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AXEL RUDI PELL – VENGEANCE

Ort: Bochum - Zeche

Datum: 01.10.2006

Donnerschlag! Ein Blick auf die sorgfältig konservierte Eintrittskarte lässt keinen Zweifel aufkommen. Das letzte mit den holländischen Spaßrockern VENGEANCE besuchte Konzert liegt schlappe 19 Jahre zurück (damals in der ehrwürdigen Hunky Dory Music Hall in Detmold). Mal schauen, was die Jungs noch drauf haben. Der als Opener dienende Klassiker „Take It Or Leave It“ (vom gleichnamigen 87er Album) und das brandneue „Back In The Ring“ (vom gleichnamigen aktuellen Longplayer) beweisen, dass man damals wie heute ein super Songmaterial im Köcher hat. Zwar ist die Reaktion des Publikums anfangs noch ein wenig verhalten, aber mit zunehmender Spieldauer kommt mehr und mehr Begeisterung auf, die sich die Band durch weiterhin klasse Songs wie „Take Me To The Limit“ oder „She’s The Woman“ redlich verdient. Immer wieder versuchen die Musiker den Kontakt zum Publikum herzustellen, zeigen sich äußerst agil und mit viel Spaß in den Backen. Allen voran Frontmann Leon Goewie, der wie aufgedreht über die Bühne fegt und auch nicht davor zurückschreckt, sich zunächst eine Wasserflasche und später einen gefüllten Bierkrug auf den Kopf zu stülpen. Wenn man das geübt hat, bleibt beim Bierkrug ungefähr die Hälfte des Inhalts im Glas!

Zu den Klängen eines folkloristischen Intros (u.a. „Auld Lang Syne“) betreten AXEL RUDI PELL und seine Mitstreiter dann die Bühne. Nach dem bestens zum Abrocken geeigneten „Fly To The Moon“ vom aktuellen Album „Mystica“ begrüßt Axel seine Fans zum zweiten Konzertabend in Folge in seinem „Wohnzimmer“. Dass der blonde Gitarrenzauberer erstklassige Musiker um sich geschart hat, ist seit langem kein Geheimnis. Die eingebauten Soloparts von Tastenmagier Ferdy Doernberg und Drumtier Mike Terrana zeigen dies. Trotzdem muss die Leistung von Johnny Gioeli heute hervorgehoben werden: Absolute Weltklasse, wie der Shouter z.B. den „Masquerade Ball“ interpretiert. Beim kurz angestimmten „Still Of The Night“ von WHITESNAKE kommen Wünsche hoch, David Coverdale möge nur annähernd so kraftvoll klingen. Zum traditionellen Akustikpart versammelt sich die komplette Band am Bühnenrand, wobei Mike Terrana seine Bongotrommeln im Gepäck mitführt. Auf dem Programm stehen „Love Gun“ von KISS und „Oceans Of Time“ aus der eigenen Feder. Wo wir gerade bei einer Coverversion waren, natürlich sorgt auch heute der RAINBOW-Klassiker „Temple Of The King“ für Gänsehautfeeling. Und natürlich tastet sich auch heute Ferdy Doernberg Meter für Meter Richtung Bühnenmitte vor, um schließlich (inzwischen sein Keyboard geschultert) ein musikalisches Duell mit Saitenhexer Axel auszufechten.

Neben soviel Vertrautem fällt auf, dass Titel vom neuen Album (wie „Rock The Nation“ oder der geile Titelsong „Mystica“) beim Anhang super ankommen und gehörig abgefeiert werden. Ein oder zwei weitere Tracks von der aktuellen Produktion hätten es ruhig mehr sein können. Der Zugabeteil mit den Krachern „Fool Fool“ und „Carousel“ bringt die Zeche (die übrigens auch bei diesem Zusatzkonzert sehr gut besucht ist) letztmalig zum Kochen. Da es sich um den Tourabschluss handelt, versammeln sich abschließend die Mitglieder beider Bands noch einmal auf der Bühne. Axel bedankt sich u.a. für die kürzlich erhaltene Platinauszeichnung (700000 verkaufte CDs). Gerüchte, dass es sich bei den laufenden Shows um eine Abschiedstournee gehandelt hätte, werden dementiert. Na dann: Bis demnächst in Axels Wohnzimmer!

Copyright Fotos: Torsten Hellge

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