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AVANTASIA

Ort: Oberhausen - Turbinenhalle

Datum: 25.04.2013

Da schlugen Ruhrpott-Metaller-Herzen höher, als im letzten Jahr die Mitteilung kam, dass AVANTASIA im Jahr 2013 endlich auf große Tour gehen würden und auch Oberhausen auf ihrer Route fest eingeplant hatten. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Ende März AVANTASIAs neuestes Werk „The mystery of time“ erschien, wäre bei einer normalen Band eine dazugehörige Tour keine wirkliche Überraschung. Bei den im Jahre 2000 durch den EDGUY-Sänger Tobias Sammet als Soloprojekt gegründete Formation allerdings schon, denn AVANTASIA lebt seit jeher von einer unglaublich großen Anzahl an überragenden Gastsängern des Genres. Dementsprechend schwierig ist es, natürlich wenigstens einen Teil dieser Sänger mit auf Tour zu nehmen und alle unter einen Hut zu bringen. 2013 war dies also geglückt und das Line-Up ließ sicherlich einige Freudentränen kullern: Eric Martin von MR. BIG war an Bord, Michael Kiske (Ex-HELLOWEEN, UNISONIC), Bob Catley (MAGNUM), Ronnie Atkins (PRETTY MAIDS), Thomas Rettke (HEAVENS GATE) und Amanda Somerville.

Dementsprechend voll war die Turbinenhalle schon etwa eine Stunde vor dem für 20.30 Uhr angekündigten Konzertbeginn und obwohl selbst der hintere Bereich der Halle geöffnet war, war diese an diesem Abend nahezu ausverkauft. Dies freute insbesondere Tobias Sammet, der später verkünden sollte, dass man bisher in Hamburg in einer kleinen und ausverkauften Halle gespielt habe, in Berlin in einer großen Halle, aber leider vor kleinem Publikum und sich daher umso mehr freue, in Oberhausen nun beides zu haben: Eine große Halle und ein großes und enthusiastisches Publikum. Dass dieses so war, verdankten AVANTASIA in erster Linie sich selbst, denn ab der ersten Minute zeigte sich die Band in allerbester Spiellaune und hatte zudem eine grandiose Lightshow zu bieten, die die Songs umso mehr optisch unterstützte. Die Setlist konnte sich ebenfalls sehen lassen und bot Songs aller Alben der Band. Zu Beginn kamen gleich 2 Songs vom neuen Werk an den Start, hier trat erstmals Ronnie Atkins zu Tobias Sammet auf die Bühne. Alle auf Tour mitgekommenen Sänger waren bester Laune und bei bester Stimme, und dass dieses Konzert mehr war als einfach nur eine Combo, die seit Jahren zusammen auf der Bühne steht, zeigten kleine Unperfektheiten ebenso wie die sympathischen/ schwachsinnigen Ansagen und Unterhaltungen zwischen den Songs. Da ging es bei einem zu niedrig eingestellten Mikro z.B. darum, ob Ronnie Atkins denn mit seinem Schwanz singen könne. Sammet meinte bestätigen zu können, dass dies durchaus möglich sei. Metaller-Humor at its best also. Dem Publikum gefiel es, wohl gerade auch deshalb, weil AVANTASIA es nie übertrieben und immer schnell zurück ins Set fanden.

Höhepunkte der Show gab es viele, sicherlich zählte die Auftritte von Michael Kiske auch zu diesen, denn fast immer wenn dieser die Bühne betrat gab es Sprechchöre mit seinem Namen. Ein weiteres absolutes Highlight war das Duett von Tobias Sammet mit Amanda Somerville bei „Sleepwalking“. Grandios wie die beiden stimmlich zueinander passten, ein absoluter Gänsehaut-Moment! Ein klein wenig unfreiwillig komisch wurde die Ansage von MR. BIGs Eric Martin zu „Promised Land“, als sich dieser mit einem Satz auf Deutsch „einschleimen“ wollte, seinen Zettel aber scheinbar nicht lesen konnte und so sagte „Komm in mein Schloß und fuck“. Gemeint war „Komm in mein Schloß und ich singe Dir meine AVANTASIA-Plattensammlung“. Dafür brauchte Martin dann aber zahlreiche Anläufe. Doch die Fans waren alles im allem unglaublich pflegeleicht und sangen textsicher alle Songs mit, schwenkten an den epischen Stellen die Arme durch die Luft (und von diesen Stellen gibt es bei AVANTASIA weiß Gott eine Menge) und spendeten lautstarken Applaus. Die von Tobias Sammet angekündigten 3 Stunden, die die Show dauern sollte, waren dabei fast schon am Ende des regulären Sets erreicht. Natürlich ließ man AVANTASIA nicht so einfach gehen und so kehrte die Band unter tosendem Applaus zurück, um weitere 3 Songs zu spielen, das abschließende „Sign of the cross“ dann sogar in ganz großer Besetzung mit allen Beteiligten. Insgesamt wurden an diesem Abend fast 200 Minuten kurzweilig grandioser Metal/ Rock-Show geboten, die unglaublich viel Lust auf eine Wiederholung gemacht haben.

Setlist
Intro: Also Sprach Zarathustra (Theme from 2001: A Space Odyssey)
Spectres (Tobias Sammet)
Invoke the Machine (Ronnie Atkins / Tobias Sammet)
Black Orchid & Prelude (Ronnie Atkins / Tobias Sammet)
Reach Out for the Light (Michael Kiske / Tobias Sammet)
Breaking Away (Michael Kiske / Tobias Sammet)
The Story Ain’t Over (Tobias Sammet / Bob Catley)
The Great Mystery (Tobias Sammet / Bob Catley)
Scales of Justice (Thomas Rettke)
What’s Left of Me (Eric Martin / Tobias Sammet)
Promised Land (Eric Martin / Tobias Sammet)
Sleepwalking (Tobias Sammet / Amanda Somerville)
The Scarecrow (Ronnie Atkins / Tobias Sammet)
Stargazers (Oliver Hartmann / Michael Kiske / Ronnie Atkins / Tobias Sammet)
Farewell (Tobias Sammet / Amanda Somerville / Michael Kiske)
Shelter from the Rain (Michael Kiske / Tobias Sammet / Bob Catley)
In Quest For (Bob Catley / Tobias Sammet)
The Wicked Symphony (Bob Catley / Ronnie Atkins / Thomas Rettke / Tobias Sammet)
Lost in Space (Tobias Sammet)
Savior in the Clockwork (Ronnie Atkins / Eric Martin / Tobias Sammet)
Twisted Mind (Atkins/ Eric Martin / Tobias Sammet)
Dying for an Angel (Tobias Sammet / Eric Martin)

The Seven Angels (Michael Kiske / Tobias Sammet / Bob Catley)
Avantasia (Michael Kiske / Tobias Sammet)
Sign of the Cross (Alle)

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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