Konzert Filter

BEATSTEAKS – KRAFTKLUB

Ort: Münster - Halle Münsterland

Datum: 14.03.2011

Die „BEATSTEAKS aus Berlin“ kommen in die Stadt und alle wollen hin! Jedenfalls konnten sie an einem Montag problemlos genügend Anhänger mobilisieren, um die mehrere tausend Personen fassende Halle Münsterland restlos auszuverkaufen! Aber mit ihrer aktuellen Platte „Boombox“ sind die Jungs auch als Klassenprimus in den Deutschen Charts in Erscheinung getreten und über die Jahre haben sie eine stetig wachsende Schar von Anhängern zu verbuchen, so dass die Beatsteaks momentan auch die Früchte ihrer Jahrelangen Arbeit auf den Bühnen und Festivals der Republik ernten!

Als erstes war es aber die Aufgabe von KRAFTKLUB, als Vorband die Halle Münsterland in Stimmung zu bringen. Dies war allerdings kein Problem, da kurz vor deren Auftritt BEATSTEAKS-Bassist Thorsten die Bühne betrat und mit einem symbolischen Zauberstab ausgerüstet das Münsteraner Publikum auf den Supportact einschwor und darum bat, gehörig abzugehen! Pflichtbewusst und trotz des Wochenanfangs keine Startschwierigkeiten zeigend, nahmen die Zuschauer ihren Auftrag ernst und gingen gleich beim ersten Song von KRAFTKLUB gut mit. Die Herren aus Chemnitz waren mit Collegejacken bekleidet und kredenzten den Anwesenden eine Mischung aus deutschem Sprechgesang und an die HIVES erinnernden Rock ´n Roll, der mit viel Spielfreude und Bewegung auf der Bühne präsentiert wurde! Das ganze wirkte irgendwie sehr „nerdig“ aber auch äußerst sympathisch, besonders als beim Eröffnungstrack „Ich hau rein“ AC/DCs „Thunderstruck“ kurz angespielt wurde. So war der halbstündige Gig sehr kurzweilig und die Band ließ es sich besonders ob der positiven Resonanzen nicht nehmen, zwischen Songs Wie „Liebe“ oder „Karl-Marx-Stadt“ Lobgesänge auf Münster anzustimmen. Ein Auftritt für die erste Band des Abends kann auch durchaus schlechter laufen.

