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BEHEMOTH – CRADLE OF FILTH – IN SOLITUDE – INQUISITION – SVARTTJERN

Ort: Bochum - Matrix

Datum: 15.02.2014

Mit ihrem neuen Album haben BEHEMOTH wahrlich ein unglaubliches Meisterwerk abgeliefert, das seinesgleichen sucht. Fünf Jahre ist es nun her, seit das letzte Album „Evangelion“ veröffentlicht wurde, nun also sind die Polen erneut unterwegs, um „The Satanist“ live vorzustellen. Mit dabei CRADLE OF FILTH, die sich den Headliner Slot mit den Osteuropäern teilen. Außerdem werden die zwei Giganten von IN SOLITUDE, INQUISITION und SVARTTJERN begleitet.

Den Anfang in der Matrix in Bochum machten die Schwarzmetaller von SVARTTJERN, die ihre misanthropische Musik wahrlich gut in Szene zu setzten wussten. Das Quintett prügelte im Halbdunkeln und in Nebel gehüllt mit ihren Songs auf das Publikum ein, das bereits um kurz vor 18 Uhr in bester Stimmung war. Nach einer guten halben Stunde mussten die Herren aber auch schon wieder das Feld für INQUISITION räumen.

Der Umbau war sehr schnell erledigt, viel technischen Kram braucht das amerikanische Duo von INQUISITION auch nicht. Schlagzeug und Gitarre, man besinnt sich auf die essentiellen Dinge. Trotzdem war der Sound, den die beiden Herren dahin rotzen, satt und roh, wie man es von Black Metal erwartet. Sehr gesprächig war Sänger Dagon allerdings nicht und so spielten INQUISITON ihr komplettes Set herunter, bevor er abschließend noch „We are Inquisition“ (welche Überraschung) verkündete.

Schlagartig leerte sich anschließend der sehr gut gefüllte Tunnel der Matrix. Dies mag am mangelnden Sauerstoff gelegen haben oder auch an IN SOLITUDE selbst. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht so wirklich, warum die Jungs auf dieser Tour mit am Start sind. IN SOLITUDE präsentierten eher klassischen Heavy Metal, der vielleicht etwas thrashig angehaucht ist, aber sonst irgendwie nicht so wirklich ins Line-Up dieser doch sehr Extrem-Metal lastigen Tour passte. Die Fans, die vor der Bühne ausharrten, feierten die Schweden, die durchaus eine gute Show ablieferten, dann auch ausgelassen ab.

Anschließend wurde es auch wieder zügig voller, denn als nächstes waren CRADLE OF FILTH an der Reihe. Sie wechseln sich auf dieser Tour mit BEHEMOTH ab und hatten das Konzert am Abend zuvor im Schlachthof in Wiesbaden als Headliner bestritten. Dementsprechend also in der Matrix als vorletzte Band. Das letzte Mal, dass ich CRADLE live gesehen hatte, war schon eine Weile her und entsprechend war die Erwartungshaltung hoch. Vom neuen Album hatte ich auch nur wenig gehört, entsprechend gespannt war ich, wie viele Songs ich kennen würde. Die Überraschung war groß, dass die Show mit dem Intro „At the Gates of Midian“ (vom Album „Midian“) eröffnet wurde, direkt gefolgt von „Cthulhu Dawn“. Die ersten Minuten wirkte der Sound etwas unausgewogen, was aber direkt korrigiert wurde. Danach nahm ein extrem gut gelaunter Dani Filth das Publikum mit auf eine Zeitreise. Die nächsten drei Songs, die COF anschließend zum Besten gaben, stammten von ihrem 1994 erschienenen Werk „The Principle of Evil Made Flesh“, gefolgt von „Beneath the Howling Stars“ vom „Cruelty and the Beast“ Album. Meiner Meinung bereits zu diesem Zeitpunkt eine grandiose Show! Gute 70 Minuten spielten die Engländer einen Klassiker nach dem nächsten, lediglich unterbrochen von „For Your Vulgar Delectation“ vond er aktuellen Scheibe. Nach diesem Ausflug in die Historie der immerhin seit 1991 aktiven Band war es aber auch Zeit, die Bühne für den heutigen Headliner zu räumen.

