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AS I LAY DYING – SKELETONWITCH

Ort: Dortmund - FZW

Datum: 04.08.2011

Der Donnerstag vor dem ersten August-Wochenende in Verbindung mit schweren Klängen. Wer würde da nicht als allererstes auf das weltweit größte Metal-Festival im beschaulichen Wacken kommen, zumal das Thema seit einigen Jahren immer mehr gehypt und in den Medien omnipräsent war. Doch an diesem Donnerstag gab es auch in Dortmund eine Alternative, sich eine ordentliche Portion Metal abzuholen. Das Visions Magazin veranstaltete ungeachtet des Wacken Open Airs ein „Visions in concert“ im Dortmunder FZW und lud damit alle Daheimgebliebenen ein, bei SKELETONWITCH und AS I LAY DYING ordentlich die Matte zu schütteln.

Wem dabei die Formulierung „ordentlich die Matte schütteln“ nun zu klischeehaft scheint, der hätte dabei sein sollen, als pünktlich um 20 Uhr SKELETONWITCH die Bühne betraten. Diese Band war Heavy Metal und diese Band war durch und durch Klischee. Und zwar so ziemlich jedes, das es in dieser Musikrichtung gibt. SKELETONWITCH kamen als langhaarige und bärtige und tätowierte Kerle auf die Bühne, reckten ihr Bier Richtung Publikum und rockten los. Im Hintergrund prangte ein großes Backbanner mit gezeichneten Totenköpfen, das wunderbar Ende der 80er/ Anfang der 90er in der Hochzeit des Thrash-Metals hätte entstanden sein können. Und genauso klangen SKELETONWITCH dann auch. Eine Prise Death Metal, eine Schüppe Black Metal und fertig ist der Mix, den die Band aus den USA zum Besten geben. Der Gesang wechselte hin und wieder von Kreischen zum Growlen, die Songs präsentierten sich mal grooviger, gaben dann wieder richtig Gas und die Songtitel wie „Strangled by unseen hands“ oder „Beyond the permafrost“ passten perfekt ins Gesamtkonzept. Neben einer gut ausgesuchten Melange von Songs der letzten beiden Alben präsentierten SKELETONWITCH dann aber auch zwei neue Titel vom im Oktober erscheinenden Album „Forever abomination“. Dem leider nicht sehr zahlreich erschienenen Publikum gefiel es und die Songs wurden mit ordentlichem Applaus bedacht. Insgesamt war das FZW leider nicht wirklich gut gefüllt, vielleicht waren doch eine Menge Ruhrpott-Metaller weiter gen Norden gezogen. Dennoch konnten SKELETONWITCH als Vorband und Opener in den rund 30 Minuten eine gute und Spaß machende Show präsentieren. Besser als Sänger Chance Garnett hätte man die Abschiedsworte nicht wählen können (zumindest nicht als Frontmann dieser Band): “Drink beer, smoke weed and eat some fucking pussy!“

Setlist SKELETONWITCH
Upon wings of black
Submit to the suffering
Crushed beyond dust
Reduced to the failure of prayer
Beyond the permafrost
Sacrifice for the slaughtergod
Strangled by unseen hands
Infernal resurrection
Within my blood

Dann wurde es Punkt 21 Uhr dunkel und das Intro von AS I LAY DYING erklang. Bereits am Eingang wurde auf einen pünktlichen Konzertbeginn hingewiesen. Vielleicht wollte die Band sich schonen und musste früh ins Bett, um… da wären wir wieder beim Einstiegsthema… am Wochenende beim Auftritt in Wacken fit zu sein. Zunächst allerdings gab die Band um Fronter Tim Lambesis ordentlich Gas und gleich beim zweiten Song „The sound of truth“ machte das Publikum begeistert mit und startete einen ersten kleinen Circle Pit. Hier spätestens bedauerte man ein wenig die geringe Anzahl der Fans, denn nach jedem Circle Pit wurde das Loch in der Mitte des Saales ein wenig größer und weniger aktive Fans rückten immer ein wenig weiter nach außen. Das lag nicht zuletzt an einigen kickboxenden Selbstdarstellern, die aus der Ferne betrachtet zwar ganz witzig anzusehen waren, doch in dessen Nähe man sich dann lieber doch nicht aufhalten wollte. Die Band holzte sich indes perfekt eingespielt von Song zu Song, auch wenn man betonte, das sei der erste Gig der nun folgenden Europa-Tour. Die als neu angekündigten Titel des „The powerless rise“ Albums haben nun auch schon fast 1 ½ Jahre auf dem Buckel und konnten lauthals mitgegröhlt werden.

Die Kalifornier hatten das Publikum von Anfang an im Griff, die Songauswahl machte es den Pionieren des Metalcores aber auch ziemlich leicht. Gesanglich wechselte man vom starken Gegrunze des Sängers Tim Lamesis zum cleanen Gesang des Gitarristen Josh Gilbert, der seit 2007 bei AS I LAY DYING mit an Bord ist. Mir persönlich hätten sich die Anteile des cleanen Gesangs etwas mehr in Grenzen halten können, insgesamt machten aber beide ihre Sache ganz amtlich. Mehr als nur amtlich war die zweite Hälfte des Sets, wo zunächst bei „Nothing left“ von ganz alleine ein Circle Pit losbrach und das Publikum noch ein wenig mehr abging. Danach jagte ein Hit den anderen und es gab kaum Verschnaufpausen. Gerade „Forever“ wurde lauthals mitgegrölt und bei „Confined“ kam dann auch endlich die obligatorische und scheinbar schon lang ersehnte Wall of Death, bevor dann bei „94 hours“ plötzlich Schluss war. Die Band bedankte sich noch artig, verließ dann aber trotz lautstarker Zugabe-Rufe die Bühne nach ziemlich genau einer Stunde und kam auch nicht wieder.

Spannend ist der Vergleich der Setlist des Konzertes in Dortmund mit der vom Wacken. Sie gleichen sich nämlich ganz genau und so bleibt der Beigeschmack, dass die Show im FZW lediglich eine öffentliche Probe für das folgende Festival war. Insgesamt war es sicherlich ein recht gutes Konzert, aber mit einer Stunde Spielzeit und keiner Zugabe dann doch für eine Headliner-Show einfach zu wenig und so sah man doch einige verwirrte und verärgerte Gesichter.

Setlist AS I LAY DYING
Intro
Within destruction
The sound of truth
Upside down kingdom
Through struggle
An ocean between us
Anodyne sea
Condemned
Parallels
Nothing left
Forever
Confined
94 Hours

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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