Um kurz nach 21 Uhr ertönte das Intro zum Auftritt der BEATSTEAKS und hinter der Bühne wurde das Banner der Band unter tosendem Applaus gehisst! Was danach folgte, war als absoluter Selbstläufer zu bezeichnen, die BEATSTEAKS hatten ihr Publikum von Anfang an im Griff. Die Zuschauer gerieten beim Eröffnungstrack „Atomic Love“ gleich in Bewegung und man merkte, dass sie wie ausgehungert auf die Livevisite der Jungs aus Berlin gewartet hatten. Sänger Arnim machte seinem Ruf als souveräner Bandleader und erprobter Kämpfer an der Konzertfront alle Ehre und animierte unentwegt das Publikum, welches für derartige Motivation äußerst empfänglich war! Ohne große Umschweife folgte das flott gerockte „Behaviour“, das mit seinem schnellen und punkigen Charakter dem Bewegungsdrang der Zuschauer perfekt entgegen kam. Danach zeigte sich Chefbeatsteak Arnim sehr fürsorglich und erkundigte sich beim Publikum nach dessen Empfinden, bevor es mit dem aus Funk und Fernsehen bekannten „Milk and Honey“ einen weiteren Track der aktuellen „Boombox“ CD zu hören gab! Bei dem sehr eingängigen Song wechselte Gitarrist Peter Baumann an die Tasten und der irgendwie leichtfüßig anmutende Titel sorgte bei allen Anwesenden für weitere Steigerungen der guten Laune, was die Mädels und Jungs vor der Bühne zum Mitsingen des Refrains bewegte und am Ende des Liedes zu BEATSTEAKS-Sprechchören führte. Die Herren Musiker konnten sich also glücklich schätzen und ein übers ganze Gesicht strahlender Sänger hielt dafür als Beweis hin. Es folgte ebenfalls unter hübscher Bühnenbeleuchtung in Szene gesetztes neues Liedgut in Form von „Cheap Comments“, bevor „Monster“ vom Album „Smack Smash“ den Reigen fortsetzte. Auch hier ging vor der Bühne ordentlich was ab und so war vom Sänger „ …Ihr seid bis jetzt das bester Publikum der Tour“ zu vernehmen, bevor er etwas Wasser in die ersten Reihen verteilte. Doch die Münsteraner lehnten sich nicht zurück, sondern sahen sich eher in der Bringschuld, weiterhin der Band aus der Hand zu fressen und konsequent weiter zu feiern und zu rocken. Zum Glück können die Hauptstädter auf ein ausreichendes Repertoire packender Songs zurückgreifen, weshalb auch in der weiteren Spielzeit das Stimmungslevel locker gehalten werden konnte. Dafür verantwortlich waren Stücke älteren Baujahrs wie „ To Be Strong“, „Summer“ oder auch „Panic“, die an die hungrige Meute verfüttert wurden und genauso bekömmlich waren wie neuere Errungenschaften à la „Hello Joe“, „Demon Galore“ oder „Under A Clear Blue Sky“, bei dem Gitarrist Peter als erster mit dem Gesang einsetzte, bevor er in „Hey Du“ den kompletten Song sang und einen ruhigen Pol während des Konzerts setzte. Bei „Frieda und die Bomben“ war dann Bernd Kurtzke am Mikro tätig und legte die Gitarre für diesen Song zur Seite! Bevor „Automatic“ gespielt wurde, kam das Spielkind in Sänger Arnim durch und er präsentierte sichtlich stolz die technischen Errungenschaften seines Samplers. Sehr sympathisch war da, dass SLAYERs „South of Heaven“-Riff Verwendung fand, bevor bei „Auomatic“ fast schon in den Reihen vor der Bühne geschunkelt wurde. Zum Ende der regulären Spielzeit griffen die BEATSTEAKS noch mal ganz tief in die Hitkiste und brachten bei „Let Me In“ vom „Living Targets“-Werk noch mal alle zum Mitsingen und durchdrehen, was auch energisch vom Sänger gefordert wurde!

Von manchen Bands ist man es ja schon fast gewöhnt, dass nach der regulären Spielzeit keine Zugabe mehr zu erwarten ist, aber zum Glück sind die BEATSTEAKS aus einem anderen Holz geschnitzt und enterten deshalb nach kurzer Verschnaufpause für Band und Publikum erneut die Bühne! „Fix It“ wurde als nächstes vom Stapel gelassen und dann vom Sänger erläutert, dass es da Anfang der 90er eine Band gab, die zur Gründung der BEATSTEAKS geführt hatte.1991 wurde zur zeitlichen Orientierung vorgegeben und für die Zuschauer gab´s eine cool runtergerockte Coverversion von NIRVANAs „Territorial Pissings“. So kamen die BEATSTEAKS quasi ihrem Bildungsauftrag nach und konnten den jüngeren Konzertbesuchern eine kleine Lehrstunde in Musikhistorie geben, um danach mit den formidablen Eigenkreationen „Jane Became Insane“, „Ain‘t Complaining“ und „Cut Of The Top“ zu glänzen und den ersten Zugabenblock um 22:45 zu beenden! Da man in Münster anscheinend noch nicht genug hatte, ließen sich die Jungs der Band nicht lange bitten und feuerten noch „Mietzi‘s Song“, As I Please“ und „I Don‘t Care As Long As You Sing“ in die Menge!

So hatten es die BEATSTEAKS geschafft, eine ausgepowerte aber glückliche Gefolgschaft in Münster zurückzulassen und man muss ihnen attestieren, ein perfektes Konzerterlebnis abgeliefert zu haben!

Setlist BEATSTEAKS
Atomic Love
Behaviour
Milk & Honey
Cheap Comments
Monster
Under A Clear Blue Sky
Frieda Und Die Bomben
To Be Strong
Summer
Hey Du
Hello Joe
Demons Galore
Automatic
Access Adrenalin
Hail To The Freaks
Shiny Shoes
Panic
Hand In Hand
What’s Coming Over You
Let Me In

Fix It
Territorial Pissing

Jane Became Insane
Ain’t Complaining
Cut Off The Top

Mietzi’s Song
As I Please
I Don’t Care As Long As You Sing

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BEATSTEAKS auf terrorverlag.com

Mehr zu KRAFTKLUB auf terrorverlag.com