Setlist CRADLE OF FILTH
Intro – At the Gates of Midian
Cthulhu Dawn
A Dream of Wolves in the Snow
Summer Dying Fast
The Principle of Evil Made Flesh
Beneath the Howling Stars
For Your Vulgar Delectation
Haunted Shores
Nymphetamine (Fix)
Born in a Burial Gown
Cruelty Brought Thee Orchids
Her Ghost in the Fog

Intermission – Ave Satani
Funeral in Carpathia

Mit „The Satanist“ haben BEHEMOTH alle Zweifler Lügen gestraft und ein technisch wie songwriterisch absolut grandioses Album heraus gebracht. Fünf Jahre mussten die Fans auf die neuste Langrille warten, was Frontmann Nergals Kampf gegen die Leukämie geschuldet war. Nun ist das Quartett wieder zurück und zeigt erneut, was für Perfektionisten sie doch sind. Das beginnt bei der Bühne, geht über die Klamotten und endet bei einem (meist) makellosen Live-Sound. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass BEHEMOTH auch dieses Mal alles gaben, um ihrem Ruf als hervorragende Live-Band gerecht zu werden. Infernos Schlagzeug thronte auf einem Podest hoch über der Bühne, eingerahmt von zwei riesigen doppelköpfigen Metalladlern, die den Chaosstern in ihren Klauen hielten. Die Mikroständer von Seth und Orion trugen erneut die Schlangenköpfe nebst bekannter Symbole, bei Nergal wurde allerdings das Heptagramm durch das Logo des neuen Albums ersetzt – eine Flamme in einem von Strahlen eigerahmten Dreieck. Zum Intro, das direkt in den Opener des aktuellen Silberlings – „Blow Your Trumpets Gabriel“ – überging, marschierte der Fronter in einer weiten Kutte gekleidet auf die Bühne, brennende Fackeln in den Händen. Was in den nächsten fast 80 Minuten dann von BEHEMOTH abgefeuert wurde, war meiner bescheidenen Meinung nach einfach nur der Wahnsinn. Die Polen präsentierten Songs von „The Satanist“ gemischt mit Stücken vergangener Album wie beispielsweise „Christians to the Lions“ oder „Ov Fire and the Void“. Bassist Orion wurde leider während des Sets immer wieder von Soundproblemen geplagt. Nergal ließ sich trotzdem nicht aus der Ruhe bringen und feuerte mit Gitarrist Seth und Schlagzeuger Inferno Song um Song ins Publikum. Den vorläufigen Abschluss machte wie so oft „Chant for Eschaton 2000“, wobei sich BEHEMOTH nicht lange bitten ließen und mit „O Father O Satan O Son“, meinem persönlichen Highlight der aktuellen Scheibe, zurück kamen und ein letztes Mal an diesem Abend mit Feuer und Rauch der Matrix einheizten.

Wer noch die Chance hat, dieses Package live zu erleben, sollte das definitiv tun! CRADLE OF FILTH mit einem gut gelaunten Dani Filth und BEHEMOTH, die einfach nur verbrannte Erde zurück ließen – das hat schon was! Sollte es zu spät für die Tour sein, so sei definitiv der aktuelle Silberling „The Satanist“ empfohlen, den wir auf diesen Seiten natürlich auch ausgiebig gewürdigt haben.

Setlist BEHEMOTH
Intro
Blow Your Trumpets Gabriel
Ora Pro Nobis Lucifer
Conquer All
Decade of Therion
As Above So Below
Slaves Shall Serve

Christians to the Lions
Hidden in a Fog
The Satanist

Ov Fire and the Void
Alas, Lord Is Upon Me
Furor Divinus
At the Left Hand ov God
Chant for Eschaton 2000

O Father O Satan O Sun!

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