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ASP

Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 26.09.2010

Nach wochenlanger „Abstinenz“ stand für uns heute mal wieder ein Konzert auf dem Plan und dann auch noch ein richtig gutes. ASP hatten in den Ringlokschuppen geladen, um ihren Fans eine ganz besondere Show zu bieten. Kann ich mit einigen Aussagen der Band im Vorfeld der Tour nicht sonderlich viel anfangen und finde sie zum Teil eher albern, gefällt mir die Musik der Frankfurter im Gegensatz dazu doch ausnehmend gut. Ab und an braucht man ja auch mal was „Dunkles“ und so kam uns der kurze Ausflug nach Bielefeld am Sonntagabend gerade recht. Im Vorfeld der „Es lebe Wir“-Tour durften die Fans ja aus der Bandhistorie ihre fünf Favoriten wählen, welche dann an jedem Abend der Tour auf jeden Fall gespielt werden würden. Eine weitere Besonderheit war, dass man auf eine Vorband verzichtete und eine fulminante Rockshow versprach. Ganz getreu dem Motto: Es lebe wir! Ohne großen Schnickschnack.

Als wir eine halbe Stunde vor Beginn die große Halle betraten, sah man zwar erstmal schwarz, aber noch nicht so viel, wie wir erwartet hätten. Dies sollte sich zwar später noch ändern, aber es blieb doch dabei, dass jeder einzelne noch genügend Platz hatte. Vor der Bühne hatten sich schon einige Hardcorefans eingefunden, die den Abend über immer mal wieder lautstark auf sich aufmerksam machten und auch sonst war ich mit meiner grauen Hose schon vergleichsweise bunt gekleidet. Um 20 Uhr ging es dann los und zu einem Intro („Kyrie Eleison“) betraten die Akteure nach und nach die Bühne, um dann alsbald direkt zu „Maybe“ vom zweiten Teil des Schwarzen Schmetterlings Zyklus überzugehen. Die Zuschauer gingen von Anfang an mit, was man ja aus Ostwestfalen eher nicht so gewohnt ist, aber dafür umso mehr Spaß machte. Weiter in der Bandhistorie ging es mit „Schwarzer Schmetterling“ und dem noch recht aktuellen „Ich bin dein Meister“ vom „Zaubererbruder“ Longplayer. Der Sound an diesem Abend war ziemlich gut und auch die Lichtshow war ordentlich auf die einzelnen Songs abgestimmt, so dass alles wirklich relativ perfekt zusammen passte und auf einen gelungenen Abend hindeutete. Es folgten „How far would you go“, das bei mir sehr beliebte „Nie mehr“ und das inzwischen auch schon fast wieder ein Jahr alte „Wer sonst“. Ich hatte ja gedacht, dass man an diesem Abend vielleicht mal den einen oder anderen neuen Song vorstellen würde, aber da wurde ich leider enttäuscht und so ging es einfach weiter mit der Best Of Show. Da ging es dann zunächst mit „Weltunter“, den heute aus der Konzertwelt nicht mehr wegzudenkenden Mitsingspielchen und „Demon Love“ wieder weiter zurück in der Bandgeschichte zu einem meiner Lieblingsalben neben „Aus der Tiefe“. Das wurde auch gleich mit dem anschließende „Me“ gewürdigt. ASP rockten ordentlich und das Publikum kochte immer mehr, klatschte und sang lautstark mit. Der Meister hatte seine Schäfchen auf jeden Fall gut im Griff und sie folgten ihm willig. Immerhin hatte man die Hälfte inzwischen geschafft, zeigte aber noch keine großen Ermüdungserscheinungen und so ging es direkt ohne Pause mit „Raserei“ und „Duett – Minnelied der Incubi“ weiter. Meiner Meinung nach hatte man auf dieser Tour eine gute Mischung aus alten und neuen Liedern gefunden, aber die wirklichen Klassiker hatte man sich natürlich für den Schluss aufgehoben. So gab es nach „Biotopia“, eines der von den Fans gewünschten Stücke, und „Krabat“ mit „Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe)“ DAS ASP Stück schlechthin auf die Ohren und gleichzeitig bekam der Erstling „Hast du mich vermisst“ schon zum zweiten mal seine wohlverdiente Aufmerksamkeit. Den Abschluss des Hauptteils bildeten dann „Sanctus Benedictus“ und das von mir sehr geschätzte „Werben“, bei welchem alle noch mal mitsingen durften, beinhaltete es doch mit „Ich ist tot, es lebe wir“ das Tourmotto.

Abgang ASP mit gleichzeitigem Anschwellen der Zugabe-Rufe und natürlich ließ man die Fans nicht lange warten und präsentierte mit „Isobel Goudie“ ein mir unbekanntes Stück, was sich aber ganz leicht damit erklären lässt, dass diese auf 1999 Stück limitierte Auskopplung nur auf der „Ich bin ein wahrer Satan-Tour“ gegen Vorlage von 4 Coupons aus den gleichnamigen Singles erhältlich war. Und an dieser Stelle sollten sich ASP mal überlegen, ob sie wirklich etwas gegen die Kommerzialisierung der schwarzen Szene sagen sollten, weil so schön solche Aktionen für die Fans vielleicht sein mögen, aber was ist das sonst als Kommerz?! Aber darüber will ich hier nicht diskutieren, sondern lieber erwähnen, dass die zweite Zugabe aus „Schwarzes Blut“ bestand woraufhin ein erneuter Abgang der Band folgte. Aber im Grunde wussten alle, die nicht zum ersten Mal ein ASP Konzert besuchten, dass da noch was fehlte und so erschien man ein letztes Mal, um das mitreißende „Sing Child“ und natürlich „Ich will brennen“ zum Besten zu geben. Während in der Halle noch ordentlich gefeiert wurde (auch ein Fanmeeting stand später noch an), begaben wir uns aber schon mal zum Auto um dem größten Ansturm zu entfliehen.

Auch wenn ich mit manchen Aussagen von ASP nicht konform gehe, haben wir an diesem Abend ein unterhaltsames Konzert einer sehr spielfreudigen Band gesehen, das auch den Zuschauern jede Menge Spaß gebracht hat. Gerne wieder und hoffentlich bald ein neues Album.

Setlist ASP
Maybe
Schwarzer Schmetterling
Ich bin dein Meister
How far would you go
Nie mehr
Wer sonst
Weltunter
Demon Love
Me
Raserei
Duett – Minnelied der Incubi
Die kleine Ballade vom schwarzen Schmetterling Biotopia Krabat Kokon
Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe) Sanctus Benedictus Werben

Isobel Goudie
Schwarzes Blut

Sing Child
Ich will brennen

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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