei „Diabolic Scheme“ setzte plötzlich die Musik aus und die Band verharrte eine geschätzte halbe Ewigkeit mitten in der Bewegung, gerade so, als habe jemand die Pause-Taste gedrückt. Irgendwann hatte dieser Jemand auch wieder die Play-Taste gefunden und es ging mit „Two-Timing Touch And Broken Bones“ in die letzte Runde des regulären Sets. Ohne Zugabe konnten die smarten Schweden natürlich nicht gehen und so wackelte das Münsterland noch mal angesichts der Hüpfbewegungen, zu denen Pelle das AREA 4 animierte, bevor „Main Offender“ der letzte Beitrag der HIVES zu diesem überaus gelungenen Konzert werden sollte, die mit ihren treibenden Sound-Mix aus Sixties und Seventies einmal mehr begeisterten.

Standen noch die Punkrocker BILLY TALENT und eine unvermeidbare Heimfahrt von ca. 70 Minuten Dauer an. Schweren Herzens siegte die Vernunft gemeinsam mit der doch langsam aufkommenden Müdigkeit (man ist halt keine Zwanzig mehr) über meinen musikalischen Heißhunger und ich machte mich auf den Weg nach Hause. Wie ich verlässlichen Quellen entnehmen konnte, ist mir dadurch ein schweißtreibender Auftritt der Kanadier entgangen, die sich bis 0.50 Uhr einmal quer durch ihre beiden Alben „Billy Talent“ (2003) und „Billy Talent II“ (2006) gespielt haben und so die Stimmung zum Kochen brachten. Mit dabei waren sicher auch Hits wie „Try Honesty“, „The Ex“, „Devil In A Midnight Mass“, „Red Flag“, „Fallen Leaves“ und natürlich „Surrender“. Und beim nächsten Mal bin ich auch wieder am Start!

Copyright Fotos: Daniela Vorndran

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