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AVANTASIA

Ort: Essen - Grugahalle

Datum: 19.12.2010

Als vor 10 Jahren der erste Teil der Metal-Oper „Avantasia“ auf den Markt kam, war der Einstieg in die Top 20 der deutschen Verkaufscharts beinahe sensationell. Auf die Beine gestellt von dem aus Hessen stammenden, nur Insidern bekannten Sänger Tobias Sammet, dessen Hauptband EDGUY kaum größeren Bekanntheitsgrad genoss. Die aktuellen Veröffentlichungen „The Wicked Symphony/ Angel Of Babylon“ schaffen es inzwischen locker in die Top Ten. Das heutige Konzert in der Essener Grugahalle stellt den Schlusspunkt einer Konzertreise dar, die vorher u.a. erfolgreich Station in Japan und Südamerika gemacht hat.

Trotz der äußerst widrigen Wetter- und Verkehrsverhältnisse kann sich der Veranstalter auch heute Abend über eine sehr gut gefüllte Halle freuen. Der Einstieg in die Setlist erfolgt mit den beiden Openern „Twisted Mind“ und „The Scarecrow“ vom 2007er Album „The Scarecrow“. Das ganze präsentiert auf der richtig großen Bühne, ohne Lightshow, ohne Pyros, ohne Videowand, aber dafür (neben Tobias Sammet) mit folgenden Könnern am Mikro: Jorn Lande (MASTERPLAN), Michael Kiske (Ex-HELLOWEEN), Kai Hansen (GAMMA RAY, Ex-HELLOWEEN), Bob Catley (MAGNUM), Amanda Somerville und Oliver Hartmann. Das Repertoire umfasst heute Titel aus allen bisherigen AVANTASIA-Veröffentlichungen, wird aber keineswegs chronologisch präsentiert. Und ein Übersong folgt dem anderen. Beispiele gefällig? „The Tower“, „Breaking Away“ und „Avantasia“ vom Part 1 werden überschwänglich abgefeiert. Kai Hansen brilliert im ursprünglich von Jon Olivia eingesungenen „Death Is Just A Feeling“. Michael Kiske („Michael mach uns den Klaus“) lässt bei „Dying For An Angel“ den Frontmann der SCORPIONS vergessen. Gänsehautmomente gibt es nicht nur für alle HELLOWEEN-Fans, wenn die Gründungsmitglieder Michael Kiske und Kai Hansen nach Jahrzehnten wieder gemeinsam auf der Bühne rocken. Plaudertasche Tobias Sammet nimmt sich heute erfreulich zurück (nur zwei Witze unterhalb der Gürtellinie) und beweist ein gutes Maß an Selbstironie bei der Ankündigung des größten und bisher einzigen Single-Hits „Lost In Space“.

Fazit: Fast drei Stunden (okay, inklusive Vorstellung der gesamten AVANTASIA-Mannschaft) Melodic Metal vom Feinsten und die Gewissheit, ein in dieser Zusammensetzung bestimmt einmaliges Konzert erlebt zu haben. Und das bei moderaten Eintrittspreisen und sehr gutem Sound! Da darf ruhig mal, wie von Jorn Lande eingeworfen, an ebenfalls legendäre Rockpalast-Auftritte an gleicher Stätte erinnert werden.

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